Ankunft in Cairns und Schnorcheln im Great Barrier Reef
Posted from Cairns, Queensland, Australia.
Nach einer schönen Woche in Melbourne machten wir uns zu nächtlicher Stunde auf den Weg zum Flughafen, um unsere Ostküstentour zu starten und nach Cairns in den Bundestaat Queensland zu fliegen. Die Vorfreude wurde dort kurz unterbrochen, denn erst war Angelas Koffer vier Kilo zu schwer und dann mein Handgepäck fünf Kilo. 🙂 Nach einigen Umschichtaktionen (Danke Flo! ;-)) durften wir aber ins Flugzeug ohne etwas zuzuzahlen. Also merkt Euch: Bei Tigerair wird jetzt auch das Handgepäck gewogen! Das war bei unserer Tour ins Outback noch nicht der Fall. Den Flug nach Cairns verschliefen wir und waren nach etwa drei Stunden im tropischen Nordosten Australiens. JUHU! Mit dem Taxi fuhren wir dann zum Jucy-Depot, um unseren Campervan abzuholen. Glück hatten wir, dass unser wahrscheinlich griechischer Taxifahrer wusste, dass die Firma umgezogen ist, denn auf unseren Unterlagen stand noch die alte Adresse (als wir den Mitarbeiter später darauf angesprochen hatten, schien ihn das nicht sonderlich zu kümmern). Er gab uns während der Fahrt auch schon zahlreiche Tipps, was wir in der Umgebung und auf dem Weg nach Sydney sehen sollen. Als super stellte sich gleich sein erster Vorschlag heraus – der Campingplatz in Palm Cove war direkt an einem traumhaften Strand und sehr gut
ausgestattet. Aber nochmal zurück zu unserem Jucy-Campervan. Unser Zuhause für die nächsten zwei Wochen ist ein Nissan in grün und lila, der mit mobiler Toilette, Spüle, Gaskochplatten und Kühlschrank ausgestattet ist. Vorne können wir zu dritt sitzen (einer in der Mitte auf einem ausklappbaren Sitz) und wir schlafen auf zwei Etagen.
Oben schläft der Flo und dort gibt es kein Fenster, es ist recht eng und auch ziemlich heiß. Die Angela und ich schlafen unten auf der umfunktionierten Couch. Vom Liegen ist es in Ordnung, es war nur in den ersten Tagen sehr warm im Van, wenn alle Türen zu waren. Auf so engem Raum mit drei Koffern und jede Menge Zeug von drei Personen zurecht zu kommen, bedeutet, dass wir ständig am Räumen und Hin- und Herschieben sind. Was etwas nervig ist, ist, dass man wenig Stauraum hat und dass der Kühlschrank bei der Fahrt oft aufgeht (besonders bei den Bremshügeln), unsere Lebensmittel durch den Gang fliegen und wir nun immer einen Rucksack davor stellen müssen, um dies zu vermeiden. Außerdem gibt er beim Rückwärtsfahren zwei verschiedene Pieptöne von sich, die aber keinerei Sinn haben und nicht als Einparkhilfe fungieren. Alles in allem sind wir aber mit unserem fahrbaren Untersatz zufrieden und genießen die Flexibilität, die ein Campervan mit sich bringt. Wir können stoppen, wo es uns gefällt und recht spontan entscheiden, wo wir übernachten wollen.
Am ersten Tag haben wir uns erstmal Cairns (oder wie die Einheimischen sagen: „Cäääns“) angeschaut und waren erstaunt, wie wenig Touristen in der Stadt sind.
Es gibt ein paar nette Läden und Straßen, aber die Lage ist wirklich toll. Von tropischen Regenwäldern umgeben sieht Cairns, besonders am Hafen, schön aus. Nicht weit vom Hafen befindet sich ein großer kostenloser Pool,
der fast ans Meer grenzt – die Lagune. Leider hatten wir es nicht geschafft, dort mal schwimmen zu gehen – dafür war die Zeit einfach zu kurz. Auf dem Campingplatz in Palm Cove, etwa eine halbe Stunde von Cairns entfernt, sind wir insgesamt drei Nächte geblieben und hatten zweimal keinen Strom und einmal einen Stellplatz mit Stromanschluss. Da merkt ma erst, wie schön es ist, wenn man Strom hat, sein Handy, seine Kamera, Laptop, etc. laden kann und auch der Kühlschrank funktioniert. Strom nimmt man ja immer als selbstverständlich hin – wir jetzt nicht mehr. 😉 Wie habe ich mich immer gefreut, wenn Strom geflossen ist. Die Toiletten und Duschen waren einigermaßen sauber (jeder sollte nach Benutzung der Dusche selber wischen) und mit einem Code gesichert. Die nötigsten Utensilien fürs Überleben auf dem Campingplatz kauften wir uns bei Woolworths und grillten dann alle drei Tage auf einem der öffentlichen Barbecue-Plätze außerhalb des Campingplatzes. Eim Essen konnten wir das Meeresrauschen hören – herrlich! Jeden Abend bekamen wir dort auch Besuch von ein paar größeren Vögeln (wir wissen nicht, was für welche das waren), die darauf warteten, dass wir unser Essen mit ihnen teilten (was der Flo auch teilweise gemacht hatte).
Am nächsten Tag mussten wir schon früh aufstehen, denn es ging zum GREAT BARRIER REEF!!! Ein unvergesslicher Tag lag vor uns und wir konnten es kaum erwarten. Mit der „Ocean Freedom“ fuhren wir etwa eine Stunde aufs Meer hinaus bis wir eines der über 3000 Einzelriffen erreichten.
Das Boot war sehr modern, die Crew freundlich und hilfsbereit und die Stimmung an Board super. Wie zu erwarten war, waren wir nicht die einzigen Deutschen und wir kamen unter anderem mit Conny aus Dortmund ins Gespräch, die mit ihrer 28-jährgen Tochter eine Rundreise durch Australien macht. Als wir die Korallenriffe das rerste Mal sahen, blieb uns echt fast die Luft weg. Es sah aus wie auf einer Postkarte! Türkisfarbenes Wasser, glasklar und schon vom Boot aus konnte man die Fische sehen. Das Great Barrier Reef erstreckt sich über 350.000 Quadratkilomter und ist damit etwa so groß wie Deutschland und eineinhalb mal so groß wie Großbritannien. Es ist so groß, dass man es sogar aus dem Weltall aus sehen kann. Im „größten von lebenden Organismen geschaffenen Bauwerk der Erde“ gibt es 600 verschiedene Korallen-, über 1500 Fisch- und 4000 Weichtierartenarten. Jedes Jahr kommen 2 Millionen Besucher zum Great Barrier Reef, das unter anderem durch eine bestimmte Seestern-Art bedroht ist, die die Korallen aussaugt. Mittlerweile gibt es von der Regierung bezahlte Taucher, die vier Stunden pro Tag nach diesen Seesternen suchen, sie töten und dafür richtig gut bezahlt werden. Etwa dreiviertel der Leute an Board wollten nicht nur schnorcheln wie wir, sondern auch tauchen. Das Schnorcheln hat aber voll und ganz gelangt, denn man hat so auch alles gesehen und es war einfach traumhaft! Wir haben an zwei verschiedenen Stellen im Riff gehalten und waren dann dort für Stunden. Wir hatten also mehr als genug Zeit, um die Korallenwelt zu erkunden. Der Flo ist in der Karibik schon mal geschnorchelt, aber für die Angela und mich war es das erste Mal. Ich fand es einfach spitze!
Es hat am Anfang etwas gedauert bis ich mich an das Atmen durch den Schnorchel gewöhnt hatte, aber dann hat es gut geklappt. Toll war auch, dass man sich umsonst Taucherbrillen mit Stärke ausleihen konnte – sonst hätte ich mit Kontaktlinsen ins Wasser gemusst oder gar nichts gesehen. Den Fischen hätte man stundenlang zuschauen können! Wir haben im Laufe des Tages kleine Rochen, Haie (keine gefährlichen, für die war das Wasser zu warm – das hatte ich gleich zu Beginn gefragt), einen Barracuda (das war schon etwas komisch, mit dem im Wasser zu sein, denn der war ziemlich groß und hatte so viele scharfe Zähne), Seesterne, Seegurken, Clown- und Papageifische, und, und, und… Der Flo hat auch eine Schildkröte gesehen. Besonders schön fand ich die Papageifische, die sehr bunt sind und in allen Farben leuchten.
Ihren Namen haben sie daher, dasss sie wie Vögel im Wasser zu fliegen scheinen, weil sie nicht mit der Schwanz,-, sondern hauptsächlich mit den Seitenflossen schwimmen. Außerdem haben sie eine Art Schnabel, weil sie Korallenpolypen fressen und den Kalk mit ihren kräftigen Kiefern zerbeißen müssen. Die haben mich wirklich fasziniert. Als wir mit einem der Crewmitglieder im Wasser waren, hat er uns unter anderem Riesenmuscheln gezeigt, die sich schließen, wenn man die Hand drüber gleiten lässt, weil sie sie denken, dass sich ein Feind nähert und das Sonnenlicht für einen kurzen Moment weg ist. Er hat uns auch eine der wenigen Korallenarten gezeigt, die man anfassen kann. Die meisten Korallen stechen die Menschen bei Berührung und es schmerzt bis zu zwei Wochen oder die Korallen sterben. Wir wurden deshalb angewiesen, nichts zu berühren – weder Korallen noch Fische. Als er die Koralle aus dem Wasser gehalten hat, hat diese auch ein Sekret abgesondert, eine Art Schleim, die als UV-Schutz dient und es der Koralle ermöglicht, einige Stunde in der Sonne zu überleben. Scheinbar kann man dies mit Lichtschutzfaktor 100 vergleichen und die Wissenschaft versucht herauszufinden, wie sie diesen hohen Lichtschutzfaktor auch für den Menschen herstellen können. Das wäre der richtige Lichtschutzfaktor für mich. Denn durch die starke Sonne – es waren über 30 Grad und das Waser war um die 28 Grad warm – und das reflektierende Wasser, in dem ich Stunden geschnorchelt bin, habe ich trotz wiederholtem Eincremen mit Lichtschutzfaktor 50 einen sehr starken Sonnenbrand auf den Schultern, dem Rücken und der Rückeite meiner Beine bekommen. Aber zurück zum Meer.
Das Crewmitglied hat uns auch eine Seegurke gezeigt und mir in die Hand gedrückt. Ich hätte auf jeden Fall nicht gedacht, dass mir das Schnorcheln so viel Spaß macht und ich mich zwischen all den Fischen im offenen Meer so wohl fühle und keine Angst habe. Das Team des Bootes hat aber auch alles getan, damit wirklich jeder den Ausflug genießt, hat ständig nachgefragt, geholfen, unterstützt und mögliche Ängste abgebaut. Als wir aber nur noch zu dritt im Wasser (der Flo, ein anderer Kerl und ich) und alle anderen schon an Bord waren und ich von weitem die Umrisse eines Haies unter Wasser gesehen habe, wurde mir schon etwas mulmig. Ganz aufgeregt wollte ich dem Flo den Hai zeigen, aber bis ich bei ihm war, war dieser schon weg. Den ersten Hai, den wir gesehen hatten, hatte einer von der Crew in einer Höhle unter uns gesehen. Zwischen den Schnorchelgängen gab es immer gute Verpflegung, leckeren Lunch mit Meeresfrüchten, Hühnchen, verschiedenen Salaten und später Käse mit Crackern, Obstplatten und Kuchen. Zwischendrin sind wir auch mit einem Glasboot gefahren und haben viel über die verschiedenen Fische erfahren. Mit einer deutschen Backpackerin, die schon seit zwei Monaten auf der „Ocean Freedom“ als Crewmitglied arbeitet und noch weitere vier Monate bleibt, habe ich mich auch gut unterhalten.
Das Schnorcheln hat wirklich geschlaucht, aber es war so toll wie ich es mir erhofft hatte und eines der bisher besten Erlebnisse, die ich hier in Australien gemacht habe. Es ist wirklich traumhaft und ein unvergessliches Erlebnis! Wir hatten sicher auch Glück mit unserem Boot und der Crew, die sehr locker und trotzdem professionell war – das macht bei so einem Ausflug schon viel aus. Also, ein rundum gelungener erster Tag!









Das klingt absolut fantastisch! Das Great Barrier Reef ist einfach traumhaft. Weiterhin viel Spaß bei eurer Tour und halte uns auf dem Laufendem!!! 🙂