Mein Treffen mit BOSSHOSS

27. Februar 2014 at 15:07

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

Wie hoch stehen die Chancen, eine deusche Band zur Rush Hour auf einer der belebtesten Straßen Melbournes zufällig zu treffen? In Statistik war ich noch nie gut, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass die Wahrscheinlichkeit ziemlich gering ist. Umso mehr freut es mich, dass ich heute das Glück hatte. Erst werde ich von ESPN gefilmt, heute treffe ich deutsche Sänger, was kommt wohl als nächstes? Ein Ticket für die Oscarverleihung wäre nicht schlecht… 🙂 Aber zurück zum Thema: Da sitze ich also verträumt in der Straßenbahn, um den Tristan vom Hort abzuholen, und wir fahren gerade die Swanston Street (eine der großen Straßen in der Melbourner Innenstadt) entlang. Ich schaue aus dem Fenster, viele Menschen ziehen an mir vorbei, einige Stände und Straßenkünstler sind zu sehen, da steht ein Mann und wird von einer Kamera gefilmt. Ist hier nichts Besonderes, letzt sind wir auch in einen Dreh hineingelaufen. Aber halt, irgendwie kommt mir der Mann bekannt vor… Ich weiß aber nicht recht, wo ich ihn hinstecken soll… Viele Tätowierungen am Arm – tja, das ist in Australien nun wirklich keine Seltenheit. Irgendwie lässt mich das Gefühl aber nicht los, dass das da draußen nicht irgendjemand ist. Nennen wir es journalistischen Spürsinn 😉 – ich witterte eine Geschichte, innerhalb von Sekunden musste ich mich entscheiden, ob ich hier aussteigen wollte, denn kurz nach dem Filmteam hält die Tram. Also, raus! Ich hatte noch ein paar Minuen Zeit bis ich an einer anderen Haltestelle in die zweite Tram zum Hort umsteigen musste.

Nun schaute ich mir die Szenerie noch etwas genauer an. Der Kerl vor der Kamera bewegte seinen Mund – ob Lied oder Text konnte ich aus der Entfernung nicht verstehen, ein Mann mit Hut lehnte an einem Baum daneben, sehr viele Menschen gingen an ihnen vorbei ohne sie zu erkennen und sich an der Kamera zu stören. Jetzt ging mir ein Licht auf, das sind doch die beiden Cowboys, die in der Jury von „The Voice of Germany“ saßen! Tja, nur wenn ich sie ansprechen wollte, musste ich auch wissen, wie sie heißen. Das fiel mir gerade überhaupt nicht ein! Da sieht man mal wieder wozu Smartphones gut sind (wie hätten die Leute das früher gemacht, die hätten sich doch tatsächlich erinnern müssen!)! Ich googelte also „Deutsche Band Cowboys“ und bekam „The BOSSHOSS“! Genau, so hießen die! Dann verglich ich die Bilder, die mir Google ausspuckte, mit den beiden Kerlen, die nicht weit von mir entfernt standen. Eine Ähnlichkeit war schon da… Was hatte ich zu verlieren, also ging ich zu dem Kerl am Baum und fragte ihn „Excuse me, are you BossHoss?“ Die Recherche hatte sich ausgezahlt :-), sie waren es tatsächlich! Ich unterhielt mich kurz mit dem Nichttätowierten (wie auch immer der heißt), sie sind auf Tour in Australien, haben schon in Brisbane und Sydney gespielt und treten morgen bei einem Festival in Melbourne auf. Er war nett und höflich, aber nicht überaus freundlich – aber das ist wohl die cool-gelangweilte-Cowboy-Star-Art. Als der andere (Boss oder Hoss) fertig mit seiner Szene war, machten wir dieses Foto. Das schoss übrigens ein blonder Deutscher, der auch mit den Cowboys abgelichtet werden wollte. In Australien kennt sie ja niemand, da werden sie nur von deutschen Touristen oder Backpackern angesprochen. 🙂

Nach diesem kurzen Plausch verabschiedeten wir uns und ich stieg wieder in die Tram. Das alles passierte innerhalb von 5 Minuten, denn ich hatte ja nicht viel Zeit. Danach war ich aber kurz durch den Wind, man trifft ja nicht alle Tage deutsche Stars auf der Straße! 🙂 Tristan war wenig beeindruckt als ich ihm von meiner Begegnung erzählt und das Bild gezeigt hatte. Was ihn allerdings beschäftigte: Warum hat der Mann so viele Tätowierungen? Tja, das hätte ich ihn mal fragen sollen! Das nächste Mal! 🙂

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Street Art in Melbourne

26. Februar 2014 at 14:02

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

Ich war noch gar nicht in Melbourne und da erfuhr ich auch schon das Wichtigste über die Stadt von meinem Bruder: „Dort gibt es so viele coole Graffitis!“ Und er hatte recht! In Melbourne gibt es 180 kleine, versteckte Gassen – Melbourne´s Laneways, die von den Hauptstraßen aus unscheinbar aussehen, aber dort befinden sich die besten Gallerien, Restaurants, Bars und auch viel Street Art. An vielen Ecken in Melbourne darf man legal sprayen, die Eigentümer der Häuser erhalten die Erlaubnis der Stadt, dass Künstler an ihrem Haus sprühen dürfen (nicht die Sprayer selber, wie ich zuerst dachte) und dann kann kommen, wer möchte. Ab und an werden die Wände scheinbar mit schwarzer Farbe übermalt, um für Neues Platz zu schaffen. Neben ein paar Schmierereien sieht man aber hauptsächlich wirklich tolle Street Art, die Touristen wie Einheimische begeistert. Wenn schon ich als Laie hin und weg von manchen Wänden bin, wie mag es dann erst Leuten wie meinem Bruder gehen, die sich mit dieser Kunstart auskennen und selbst aktiv sind?

Hier mal ein kleiner Einblick verbunden mit einem besonders lieben Gruß aus der Graffiti-Metropole Melbourne an meinen Bruder Consti! 🙂

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Vom Fernsehen entdeckt

23. Februar 2014 at 12:34

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Man könnte fast denken, dass mir jemand ein Zeichen geben, wollte – in dem Sinne: Wenn Du schon nicht in die USA kommen kannst, dann kommen die USA halt einfach zu Dir. Denn als ich an Tristans zweitem Schultag wieder mit der Tram in der Innenstadt angekommen war (nachdem ich ihn zur Schule gebracht hatte), stand doch tatsächlich am Federation Square die Freiheitsstatue! Natürlich nur eine aufblasbare, aber egal. Wie mein Herz doch hüpfte bei dem Anblick! 🙂 Der Grund dafür war, dass der Sportsender ESPN erstmals den Superbowl live am Federation Square im Rahmen eines Public Viewings übertragen hat und es doch tatsächlich ganz viele (überwiegend Männer) gab, die an einem Montagmorgen um 10 Uhr nichts anderes zu tun (oder sich extra dafür freigenommen) hatten, als den Superbowl live zu sehen. Als ich ein Foto der Freiheitsstatue machte, fragte mich eine nette Frau, die bei der Organisation des Events half, ob ich ein Foto mit der Freiheitsstatue wollte – was für eine Frage! 😉 Tja und als ich so davor posierte hatte, kam doch tatsächlich ein Kamerateam von ESPN, filmte mich und fragte, ob ich mich nicht nochmal davor stellen wollte und sie sie es filmen dürfen! Völlig überrumpelt stand ich also da, lachte, zeigte auf die Freiheitsstatue, schaute begeistert in die Kamera und vergaß natürlich völlig zu fragen, wo das überhaupt gesendet wird. 🙂 Wahrscheinlich bin ich jetzt in einem Zusammenschnitt des Superbowls in den USA zu sehen unter der Rubrik „Die ganze Welt schaute den Superbowl“! Die dachten wahrscheinlich, sie hätten eine waschechte Australierin vor der Kamera gehabt. 😉 Also, wenn Ihr mich mal irgendwo auf ESPN seht, sagt mir bitte Bescheid! 🙂

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Der erste Schultag oder „Which one is your child?“

23. Februar 2014 at 8:19

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In den ersten Tagen in Melbourne, in denen es fast durchgehend um die 38 Grad warm war, musste ich mich erstmal in der Innenstadt orientieren, habe mir ungefähr 50.000 Broschüren im Visitor Center mit interessanten Touren, Führungen und Ausflügen geholt und mich mit der Umgebung vertraut gemacht. In etwa 5-10 Minuten bin ich von der Wohnung aus ins Zentrum (CBD – Central Business District) gelaufen, um uns herum sind ein Theater, ein Kulturzentrum und die ABC. 🙂 Außerdem hatte ich in der Zeit auch meine australische Steuernummer bekommen, mit der ich hier für ein Jahr arbeiten darf!

Die Deutsche Schule Melbourne

Am Ende der ersten Woche stand dann der große Tag vor der Tür: Der erste Schultag! Keine Sorge, ich habe nicht vor, in Schuluniform herumzulaufen und in Australien nochmal zur Schule zu gehen. Aber Tristan hatte seinen ersten Tag an der Deutschen Schule in Melbourne! IMG_3314Da er zweisprachig aufgewachsen ist, ist diese Privatschule für ihn perfekt. Momentan antwortet er mir noch hauptsächlich auf Englisch, wenn ich mit ihm Deutsch rede, aber versteht mich und ich bin gespannt, wie sich das ändert, wenn er länger auf diese Schule geht. Die Deutsche Schule Melbourne wurde 2004 gegründet und ist seit 2008 in Betrieb, es werden dort etwa 70 Kinder (die nicht alle einen deutschsprachigen Hintergrund haben) auf Deutsch und Englisch unterrichtet. In der so genannten „Preparatory“-Klasse (in der Tristan nun ist – quasi eine Vorschulklasse) wird etwa 90% des Unterrichts auf Deutsch abgehalten. Danach steigt der Anteil der englischen Sprache immer weiter an. IMG_3313Die Deutsche Schule hat im Gegensatz zu den öffentlichen Schulen in Australien keine Schuluniform. Wenn man in der Tram die Kinder mit ihren einheitlichen Kleidern, Hosen und Hemden sieht, dann sind manche Schülerinnen und Schüler echt nicht zu beneiden. Besonders die Kleider der Mädchen sehen häufig aus wie die Kleidung von Krankenschwestern aus den 1970ern. Die Eltern der Vorschüler hatten die Schultüten ihrer Kinder in einer Abendaktion zusammen gebastelt – zu Hause haben Tristan und ich seine Schultüte noch etwas verziert, seinen Namen und das Einschulungsjahr draufgeklebt. Australische Kinder kennen die Tradition mit der Schultüte gar nicht! Tristan hatte schließlich sogar zwei Schultüten, denn ich hatte noch eine kleine aus Deutschland mitgebracht und mit Star Wars-Radiergummis, einem Star Wars-Spitzer und Angry Birds (sehr angesagt)-Schokotalern gefüllt.

Viele neue Gesichter und Namen

Auch für Eltern und Au Pairs ist so ein erster Schultag aufregend – was zieht man an, an was muss man alles denken, man muss sich alle neuen Namen und Gesichter merken. Tristan war dagegen ganz cool und ist ziemlich lässig in die neue Schule gegangen. Die Schülerinnen und Schüler der höheren Klassen haben für die Neuankömmlinge Liedern gesungen und die Schulleiterin sowie die Klassenlehrerin haben die „Prep“-Kinder und ihre Familien begrüßt. Einige der 19 Kinder von Tristans Klasse haben schon Geschwister in einer höheren Klasse, so dass deren Eltern schon mit der Schule vertraut waren. Anschließend durften die Kinder in ihren ersten Unterricht gehen und die Eltern (und das eine Au Pair :-)) konnten sich bei Kaffee, Tee und Gebäck etwas besser kennen lernen. Natürlich wurde mir immer wieder die Frage gestellt „Which one is your child?“! Vom Alter her hätte es ja auch gepasst. 🙂 Ich bin das einzige Au Pair in der Klasse, alle waren super nett und sehr freundlich. Bei einigen Eltern ist einer Deutscher oder Schweizer, manche waren als Jugendliche oder zum Studieren mal in Deutschland und andere möchten einfach, dass ihr Kind zweisprachig unterrichtet wird. Übrigens gibt es in Tristans Klasse gleich zwei Zwillingspaare! Mit dem Jungenpaar hat er sich schon am ersten Tag angefreundet. Nach etwa zwei Stunden endete der erste „Unterrichtstag“, es wurden die obligatorischen Fotos gemacht und danach trafen sich alle Eltern mit ihren Kindern noch im nahegelegenen Park, um gemeinsam zu spielen (also die Kinder) und zu grillen.

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Den ersten Schultag feierten Tristan und ich anschließend mit einem Sprung in den Pool – wie sich das gehört. 🙂

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Australia Day

23. Februar 2014 at 4:54

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Meine Ankunft in Melbourne hatte ich perfekt gelegt, denn einen Tag später war Australia Day – Nationalfeiertag! An dem Tag feiern die Australier die Ankunft der ersten Flotte von Schiffen aus England in Sydney Cove am 26. Januar 1788. Fällt der 26. Januar auf einen Sonntag, wie in diesem Jahr, dann ist Montag ein Feiertag! Das ist eine tolle Regelung, die wir auch in Deutschland einführen sollte (in den USA ist das genauso)! 🙂 Wir haben uns an diesem Tag mit Freunden von Rachel zum Lawn Bowling getroffen. Lawn Bowling ist in etwa wie Boccia, man muss die eigene Kugel so nah wie möglich an eine Zielkugel rollen. Eigentlich ist das scheinbar auch in Australien eher ein Sport für die ältere Generation (in Sydney hatte ich auch mal einen Lawn Bowling Club gesehen, da haben Senioren ganz in weiß gekleidet gespielt), aber wird zunehmend auch, gerade an solchen Tagen, von Jüngeren gespielt. Wir haben es mit einem Barbecue verbunden, nett beieinander gesessen und ich habe Rachels Freunde kennengelernt. Das Lawn Bowling selber habe ich auch ausprobiert und es war ganz lustig, aber in der Sonne war es auf Dauer viel zu heiß. Also haben wir es uns im Schatten bequem gemacht, den anderen beim Spielen zugeschaut, gegessen, getrunken und gequatscht. 🙂

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Nach dem Lawn Bowling sind wir dann noch ein bisschen am Yarra River entlang gelaufen. Dort stand schon alles im Zeichen der Formel 1, die Mitte März in Melbourne stattfindet: Dort stand ein Formel 1-Auto, man konnte mit einer Flasche Champagner als Sieger auf einem Podest posieren und wir nahmen eine Videobotschaft für den australischen Fahrer auf, in der wir ihm viel Glück wünschten (lasst das nicht Sebastian Vettel wissen! :-)).

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Das Phänomen mit der Zeit

21. Februar 2014 at 7:13

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

Habt Ihr schon gehört, dass die Zeit in Australien schneller vergeht? Das ist ein Phänomen, das nur in Down Under auftritt – die Wissenschaft steht noch immer vor einem Rätsel. Die Aborigines erzählen sich dazu folgende Geschichte: Vor langer Zeit lebte einmal ein großer Krieger, der zusammen mit seinen Brüdern das ganze Dorf gegen Eindringlinge verteidigte. Doch als seine Brüder nach und nach krank wurden und starben, wurde das Dorf immer verwundbarer. Da seine Söhne noch nicht groß und stark genug waren, um sich ihm anzuschließen, bat er die Natur um Hilfe. Er ging auf Wanderschaft, pflanzte an jedem Fluß, an dem er vorbeiging, eine Blume aus seiner Heimat und kehrte schließlich in sein Dorf zurück. Während seiner Abwesenheit wurde das Dorf nicht angegriffen und die Söhne waren innerhalb kürzester Zeit und groß und stark geworden. Seit diesem Tag vergeht die Zeit in Australien schneller.

Ok, Ihr habt es Euch wahrscheinlich schon gedacht, dass es diese Geschichte nicht wirklich gibt. 😉 Aber Spaß beiseite, was ich eigentlich damit sagen möchte: Seit ich in Melbourne bin, rast die Zeit und ich komme nicht mehr zeitnah dazu, den Blog upzudaten, obwohl ich viel erlebe und so viel schreiben könnte und auch möchte. Eigentlich eher: Weil ich so viel erlebe, komme ich nicht mehr viel zum Schreiben. 🙂 Was ja an sich schön ist, aber ich möchte Euch natürlich auch an allem teilhaben lassen! Daher gelobe ich Besserung und setze mich in den nächsten Tagen ran!

Damit Ihr aber seht, dass ich auch sonst noch fleißig bin, hänge ich Euch mal den Link zu einem Interview, das ich mit Marusia Luft über ihren Job als Bordfotografin auf einem Kreuzfahrtschiff gemacht habe, an: http://weltreiseforum.com/blog/als-bordfotografin-im-kreuzfahrtschiff-um-die-welt/. Es hat zwar keinen direkten Australienbezug, aber ist für den ein oder anderen (hoffentlich) trotzdem interessant. Denn während ich hier Australien entdecke, bereise und hier arbeite, schreibe ich freiberuflich für deutsche Onlineportale, Zeitungen und Magazine. Ideen für Geschichten habe ich hier schon genug und es werden von Tag zu Tag mehr! 🙂

Ich freue mich auch weiterhin über Eure Kommentare, Gästebucheinträge, Briefe, Postkarten, Skypeanrufe, What´s app-Nachrichten, Brieftauben, und Rauchzeichen! 🙂

Liebe Grüße aus Melbourne,

Christine