Posted from Sydney, New South Wales, Australia.
Nicht umsonst ist Sydney berühmt für seine Strände. Die Stadt hat wirklich traumhafte Strände, davon konnte ich mich am Samstag selbst überzeugen, denn ich machte den „Eastern Beaches Coastal Walk“. Dabei läuft man direkt an der Küste entlang von Bondi Beach bis Coogee Beach, das sind rund 6km. Die Strecke sieht wie gemalt aus: die Klippen, das türkisfarbene Meer – das aufschäumende Wasser, das sich an den Felsen bricht und die wunderschönen vier Strände, an denen man vorbeikommt. Auf der Strecke war ziemlich viel los, besonders beliebt ist der Weg scheinbar bei Joggern, die bei größter Hitze ihre Körper strandfit halten. Das muss wirklich ein ziemlich effektives Workout sein, denn mir hat es schon gelangt, die Treppen und auch die Steigungen bei der Wärme normal (und mit schwerer Strandtasche) zu laufen. Es war ein einziges Schnaufen, denn die Jogger sahen nicht nur fix und fertig aus, waren knallrot im Gesicht und teils auch am Körper, sondern man hörte sie schon einige Meter hinter sich herankeuchen. Hut ab, ich hätte das nicht durchgehalten! Praktisch ist dafür natürlich, dass es auch hier in regelmäßigen Abständen die Wasserspender gibt, die dafür sorgen, dass nicht alle paar Meter ein entkräfteter Jogger auf dem Weg liegt. Die Strecke ist wirklich toll ausgebaut, teilweise sind auf die Felsen Stege gebaut worden, es gibt ein Geländer zur Meerseite (das ab und an unterbrochen ist, damit man auf sich auf die Felsvorsprünge stellen oder setzen kann) und in regelmäßigen Abständen gibt es eine Fitnessecke – so eine Art Trimm-Dich-Pfad. Außerdem gibt es immer Tafeln, die mit Text und Bild die Geschichte dieses Streckenabschnittes oder Strandes erklären. Also nicht nur schön anzuschauen, sondern auch sehr informativ.

Die Strände selbst sind alle wunderschön, alle unterschiedlich, aber jeder hat etwas Besonderes. Alles sieht sehr gepflegt aus, es gibt überdachte Sitzecken, Volleyballfelder und Kinderspielplätze. So lässt es sich aushalten! Das hatten sich auch viele australische Familien gedacht, die die letzten Sommerferientage (nach dem Australia Day am 26. Januar fängt am 28. Januar wieder die Schule an) am Strand verbracht haben. Übrigens gab es dort auch mehr Leute, die sich mit Sonnenschirmen und diesen halben Zelten vor der Sonne geschützt haben – vielleicht ist das nur am Bondi Beach so, dass man dort ohne in der Sonne brutzelt. Mir kommt es so vor, als ob die Australier mehr Kinder als wir bekommen, da war so ein Gewusel – überall kleine tapsige Kinder, die mit langärmiger Badebekleidung als Schutz vor der Sonne rumgelaufen sind und in den Pools, die fast an jedem Strand sind, geplantscht haben. Meine Vermutung hat sich bestätigt, denn im Gegensatz zu Deutschland (Fertilitätsrate: 1,4) hat Australien eine Gesamtfruchtbarkeitsrate von 1,9! Die Australischen Frauen bekommt also im Durchnitt deutlich mehr Kinder. Ich kann mir schon vorstellen woran das liegt. Sicher ist die Zufriedenheit viel höher bei solch einer Lebensqualität, wie ich sie hier gesehen habe. Sicherlich kommen da aber viele Faktoren zusammen, ich werde der Sache in dem Jahr mal auf dem Grund gehen. 🙂 So zurück zum Thema: Wenn ich nicht gerade Jogger, Touristen oder Familien mit Kindern gesehen habe, dann natürlich Surfer, die auf die perfekte Welle gewartet haben. Außerdem weiß ich jetzt, wo ich gerne in Zukunft eines meiner Ferienhäuser haben möchte! Dort gibt es so viele tolle Häuser, die auf den Felsen gebaut wurden und von denen aus man einen gigantischen Blick haben muss. Ach was mir übrigens die ganze Zeit schwergefallen ist, ist auf den Wegen und den Treppen links zu laufen! Denn nicht nur auf der Straße herrscht Linksverkehr, sondern natürlich auch auf den Gehwegen! Daran hatte ich noch gar nicht gedacht. Man glaubt gar nicht, wie das Rechtslaufen in einem drin ist! Versucht Ihr mal einen Tag lang immer links im Flur, auf Treppen und Wegen zu laufen – dazu muss man sich echt zwingen. Immer wenn ich wieder mal rechts gelaufen bin und mir jeder ausweichen musste, haben die sicher gedacht: „Wieder so ein Europäer (außer den Engländern natürlich)!“
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Auf vielfachen Wunsch der erste Surfer 🙂
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Wenn eine Ecke besonders schön war, dann habe ich mich dort auch länger aufgehalten, habe Fotos gemacht, den Surfern zugeschaut 🙂 und mir auch lange einen Friedhof angeschaut. Ihr habt richtig gelesen – einen Friedhof! Ich dachte auch erst, ich sehe nicht richtig, aber direkt neben dem Weg befindet sich auf den Felsen ein weitläufiger Friedhof – mit Blick auf das Meer : der „Waverley Cemetery“, der seit 1877 besteht. Es sieht irgendwie ganz unwirklich, aber gleichzeitig total interessant aus. Seit der Einrichtung des Friedhfs wurden über 80.000 Beerdigungen in über 50.000 Gräbern durchgeführt und heute gibt es noch über 6.000 Grabstätten. Man findet dort unter anderem Gräber von Menschen, die zum Beispiel 1905, 1913, 1945, 1966, aber auch 2013 gestorben sind. So befinden sich viele Gräber in ganz schlechtem Zustand und sind richtig verfallen und daneben liegt ein neues, gepflegtes Grab. Ich habe auch Grabsteine gesehen, auf denen standen schon die Daten von mehreren Verstorben und gleichzeitig Namen, bei denen nur das Geburtstagsdatum steht und das Todesdatum noch offen gelassen wurde. Das finde ich schon ziemlich makaber, aber scheinbar sorgen diejenigen schon vor.
Am Coogee Strand habe ich mich dann mit der Kerstin und einer Freundin von ihr, die einen Australier geheiratet und mit ihm zwei Kinder hat, getroffen. Dort bin ich auch das erste Ma ins Meer gegangen – puh, war das kalt, aber auch sehr erfrischend, es war ja so heiß! Die Freundin von der Kerstin hat mir auch ein bisschen vom Leben in Australien erzählt, unter anderem habe ich so erfahren, dass es öfter mal passiert, dass jemand durch die Wellen taucht, dabei die Stärke der Wellen unterschätzt und sich dadurch das Genick bricht! Ab und an werden auch mal Haie gesichtet und der Haialarm hört sich an wie eine schrille Sirene. Den ganzen Tag fliegen deswegen auch Hubschrauber über die Strände und halten nach Haien Ausschau. Weil der Weg so schön war, bin ich ihn dann nach zwei Stunden wieder zurückgelaufen. Aber nach den insgesamt 12km war ich echt fix und fertig und froh, als ich wieder in Bondi Beach gewesen bin. Da ich mich zwischendurch immer fleißig mit Sonnencreme eingecremt habe und keinen Spiegel dabei hatte, bin ich ganz erschrocken, als ich zu Hause in den Spiegel geschaut hatte, denn ich war von der Creme ganz weiß im Gesicht! 🙂 So bin ich dann noch einkaufen gewesen… Oh je, diese Touristen immer! 🙂

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