Didgeridoo und Boomerang

26. November 2014 at 8:43

Posted from Rockhampton, Queensland, Australia.

Wieder festen Boden unter den Füßen fuhren wir gleich nach unserem Segelausflug von Airlie IMG_8788Beach nach Makay weiter – die Entfernung zwischen den beiden Städten beträgt etwa 150km. Mackay wird auch „inoffizielle Zuckerhauptstadt Australiens“ genannt. Denn acht große Raffinerien produzieren dort ein Drittel des australischen Zuckers. Die Stadt ist nicht wirklich sehenswert und nach einer kurzen Rundfahrt mit unserem Jucy ging es auch schon weiter nach Rockhampton, das an der Grenze zwischen den Tropen und den Subtropen liegt. Auf dem rund 300km langen Trip gab es eine wichtige Neuerung: Ich bin auch einen Teil der Strecke gefahren! Nach rund 9 Monaten ohne Fahrpraxis traute ich mich endlich in Australien ans Steuer! Nachdem ich anfangs zu weit links gefahren bin, gewöhnte ich mich nach einer Weile daran, mich mehr an der Mitte zu orientieren und das Fahren machte mir Spaß.

P1010248Auch Rockhampton muss man nicht unbedingt besucht haben, das Interessanteste dort war das „Dreamtime Cultural Centre“. Das Zentrum wird von Aborigines geführt und man bekommt einen recht authentischen Einblick IMG_8796in das Leben der australischen Ureinwohner. IMG_8793Da es nicht gerade überlaufen war (wir waren anfangs die einzigen Besucher), führte uns einer der Mitarbeiter nach zwei Einführungsfilmen exklusiv über das Gelände. Positiv überrascht waren wir dann von der Tatsache, dass wir eine Didgeridoo-Vorführung bekamen und sogar selbst einmal einen Boomerang werfen durften. Das Didgeridoo wird aus Eukalyptusholz hergestellt, von den Aborigine-Männern gespielt, mit „flatternden“ Lippen geblasen und der Klang kann durch verschiedene Spieltechniken (z.B. Auf- und Abwippen des Kehlkopfes) verändert werden. Im Shop des Zentrums versuchten wir uns später mal am Didgeridoospielen und ich kann Euch sagen, es ist gar nicht so einfach. 🙂 Das Bumerangwerfen hat auch viel Spaß gemacht und beim Flo hat es gleich beim ersten Mal richtig gut geklappt. Die Angela und ich hatten den Dreh dagegen nicht wirklich raus, bei uns fiel er gleich auf den Boden. 😉 Es gibt „Returning-Boomerangs“, also Bumerangs, die wieder zum Werfer zurückkehren und auch solche, die das nicht tun. Bumerangs wurden ursprünglich zur Jagd genutzt.

IMG_8800

Ein Video von der Didgeridoo-Vorführung könnt Ihr hier sehen:

https://www.youtube.com/watch?v=lrZ5apxzUzw&feature=youtu.be

IMG_8810

P1010236

P1010233

Nach diesem sehr interessanten Zwischenstopp fuhren wir weitere 250km nach Bundaberg. Das Örtchen ist wegen seines Rums bekannt. Da es aber bei unserer Ankunft schon dunkel war, haben wir von der Stadt selber nicht wirklich viel gesehen. Wir stärkten uns kurz mit einer Pizza bei „Dominos“ und setzten unseren Weg nach Hervey Bay (weitere 120km) fort und trafen dort um 21.30 Uhr auf dem Campingplatz ein.

Wie Ihr seht, sind wir an dem Tag viiiiiiiiiiiel gefahren – insgesamt rund 800 km! Das entspricht ungefähr der Distanz von Würzburg nach Venedig! 😉

Whitsundays – Schnorcheln mit Schildkröten

14. November 2014 at 8:30

Posted from Airlie Beach, Queensland, Australia.

Sie hatte ganz schlecht geschlafen – wahrscheinlich noch schlechter als wir. Als wir am Morgen ins Reisebüro kamen, konnte Kelly uns leider noch nichts Neues berichten. Sie würde gleich erst mit den beiden reden. Irgendwie fühlte sie sich scheinbar von uns dreien beobachtet, so dass sie uns nach draußen schickte und den Mädels alleine den Vorschlag unterbreiten wollte. Eine gefühlte Ewigkeit später kam sie zu uns, strahlend und rief: „I have good news!“ Am liebsten hätten wir sie umarmt. Sie freute sich so sehr mit uns und hatte sich so bemüht! Unser Segelausflug zu den Whitsunday Islands war also gerettet! Jetzt mussten wir uns nur noch beeilen und das Segelboot erwischen, das in einer halben Stunde ablegen sollte. Kein Problem, so groß ist Airlie Beach ja nicht. Aber man darf auch nicht eine ganze Weile in die falsche Richtung laufen. Als wir auch dieses Problem gelöst hatten, stießen wir als letztes zu unserer Gruppe und wurden zum Segelboot geführt. P1010093In Empfang nahm uns Jesse, der mit seinem zotteligen Bart, den fehlenden Zähnen und dem einen Auge, das kleiner und halb zu war, fast wie ein Pirat aussah. IMG_8656Er würde uns in den nächsten zwei Tagen sicher über das Meer geleiten. Dabei half ihm Max, IMG_8776ein etwa 20-jähriger Deutscher (dass er Deutscher war erfuhren wir erst eine ganze Weile später und er weigerte sich auch, mit uns Deutsch zu sprechen), der als „Mädchen für alles“ Jesse beim Segeln zur Hand ging, kochte, sauber machte und sich um alles kümmerte, was an Bord zu tun war. Unsere 12-Mann/Frau-starke Truppe bestand neben uns noch aus drei weiteren Deutschen (Lea, die vor einer Woche einen Australier geheiratet hatte und mit ihrer Mutter und ihrem Stiefvater Jürgen den Tripp machte), zwei Italienern (Andy und Alex) auf Hochzeitsreise, drei Engländern (Ehepaar mit Teenagertochter) und der Kanadierin Michelle (mit der Flo seine Kajüte teilte). Angela und ich hatten eine sehr enge Nische IMG_8653neben der Treppe als Bett und leider keine Tür davor, so dass jeder in unser Schlafgemach schauen konnte. Umziehen konnten wir uns dementsprechend auch nur auf der Toilette oder wir mussten beim Flo und der Michelle Asyl suchen.

Das Boot

An die Enge auf so einem Boot muss man sich erst gewöhnen, alles hat seinen festen Platz, ist gut verstaut oder festgebunden. Sonnencreme darf man nur oben an IMG_8685Bord benutzen oder unten keine Sprühflaschen, weil der Boden dadurch schnell zur Rutschpartie wird. Entspannt und locker führte uns Jesse erstmal in die Notfallpläne ein und legte uns sehr ans Herz, auch bei einemIMG_8654 Notfall erst ins Wasser zu springen, wenn er es ausdrücklich sagt. Die Toilette war ziemlich klein und konnte bei Bedarf als Dusche umfunktioniert werden – dadurch bekam man dann immer nasse Füße, wenn man aufs Klo ging und vorher jemand geduscht hatte. Einige an Bord waren schon öfter gesegelt, aber vorallem für uns Neulinge – so wie für mich und Angela – war das ein großes Abenteuer. Die Männer waren beim Segelhissen und -einholen immer ziemlich gefordert, denn dies erforderte viel Kraft (Jesse betonte aber, dass es nicht an der Kraft alleine liege IMG_8673und sogar seine Schwester die Segel einholen könne, IMG_8659weil sie die richtige Technik kenne). Max war immer am Hin- und Herspringen, wenn sich ein Segel im Wind verhedderte, machte die verschiedenen Seile fest und checkte alles ständig. Je nachdem wie der Wind stand, war eine Seite des Boots immer ziemlich hoch und eine Seite lag fast im Wasser bzw. berührte es. Für die Segelexperten unter Euch ist das natürlich nicht erwähnenswert oder neu und bitte verzeiht, wenn ich hier nicht die richtigen Fachtermini verwende, aber die Nicht-Segler wird das vielleicht interessieren. Wie man sich denken kann, setzt sich die Crew (also wir) immer an die „High-Side“ des Boots, um das Boot erstens mit auszubalancieren und natürlich auch, damit man (nicht ganz so) nass wird. Wenn wir richtig Fahrt aufgenommen hatten, wurde derjenige, der sich blöderweise in der Reihe zuerst hingesetzt hatte, richtig nass. Die anderen waren dann durch die Vordermänner doch etwas geschützter. 🙂

IMG_8665

P1010104

IMG_8675

IMG_8746

Kurz ein paar Fakten zu unserem Segelboot: Die „Iceberg“ wurde 1990 gebaut und fuhr viele Jahre lang erfolgreich Regatten. Sie ist 15 m lang und ca. 20 m hoch. Zwar hatte er an Bord keine Geschwindigkeitsanzeige, aber Jesse schätzte, dass wir etwa 6-9 Knoten (also etwa 11-16km/h) schnell fuhren. Der Wind pfiff uns ganz schön um die Ohren und um unsere Frisuren brauchten wir uns keine Gedanken mehr zu machen, denn da war eh schon Hopfen und Malz verloren. Aber es sah ja jeder on Bord so aus. Durch das Salzwasser und den Wind hatten wir eine so genannte Sturmfrisur. 😉 Teilweise musste man sich wirklich richtig festhalten, wenn die „Iceberg“ so richtig in Fahrt kam. Jürgen passte einmal nicht richtig auf, fiel nach hinten und hatte Glück, dass er in eine Sitzmulde rutschte – sonst wäre er sicher über Bord gefallen. Gut, dass er sich nicht verletzt hatte. Er nahm es mit Humor und machte gleich danach wieder Scherze.

IMG_8739

IMG_8738

Übrigens sind die Whitsunday Islands 35-70km vom äußeren Great Barrier Reef entfernt und die Gipfel eines Unterwassergebirges, das vom Festland durch tiefe Schluchten getrennt ist. Von den 74 Inseln sind nur sieben bewohnt. Die Landschaft ist wirklich traumhaft: dichtbewaldete Inseln, lange Sandstrände und Korallenbänke mit einer atemberaubenden Unterwasserwelt. Bei der Entdeckung und Namensgebung hatte wieder ein uns mittlerweile nicht ganz unbekannter Mann seine Finger im Spiel. Na, erratet Ihr es? Natürlich, Kapitän James Cook! Wie sollte es auch anders sein. Er war wirklich schwer im Stress mit Australien, musste sich all die Namen ausdenken, Flaggen hissen und Regionen erkunden. Als er 1770 an Pfingsten (Whitsunday) vorbeisegelte, war der Name also naheliegend.

Whitehaven Beach

Unseren ersten Stopp machten wir am Whitehaven Beach. Der 6 km lange Strand ist der Traumstrand schlechthin: feiner, weißer Sand, der nicht heiß wird, wohin das Auge reicht. Glasklares Wasser in das man weit hineinlaufen kann und als wir dort waren, war außer unserer Gruppe niemand da. Himmlisch! Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Strände auf den Malediven oder den Seychellen schöner sein können. Ein Manko hat er allerdings – man findet dort keinen Schatten, weil es am Strand auch keine Palmen gibt. Mit Lichtschutzfaktor 50+ ausgestattet, war das aber kein Problem und so genossen wir die zwei Stunden in vollen Zügen.

IMG_8695

IMG_8699

IMG_8697

IMG_8712

IMG_8701

IMG_8716

Anschließend führte uns Max noch zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man einen tollen Blick auf das Farbenspiel des Wassers bei Ebbe und Flut hat. Es vermischte sich tiefblaues, mit hellblauem und türkisfarbenem Wasser und wäre man nicht dort gewesen, würde man nicht glauben, dass es solch eine natürliche Farbmischung wirklich gibt. Was wir dort sahen, erinnerte an ein wunderschönes Aquarellgemälde oder wie die heutige Generation vielleicht eher sagen würde: es sah aus wie gephotoshoped! 🙂 Wunderschön! Die verschiedenen Farben resultieren daraus, dass erstens das Wasser unterschiedlich tief ist und sich zweitens, wenn die Flut kommt, das tiefblaue Wasser des Ozeans mit dem türkisfarbenen Wasser, für das die Mangrovenbäume verantwortlich sind, vermischt. Man muss also den richtigen Tageszeitpunkt zwischen Ebbe und Flut abwarten, um dieses perfekte Farbenspiel zu sehen. Einmalig schön!

IMG_8726

IMG_8725

IMG_8721

Unser erster Segeltag endete mit einem traumhaften Sonnenuntergang, den wir vom Bord unseres Bootes aus sehen konnten.  Viel Spaß hatten wir auch noch beim Kartenspielen unter Deck, das wir allerdings so gegen 21 Uhr abbrechen mussten, weil Max uns fast vor den Füßen eingeschlafen wäre. Da alle Betten besetzt waren, schlief Jesse in den zusammengerollten Segeln (ja, so etwas geht scheinbar) und Max auf der Bank im Gemeinschaftsraum. Von dem aufregenden Tag waren wir aber auch ziemlich geschafft und fielen alle müde in unsere Kojen.

IMG_8753

IMG_8762

IMG_8756

Schnorcheln mit Schildkröten

Der nächste Tag stand ganz im Zeichen des Schnorchelns und diesmal ging es mit Stinger Suits (Ganzkörper-Quallenschutzanzügen) ins Wasser. IMG_8763Zwar hatten wir Glück, dass wir nicht in der wirklichen Quallensaison da waren, aber rein aus versicherungstechnischen Gründen mussten uns Jesse und Max diese Anzüge empfehlen. Außerdem erklärte uns Jesse, dass die gefährlichen Quallen nur etwa so groß wie ein Fingernagel sind und also alle Quallen, die wir sehen können, nicht gefährlich sind. Sehr beruhigend. 😉 Er brachte uns auch die Zeichen bei, mit denen man sich vom Wasser zum Boot verständigt: „Hand aus dem Wasser heben“ heißt „Bitte herkommen“, „Hektisch mit dem Arm winken“ heißt „Hilfe, ich habe ein Problem“ und „die Finger auf den Kopf halten und so mit dem Arm ein O formen“ heißt entweder „Bist Du ok?“ oder „Ich bin ok“. Also die eindringliche Bitte von Jesse: „Bitte winkt nicht hektisch, wenn Ihr uns erzählen wollt, was für einen tollen Fisch Ihr gesehen habt!“ Verstanden. Das Schnorcheln machte auch in den Whitsundays wieder so viel Spaß! Im Gegensatz zur „Ocean Freedom“ lockten Jesse und Max die Fische allerdings nicht mit Futter an, sondern fuhren mit dem Beiboot ganz schnell um uns herum und machten so viele Bläschen, die die Fische scheinbar mögen.

IMG_8768

IMG_8765

DSC00251

Das Highlight des Tages war, als wir zwei Schildkröten entdeckten und eine ganze Weile hinter ihnen herschnorcheln konnten. Die ließen sich von uns gar nicht stören! Was für ein unglaublich tolles Erlebnis! Sie ließen sich im Wasser treiben, frasen etwas und schwammen gemütlich weiter.

DSC00250

DSC00285

DSC00284

Mit viel Speed segelten wir anschließend wieder in den Hafen von Airlie Beach und waren schon etwas traurig, dass unser Segelabenteuer schon zu Ende war.

P1010198

IMG_8773

Koalas auf Magnetic Island

31. Oktober 2014 at 8:02

Posted from Townsville, Queensland, Australia.

IMG_8546

IMG_8548

Als wir gegen Mittag in Townsville angekommen sind, haben wir uns auf dem Castle Hill erstmal einen Überblick über das Städtchen verschafft und konnten auch schon die Insel Magnetic Island sehen. Als Kapitän Cook 1770 an der Insel vorbeisegelte und große Abweichungen am Kompass feststellte, dachte er, dass die Insel aus erzhaltigem Gestein besteht und dadurch magnetisch ist. Deshalb nannte er sie „Magnetic Island“. Allerdings hatte er mit seiner Vermutung unrecht, die Insel besteht hauptsächich aus nichtmagnetischem Granit. Anziehend wirkt die Insel, auf der etwa 2500 Leute wohnen, mit ihren schönen Stränden und dem Nationalpark heute aber auf Touristen und Backpacker.  So fuhren wir, nachdem wir uns die Strandpromenade von Townsville angeschaut und ein leckeres Eis gegessen hatten, mit der Fähre nach Magnetic Island. Unseren Campervan ließen wir auf einem Parkplatz stehen und nahmen alle Wertsachen raus.

IMG_8564Die Überfahrt dauerte etwa 20 Minuten. Untergebracht waren wir in einem Hostel direkt am Strand, die Lage war wirklich genial und die Anlage auch ganz schön. Allerdings waren die Toiletten und Duschen nicht so sauber wie wir es von den meisten Campingplätzen gewohnt waren. IMG_8561IMG_8563Wir schliefen in einem Sechserzimmer und sehnten uns zu unserem Campervan zurück. 🙂 Nachdem wir eingecheckt hatten, fuhren wir mit dem Bus zum Nationalpark und machten uns auf die Suche nach Koalas. Mit anderen Backpackern, die alle auch in unserem Hostel übernachteten, entdeckten wir auch bald den ersten Koala und machten viele Bilder. Viel besser war aber die Koalamutter mit ihrem Jungen, die wir fast am Ende sahen und eine ganze Weile beobachteten. Das Kleine war wach, kletterte, fraß, kratzte sich und kletterte schließlich auf den Bauch seiner schlafenden Mutter und legte sich für ein Nickerchen quer drüber. Unglaublich süß! Dem Kleinen hätten wir ewig zuschauen können! Lustig war auch, dass wir ein Mädel, das wir auf der „Ocean Freedom“ kennengelernt hatten, dort wiedersahen. Sie übernachtete auch in unserem Hostel und mit ihr und zwei anderen deutschen Mädels, die nach dem Abi nach Australien sind, kochten wir gemeinsam und verbrachten mit ihnen den Abend. Im Hostel war Ladiesnight, es gab einen Punch für einen Dollar und einige Jungs hatten sich in Frauenkleider geschmissen. Was man nicht alles so mit 18 macht…. Ja, wir waren sicherlich die Ältesten im Hostel – gut zehn Jahre älter als alle anderen. Mitgehangen, mitgefangen, also tanzten wir mit den Jungspunden auf den Tischen. 🙂 Aber so „lustige“ Spielchen wie „Wer kann eine zehn Cent-Münze mit dem Mund vom Boden aufheben ohne mit den Knien oder den Händen den Boden zu berühren“ haben wir dann doch ausgelassen. 😉 In unserem Zimmer hatten ein Mädel und ein Kerl auch in der Nacht eine kleine Privatparty veranstaltet… Wir waren uns einig, dass wir froh sind, nicht in Hostels zu schlafen, sondern unseren Campervan zu haben.

DSC01062

IMG_8602

IMG_8603

IMG_8608

Am nächsten Tag nahmen wir um 8 Uhr früh die Fähre zurück nach Townsville und damit startete der Tag, an dem alles schief ging. Als erstes hatte die Angela ihre Jacke im Hostel vergessen und natürlich hatte sie keiner abgegeben. Das ist echt blöd gelaufen. Gott sei Dank war aber bei unserem Campervan alles in Ordnung und wir machten uns auf den Weg nach Airlie Beach. Das kleine Städtchen ist ganz nett, hat einen schönen Strand, ist aber ansonsten ein richtiger Touriort mit vielen Kneipen, in denen die Backpacker und sonstigen Touristen schon nachmittags betrunken feiern. Von dort sollte unsere Whitsundays Tour starten. Wir freuten uns auf die zweitägige Segeltour, aber unsere gute Laune war schlagartig vorbei, als das Mädel im Reisebüro – wir mussten für die Tour einen Tag früher einchecken – sagte: „Guys, we have a problem.“ Da fing der Ärger an, denn das Reisebüro in Melbourne und das in Airlie Beach haben einen Fehler mit unserer Buchung gemacht (natürlich schiebt jeder dem anderen die Schuld zu), so dass der Flo auf dem Segelboot „Iceberg“ und die Angela und ich auf dem Katamaran „On Ice“ gebucht waren. Wir wollten aber unbedingt auf ein Segelboot und hatten von der „Iceberg“ schon so viel Gutes gehört. Außerdem war der Katamaran über zwei Nächte und die Zeit hätten wir gar nicht. Da beide Boote ausgebucht waren, mussten sich also zwei Leute bereit erklären, vom Segelboot auf den Katamaran zu wechseln. Na super, so kurzfristig ist das natürlich nicht so leicht. Kelly, unsere sehr nette und durch dieses Durcheinander sehr gestresste Reisebürofrau, konnte aber leider die beiden Mädels, die für einen Tausch in Frage kommen würden, nicht erreichen. So mussten wir bis zum nächsten Morgen warten, ob es klappt oder nicht. Wir waren natürlich super genervt und saßen den ganzen Abend wie auf Kohlen, denn die Whitsundays Segeltour würde sicherlich eines der Highlights unseres Trips werden. Beim Zubereiten des Abendessens ist mir dann noch ein Teller mit frisch geschnittenen Tomaten auf meine helle Hose gefallen, die nun voller Tomatenflecke ist. Es hat also alles an dem Tag gepasst. Unsere Chance war 50:50, dass der Segelturn klappt. Konnte Kelly die beiden Mädels überreden? Was denkt Ihr?

Die weltgrößte Platypus-Population und der freundliche Farmer

31. Oktober 2014 at 7:49

Posted from Mission Beach, Queensland, Australia.

Schweren Herzens mussten wir unseren Traumstrand in Palm Cove verlassen und machten uns über die Atherton Tablelands auf den Weg nach Mission Beach. Die Region liegt etwas im Hinterland und ist zwischen 600 und 1000m hoch. Aufgrund des fruchtbaren Bodens und des regenreichen Klimas wird es intensiv als Agrarland genutzt. Auf der Strecke habeIMG_8455n wir unter anderem Kaffee-, Ananas-, Bananen- und Nussplantagen gesehen, eine Milchfarm angeschaut und auch Zuckerrübensaft bei einem Stand an der Straße probiert. IMG_8497Die Frau hat ihn dort direkt aus den Zuckerrohrstangen herausgepresst und mit etwas Ingwer gemischt – das war richtig lecker. Außerdem haben wir den so genannten „Vorhang-Feigenbaum gesehen“.  Einen sehr hohen Feigenbaum, der im Lauf der Zeit umgekippt, mit anderen Bäumen zusammengewachsen ist und viele Wurzeln gebildet hat. Ein Highlight des Tages war „die größte Platypus (Schnabltier)-Population der Welt“. 🙂 Das Gelände mit einem großen und mehreren kleineren Seen lag etwas abseits von der Straße, aber für diese Menge an Schnabeltieren macht man doch gern einen Umweg. Wir hatten IMG_8465scheinbar gerade Glück, denn wir waren die einzigen Touristen, die diese Sensation sehen wollten. Nur ein einheimischer Angler saß an dem Tisch neben dem Tresen, hinter dem der Besitzer der Attraktion stand. In breitem Dialekt und mit einer Geschwindigkeit, die davon zeugte, dass er jeden Tag IMG_8477Touristenmassen abfertigt, erklärte uns der Mann alles Wissenswerte über den Platypus und schickte uns dann anschließend zu dem See, in dem die meisten Schnabeltiere der weltgrößten Population zu sehen seien – 12. Achja, die weltgrößte Population umfasst übrigens sagenhafte 70 Tiere! Warum er uns nicht zu dem Teich mit den 58 Schnabeltieren geschickt hat und wie er die scheuen Tiere eigentlich zählt, wird für immer sein Geheimnis bleiben. Doch bevor wir die Massen an Schnabeltieren zu Gesicht bekommen sollten, wurden uns wichtige Verhaltensregeln eingebläut: 1. Man darf keinen Regenschirm dabei haben (Gut, dass das Wetter schön war), 2. Man darf nicht mit ausgestrecktem Arm auf den Platypus zeigen (heftiges Kopfnicken und sonstige Verenkungen, um auf einen gesichteten aufmerksam zu machen, sind aber erlaubt) und 3. Man MUSS reden (wer Krach macht, ist kein Feind – sehr sympathisch! – FlIMG_8476os Kommentar: „Na ja, das fällt den Damen ja nicht schwer.“ 😉 Also redeten wir ununterbrochen, als wir am Teich standen, hatten vorbildlich keinen Regenschirm dabei und vermieden auffälliges Hindeuten – doch die Ausbeite war trotzdem ziemlich mager. Von weitem sahen wir ab und an mal einen Platypus, der aber schnell wieder untertauchte. Bei der weltgrößten Population hatten wir uns etwas mehr Action versprochen. Ein deutsches Ehepaar kam später dazu – scheinbar lassen sich nur die Deutschen mit so einem Superlativ locken und dazu verleiten, 5 Dollar dafür zu zahlen. Bei der Garantie, auf jeden Fall ein Schnabeltier zu sehen, hatte er nichts über die Entfernung zu dem Tier gesagt. Für die weltgrößte Population waren unsere Sichtungen etwas enttäuschend, aber jetzt haben wir wenigstens mal Schnabeltiere in der Natur gesehen. Danach ging es für uns weiter nach Mission Beach.

IMG_8484

 In Mission Beach war unser Campingplatz auch nicht weit vom Strand entfernt, aber nichts Besonderes. P1010009Die Mülltonnen waren schon länger nicht mehr geleert worden und als es dunkel war, war das Gelände schon etwas gruselig. Was uns nun schon bei einigen Campingplätzen aufgefallen ist: Sobald es um etwa halb P1010027sieben dunkel wird, ist dort tote Hose, alle sind in ihren Vans und schlafen früh. Am nächsten Morgen stehen die Leute aber schon zwischen 6 und 7 Uhr früh auf. Wir waren bis jetzt immer mit die letzten, die noch draußen saßen und auch am Morgen mit die ersten. Der Strand von Mission Beach ist auch sehr schön und so schmissen wir uns erstmal in die Fluten. Das Wasser war herrlich! Im einzigen Supermarkt des kleinen Örtchens kauften wir dann noch etwas ein und der Flo schlug sich noch bis zum nächsten Alkoholladen durch, während wir das Abendessen machten. Also, in Mission Beach ist der Hund begraben – außer einem schönen Strand gibt es da nicht viel.

P1010006

IMG_8641

Als wir von Mission Beach nach Townsville gefahren sind, haben wir wieder viele Bananen- und vor allem Zuckerrohrplantagen gesehen. IMG_8494Wir hielten an einem kleinen Stand am Wegesrand, an dem ein älterer Mann Obst und Gemüse aus dem Eigenanbau verkaufte. Wir durften Wassermelone und Ananas probieren und es schmeckte beides total lecker und war sehr erfrischend. Während wir bei ihm dann Tomaten und eine Ananas kauften, schenkte er uns netterweise eine Viertel Wassermelone und eine Pomello. Wir haben uns eine ganze Weile sehr nett unterhalten. Er war IMG_8533Anfang 70, hatte früher als Jugendlicher auf einer Bananenplantage gearbeitet und besaß später 300 Hektar Anbaufläche, die in fünfter Generation bestellt wurde. Als der schlimme Zyklon im Jahre 2011 durch diese Gegend jagte, verlor er innerhalb von sieben Stunden Bananen im Wert von einer Millionen Dollar! Schrecklich! Er musste auf Drängen seiner Bank fast seinen gesamten Besitz verkaufen und hat nun nur noch 50 Hektar. Er gab zu, dass er drei Jahre daran zu knabbern gehabt hatte, weil er natürlich sehr an dem Familienbesitz hing. Man merkte, dass ihm das immernoch ziemlich zu schaffen machte. Aber er freute sich sichtlich, dass wir so interessiert waren und er sich mit uns unterhalten konnte. Etwas geknickt wirkte er auch, dass keines seiner vier Kinder die Farm übernehmen wollte. Sie hätten aber alle sehr gute Jobs, das war ihm wichtig zu betonen. Obwohl er italienischstämmig ist, war er noch nie in Europa, aber sehr an Deutschland interessiert. Das war ein sehr netter Zwischenstopp und wir haben sehr frisches und dazu noch billiges Obst und Gemüse bekommen.

IMG_8535

Krokodilabenteuer und Daintree Nationalpark

24. Oktober 2014 at 23:36

Posted from Cape Tribulation, Queensland, Australia.

Ihr habt eine Louis Vuitton-Krokodillederhandtasche? Dann schaut Euch die mal genauer an. Denn wir haben die Krokodile gesehen, aus denen unter anderem das Leder für Schuhe, Handtaschen, etc. des Edeldesigners hergestellt wird! Unser netter griechischer Taxifahrer hatte uns nämlich ans Herz gelegt, unbedingt zu „Hartleys Crocodiles Adventures“ zu gehen, das nur etwa zehn Kilometer von Palm Cove entfernt liegt. Auf unserem Weg zum Daintree Nationalpark wollten wir dort eigentlich nur mal kurz vorbeischauen, aber die Frau an der Kasse hat gleich unseren kompletten Tag verplant: Fütterung der Cassowarries (so eine Art Emu), die rund um Cairns leben und scheinbar stark gefährdet sind. In Cape Tribulation haben wir später am Tag auch einen Cashew (Flos Eselsbrücke, weil wir uns den Namen der Tiere nicht merken konnten) in freier Wildbahn gesehen. Anschließend gab es eine Führung durch die Krokodilfarm, dann eine Bootsfahrt, Fütterung der Salz- und der Süßwasserkrokodile und später noch Shows, aber die haben wir ausgelassen, denn unser ursprüngliches Ziel war ja der Nationalpark. Die Fütterung war nicht so spektakulär, aber die Führung durch die Krokodilfarm ganz interessant. Nick, der mit beigen Shorts und Hemd wie ein Ranger aussah, erklärte uns, dass sie 3000 Krokodile auf der Farm haben und jedes Jahr rund 1600 verkaufen – beziehungsweise deren Einzelteile. IMG_8369Denn alles – Haut, Fleisch, Füße, etc. – vom Krokodil wird weiterverarbeitet. Louis Vuitton hat sich also die Rechte an dem Krokodilen gesichert, was natürlich erstens ein super Aushängeschild für die Farm und zweitens eine gute Einnahmequelle ist. Pro Krokodil bekommen sie 900 Dollar von Louis und der verkauft seine Schuhe und Handtaschen dann für mehrere Tausend weiter. Deshalb achten die Mitarbeiter der Farm auch darauf, dass die Haut der Tiere unversert ist. „Wenn die Krokodile schlau wären, würden sie ihre Bäuche immer mal gegen die Wand reiben“, sagte Nick mit einem Grinsen. Arme Tiere, denkt man da. Aber Nick rechtfertigt die Farmarbeit damt, dass in der freien Natur von den 40-50 Eiern in der Regel nur ein Prozent überlebt – auf der Farm seien es dagegen 98 Prozent. So hätten sie wenigstens drei Jahre gelebt. Wenn die Krokodile ihre Eier gelegt haben, gehen drei Mitarbeiter zu dem Weibchen rein – einer nimmt die Eier und die anderen beiden passen auf das Krokodil auf. Wenn das Muttertier die Eier legt, verfällt es nämlich in eine Art Trancezustand. Man möchte aber nicht gerne in ihrer Nähe sein, wenn es aufwacht und sieht, dass seine Eier geklaut werden. Die Eier werden dann unter Wärmestrahler gelegt und je nachdem welche Temperatur man einstellt, wird es entweder ein Männchen (bei über 30 Grad) oder Weibchen (bei unter 30 Grad). Die Eier dürfen aber auch nicht umgedreht werden, weil dann das Baby-Krokodil im Ei stirbt. Deshalb mache die Mitarbeiter immer ein Kreuz auf der Oberseite des Eis. Bei Hartleys wollen sie hauptsächlich Männchen, weil die schneller wachsen. In großen Tanks werden die Salzwasserkrokodile – geiches Geschlecht und Alter zusammen – dann gehalten bis sie eine bestimmte Größe haben und aggressiver gegenüber ihre Artgenossen werden. Dann kommen sie in Steingehge. Wenn die Tiere, die wir dort gesehen haben, wüssten, was ihnen blüht. Eines hatte es scheinbar mal mitbekommen oder geahnt, denn es wollte flüchten. IMG_8365Nebenbei erzählte uns Nick, dass wir das Absperrrseil zu den Gehegen der sich paarenden Tiere nicht überschreiten sollen, weil die Tiere auch schon mal die Zäune einreißen können – das sei ja schon mal passiert. Aha, sehr beruhigend. Erst dachte ich, er macht Scherze, aber scheinbar ist dort mal ein wütendes Krokodil ausgebüchst. Das ist aber natürlich kein Grund einen richtigen Zaun dorthin zu bauen – ein einfaches Absperrseil reicht. Mit vielen Informationen versorgt ging es für uns dann zur Bootstour. Auf einem schön angelegten See konnten wir die ausgewachsenen Krokodile ganz nah sehen. Erstaunlich war, dass Nick, der nun auch das Boot fuhr – wahrscheinlich steht er auch noch in der Küche und macht die Kroko-Burger – alle Krokodile mit Namen kannte und sie scheinbar auch unterscheiden konnte. Mit einer Stange, an der Hühnchen befestigt war, lockte er die Tiere an und brachte sie dazu, möglichst hoch aus dem Wasser zu springen. Teilweise können sie bis zu dreiviertel ihres Körpers aus dem Wasser heben. Das war wirklich beeindruckend! So einem Tier möchte man nicht an einem See begegnen…Krokodile könnnen auch lange ohne Futter überleben – eines der Farmkrokodile wurde mal für 9 Monate nicht gesehen und sie dachten schon, dass es tot ist und dann tauchte es wieder auf. Die Fütterung der Salz- und Süßwasserkrokodile war ganz interessant, aber nicht viel anders als auf dem Boot. Was ich zum Beispiel nicht wusste ist, dass Salzwasserkrokodile nicht zwangsläufig im Salzwasser leben. Außerdem erklärte mir Mario, einer deer Tierpfleger, dass der Geschmack des Krokofleisches stark davon abhängt, was man ihnen zum Fressen gibt. Als ich mit der Steffi Krokodilfleisch in Perth probiert hatte, fand ich ja, dass es wie Hühnchen geschmeckt hat. Jetzt weiß ich auch warum. Bei Hartleys füttern sie die Krokodile hauptsächich mit Kängurus und Schweinefleisch. Interessat wäre nun, wie die Krokodile schmecken, die in freier Wildbahn und nicht in Gefangenschaft leben. Für je 5 Dollar haben der Flo und ich die Süßwasserkrokodile anschließend auch mit Hilfe eines Stabes gefüttert. Wir sollten sie erst ein bisschen mit dem Köder ärgern und hochspringen lassen, aber die Tiere waren so schnell, dass wir den Stab gar nicht schnell genug wegziehen konnten. Zum Abschluss aßen der Flo und ich dann noch einen Krokodilburger, der gut schmeckte, aber durch die Soßen und das Angebratene konnte man den Eigengeschmack nicht richtig ausmachen. Insgesamt war der Vormittag auf der Krokodilfarm richtig interessant und viel besser als wir erwartet hatten.

IMG_8379

IMG_8393

 „Where the reef meets the rainforest“

DSC00941

Nun machten wir uns auf zum Daintree Nationalpark. Mit einer Fähre fuhren wir über den Daintree Fluss in einen der „größten zusammenhängenden Regenwaldregionen Nordaustraliens“. Während die Angela im „Daintree Discovery Centre“ alles über den Regenwald lernte, fuhren der Flo und ich zum Cape Tribulation und sahen auf dem Weg dahin auch ein Cashawarry in freier Wildbahn. Als wir den bekanntesten Strand von Cape Tribulation sahen, verschlug es uns fast die Sprache. IMG_8409Es war wirklich traumhaft! Der Regenwald grenzt hier direkt an einen wunderschönen Strand und wächst in das Wasser hinein. Hier hätten wir uns gern noch etwas länger aufgehalten. Wir sind ein bisschen am Strand und im flachen Wasser entlang gelaufen und haben uns den tollen Strand von einem Aussichtspunkt aus angeschaut. IMG_8410Leider mussten wir dann schon wieder weiter, aber wir sind uns sicher, dass dies einer der schönsten Strände Australiens ist. Nachdem wir die Angela wieder aufgegabelt hatten, ging es wieder auf die Autofähre. Den Sonnenuntergang sahen wir bei der Flussüberfahrt und unterhielten uns nett mit einer Mitarbeiterin der Fährgesellschaft. Sie erzählte uns auch, dass bei der Regenzeit und bei Überflutungen schon mal Krokodile an unserem Traumstrand entlang laufen! Das kann man sich gar nicht vorstellen. Von der Fähre aus sahen wir auch ein Krokodil im Wasser und die nette Frau sagte uns, dass die Krokodile immer warten, bis die Fähre vorbei ist und dann weiterschwimmen. Sie haben gemerkt, dass sie durch die Kabel der Fähre nicht weiterkommen. Interessant, oder?!

IMG_8414

IMG_8418

IMG_8427

DSC00948

IMG_8411

IMG_8430

IMG_8429

IMG_8438

IMG_8439

Diesen ereignisreichen Tag rundete ein nettes Gespräch mit unseren holländischen Nachbarn ab, die mit dem Jucy Campervan von Brisbane nach Cairns gefahren sind, uns Tipps und auch noch einige ihrer Essenvorräte gegeben hatten, weil sie am nächsten Tag schon wieder nach Asien geflogen sind.

Ankunft in Cairns und Schnorcheln im Great Barrier Reef

23. Oktober 2014 at 17:07

Posted from Cairns, Queensland, Australia.

P1000833

Nach einer schönen Woche in Melbourne machten wir uns zu nächtlicher Stunde auf den Weg zum Flughafen, um unsere Ostküstentour zu starten und nach Cairns in den Bundestaat Queensland zu fliegen. Die Vorfreude wurde dort kurz unterbrochen, denn erst war Angelas Koffer vier Kilo zu schwer und dann mein Handgepäck fünf Kilo. 🙂 Nach einigen Umschichtaktionen (Danke Flo! ;-)) durften wir aber ins Flugzeug ohne etwas zuzuzahlen. Also merkt Euch: Bei Tigerair wird jetzt auch das Handgepäck gewogen! Das war bei unserer Tour ins Outback noch nicht der Fall. Den Flug nach Cairns verschliefen wir und waren nach etwa drei Stunden im tropischen Nordosten Australiens. JUHU! Mit dem Taxi fuhren wir dann zum Jucy-Depot, um unseren Campervan abzuholen. Glück hatten wir, dass unser wahrscheinlich griechischer Taxifahrer wusste, dass die Firma umgezogen ist, denn auf unseren Unterlagen stand noch die alte Adresse (als wir den Mitarbeiter später darauf angesprochen hatten, schien ihn das nicht sonderlich zu kümmern). Er gab uns während der Fahrt auch schon zahlreiche Tipps, was wir in der Umgebung und auf dem Weg nach Sydney sehen sollen. Als super stellte sich gleich sein erster Vorschlag heraus – der Campingplatz in Palm Cove war direkt an einem traumhaften Strand und sehr gut IMG_8247ausgestattet. Aber nochmal zurück zu unserem Jucy-Campervan. Unser Zuhause für die nächsten zwei Wochen ist ein Nissan in grün und lila, der mit mobiler Toilette, Spüle, Gaskochplatten und Kühlschrank ausgestattet ist. Vorne können wir zu dritt sitzen (einer in der Mitte auf einem ausklappbaren Sitz) und wir schlafen auf zwei Etagen. P1000985Oben schläft der Flo und dort gibt es kein Fenster, es ist recht eng und auch ziemlich heiß. Die Angela und ich schlafen unten auf der umfunktionierten Couch. Vom Liegen ist es in Ordnung, es war nur in den ersten Tagen sehr warm im Van, wenn alle Türen zu waren. Auf so engem Raum mit drei Koffern und jede Menge Zeug von drei Personen zurecht zu kommen, bedeutet, dass wir ständig am Räumen und Hin- und Herschieben sind. Was etwas nervig ist, ist, dass man wenig Stauraum hat und dass der Kühlschrank bei der Fahrt oft aufgeht (besonders bei den Bremshügeln), unsere Lebensmittel durch den Gang fliegen und wir nun immer einen Rucksack davor stellen müssen, um dies zu vermeiden. Außerdem gibt er beim Rückwärtsfahren zwei verschiedene Pieptöne von sich, die aber keinerei Sinn haben und nicht als Einparkhilfe fungieren. Alles in allem sind wir aber mit unserem fahrbaren Untersatz zufrieden und genießen die Flexibilität, die ein Campervan mit sich bringt. Wir können stoppen, wo es uns gefällt und recht spontan entscheiden, wo wir übernachten wollen.

P1000848

Am ersten Tag haben wir uns erstmal Cairns (oder wie die Einheimischen sagen: „Cäääns“) angeschaut und waren erstaunt, wie wenig Touristen in der Stadt sind. IMG_8234Es gibt ein paar nette Läden und Straßen, aber die Lage ist wirklich toll. Von tropischen Regenwäldern umgeben sieht Cairns, besonders am Hafen, schön aus. Nicht weit vom Hafen befindet sich ein großer kostenloser Pool, IMG_8236der fast ans Meer grenzt – die Lagune. Leider hatten wir es nicht geschafft, dort mal schwimmen zu gehen – dafür war die Zeit einfach zu kurz. Auf dem Campingplatz in Palm Cove, etwa eine halbe Stunde von Cairns entfernt, sind wir insgesamt drei Nächte geblieben und hatten zweimal keinen Strom und einmal einen Stellplatz mit Stromanschluss. Da merkt ma erst, wie schön es ist, wenn man Strom hat, sein Handy, seine Kamera, Laptop, etc. laden kann und auch der Kühlschrank funktioniert. Strom nimmt man ja immer als selbstverständlich hin – wir jetzt nicht mehr. 😉 Wie habe ich mich immer gefreut, wenn Strom geflossen ist. Die Toiletten und Duschen waren einigermaßen sauber (jeder sollte nach Benutzung der Dusche selber wischen) und mit einem Code gesichert. Die nötigsten Utensilien fürs Überleben auf dem Campingplatz kauften wir uns bei Woolworths und grillten dann alle drei Tage auf einem der öffentlichen Barbecue-Plätze außerhalb des Campingplatzes. Eim Essen konnten wir das Meeresrauschen hören – herrlich! Jeden Abend bekamen wir dort auch Besuch von ein paar größeren Vögeln (wir wissen nicht, was für welche das waren), die darauf warteten, dass wir unser Essen mit ihnen teilten (was der Flo auch teilweise gemacht hatte).

IMG_8294

Am nächsten Tag mussten wir schon früh aufstehen, denn es ging zum GREAT BARRIER REEF!!! Ein unvergesslicher Tag lag vor uns und wir konnten es kaum erwarten. Mit der „Ocean Freedom“ fuhren wir etwa eine Stunde aufs Meer hinaus bis wir eines der über 3000 Einzelriffen erreichten. IMG_8274Das Boot war sehr modern, die Crew freundlich und hilfsbereit und die Stimmung an Board super. Wie zu erwarten war, waren wir nicht die einzigen Deutschen und wir kamen unter anderem mit Conny aus Dortmund ins Gespräch, die mit ihrer 28-jährgen Tochter eine Rundreise durch Australien macht. Als wir die Korallenriffe das rerste Mal sahen, blieb uns echt fast die Luft weg. Es sah aus wie auf einer Postkarte! Türkisfarbenes Wasser, glasklar und schon vom Boot aus konnte man die Fische sehen. Das Great Barrier Reef erstreckt sich über 350.000 Quadratkilomter und ist damit etwa so groß wie Deutschland und eineinhalb mal so groß wie Großbritannien. Es ist so groß, dass man es sogar aus dem Weltall aus sehen kann. Im „größten von lebenden Organismen geschaffenen Bauwerk der Erde“ gibt es 600 verschiedene Korallen-, über 1500 Fisch- und 4000 Weichtierartenarten. Jedes Jahr kommen 2 Millionen Besucher zum Great Barrier Reef, das unter anderem durch eine bestimmte Seestern-Art bedroht ist, die die Korallen aussaugt. Mittlerweile gibt es von der Regierung bezahlte Taucher, die vier Stunden pro Tag nach diesen Seesternen suchen, sie töten und dafür richtig gut bezahlt werden. Etwa dreiviertel der Leute an Board wollten nicht nur schnorcheln wie wir, sondern auch tauchen. Das Schnorcheln hat aber voll und ganz gelangt, denn man hat so auch alles gesehen und es war einfach traumhaft! Wir haben an zwei verschiedenen Stellen im Riff gehalten und waren dann dort für Stunden. Wir hatten also mehr als genug Zeit, um die Korallenwelt zu erkunden. Der Flo ist in der Karibik schon mal geschnorchelt, aber für die Angela und mich war es das erste Mal. Ich fand es einfach spitze! P1000887Es hat am Anfang etwas gedauert bis ich mich an das Atmen durch den Schnorchel gewöhnt hatte, aber dann hat es gut geklappt. Toll war auch, dass man sich umsonst Taucherbrillen mit Stärke ausleihen konnte – sonst hätte ich mit Kontaktlinsen ins Wasser gemusst oder gar nichts gesehen. Den Fischen hätte man stundenlang zuschauen können! Wir haben im Laufe des Tages kleine Rochen, Haie (keine gefährlichen, für die war das Wasser zu warm – das hatte ich gleich zu Beginn gefragt), einen Barracuda (das war schon etwas komisch, mit dem im Wasser zu sein, denn der war ziemlich groß und hatte so viele scharfe Zähne), Seesterne, Seegurken, Clown- und Papageifische, und, und, und… Der Flo hat auch eine Schildkröte gesehen. Besonders schön fand ich die Papageifische, die sehr bunt sind und in allen Farben leuchten. DSC00095Ihren Namen haben sie daher, dasss sie wie Vögel im Wasser zu fliegen scheinen, weil sie nicht mit der Schwanz,-, sondern hauptsächlich mit den Seitenflossen schwimmen. Außerdem haben sie eine Art Schnabel, weil sie Korallenpolypen fressen und den Kalk mit ihren kräftigen Kiefern zerbeißen müssen. Die haben mich wirklich fasziniert. Als wir mit einem der Crewmitglieder im Wasser waren, hat er uns unter anderem Riesenmuscheln gezeigt, die sich schließen, wenn man die Hand drüber gleiten lässt, weil sie sie denken, dass sich ein Feind nähert und das Sonnenlicht für einen kurzen Moment weg ist. Er hat uns auch eine der wenigen Korallenarten gezeigt, die man anfassen kann. Die meisten Korallen stechen die Menschen bei Berührung und es schmerzt bis zu zwei Wochen oder die Korallen sterben. Wir wurden deshalb angewiesen, nichts zu berühren – weder Korallen noch Fische. Als er die Koralle aus dem Wasser gehalten hat, hat diese auch ein Sekret abgesondert, eine Art Schleim, die als UV-Schutz dient und es der Koralle ermöglicht, einige Stunde in der Sonne zu überleben. Scheinbar kann man dies mit Lichtschutzfaktor 100 vergleichen und die Wissenschaft versucht herauszufinden, wie sie diesen hohen Lichtschutzfaktor auch für den Menschen herstellen können. Das wäre der richtige Lichtschutzfaktor für mich. Denn durch die starke Sonne – es waren über 30 Grad und das Waser war um die 28 Grad warm – und das reflektierende Wasser, in dem ich Stunden geschnorchelt bin, habe ich trotz wiederholtem Eincremen mit Lichtschutzfaktor 50 einen sehr starken Sonnenbrand auf den Schultern, dem Rücken und der Rückeite meiner Beine bekommen. Aber zurück zum Meer. IMG_8310Das Crewmitglied hat uns auch eine Seegurke gezeigt und mir in die Hand gedrückt. Ich hätte auf jeden Fall nicht gedacht, dass mir das Schnorcheln so viel Spaß macht und ich mich zwischen all den Fischen im offenen Meer so wohl fühle und keine Angst habe. Das Team des Bootes hat aber auch alles getan, damit wirklich jeder den Ausflug genießt, hat ständig nachgefragt, geholfen, unterstützt und mögliche Ängste abgebaut. Als wir aber nur noch zu dritt im Wasser (der Flo, ein anderer Kerl und ich) und alle anderen schon an Bord waren und ich von weitem die Umrisse eines Haies unter Wasser gesehen habe, wurde mir schon etwas mulmig. Ganz aufgeregt wollte ich dem Flo den Hai zeigen, aber bis ich bei ihm war, war dieser schon weg. Den ersten Hai, den wir gesehen hatten, hatte einer von der Crew in einer Höhle unter uns gesehen. Zwischen den Schnorchelgängen gab es immer gute Verpflegung, leckeren Lunch mit Meeresfrüchten, Hühnchen, verschiedenen Salaten und später Käse mit Crackern, Obstplatten und Kuchen. Zwischendrin sind wir auch mit einem Glasboot gefahren und haben viel über die verschiedenen Fische erfahren. Mit einer deutschen Backpackerin, die schon seit zwei Monaten auf der „Ocean Freedom“ als Crewmitglied arbeitet und noch weitere vier Monate bleibt, habe ich mich auch gut unterhalten.

IMG_8307

DSC00117

DSC00868

DSC00044_Ausschnitt

IMG_8334

Das Schnorcheln hat wirklich geschlaucht, aber es war so toll wie ich es mir erhofft hatte und eines der bisher besten Erlebnisse, die ich hier in Australien gemacht habe. Es ist wirklich traumhaft und ein unvergessliches Erlebnis! Wir hatten sicher auch Glück mit unserem Boot und der Crew, die sehr locker und trotzdem professionell war – das macht bei so einem Ausflug schon viel aus. Also, ein rundum gelungener erster Tag!

Wild Dog Winery und Gumbuya Park

21. September 2014 at 6:11

Posted from Warragul, Victoria, Australia.

Führt man sich auf wie ein wilder Hund, wenn man den Wein getrunken hat? Das fragte ich mich auf dem Weg zur „Wild Dog Winery“. 🙂 Es stellte sich jedoch heraus, dass sich das Weingut in dem Ort Warragul – etwa 100 Kilometer südöstlich von Melbourne – befindet. „Warragul“ bedeutet bei den Aborigines soviel wie „Wilder Hund“. Also alles ganz harmlos. 😉 Der Tagesausflug mit Rachel und Tristan versprach also interessant zu werden. Das Wetter war herrlich und ich genoss es sehr, mal aus der Stadt rauszukommen. Ich bin ja eher ein Stadt- als ein Landmensch, aber je länger ich in einer Millionenstadt lebe, desto mehr freue ich mich auch ab und zu mal raus aufs Land zu fahren. Das Weingut lag wirklich traumhaft, ziemlich ab vom Schuss – man könnte sagen, hier ist der Hund begraben :-), aber sehr idyllisch. Wir waren so früh dran, dass wir die ersten Gäste waren. Wir ließen uns eine Pizza schmecken und sagten auch zu einer kleinen Weinprobe nicht nein.

IMG_5701

IMG_5705

IMG_5707_neu

IMG_5719

Gestärkt fuhren wir anschließend zum Gumbuya Park. Dieser war ursprünglich eine Fasanenfarm, die 1978 in einen Wildpark umgebaut wurde. Es schien, dass seitdem auch nicht viel an dem Park verändert wurde, da er nicht wirklich gut in Schuss war, aber es gab besonders für Kinder viel zu erleben – die verschiedensten Fahrgeschäfte, Spielplätze und Tiere. Was ich richtig toll fand, war, dass man dort Kängurus füttern konnte! Dort gingen wir zuerst hin und das war auch gut so, denn als wir später am Nachmittag nochmal wiederkamen, waren die Tiere schon so überfüttert und kamen kaum noch zu den Menschen. Das war am Vormittag Gott sei Dank noch ganz anders! Die Kängurus sprangen dort auf einem großen Areal umher und man konnte direkt zu ihnen gehen und die Tiere kamen auch oft zu einem gelaufen. Die kleinen Kängurus waren besonders süß und bei einigen konnte man den joey (australisch für das Baby-Känguru) im Beutel sehen! Das hat so viel Spaß gemacht und da hätten wir Stunden verbringen können! Etwas einschüchternd wirkten die großen Kängurus schon, wenn sie auf einen zu springen, aber sie waren alle ganz friedlich.

IMG_5737_neu

IMG_5772

IMG_5774

IMG_5759

IMG_5769_neu

IMG_5815

IMG_5821

Bei unserem Rundgang über die Farm sahen wir noch viele andere Tiere, vor allem die verschiedensten Vogelarten. Ein weiteres Highlight an diesem Tag war ein Foto mit einem Koala! In New South Wales (in dem Bundesstaat, in dem Sydney liegt) und in Victoria (der Bundesstaat, in dem Melbourne liegt) ist es verboten, Koalas für Fotos auf den Arm zu nehmen, aber man darf sich neben sie stellen. Bei den anderen australischen Bundestaaten bin ich mir nicht sicher, aber so viel ich gelesen habe, ist es in Queensland erlaubt. Zuerst klärte uns die Tierpflegerin über die Koalas auf. Koalas sind keine Bären, obwohl sie manchmal dafür gehalten werden, sondern gehören zu den Beuteltieren. Wenn das Jungtier geboren wird, verbringt es die ersten sechs Monate im Beutel seiner Mutter und danach hängt es der Mutter am Rücken oder am Bauch bis es ein Jahr alt ist. Früher waren Koalas in Australien weit verbreitet, dann wurden sie aber wegen ihres Felles gejagt und nun gibt es nur noch schätzungsweise 45.000- 80.000 Koalas an der australischen Ostküste. Sie ernähren sich von den Blättern des Eukalyptusbaums und fressen davon etwa ein Kilogramm pro Tag. Koalas sind nachtaktiv, schlafen etwa 18-22 Stunden pro Tag und wenn sie nicht schlafen, essen sie. Ein Leben, oder?! 😉 Ihr fragt Euch jetzt sicher, warum die Koalas im Gegensatz zu anderen Tieren so viel Schlaf brauchen, oder? Das liegt an ihrer Ernährung. Die Eukalyptusblätter enthalten Gifte und sind sehr faserig, so dass die Koalas viel Energie für deren Verdauung brauchen. Tja, warum ziehen sie denn dann keine Ernährungsumstellung in betracht? 🙂 Vielleicht schlafen sie einfach zu gern. Das kann man ihnen ja nicht verdenken. In freier Natur werden Koalas etwa 10-20 Jahre alt. Übrigens sagt man, dass sich der Name „Koala“ aus einer Aboriginessprache ableitet und so viel wie „nicht trinken“ bedeutet. Denn Kolas brauchen fast nichts trinken, weil sie ihre Flüssigkeit aus den Blättern des Eukalyptusbaums ziehen. So ausführlich wurde uns das aber an dem Tag nicht erklärt, das habe ich nachgelesen. 🙂 Für das Bild hat sich der Koala sogar umgedreht und passend in die Kamera geschaut – pefekt! 🙂

IMG_5797

 

„Sovereign Hill“ – Eine Reise ins 19. Jahrhundert

13. August 2014 at 14:41

Posted from Ballarat, Victoria, Australia.

Im Gegensatz zur europäischen Geschichte ist die von Australien sehr jung. Die Australier legen aber viel Wert darauf, dass die Einheimischen und Touristen etwas über die Anfänge der Besiedelung des Kontinents durch die Europäer erfahren. Während meiner bisherigen Zeit hier habe ich auch schon viel darüber gelesen und in Museen gesehen – besonders beeindruckt hat mich aber unser Ausflug in das Freilichtmuseum „Sovereign Hill“ nach Ballarat. Als die Kinder schulfrei hatten, schlug Kim – die Mutter von Tristans Freunden Thomas und Eric – vor, ins etwa eineinhalb Stunden entfernte „Sovereign Hill“ zu fahren. Dort wird auf einer Fläche von über 25 Hektar das Leben in Ballarat in den ersten zehn Jahren nach den ersten Goldfunden im Jahr 1851 nachgestellt. Mit der Hoffnung, auf Gold zu stoßen, kamen damals viele Abenteurer nach Australien und versuchten – die einen mehr und die anderen weniger erfolgreich – ihr Glück. Das klang sehr interessant und die Kids waren begeistert, zusammen einen Tag zu verbringen.

IMG_5574

Als wir die Goldgräberstadt das erste Mal betraten, fühlte ich mich wie in einem dieser Western-Filme. Gleich wird sicher jemand aus dem Saloon geschmissen oder es gibt ein Duell auf der staubigen Straße. Mit Turnschuhen, Jeans und Pullover kam man sich doch etwas fehl man Platz vor. Es fuhren Pferdekutschen, die Frauen schlenderten mit Hauben auf dem Kopf, weiten Kleidern – denen ein Reifrock die Form gab – und einem aufgespannten Schirm durch die Stadt. Für die Jungs war das ein großes Abenteuer und sie wirkten schon etwas eingeschüchtert, als sie von einem „Polizisten“ in Uniform angesprochen wurden. Die Statisten waren wirklich klasse, sehr freundlich, höflich und passten toll in ihre Rollen. Dem Ballarat des 19. Jahrhunderts fehlte es auch an nichts – so gab es zum Beispiel eine Post, Schule, Apotheke, Feuerwehr, Tageszeitung, Bowlingbahn, einen Schmied, Bestatter, Kerzenhersteller, Süßigkeitenladen und eine natürlich eine Goldmine. In den Läden konnte man Lollis, Kerzen, Marmelade und vieles mehr kaufen oder seinen Namen – oder den von Freunden oder Familienmitgliedern – in Fahndungsplakate drucken lassen. „Gesucht – Wegen bewaffneten Raubüberfalls – Christine Pierk – Belohnung 500 Pfund“ – stand dann zum Beispiel da. 🙂 Was für ein originelles Souvenir! Interessant war es auch, dem Schmied bei der Arbeit zuzusehen oder einen Blick in die Schule zu werfen. Dort wollten sich die Jungs – welch Überraschung an einem schulfreien Tag 😉 – nicht so lange aufhalten.

IMG_5594

IMG_5592

Im Theater haben wir uns eine Tanzdarbietung angeschaut, die immer wieder von Zwischenrufen unterbrochen wurde. Aber natürlich waren nicht Besucher wegen der „freizügigen Zurschaustellung der Weiblichkeit“ aufgebracht – jedes Kind hat heutzutage schon mehr nackte Haut gesehen als die Tänzerin gezeigt hatte, sondern die tugendhaften „Bewohner vom Ballarat des 19. Jahrhunderts“. Das war richtig gut gemacht, im ersten Moment hab ich mich auch erst mal gewundert, warum da Leute dazwischenrufen. Die Jungs haben das aber nicht wirklich verstanden, der Tristan hat mich immer gefragt, warum sich der Mann so aufregt. 😉 Auf dem Weg zum Ausgang des Theaters hat uns eine ganz fromme „Einwohnerin“ noch mit auf den Weg gegeben, dass sie für uns betet, weil wir solch eine sündhafte Darbietung gesehen haben und weiter geschimpft. Man hätte auch eine Tour durch die Goldmine machen können, aber wir entschieden uns dann lieber dafür, bei der Herstellung von Bonbons zuzusehen. Genascht wurde also auch damals schon gerne und einen Vorteil hatten die Damen zu der Zeit ja auch: Unter den weiten Kleidern fiel es nicht auf, wenn man mal zuviel Bonbons gegessen hatte. 😉 Nicht nur die Kinder, sondern auch wir Erwachsenen waren hellauf begeistert, als wir am Ende das fertige Produkt probieren durften.

IMG_5614

IMG_5632

Kim hatte die Idee, sich mit den Zwillingen in alten viktorianischen Kleidern fotografieren zu lassen. Als ich die Bilder sah, die dort aufgenommen wurden, war ich auch sofort dabei. Die Aufnahmen vermittelten wirklich den Eindruck, im 19. Jahrhundert aufgenommen zu sein – echt super! Das wollte ich auch unbedingt machen. Den Tristan konnten wir nicht überzeugen, also zogen wir vier uns in dem Zelt um. Die Kleider kamen über unsere normale Kleidung, hinten wurden sie mit Klettverschluss zugemacht, wir bekamen eine Haube auf den Kopf und einen Schirm in die Hand – schon sahen wir zumindest annähern so aus wie die Frauen im 19. Jahrhundert. Meine Turnschuhe störten das Gesamtbild etwas und da mein Kleid nicht lang genug war, um diese zu verdeckten, musste ich meine Knie für das Foto ein wenig beugen. Das war nicht die angenehmste Pose, aber ich hoffe, man merkt das bei den Fotos nicht. Eric und Thomas sahen aber auch wirklich süß aus mit den Hemden, Westen, Tüchern und den Schildkappen – wie die Kinder aus Oliver Twist. Das Fotoshooting vor einem der Häuser war lustig und der nette Fotograf hatte auch nichts dagegen, dass wir mit unseren Kameras auch noch Bilder machten. Zwei der Statistinnen flanierten in dem Moment auch gerade an uns vorbei und stellten sich dann netterweise für weitere Fotos mit uns zur Verfügung. Es hat sich also echt gelohnt, dafür nochmal extra zu zahlen!

IMG_5638

IMG_5641

IMG_5647

IMG_5648                                                                                            Man beachte meine Schuhe! 🙂

IMG_5654

christine

IMG_5655Am Ende unseres Ausflugs durften sich die Kids auch noch als echte IMG_5658Goldgräber versuchen. Eifrig durchsiebten sie den Sand am Fluss und waren voll in ihrem Element. Mich hat das weniger interessiert, denn ich glaubte nicht wirklich daran, meinen – natürlich in naher Zukunft kommenden – Reichtum in diesem Fluss zu finden. Mehrmals rannten die Jungs zur Kim und zu mir und zeigten uns glänzende Steine, die „ganz bestimmt echtes Gold“ waren. Dass sich diese, wenn sie getrocknet waren, nur als einfache Steinchen herausstellten, war schon nicht mehr wichtig, denn dann waren die Jungs schon wieder am Fluss und gingen „ihrer Arbeit“ nach. So fuhren wir am Ende des Tages alle zufrieden, mit vielen Souvenirs – Poster, Marmeladen, Bonbons, Fotos – und jeder mit einem Lolli im Mund wieder in Richtung Melbourne. Tschüss 19. Jahrhundert!

Der Pinguin-Countdown

22. Mai 2014 at 3:41

Posted from Ventnor, Victoria, Australia.

IMG_4413

„Wir sind noch nicht soweit, aber etwa in 15 Minuten da – sagt Ihr das bitte den Touristen?“ – so in etwa haben wir uns vorgestellt, dass die Pinguine jeden Abend Bescheid geben, wann die Besucher mit ihrem großen Auftritt rechnen können. Denn gleich am Eingang des Infozentrums steht auf einem Bildschirm: „Die Pinguine werden heute um 20:29 Uhr erwartet“. 🙂 Hört sich lustig an, oder? Die in Victoria berühmte Pinguin-Parade lockte auch Sophie, Eva, Michelle und mich für einen Tagesausflug nach Phillip Island – etwa 80km südöstlich von Melbourne gelegen.

IMG_4288

Sophie bekam das Auto ihrer Gastfamilie und so machten wir uns früh am Morgen auf den Weg. Das Wetter war herrlich und wir freuten uns darauf, die kleine Insel, die nach dem ersten Gouverneur Australiens benannt ist, zu erkunden. Die Insel selber ist nur etwa 100 Quadratkilometer groß und man ist innerhalb von 15 Minuten von einem Ende zum anderen gefahren. Aber gerade in den Sommermonaten ziehen die schöne Natur, die traumhaften Strände und die verschiedenen Tierarten über 40.000 Besucher an. Viele Familien aus Melbourne – natürlich nicht die armen – haben dort auch ein Ferienhaus. So gern ich auch in Melbourne bin, es ist immer mal schön, für eine Weile aus der Stadt rauszukommen. Denn die Natur ist ja schließlich das, was Australien ausmacht. Gut gelaunt fuhren wir, besser gesagt Sophie, über die Insel und fanden einen wunderschönen Strand für unser Picknick – Anzacs Beach. IMG_4296 Obwohl es ein Samstag und traumhaftes Wetter war, sahen wir dort kaum Touristen. Nur ein paar einheimische Angler und Surfer. Nun dürft Ihr dreimal raten, wem wir mehr Beachtung geschenkt haben. 😉 Wir hatten alle viele leckere Sachen mitgebracht (Kräuterbaguette, Salat, Obst, Kekse,…) und ließen es uns schmecken. So könnte es jeden Tag sein – am Strand sitzen, picknicken, hübschen Surfern zuschauen und das grandiose Wetter genießen.

IMG_4298_Ausschnitt

IMG_4320

IMG_4300

Da wir uns aber auch noch den Rest der Insel anschauen wollten, IMG_4359mussten wir wohl oder übel aufbrechen. IMG_4360Als nächstes liefen wir durch ein kleines beschauliches ÖrtchenIMG_4353, aßen ein Eis und fuhren dann zur Südwestspitze der Insel. Dort führen Holzstege entlang der Basaltküste und die Gegend sieht wirklich traumhaft aus. Auf dem Weg dorthin ist uns auch ein Wallaby in der freien Natur begegnet. Seehunde, die es dort auch zuhauf geben soll, haben wir nicht gesehen. Also keine lebenden, denn von oben haben wir einen erspäht, der verdächtig lange und in komischer Verrenkung auf den Steinen „geschlafen“ hat… Unter den Holzstegen begrüßten uns aber schon die ersten Pinguine, die in der Mauser waren! Wie putzig die sind!

IMG_4364

IMG_4365

IMG_4381

IMG_4380

IMG_4375

IMG_4374

IMG_4391

IMG_4388

IMG_4396

Am Abend, zwei Stunden vor ihrer erwarteten Ankunftszeit, gingen wir dann zur Pinguin-Parade. IMG_4400Ich hatte noch nie Pinguine in der Natur gesehen (also bis auf die ein paar Stunden zuvor) und freute mich total darauf. Meiner Freude konnte es auch keinen Abbruch tun, dass die Ankunft der Pinguine natürlich kommerziell total ausgeschlachtet wird. Das Besucherzentrum bietet nämlich nicht nur Informationen, sondern es hat auch einen großen Shop mit allem, was das Pinguin-Liebhaber-Herz begehrt. Ich gebe zu, ich habe auch eine Pinguin-Parade-Tasse und zwei Schlüsselanhänger gekauft – kommt ja alles den Pinguinen zugute! 🙂IMG_6412IMG_6409 Außerdem kann man sich zum Beispiel vor einem Blue Screen fotografieren lassen und dann steht man plötzlich auf dem Bild mitten zwischen den Pinguinen am Strand. Kurz etwas zu den Pinguinen: Die Kolonie der kleinsten Pinguine der Welt ist mit etwa 32.000 Exemplaren auf der Insel verteilt (eine der größten Kolonien ihrer Art auf der Welt), allerdings ist nur dieser Strandabschnitt für die Touristen zugänglich, um die anderen zu schützen. Seit 90 Jahren kommen Touristen und Einheimische zu diesem Strand, um zu beobachten, wie die Pinguine nach Sonnenuntergang aus dem Meer auftauchen, den Strand überqueren und zu ihren Nistplätzen in den Sanddünen watscheln. Im Laufe der Zeit sind neun von zehn Kolonien Füchsen, Katzen oder Hunden zum Opfer gefallen und das ist die einzige, die überlebt hat. Jeden Abend kommen bis zu 800 Pinguine, auf deren Ankunft im letzten Jahr 526.000 Besucher gewartet haben. Das Zentrum hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Pinguine zu schützen und im vergangenen Jahr 3,2 Mio Dollar für Forschung, Umwelt- sowie Bildungsprogramme ausgegeben. Gelernt habe ich zum Beispiel, dass Pinguine nicht lange fackeln, wenn es mit dem Partner in Bezug auf den Nachwuchs nicht so gut läuft – sie suchen sich dann einfach einen anderen. Die jährliche „Scheidungsrate“ liegt bei den Kleinen Pinguinen bei stolzen 18-50%!

IMG_4401

Wir saßen also mit hunderten anderen Touristen am Strand und warteten in der Dunkelheit auf die Ankunft der Stars des Abends. Na ja, so wirklich dunkel war es nicht, denn es waren Scheinwerfer auf den Strand gerichtet, so dass die Menschen auf den Tribünen auch etwas sehen können. Pinguin-Parade_1Wenn man da so sitzt, auf den dunklen Ozean schaut und über eine Stunde wartet, dann kann es richtig kalt werden. So waren wir sehr froh, dass wir Decken hatten, denn die Pinguine haben sich ganz schön Zeit gelassen. Dabei haben wir auch rumgewitzelt, dass vielleicht jeden Abend Mitarbeiter des Besucherzentrums mit einem Boot rausfahren und die Pinguine für die Touristen ins Wasser werfen. 🙂 Weil das Licht natürlich nicht bis zum Wasser reicht, musste man sich wirklich konzentrieren, um zu erkennen, ob die Schatten schon Pinguine sind. Als es dann endlich soweit war und die ersten an Land gewatschelt sind, war das wirklich ein Erlebnis! Ganz vorsichtig und in kleinen Gruppen liefen sie immer nur ein paar Meter, schauten sich dann um (ob irgendwo ein Feind lauert, weil sie bis auf ein paar Felsen am Strand ziemlich ungeschützt sind) und gingen schnell in der Gruppe weiter. Sehr süß!!! Pinguin-Parade_2Mal waren es nur drei oder vier, mal um die 20 oder 30 auf einmal. Leider sind sie nicht direkt an uns vorbeigelaufen, aber trotzdem war es faszinierend, ihnen zu zuschauen. Insgesamt sind an dem Abend 749 Pinguine gekommen! Das hätten wir nicht gedacht, es sah gar nicht nach so vielen aus. Als dann die letzten „strandeten“, konnten wir die Pinguine (also die Besucher auf Holzstegen und die Pinguine nebendran auf ihren Wegen) ein Stück zu ihren Nistplätzen begeiten. Das war wirklich ein Bild für die Götter! In kleinen Gruppen liefen sie die beleuchteten Wege oder teils auch querfeldein hoch, direkt neben den Touristen und lassen sich von den vielen Menschen nicht stören. Sooo goldig, sag ich Euch. Da möchte man direkt einen in die Tasche stecken! 🙂 Da war was los! Die vielen Menschen, die neben den Pinguinen hergelaufen sind und die Pinguine, die in den unterschiedlichsten Tönen miteinander kommunizierten (teilweise klang es wie Eselslaute) und sich von den aufgeregten Menschen nicht aus der Ruhe bringen ließen. Leider durfte man nicht fotografieren (das Blitzlicht schadet angeblich den Augen der Tierchen, aber sicherlich wollen sie so auch mehr Postkarten verkaufen :-)), aber das hielt natürlich einige nicht davon ab, es doch zu machen. Da kann man richtig wütend werden, denn wenn es den Kleinen Pinguinen wirklich schadet, ist das ja allerhand – solche Deppen!

Pinguin-Parade_3

Nach etwa einer Stunde war das Spektakel wieder vorbei und wir auch ziemlich durchgefroren. Aber ich fand es war trotz der kommerziellen und vertouristeten Aufmachung ein tolles und unvergessliches Erlebnis! Gegen Mitternacht erreichten wir nach diesem aufregenden Tag wieder Melbourne.

Great Ocean Road Trip Teil 2 – Schiffsunglück, Buschfeuer und Wasserfall

18. März 2014 at 14:33

Posted from Port Campbell, Victoria, Australia.

Der nächste Tag fing sehr stürmisch an, es war windig und kalt. Gut, dass wir die Zwölf Apostel noch am Abend zuvor gesehen hatten. Doch wir trotzten Wind und Wetter und ließen uns den Spaß an unserem Ausflug nicht verderben. Als nächstes stand „Loch Ard Gorge“, das einige Kilometer westlich der „Zwölf Apostel“ liegt, auf dem Programm (oder wie Jenny es nannte: „Loch und Gorg“).

IMG_3754

In dieser Felsschlucht (englisch „Gorge“) ist am 01. Juni 1868 das Schiff „Loch Ard“ an einem Riff zerschellt. Von den 54 Passagieren haben nur zwei überlebt: die 18-jährige irische Immigrantin Eva Carmichael und der Schiffsjunge Tom Pearce. Als er an den Strand gespült wurde, hörte er Eva, die sich im Wasser an ein Schiffsteil klammerte und um Hilfe schrie. Über eine Stunde dauerte es, bis Tom sie gerettet hatte. Am Strand gab er ihr etwas Brandy (KEIN WITZ!), der vom Schiff an Land gespült worden war. Tom holte Hilfe und beide waren gerettet. Jetzt mal ehrlich, klingt das nicht wie ein Film?? Schon allein die Namen kommen mir so bekannt vor. Und dann noch die Geschichte mit dem Brandy! Hollywood hätte eine wahre Freude an Tom gehabt: erst rettet er eine junge (wahrscheinlich hübsche Frau) und – kaum ist sie bei Bewusstsein – füllt er sie ab! 🙂 Das MUSS doch einfach der Anfang einer großen Liebe sein, oder? Und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage. Tja, aber da diese Geschichte (leider) nicht aus der Feder eines Drehbuchautors entsprungen ist, sah die Realität folgendermaßen aus: Tom wurde für die Rettung von Eva mit einer Medaille der „Royal Humane Society of Victoria“ in Melbourne geehrt und bekam von der Regierung von Victoria einen Scheck über 1000 Pfund. Eva blieb noch sechs Wochen in Australien und kehrte danach auf einem Schiff in ihre Heimat zurück (ihre ganze Familie starb scheinbar bei dem Unglück). Davon stand nichts auf der Infotafel an der Schlucht, da hört es mit der Rettung auf. Kein Wunder, wer möchte denn auch dieses Ende wissen?! Für solch ein Ende geht doch kein Mensch ins Kino! Sprang der Funke etwa nicht über zwischen den beiden? Nahm Eva es Tom übel, dass er sie gleich nach der Rettung abfüllen wollte? Mochte sie keinen Brandy? War die Trauer über den Verlust ihrer Familie zu groß, um sich auf eine Liebe in der neuen Heimat einzulassen? Prahlte Tom mit seiner Heldentat und nahm auf die trauernde Eva keine Rücksicht? Wartete etwa ein junger Ire zu Hause auf Eva, von dem sie durch die weite Reise nach Australien getrennt werden sollte? Waren sie sechs Wochen lang ein Paar und zerbrach dann die junge Liebe? Fragen über Fragen…. Ach, Eva und Tom, wie hätte ich Euch doch ein Happy End gegönnt! 🙂 In der Schlucht wurden übrigens Szenen eines Piratenfilms von 1982 und der TV-Serie „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ (1999) gedreht. Ob Die (Liebes-)Geschichte von Eva und Tom jemals verfilmt worden ist, konnte ich bisher nicht herausfinden. Aber das würde sicher ein Kassenschlager werden! 🙂

IMG_3771

Auf der Heimfahrt haben wir immer wieder an ganz vielen schönen Stränden und tollen Aussichtspunkten Halt gemacht. Gott sei Dank hatte sich das Wetter inzwischen auch gebessert. Tja, was soll ich sagen, wenn Engel reisen… 🙂 Wir hatten auf jeden Fall so viel Spaß, wie man sicher an den Bildern sehen kann:

IMG_3822

IMG_3826

IMG_3830

IMG_3828

IMG_3827

An diesem Wochenende war auch „Total Fire Ban“ – es durfte also gar kein Feuer angemacht werden. Wenn man dies doch getan hätte und erwischt worden wäre, hätte man mit einer sehr hohen Geldstrafen rechIMG_3842nen müssen. Was aber auch verständlich ist, denn schon ein kleiner Funke kann bei so einer Trockenheit ein großes Buschfeuer entfachen. Als wir auf der Great Ocean Road unterwegs waren, hörten wir im Radio immer Nachrichten zu den Buschfeuern um Melbourne. Bei einigen Gegenden hörte man folgende Warnung: „Es ist zu spät, das Gebiet zu verlassen. Bleiben Sie im Haus und machen Sie die Fenster zu!“ Wenn man dort wohnt und so eine aufmunternde und positive Nachricht hört, dann ist man doch gleich beruhigt. Vor ein paar Jahren war ein Ort, durch den wir an dem Tag durchgefahren sind (laut Aussage von Gregors Gastvater), vom Feuer eingeschlossen und die Bewohner mussten so lange im Meer warten bis die Feuerwehr die Flammen im Griff hatte! Es muss schlimm sein, wenn alles, was man besitzt, vom Feuer bedroht der gar zerstört wird! Eine Australierin hat mir gesagt, dass es die Buschfeuer schon immer gab und sich die Natur in Australien so immer wieder erneuert. Nur dadurch, dass der Mensch mittlerweile immer näher an die Natur herangezogen ist, sind diese inzwischen für die Australier so bedrohlich und verursachen so viel Chaos.

Ein Känguru haben wir zwar nicht gesehen, aber dafür einige dieser Straßenschilder! 🙂

IMG_3776

Was wir auch auf diesem Roadtrip gelernt haben ist, dass nicht alles, was in den Reiseführern steht, auch wirklich sehenswert ist. So machten wir uns auf die Suche nach einem Wasserfall, liefen ne Weile durch die Pampa und was erwartete uns?! Ein bisschen Wasser lief nen Stein herunter und darunter war eher eine stinkende Brühe als klares Wasser. Das war aber der einzige nicht wirklich schöne Fleck auf der Great Ocean Road, den wir entdeckt haben. Doch was macht man als vorbildlicher Tourist in dieser Situation? Augen zu und weg? Nein, Kamera gezückt und fleißig Bilder gemacht. 🙂

Da gab es scheinbar schon mal den ein oder anderen Zwischenfall, bei denen sich ein Tourist vertan hat… 😉 Gregor blieb aber immer auf der richten Seite! 🙂

IMG_3809

IMG_3886

IMG_3806

IMG_3894

IMG_3893

Am Ende sprangen die ganz mutigen – Jule und Gregor – in das nicht mehr wirklich warme Wasser am Bells Beach und ließen sich von den hohen Wellen nicht abschrecken – RESPEKT!

 

IMG_3861