Outbacktour Tag 2: Der Uluru oder Wer schläft nicht gern bei -3 Grad draußen?

15. Mai 2015 at 16:22

Posted from Uluṟu, Northern Territory, Australia.

Es war so kalt am Morgen

Es war so kalt am Morgen

Der frühe Emu fängt den Wurm – oder so ähnlich. 😉 Die Nacht IMG_7342im Hostel war kurz. Um 6 Uhr holte unser Tourguide James uns und noch etwa 15 andere Backpacker – die aus verschiedenen Ecken der Welt (USA, Deutschland, Südkorea, Kanada, Neuseeland, etc.) stammten – ab. Es ging 450 km durchs Outback bis zum Uluru! Obwohl wir alle noch müde waren und während der Fahrt ab und an noch ein Nickerchen machten, erzählte uns der gut gelaunte James mit seiner lockeren Art einige Fakten über das Northern Territory, Alice Springs, das Outback und den Uluru. Geweckt wurden wir von ihm immer übers Mikrofon mit einem fröhlichen „Waki Waki!“ (von „Wake up“ – „Aufwachen!“). Er bläute uns gleich zu Anfang ein, dass wir keine „bloody tourists“, sondern „Abenteurer und Entdecker“ seien. Na, das hört sich doch gut an – ganz unser Selbstverständnis. 😉 Stundenlang fährt manIMG_7349 mitten durch teils karges Land und es kommt einem nur ab und an ein anderes Auto entgegen. Die Fahrer grüßen sich dann, so James, weniger aus Höflichkeit, sondern eher um Sicherzustellen, dass der Gegenüber nicht am Steuer eingeschlafen ist. Auf dem Weg von Alice Springs zum Uluru kommt man an acht großen Rinderfarmen vorbei, bei einer hat James mal gearbeitet. Seiner Aussage nach sei die größte Rinderfarm der Welt 8,8 Mio Morgen groß und damit größer als Belgien gewesen. Eigentlich ist James LKW-Fahrer, der für mehrere Monate im Jahr als Tourguide arbeitet. Er war ein cooler Typ, der keinen Wert auf Äußerlichkeiten legte und wie ein Überlebenskünstler wirkte. Würde man ihn auf einer einsamen Insel aussetzen, würde er sich bestimmt von Insekten ernähren, nach Wasser graben und ein Baumhaus bauen. 😉

Kamelritt und Feuerholz

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Video von der Fahrt: https://www.youtube.com/watch?v=PeUK-DOyY80&feature=em-upload_owner

Den ersten Stopp machten wir bei einer Kängurufarm – äh, Kamelfarm meine ich. 🙂 Ein paar von uns machten einen kurzen Ritt auf einem Kamel mit – Sophie und ich waren natürlich dabei! Zwar war die Strecke echt kurz, aber es war schon ziemlich lustig. In Tunesien saß ich ja schon mal auf einem Kamel und habe es sogar mit dem Mund (für ein Foto) gefüttert, aber das Kamel durfte bei meinen tierischen Abenteuern auch in Australien nicht fehlen.

Mount Connor

Mount Connor

IMG_7350Dort erfuhren wir, dass die ersten Kamele 1840 von den Kanarischen Inseln eingeführt wurden und später tausende aus Indien und Pakistan folgten. Als die Autos in den 1920er Jahren auch ins Outback kamen, ließ man die Kamele frei und sie bildeten wilde Herden. Beim Mount Ebenezer Roadhouse hielt unser Trupp als nächstes an, bevor wir am bekannten Mount Connor vorbeifuhren. Das ist ein großer Tafelberg, den man im ersten Moment für den Uluru  hält. Früher durfte man den Berg, der in dem Gebiet einer Rinderfarm liegt, besteigen. Dies ist jedoch verboten, seit sich dort einige Backpacker daneben benommen haben. Die Landschaft, durch die wir fuhren, war teilweise ziemlich karg. Zwischendurch mussten wir auch halten, um Feuerholz zu IMG_7407sammeln. Feuerholz? Ohje, spätestens da wurde Sophie und mir so IMG_7345langsam klar, dass es tatsächlich eine Abenteuertour war. Wenn man Frauen zum Feuerholzsammeln motivieren möchte, sollte man ihnen nicht folgendes sagen: „Passt mit dem Holz auf. Wenn man davon einen Spreisel bekommt, dann entzündet er sich binnen kurzer Zeit und es kann lebensgefährlich werden, wenn man nicht sofort behandelt wird.“ Ok, das war´s dann wohl mit dem Holzsammeln. 😉 Es hat ja eh keinen Sinn, wenn alle da rumlaufen. Ein paar Leute sollten doch auch den Bus bewachen, oder? Es gab Gott sei Dank genug Freiwillige und so blieben wir erst mal auf unseren Sitzen. Ganz davor drücken wollten wir uns aber doch nicht und so sammelten wir am nächsten Tag fleißig mit – natürlich passten wir höllisch auf, dass wir uns keinen Spreisel holen.

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Ihren Wunsch respektieren

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Endlich waren wir dann am Uluru angekommen! Ehrlich gesagt war ich von der Form etwas überrascht. Ich dachte, dass die Oberfläche glatt ist und hätte nicht erwartet, dass er so viele Löcher, Höhlen und Spalten hat – von weitem sieht man das gar IMG_7414nicht. Doch zuerst ging es für uns noch ins „Cultural Centre“ und dort wurden wir im „Anangu-Land“  (so heißt der Stamm der Aborigines, der schon seit über 10.000 Jahren in dem Gebiet lebt) willkommen geheißen. Im Jahre 1985 wurde den Aborigines ihr heiliger Berg, der Uluru, wieder zurückgegeben und sie verpachteten den IMG_7416Nationalpark dann für 99 Jahre an die Regierung. Jährlich besuchen über eine halbe Millionen Touristen den Uluru-Kata Tjuta National Park, der aufgrund der Schönheit der Natur und der kulturellen Bedeutung zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Im Besucherzentrum lernten wir viel über die Kultur der Einheimischen und es wurde uns nahe gelegt, den Berg nicht zu besteigen. Darauf hatte uns auch James schon hingewiesen. Schon vor unserer Tour hatte ich mehrfach gelesen, dass die Aborigines darum bitten, den Uluru nicht zu besteigen, weil er für sie heilig (er steht in enger Verbindung mit der Traumzeit) und dies gegen ihre Kultur ist. Außerdem lösen die Besucher Erosionen aus, hinterlassen IMG_7417Dreck und Müll, der durch Regen in die Ritzen und Höhlen gespült wird. Zudem sind bereits 35 Menschen bei der Besteigung gestorben. Wenn IMG_7429jemand auf ihrem Gebiet stirbt, müssen die Aborigines um ihn trauern – so verlangt es ihre Kultur. Ich war schon vor unserer Abreise der Meinung, dass man den Wunsch der Aborigines respektieren sollte. Daran halten sich aber leider immer noch nicht alle Touristen. Auch als wir da waren, sahen wir einige den ziemlichen steilen Weg hochlaufen. James erklärte uns, dass früher 84% der Besucher raufstiegen, heute aber nur noch 22%. Wenn sich der Prozentsatz weiter verringert, könnte die Regierung die Besteigung in ein paar Jahren ganz untersagen. Was in den Menschen vorgeht, die trotz der Bitte der Einheimischen auf den Berg kraxeln? Ich hätte da ein ganz schlechtes Gefühl und könnte den Ausblick dann gar nicht genießen. Ich denke auch, dass der Blick auf den Berg sowieso viel beeindruckender ist als vom Berg runter. Tommi und David wollten eigentlich auch hochklettern, aber durch James´eindringlichen Appell haben sie sich doch dagegen entschieden. Überzeugt waren sie zwar nicht wirklich, aber sie sagten, dass sie sich gegenüber James komisch fühlen würden, wenn sie es doch täten.

Den Bauch am Fels reiben

Kurz noch ein paar Zahlen zum Uluru: Der Berg ist 3 km lang, 2km breit und 348m hoch. Schätzungsweise ist er 550 Mio Jahre alt und wurde aus einer weniger widerstandsfähigen Umgebung herauserodiert. Der Sandsteinblock setzt sich auch noch einige tausend Meter unter der Erde fort. Doch woher hat er seine Farbe? Denn das Gestein ist in unverwittertem Zustand ursprünglich grau. Durch die Verwitterung rosten die Eisenanteile rot bis braun, so dass der Uluṟu seine typische Farbe erhält. Den Namen Ayers Rock bekam der Berg übrigens vom englisch-australischen Forscher William Gosse, der den Fels 1873 entdeckte und ihn nach Henry Ayers, dem damaligen Premierminister Australiens, benannte.

Unser Guide James

Unser Guide James

Zusammen mit James liefen wir ein Stück um den Berg herum und er wies uns auf Höhlen hin, an denen wir sonst vorbeigelaufen wären. In einer Höhle, der „Lehrhöhle“, zeigten Wandmalereien wie die Älteren den Jüngeren beibrachten, wie sie durch das Land reisen, leben und überleben. Es gibt eine Höhle, in der gekocht wurde. Eine Höhle nur für Männer und ein Bereich, der nur für die Frauen reserviert war. Wenn die Frauen dort ihre Bäuche an dem Fels reiben, soll dies fruchtbar machen. Interessant ist, dass man einige Bereiche des Berges gar nicht IMG_7428fotografieren darf. Der Hintergrund dessen ist, dass Männer und Frauen bestimmte Bereiche des Felses, die dem jeweils anderen Geschlecht vorbehalten sind, nicht anschauen dürfen. Würden Touristen und Fotografen diese nun ablichten, könnten Bilder in Reiseführer, Bücher und ins Internet gelangen, so dass die Aborigines diese Bereiche dann doch sehen – was gegen die Regeln ihrer Kultur wäre. Wir haben uns an das Fotografierverbot gehalten. Wenn dies jeder tun würde, dürfte es eigentlich nur Fotos von einem Teil des Berges geben – was ich angesichts der Rücksichtslosigkeit mancher Leute aber bezweifle. Den Uluru zu umrunden, dauerte schon eine Weile und die Sonne brannte ganz schön herunter. Gut, dass wir uns den Winter für unser Abenteuer ausgesucht hatten, denn so waren es nur 20 Grad und nicht wie im Hochsommer über 40. Außerdem plagten uns keine Fliegenschwärme, die zusätzlich zur Hitze sehr nervig sein müssen. Die Zeit war für die Outbacktour perfekt. Wanderungen bei 40 Grad kann ich mir wirklich nicht vorstellen, zudem es dort auch so gut wie keinen Schatten gibt.

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Video vom Uluru: https://www.youtube.com/watch?v=MC2mntuCf-g&feature=em-upload_owner

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Bei Minus 3 Grad schläft es sich ganz kuschlig draußen 😉

Anschließend fuhren wir mit unserem Bus zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man den Sonnenuntergang beim Uluru gut sehen konnte. Natürlich waren wir nicht die ersten und einzigen mit dieser Idee – hunderte anderer Touristen waren schon IMG_7475dort und genau wie wir tranken die meisten Sekt. Wenn die Sonne langsam untergeht und der Uluru wie angestrahlt aussieht, ist das schon sehr beeindruckend. Wir machten viele Fotos und hatten trotz des Trubels viel Spaß. Zurück in unserem Camp kochte uns James unser Abendessen und wir saßen noch eine Weile am Lagerfeuer. So gegen 21 Uhr waren alle fix und fertig von dem aufregenden Tag und legten sich in ihre Swags rund um das Feuer. Tommi und ich saßen noch ein bisschen länger, tranken etwas und quatschten. Als wir uns dann IMG_7484im „Bad“ fertig gemacht hatten und in unsere Swags schlüpften, waren wir die letzten. James legte uns nahe, in den Swags zu bleiben, wenn sie einmal ausgerollt waren, weil sonst allerlei Tierchen reinkrabbeln konnten, während man auf der Toilette war. Man kann sich die Swags wie einen größeren und dickeren Schlafsack vorstellen, den man mit einem Klettverschluss über dem Kopf schließt. Ich hatte mal gehört, dass man so ein Guckloch im Kopfbereich hat, so dass man auch bei geschlossenem Swag die Sterne beobachten kann. Gibt es sicherlich, aber unsere waren scheinbar eine ältere und billigere Version davon. Wenn man den Swag vollständig schloss, lag man wie eine Raupe vor der Entpuppung dort oder wie in einem Leichensack. So angenehm es am Tag war, so kalt war es in der Nacht. Wir schliefen doch tatsächlich bei etwa -3 Grad im Freien! Das hätte IMG_7411ich nie gedacht, dass ich so etwas mal freiwillig mache! Dick eingepackt mit Leggings, Jogginghose, dicken Socken, Schuhen, T-Shirt, Pullover und Jacke lag ich im Schlafsack und mit dem wiederum im Swag. An duschen vorher war gar nicht zu denken, denn mit nassen Haaren wollten wir uns da sicherlich nicht reinlegen und einen Fön IMG_7410hatten wir natürlich auch nicht dabei. Es war wirklich eisig! Selbst mit dieser Polarkluft fror ich schrecklich und zitterte richtig. Blöd war auch, dass ich im Dunkeln meine Brillenhülle nicht fand. Meine Brille wollte ich nicht einfach neben mich legen, weil sonst am Morgen jemand hätte drauftreten können. Was macht man also? Ich hielt die Brille die ganze Nacht in der Hand. Super entspannt natürlich. Hinzu kam noch, dass ich dann auf die Toilette musste. Na klasse! Jeder geht doch gerne mitten in der Nacht im Dunkeln alleine quer über das Camp zur Toilette ohne zu wissen, was in der Zeit in den Swag gekrabbelt ist. 😉 Das war also keine Option für mich. Aushalten war die Devise. Dummerweise hatte ich auch nicht daran gedacht, mein Handy mit in den Swag zu nehmen, so dass ich gar nicht wusste, wie spät es eigentlich war. So Foto 1-3lag ich dann mit Brille in der Hand zitternd in dem Leichensack und bekam Platzangst, wenn ich den Klettverschluss über meinem Kopf zumachte. Öffnete ich ihn allerdings ein wenig, um etwas Luft zu bekommen und die Sterne zu sehen – im Outback ist der Sternenhimmel wirklich atemberaubend (dafür hatte ich zu dem Zeitpunkt aber keinen Blick, denn ich hatte andere Sorgen), kam eine eiskalte Luft herein. Also ließ ich nur einen kleinen Spalt offen und hoffte, dass die Nacht so bald wie möglich rum geht. Die Jungs und auch einige andere Teilnehmer hatten diese Probleme scheinbar nicht, denn es schnarchte von allen Seiten. Die Nacht zog sich ewig hin und hätte ich zu dem Zeitpunkt schon gewusst, dass die Sophie auch vor lauter Kälte nicht schlafen konnte, wäre ich mir nicht so allein mit meiner Situation vorgekommen. Das erfuhr ich aber erst am nächsten Morgen. Vor lauter Erschöpfung bin ich scheinbar ein paar Mal eingeschlafen. So lag ich also mit dem dringenden Bedürfnis aufs Klo zu gehen stundenlang frierend mit der Brille in der Hand in diesem Kokon und wusste nicht, wie ich mich noch drehen sollte. 🙂 Wunderbar! Das einzig gute an dieser Nacht war, dass es so kalt war, dass sich scheinbar keine Spinne, keine Käfer, keine Schlangne oder sonst ein Viech heraustraute und wir davon verschont geblieben sind. Ihr könnt Euch sicher vorstellen, wie ich mich freute, als uns James um 5 Uhr früh weckte! Die Horrornacht war vorbei! Endlich! Kaum war unsere erste Outbacknacht rum, graut es der Sophie und mir schon vor der zweiten. 😉 Doch erst einmal stand uns ein zweiter aufregender Tag bevor.

Video – Blick auf den Urluru vom Aussichtspunkt aus: https://www.youtube.com/watch?v=epBcK42Bw6E&feature=em-upload_owner

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Outbacktour Tag 1: Alice war nie in Alice Springs

12. Mai 2015 at 18:31

Posted from Alice Springs, Northern Territory, Australia.

Foto 2-22Wer hätte gedacht, dass ich in Australien die bisher kälteste Nacht meines Lebens verbringen werde? Ich sicher nicht. 😉 Mehr dazu aber später. Australien verband ich immer mit drei Sachen: dem Opernhaus in Sydney, dem Great Barrier Reef und dem Ayers Rock. Obwohl ich das Jahr Down Under (entgegen meinem eigentlichen Hang zur Planung) so weit wie möglich auf mich zukommen lassen und vieles vor Ort spontan enscheiden wollte, war für mich von Anfang an klar, dass ich diese drei Punkte auf jeden Fall sehen möchte. Das Opernhaus war eines meiner ersten Anlaufpunkte in meinen ersten zehn Tagen in Sydney, das Schnorcheln am Great Barrier Reef sollte später bei unserer Ostküstentour folgen und im Juli stand eine Tour ins Outback an. Zusammen mit der Sophie plante ich diesen Trip, nach dem sie weiter die Ostküste bereiste und danach nach Deutschland zurückflog. Sie überredete mich, eine Tour zu buchen, bei der man in Swags im Freien schläft. So viel dazu, dass ich in Australien Sachen gemacht hab, die ich vorher nie für möglich gehalten habe. 😉 Ich war ja nie der große Camper, bisher habe ich einmal als Kind in einem Zelt übernachtet und während der Abifahrt auf dem Sportplatz eines Jugendzentrums in Rom draußen geschlafen. Das war´s und ich hätte nicht gedacht, dass ich mal mitten im Outback ohne Zelt im Freien schlafe – in einem Land, in dem es die giftigsten Schlangen, Spinnen und allerlei anderes Getier gibt. 🙂 Tja, dieses Erlebnis macht man nur einmal im Leben und ich bin froh, dass wir diese Tour gebucht hatten – unsere Erlebnisse im australischen Outback werde ich sicher nie vergessen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich wahrscheinlich genauso viel über „Swags“ wie Ihr – wahrscheinlich gar nichts. Ich hatte den Namen das erste Mal in Australien gehört und ließ mir sagen, dass es eine Art festerer Ganzkörper-Schlafsack ist, der eine Art Guckloch am Kopfende hat. Was mich bei der Tour allerdings beruhigte, war die Tatsache, dass es Toiletten und Duschen gab – denn bei manchen Outbacktouren hat man tagelang nicht die Möglichkeit, sich richtig zu waschen. Urgggg…. Abenteuerlustig wie wir waren buchten wir also die dreitätige (mit An- und Abreise fünftägige) „Emu Run Tour“ für Anfang Juli.

Auf ins Northern Territory

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David und Tommi waren schon um 6 Uhr morgens fit 😉

Nach dem WM-Spiel Deutschland gegen Frankreich, das ich während des Packens nachts im Internet mitverfolgt habe, machte ich mich auf dem Weg zum Bahnhof Southern Cross und traf mich dort um 6 Uhr morgens mit den beiden Jungs. Per Shuttlebus fuhren wir zum Flughafen und wollten uns dort mit der Sophie treffen. Um 8.45 Uhr sollte unser Flugzeug abheben und der Schalter der Fluglinie „Tigerair“ schloss eine Dreiviertelstunde vorher. Leider war ihr Gastvater nicht gerade der zuverlässigste, so dass sie völlig abgehetzt und fertig um 8 Uhr in die Schalterhalle rannte. Das war wirklich allerletzte Eisenbahn, denn der online-Check-in nahm schon niemanden mehr an. Gott sei Dank waren die am Schalter nett und ließen die Sophie noch mit. Puh, das war knapp und ganz schön nervenaufreibend am frühen Morgen. Aber es hat ja schließlich alles noch geklappt. Erleichtert saßen wir vier im Flugzeug und es ging ins Northern Territory!

Wohin mit der Telegrafenleitung?

IMG_7257Als wir rund drei Stunden später in dem Örtchen Alice Springs landeten, freuten wir uns auf das große Abenteuer! Von der Großstadt ging es ins „wahre“ Australien – mitten ins Nirgendwo. 🙂 Über Alice Springs hatte ich schon einiges gehört, nie war viel Gutes dabei. Die Stadt ist Ausgangspunkt der meisten Outbacktouren, besonders zum Ayers Rock oder wie er in Australien heißt zum „Uluru“. In Alice Springs ist nicht viel Sehenswertes, die Stadt weist eine hohe Kriminalitätsrate und einen hohen Anteil an Aborigines auf. In Work-und-Travel-Foren habe ich öfter mal gelesen, dass Backpacker in Alice Springs überfallen worden sind. Doch wie ist dieses Städtchen mitten in der Pampa überhaupt entstanden? Im Jahre 1871 wurden zwei Landvermesser damit beauftragt, eine geeignete Route für eine Telegrafenleitung zwischen Darwin und Adelaide zu finden. Sie entschieden sich für einen Felseinschnitt durch eine Gebirgskette einige Kilometer südlich des heutigen Alice Springs, weil dort eine Quelle entdeckt worden ist. Diese nannten sie „Alice Springs“ zu Ehren der Frau des damaligen Verwaltungsdirektors der Telegrafengesellschaft Charles Todd. IMG_7266Ein Jahr später war die Telegrafenleitung zwischen Adelaide und Darwin vollendet und somit via Indonesien und Indien auch die Verbindung mit London hergestellt. Da Morsezeichen nur rund 300km weit gesendet werden konnten, war Alice Springs als Telegrafenstation äußerst wichtig. Ach übrigens ist die echte Alice, die Namensgeberin der Stadt, nie in Australien gewesen. Es war so abgelegen, dass die 100 Einwohner bis in die 1930er Jahren nur mit Karamelkarawanen (die Kamele kamen aus Afghanistan – es gibt heute etwa 1 Mio Kamele in Australien, das war mir vorher auch nicht bewusst) versorgt werden. Erst als 1929 die Eisenbahnlinie die Stadt erreichte und der Stuart Highway zwischen Alice Springs und Darwin im Zuge des Zweiten Weltkriegs fertig gestellt wurde, entwickelte sich die Stadt zu einem Umschlagplatz der inneraustralischen Rinderindustrie. Als dann die Touristen das Städtchen entdeckten, verzwanzigfachte sich die Bevölkerung zu Beginn der 1970er Jahre. Heute hat Alice Springs über 28.000 Einwohner, wovon laut Zensus 19% Ureinwohner Australiens sind. Übrigens sind 28% der Bevölkerung des Northern Territorys Aborigines.

„White men come here“

IMG_7277Wenn man allerdings durch die Stadt läuft, hat man eher den IMG_7258Eindruck, als ob sie 80% der Bevölkerung stellen. Lebt man in Großstadtädten wie Sydney oder Melbourne, sieht man vielleicht mal ein oder zwei Ureinwohner. Alice Springs war deshalb für mich wie eine andere Welt. Nachdem wir mit einem Shuttlebus zu unserem Hostel gebracht worden sind und dort eincheckten, sahen wir uns zusammen mit ein paar anderen Backpackern das Städtchen mal näher an. Dabei begegneten wir kaum anderen Touristen, das war schon verwunderlich, da die meisten Outbacktouren von hier starten. Dafür saßen an jeder Ecke Aborigines, die etwas verkauften oder sich unterhielten und man sah wirklich nur vereinzelt Weiße. Man kommt sich schon komisch vor und fühlt sich etwas unwohl, wenn man deutlich erkennbar als Tourist mit Kamera durch einen Ort läuft und man so viele Menschen sieht, die offensichtlich arm sind. Die Ureinwohner saßen in Gruppen zusammen, standen an der Straße oder vor dem Supermarkt. Manche riefen uns auch etwas hinterher, wie zum Beispiel eine Frau, die David und Tommi dazu aufforderte, zu ihr zu kommen: „White men come here.“ Es war irgendwie unangenehm, weil man weiß, dass die Aborigines jahrzehntelang von der Regierung ausgegrenzt, benachteiligt sowie schlecht behandelt worden sind und ihnen Kinder und Land weggenommen wurden. Zwar hat sich in Australien im Laufe der letzten Jahrzehnte diesbezüglich einiges getan, aber viele Ureinwohner leben immer noch am Rande der 10449491_10152130338118414_606263121469413416_nGesellschaft, haben Schwierigkeiten bei der Jobssuche, sind arbeitslos und einige auch Alkoholiker. Bei vielen Menschen, die wir hier sahen, traf das zu. Vor dem Supermarkt „Coles“ sprach uns auch eine Frau an, die uns bat, für sie im „Bottle Shop“ eine Flasche Wein („White Tail“) zu kaufen, weil es ihr nicht mehr erlaubt sei, den Laden zu betreten. Tommi zögerte nicht lange, nahm ihr Geld und brachte ihr einen Wein mit – hätte die Polizistin, die in der Nähe des Eingangs postiert war, das gesehen, wäre sie sicherlich nicht erfreut gewesen. Ob das eine gute Idee war und ob wir uns lieber hätten weigern sollen, die Alkoholsucht der Frau zu unterstützen – darüber lässt sich sicher streiten. Mir hat die Frau auf jeden 10559915_10152130338213414_5496475348288705045_nFall leid getan, wie sie Fremde darum bitten musste, ihr eine Flasche Wein zu kaufen. Natürlich weiß man nicht, warum sie Ladenverbot hatte oder ob das überhaupt stimmte. Unser Tourguide James, den wir am nächsten Tag kennen lernen sollten, erzählte uns, dass selbst er (der mit Bar, Tätowierung und breiter Statur nicht gerade wie ein einfaches Opfer aussah) sich abends in Alice Springs nur mit Taxi fortbewegt und keinem von uns empfehlen würde, alleine durch die Gegend zu laufen. Wenn ich mich recht erinnere, sagte er, dass auf die rund 28.000 Einwohner um die 6.000 Polizisten kommen, was die hohe Kriminalitätsrate widerspiegelt. Ich habe etwas im Internet recherchiert und herausgefunden, dass es im vergangenen Jahr rund 1500 Verbrechen gegenüber Personen, 392 Einbrüche in Privathäuser und 321 in Geschäfte, 278 Autodiebstähle und 1451 Fälle von Sachbeschädigung in Alice Springs protokolliert worden sind. Zwar ist sind die Verbrechen im Vergleich zu Vorjahr um etwa 20 Prozent zurückgegangen, aber mir erscheinen diese Zahlen für eine Kleinstadt immernoch extrem hoch. Angst braucht man zwar nicht zu haben, aber eine gesunde Portion Vorsicht gerade in den Abendstunden ist dort sicher nicht verkehrt.

Sonnenuntergang vom ANZAC-Hügel

IMG_7271Nachdem wir uns also mit Burger und Bier für zusammen 10 Dollar (super Preis) gestärkt hatten, liefen wir durch die Innenstadt und schließlich zum ANZAC-Ehrenmal, das auf einem Hügel liegt und einen tollen Blick über die Stadt bietet. Von dort aus betrachteten wir den Sonnenuntergang und freuten uns auf den morgigen Beginn unserer Tour.

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Western Australia – Tag 1: Die Umarmung der Python oder das Tunnelabenteuer

8. Mai 2015 at 16:11

Posted from Perth, Western Australia, Australia.

„An der Westküste war ich noch nie“, hörte ich oft von Australiern, die in Melbourne oder Sydney leben. Da das Reisen in Australien auch für die Einheimischen teuer ist, habe ich mich mit einigen unterhalten, die noch nie im Outback, Perth oder Northern Territory gewesen sind. Die Backpacker, die nur mehrere Monate bis zu einem Jahr Down Under verbringen, versuchen aber so viel wie möglich von diesem großen und faszinierenden Land in der kurzen Zeit zu erkunden. Daher war ich immer erstaunt, wie wenig manche Australier von ihrem eigenen Land gesehen haben. Allerdings muss man auch sagen, dass die Entfernungen einfach gigantisch sind und, wenn man ehrlich ist, reist man auch eher ins Ausland als sich jede größere Stadt in seinem Heimatland anzuschauen. Ungewohnt war es anfangs für mich auch, dass die meisten Urlaub „overseas“ machen oder eine zeitlang „overseas“ arbeiten, aber wenn man auf einer (wenn auch sehr großen) Insel wohnt, ist halt alles Übersee. Was meiner Erfahrung nach aber häufig vorkommt, ist, dass Australier meist des Jobs wegen eine Weile in London leben. Ich habe so viele Australier kennen gelernt auf die das zutrifft, so dass ich die These aufgestellt habe, dass die halbe Bevölkerung von London ursprünglich aus Melbourne kommt. Eine ganz andere Ecke von Australien zu sehen, hat mich schon von Anfang an gereizt. Da die Steffi – die ich damals beim Vorbereitungstreffen für das Deutsche Filmfestival des Goethe Instituts kennen gelernt hatte und mit der ich seitdem in gutem Kontakt geblieben bin – nun Au Pair in Perth war, ergab sich eine schöne Gelegenheit dazu. Netterweise konnte ich bei ihrer Gastfamilie (Franzosen) wohnen und ich freute mich auf vier tolle Tage in Western Australia.

Kolonie ohne Sträflinge?

Von Melbourne bis Perth sind es 2.721 Kilometer Luftlinie (3386km auf dem Landweg) – das ist etwa genauso weit wie Luftlinie von Würzburg nach Alexandria in Ägypten. Was für Entfernungen innerhalb eines Landes! Perth ist die Hauptstadt von Western Australia, dem flächenmäßig größten australischen Bundesstaat: Er ist etwa siebenmal so groß wie Deutschland! Allerdings leben dort nur  2,3 Mio Menschen, von denen wiederum rund 1,7 Mio in der Hauptstadt wohnen. Damit ist Perth die viertgrößte Stadt auf dem Kontinent. Obwohl es seit Jahren wächst, gilt sie als eine der isoliertesten Millionenstädte der Welt, weil sie durch große Wüstengebiete vom Rest des Landes getrennt ist. Ein kurzer geschichtlicher Abriss: Wegen der Abgeschiedenheit, des trockenen Klimas und der wenig ertragreichen Böden zeigte die britische Krone lange kein großes Interesse am Westen Australiens. Erst im Mai 1829 hisste Captain Charles Fremantle an der Mündung des Swan-Rivers die britische Flagge und nahm die Küste von Neu-Holland (so wurde Western Australia damals genannt) für Großbritannien in Besitz. Eigentlich wollten sie dort eine Kolonie ohne Sträflinge aufbauen (für Australien ja eine Seltenheit), allerdings hatten die Städter wenig Ahnung von Landwirtschaft, Missernten folgten und viele wanderten gen Osten ab. So beantragten die Siedler schließlich doch die Entsendung von Häftlingen. Zwischen 1850 und 1868 kamen 10.000 Strafverbannte in den Westen. Zu boomen begann die Region allerdings erst in den 1890er Jahren, als die Nachricht von Goldfunden in der Gegend um die Welt ging und dies viele Menschen in die entlegenen Gebiete lockte. Der Goldboom flachte nach 1903 rasch ab und erst als in den 1950ern das weltweit ergiebigste Eisenerzvorkommen gefunden wurde, stoppte die wirtschaftliche Flaute und Perth gewann an Bedeutung. Soviel nun zu Perth und Western Australia. 🙂

Schlangenalarm

Um viel vom Wochenende zu haben, flog ich schon um 7 Uhr früh von Melbourne los und war bereits um halb zehn in Perth. Steffi holte mich mit dem Auto ihrer Gasteltern ab und wir machten uns gleich auf Erkundungstour. Denn für die vier Tage hatten wir ein ehrgeiziges Programm, wir wollten die kurze Zeit ja ausgiebig nutzen. So starteten wir in Fremantle, das 19km IMG_6664südwestlich der Stadt liegt, ein wichtiger Hafen zur Verschiffung von Rohstoffen ist und das einen schönen Stadtkern hat. Nach einem kurzen Abstecher im Arts Centre liefen wir durch die Innenstadt, aßen ein Sandwich und gingen dann zum Fremantle Market. IMG_6667Kulinarisch gab es dort viele Versuchungen und so ließen wir uns  einen Pie schmecken. Kaum war ich in Western Australia, schon überredete mich die Steffi zu etwas, von dem ich nie gedacht hätte, dass das mal freiwillig mache: Ich ließ mir doch tatsächlich eine Schlange um den Hals legen und spendete dafür IMG_6672auch noch Geld! Was ich in Australien nicht alles ausprobierte, ich bin eindeutig mutiger geworden! Früher hätte man mir dafür noch Geld zahlen müssen. 😉 Man muss (fast) alles mal ausprobieren… Wir waren nicht die einzigen, die gegen eine Spende den „Wildlife Zoo“ betraten, einen Koala streichelten und sich von der Python umarmen ließen. Der Koala war mir etwas lieber, was man an den Fotos auch leicht sehen kann, oder? 🙂

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Was für ein süßer Koala: https://www.youtube.com/watch?v=w9tJNSAHf4w&feature=em-upload_owner

Anschließend schauten wir kurz beim Gefängnis vorbei, beobachteten das Abfeuern einer Kanone und machten einen Stopp am „Old Round House“. Das war das erste Gefängnis der Swan-River-Kolonie, in dem die verbannten Sträflinge nach ihrer Ankunft in Fremantle vorübergehend untergebracht wurden. Steffi wartete draußen, weil sie sich das natürlich schon angeschaut hatte und ich unterhielt mich nett mit einem älteren Gästeführer, der mich sehr freundlich über die Geschichte des Gefängnisses aufklärte. Anschließend schlenderten wir (also Steffi und ich, nicht der Gästeführer und ich ;-)) am Hafen entlang und begutachteten ein Schiffswrack in einem Museum.

Hätte ich vielleicht sagen sollen: "Ich bin ein Star, holt mich hier raus!"?

Hätte ich vielleicht sagen sollen: „Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“?

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Abenteuertour unterm Gefängnis

Eine abenteuerliche Tunnel-Tour unter dem alten Gefängnis stand nun auf unserem Programm. Eine normale Führung kann IMG_6690ja jeder machen und Gefängnisse sieht man genug, wenn man ein Jahr in Australien ist. 😉 Das alte Gefängnis wurde Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut und bis 1991 als Hochsicherheitsgefängnis genutzt. 1894 hatten die Gefangenen das 1km lange Tunnellabyrinth 20 Meter unter dem Gefängnis fertig gestellt. In den späten 1800ern sicherte dies IMG_6767den Wasservorrat für tausende Menschen aus der Gegend. In engen Räumen habe ich teilweise ja Platzangst, daher war ich zuerst nicht ganz sicher, ob das was für mich ist. Aber, wer nicht wagt, der erlebt nichts Neues. 🙂 Zusammen mit unserem Tourguide Tristan (der wirkte, als ob er bekifft war und einen Witz nach dem anderen riss) erkundeten wir und acht weitere Mutige zu Fuß und in kleinen Booten das Stollenlabyrinth unter der Erde. Doch zuvor mussten wir uns erst mal für das Abenteuer wappnen: Nach einem Alkoholtest (gut, dass wir die Cocktails IMG_6746am morgen diesmal ausgelassen hatten ;-)) wurden wir wie Höhlenforscher eingekleidet: Helm mit Lampe, weißer Overall, Stiefel und Sicherheitsgurt. Achherje, als ich sah, wie tief das nach unten ging, wurde mir schon ganz anders. Ich hatte mir irgendwie vorgestellt, man läuft eine Treppe runter oder so. Von wegen, das war eine richtige Herausforderung, denn wir wurden mit mit einem Haken an das Leitersystem fixiert und mussten mit einer bestimmten Technik beim Heruntersteigen eine Schiene mit dem eingehakten Gurt immer weiter schieben. Dadurch waren wir einerseits gesichert, andererseits musste man dadurch automatisch langsam und hochkonzentriert die Treppen hinuntersteigen, damit dieses System sich nicht verhakt. Als uns Tristan erzählte, dass uns das System ja keine Probleme machen dürfe, IMG_6749weil es von Deutschen entwickelt worden sei, sagte ich natürlich großspurig: „So etwas lernen wir schon im IMG_6761Kindergarten.“ Tja, gut, dass Steffi und ich dann wirklich nicht stecken blieben, das wäre dann nämlich peinlich gewesen. 😉 Leider durften wir in den Tunnel keine persönlichen Gegenstände mitnehmen und somit auch keine Fotos machen. Ein Video davon wäre schon lustig gewesen, denn es war ein einzigartiges Erlebnis durch das Tunnelsystem zu laufen und mit dem Boot zu fahren. In der Dunkelheit wusste man nicht, wo Spinnen oder Kakerlaken an der Wand hingen und vielleicht war es sogar besser, dass ich nicht alles sah, was dort so herumkroch. Zum Abschluss bekamen wir nach der dreistündigen Tour auch ein Zertifikat, dass wir alles heil überstanden haben. 🙂

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Nach diesem Erlebnis hatten wir uns ein Bier bzw. Cider verdient, das wir in einer ehemaligen Brauerei gegenüber des Fremantle Markets tranken. Auf der Heimfahrt machten wir dann noch Halt am Ufer des Swan Rivers und warfen einen Blick auf die beleuchtete Skyline von Perth. Beim Abendessen lernte ich Steffis Gastmutter kennen, die wirklich sehr nett war. Der nächste Tag sollte genauso interessant werden – Steffi zeigte mir PERTH.

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Wunderschönes Wochenende auf der Mornington Peninsula

6. Mai 2015 at 19:45

Posted from Sorrento, Victoria, Australia.

„Die Zeit vergeht nicht schneller als früher, aber wir laufen eiliger an ihr vorbei“, sagte George Orwell. In Australien verflogen die Wochen nur so, besonders als ich mich eingelebt und viele nette Leute kennen gelernt hatte. Ich habe so viel erlebt, dass ich neben Arbeiten, Reisen, Freunde treffen und Artikel für „Deutsche in Melbourne“ schreiben gar nicht mehr mit dem Updaten meines Blogs nachgekommen bin. Daher fehlen noch ein paar tolle Geschichten, die ich Euch nicht vorenthalten möchte. Ich würde mich freuen, wenn es den ein oder anderen – obwohl ich nun schon eine Weile wieder in Deutschland bin- noch interessiert. 🙂 Mir ist es wichtig, meinen Blog zu vervollständigen, um später eine schöne Erinnerung an mein Australienjahr zu haben.

Nun möchte ich Euch von einem Wochenendausflug erzählen, den ich mit meinen Mädels im ersten halben Jahr gemacht hatte. Um dem Großstadtdschungel zu entfliehen, zieht es viele Melbournians nicht nur nach Phillip Island, sondern auch zur Mornington Peninsula. Das Naherholungsgebiet mit zwei Nationalparks, Stränden und IMG_5841Campingplätzen liegt etwa 1,5 Stunden südlich von Melbourne. Durch die geschützte Lage der Bucht treiben dort viele Wassersport. So mieteten Julia, Sarina, Michelle und ich uns an einem langen Wochenende (Freitag war Anzac Day – Australian and New Zealand Army Corps Day: nationaler Gedenktag wegen der ersten Militäraktion von australischen und neuseeländischen Truppen sowie Soldaten aus Tonga im 1. Weltkrieg) ein Zimmer in einem kleinen familiär geführten Hostel in Sorrento. Von Sorrento aus starten viele Bootstouren zur Beobachtung von Delfinen, die im australischen Sommer in der Gegend in Scharen ihre Jungen aufziehen. Die Sarina bekam das Auto ihrer Gastfamilie und wir freuten uns auf die Tage zu viert. Als wir ankamen, öffneten wir die Eingangstür des Hostels durch einen Code und in einem Umschlag fanden wir Infos sowie die Schlüssel für unser Zimmer. Niemand war an der Rezeption, echt war mal etwas Neues, aber sehr sympathisch.

Leider war das Wetter an diesem Wochenende nicht auf unserer Seite, denn es war sehr windig und regnerisch. Am ersten Tag hatten wir noch mehr Glück, aber der Samstag war ziemlich ungemütlich. Doch davon ließen wir uns nicht beirren und erkundeten die Umgebung. Zuerst machten wir einen Stopp beim Cape Schanck Leuchtturm und auch einen Abstecher zum Nationalpark. Die Gegend war wirklich schön!

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https://www.youtube.com/watch?v=T55baLGgcMs&feature=youtu.be

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https://www.youtube.com/watch?v=Hz5E52_0cSg&feature=youtu.be

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Das war die erste und einzige große Spinne, die ich in meinem Jahr in Australien außerhalb der Zoos gesehen habe! Die hing in einer öffentlichen Toilette.

Das war die erste und einzige große Spinne, die ich in meinem Jahr in Australien außerhalb der Zoos gesehen habe! Die hing in einer öffentlichen Toilette.

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Wunderschöner Sonnenuntergang: https://www.youtube.com/watch?v=deqs0rv97HM&feature=youtu.be

Den Abend ließen wir im Hostel mit Nudeln und Baileys ausklingen – was hatten wir für einen Spaß! 🙂

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IMG_5981Am nächsten Tag sind wir im Point Nepean Nationalpark herumgelaufen. Dort stehen noch Ruinen von militärischen Befestigungen, die ab 1878 errichtet wurden. So sahen wir noch Reste eines Wachhäuschens, eine frühere Quarantänestation, Tunnel und Gewehrstände. Es war so windig und niemand außer uns war zu sehen – es kam uns so vor, als ob wir am Ende der Welt waren. Später ist dann ein Bus an uns vorbeigefahren, in dem sich ein paar Touristen von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit haben fahren lassen. Aber wir kämpften uns tapfer durch das ungemütliche Wetter und trotzten auch dem einsetzenden Nieselregen.

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https://www.youtube.com/watch?v=5GEw52YwoSM&feature=youtu.be

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Perfektes Wetter um mit Delfinen zu schwimmen! 😉 Hätte die Sarina das vorher gewusst, hätte sie diese Tour sicher nicht gebucht. Julia und ich waren auch mit auf dem Boot, wollten aber nicht ins Wasser und Michelle blieb an Land, um für die Uni zu lernen. Dreimal sollte es für die Teilnehmer ins Wasser gehen, aber Sarina konnte nur einmal mit rein. Sie lief richtig blau an vor Kälte und wir hatten Angst, dasss sie umkippt. Delfine haben wir dann leider auch nicht gesehen, nur für zwei Sekunden sind zwei an unserem Boot vorbeigeschwommen – so schnell konnten wir gar nicht schauen. Man bekam natürlich auch keine Garantie, wirklich Delfine zu sehen und wir hatten das Pech, das vor uns ein anderes Boot schon Delfine angelockt hatte. Blöd gelaufen, aber da kann man nichts machen. Nach diesem Abenteuer stärkten wir uns abends im Hostel mit Fisch, Bratkartoffeln und Salat.

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Nach diesen zwei anstrengenden Tagen hatten wir Entspannung bitter nötig! 😉 Also machten wir uns ein paar schöne Stunden in den Hot Springs, den natürlichen heißen Quellen. In über 20 verschiedenen Pools fließt das Thermalwasser, die Anlage ist wunderschön angelegt und das Highlight ist eindeutig der Pool, der ganz oben auf einem Hügel ist und von dem aus man einen gigantischen 360-Grad-Blick über die Region hat. Das war einfach herrlich! Ein schöner Abschluss eines tollen gemeinsamen Wochenendes!

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Der letzte Stopp unserer Ostküstentour: SYDNEY – Surfer, Musical und Handyproblem

23. April 2015 at 14:15

Posted from Sydney, New South Wales, Australia.

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Wir sind in den 16 Tagen 4000km gefahren!!!!

Wir sind in den 16 Tagen 4000km gefahren!!!!

Den australischen Wein ließen wir am nächsten Tag hinter uns, denn wir mussten unseren Juicy in SydneyDSC01632 abgeben. Auf dem Weg dahin bekam ich aber erstmal einen Schock, denn ich dachte, dass ich geblitzt worden bin. Ich war nur höchstens 3km schneller als erlaubt, aber in Australien ist es je nach Region nicht ungewöhnlich, dass man schon bei 1km mehr Unsummen zahlen muss. Gott sei Dank war die Aufregung umsonst – bis heute kam keine Nachricht, dass wir etwas zahlen müssen. Glück gehabt! Nachdem wir unseren Juicy geputzt hatten, brachten wir unsere Sachen zur airbnb-Wohnung in Sydney, in der wir die nächsten Tagen wohnten. Anschließend gaben wir unseren Campervan beim Depot zurück und trafen uns mit der Angela an der Oper.

Musical im Opernhaus

In den nächsten Tagen machten wir eine Opernführung, den Eastern Coastal Walk (bei dem eine tolle Skulpturenausstellung IMG_9514tausende Leute anlockte) und fuhren nach Bondi Beach sowie Manly. Da ich schon mal zehn Tage in Sydney verbrachte hatte, war für mich vieles nicht mehr neu, so dass Angela und Flo einige Ecken von Sydney ohne mich erkundeten – wie zum Beispiel IMG_9526den Taronga Zoo. Ich wäre ja so gern im Bondi Iceberg Swimmingpool geschwommen, aber leider wurde er zu der Zeit renoviert. So ein Pech aber auch, denn das hatte ich mir schon im Januar fest vorgenommen. Manly war für mich neu, dahin hatte ich es vorher nicht geschafft. Aber ich muss sagen, den Strand in Manly fand ich nicht so besonders. Da hatte mir der Bondi Beach im Sommer viel besser gefallen – dort wurde aber im Oktober gebaut und dadurch sah er nicht so ansprechend aus. IMG_9549Manly wird mir auch deshalb nicht in guter Erinnerung bleiben, weil mir dort im „Coles“ (Supermarkt) beim Bezahlen an der Kasse mein Handy runtergefallen ist. Selbst schuld, ich weiß, aber trotzdem sehr ärgerlich. Danach ging mein Display nicht mehr und ich musste es noch in Sydney zur Reparatur bringen. Ohne Handy ist man echt aufgeschmissen heutzutage. Innerhalb einer Stunde hat der Mann vom „iPhone-Reparatur“-Service das Display für 90 Dollar ausgetauscht. Scheinbar ist das eine sehr lukrative Branche, denn allein dieser Shop repariert etwa 40 Handys pro Tag.

Manche Kunstwerke der Skulpturenausstellung waren sehr orginell.

Manche Kunstwerke der Skulpturenausstellung waren sehr orginell.

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Bondi Beach, leider nicht so schön wie im Januar durch die Baustellen

Bondi Beach, leider nicht so schön wie im Januar durch die Baustellen

Surfer am Bondi Beach :-): https://www.youtube.com/watch?v=a_I4LJ5Oc48

Irgendwann werde ich im Pool des Bondi Iceberg Clubs schwimmen! :-)

Irgendwann werde ich im Pool des Bondi Iceberg Clubs schwimmen! 🙂

Ein Fitnessstudio im Freien - super! Nur wer trainiert schon gerne in der prallen australischen Sonne?

Ein Fitnessstudio im Freien – super! Nur wer trainiert schon gerne in der prallen australischen Sonne?

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Mehr über die Performance der Aborigines im Video: https://www.youtube.com/watch?v=T4tXGoZiqY0&feature=youtu.be

Der Strand von Manly

Der Strand von Manly

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Schaut Euch den spektakulären Blick von der Fähre aus einfach in dem Video an: https://www.youtube.com/watch?v=kQjiIip2LpE&feature=em-upload_owner

Ein Highlight unserer Tage in Sydney war auf jeden Fall das Musical „The King and I“, das der Flo und ich im Opera House ansahen. Es ist schon ein einmaliges Erlebnis, in dem berühmten Opernhaus ein Stück zu besuchen und von dort aus in der Pause mit einem Gläschen Sekt auf die beleuchtete Harbour Bridge zu schauen.

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Bei der meiner zweiten Führung durch das Opernhaus durften wir sogar den Konzertsaal fotografieren!

Bei der meiner zweiten Führung durch das Opernhaus durften wir sogar den Konzertsaal fotografieren!

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Bye, bye Sydney

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Sydney ist eine besondere Stadt, die so ganz anders ist als Melbourne – super Strände neben IMG_9493Hochhäusern, Surfer neben Bänkern, viel Grün neben Glasfassaden, …. Der Hafen, das Opernhaus und die Harbour Bridge ziehen einen einfach in den Bann. Man könnte eigentlich den ganzen Tag nur mit der Fähre im Hafen von einer Uferseite zur nächsten fahren und es würde nicht langweilig werden. IMG_9357Die Schiffe, das von der Sonne glitzernde Wasser und dieser atemberaubende Blick auf das Opernhaus – das war für mich schon bei der Ankunft im Januar der Inbegriff Australiens. So ging es mir in den USA damals mit dem Capitol in Washington DC. Das Opernhaus fasziniert einen einfach und sieht zu jeder Tages- und Nachtzeit spektakulär aus. Ich weiß noch, wie mir eine Freundin mal von dem Moment erzählt hatte, als sie Silvester in kurzen Hosenvor dem Opernhaus feierte. Für mich hörte sich das einerseits so außergewöhnlich und wunderbar an, andererseits aber auch so weit weg an. Ich hätte zu der Zeit nie gedacht, dass ich einmal dort sein und sogar eine Vorstellung im Opera House anschauen würde. Silvester wäre natürlich noch das i-Tüpfelchen gewesen, aber ich bin mit meinen wunderschönen Sydney-Erinnerungen voll und ganz zufrieden.

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Sydney ist also ganz anders als Melbourne, aber ich finde Melbourne genauso toll – wenn nicht sogar ein bisschen toller. Das liegt aber neben der großen Bandbreite an (kulturellen und sportlichen) Veranstaltungen, dem gigantischen Blick auf die nächtliche Skyline und den Yarra River von der Brücke bei der Flinders Street Station, den so unterschiedlichen Stadtteilen (CBD mit den Hochhäusern, St. Kilda als hippes Strandviertel, dem Italienerviertel Carlton, dem alternativen Ausgehviertel Fitzroy, etc.), der Street Art-Szene und den vielen Laneways sicherlich an der Tatsache, dass ich dort fast ein Jahr lang gelebt, mich heimisch gefühlt, so viel erlebt und so viele Freunde gefunden habe. Also, liebe Freunde, Sydney ist eine wirklich schöne Stadt, aber Melbourne darf bei Eurem nächsten Australienbesuch auch auf keinen Fall fehlen! 😉

Viel zu schnell gingen also auch die Tage in Sydney zu Ende und schon saßen wir wieder im Flugzeug – zurück nach Melbourne. Und unsere Ostküstentour war nach 20 ereignisreichen Tagen zu Ende.

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Haialarm und Surferfestival in Byron Bay

22. Januar 2015 at 21:28

Posted from Byron Bay, New South Wales, Australia.

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Auf Byron Bay war ich sehr gespannt. Von allen Seiten hört man immer IMG_9200nur Gutes über das Städtchen und es wird als „absolutes Muss an der Ostküste“ bezeichnet. Das wollte ich natürlich auf keinen Fall verpassen. Als hätten wir es geahnt, kamen wir genau zu dem Zeitpunkt dort an, als ein Surffestival stattfand. Perfekt! 🙂 Allerdings hatte das auch den Nachteil, dass alle Campingplätze bereits restlos ausgebucht waren. Dieses Problem hatten wir bis jetzt noch nicht gehabt. Sich einfach auf einen Parkplatz stellen, der sich in der Nähe einer öffentlichen Toilette befand, war allerdings auch keine Lösung (obwohl das scheinbar viele Backpacker machen), denn uns wurde mitgeteilt, dass die Polizei und das Ordnungsamt an diesem Wochenende stark kontrollieren und hohe Bußgelder fällig werden. Eine nette Angestellte eines Campingplatzes verwies uns dann an einen Campingplatz, der auch nahe des Zentrums war, aber nur Paare bzw. Campervans mit maximal zwei Personen aufnimmt. Jackpot! Denn er stand nicht in unseren Reiseführern und scheinbar auch nicht in denen anderer – unser Glück. Da viele Backpacker in Gruppen kommen, gab noch einen Platz für unseren Juicy – sogar mit Strom!

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Bevor wir uns das Städtchen näher anschauten, wollten wir uns auf einem Berg erst einmal einen Überblick DSC01426über die Gegend verschaffen. Das so genannte „Cape Byron“ (benannt nach John Byron, einem Entdeckerkollegen von Kapitän Cook) ist der östlichste Punkt des australischen Festlands und darauf befindet sich ein 1901 errichteter Leuchtturm. Man hat einen gigantischen Blck von dort oben! Warum wohl ein paar Touristen so eifrig auf das Meer zeigen und viele Fotos schießen?, fragten wir uns schließlich. Und da sahen wir den Grund auch schon: EIN WAL! Unglaublich! Was für ein Glück, denn die Walsaison war zu dem Zeitpunkt eigentlich schon vorbei! Das war anscheinend ein Nachzügler, der uns eine besondere Freude machen wollte. Das war schon ein unvergesslicher Anblick, wie das Tier mehrmals aus dem Wasser sprang – wirklich beeindruckend. Wie das natürlich immer so ist, war der Speicher meiner Kamera in dem Moment voll, aber der Flo hatte alles im Kasten. 🙂 Gut, dass wir zum Leuchtturm gefahren sind und uns an dieser Stelle aufhielten, sonst hätten wir das verpasst.

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Ein Video vom Leuchtturm: https://www.youtube.com/watch?v=S2MdrX60CS0&feature=youtu.be

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DSC01453Nachdem wir unseren Juicy mit Strom versorgt und uns etwas frisch gemacht hatten, liefen wir zum Surffestival. Byron Bay hat mir gleich gut gefallen. Es ist ganz anders als Surfers Paradise. IMG_9177Ein kleines Städtchen – früher vor allem bei Hippies, Surfern und Aussteigern bekannt – mit rund 10.000 Einwohnern, das sich trotz der mittlerweile großen Touristenscharen den Charme eines schönen Surferörtchens bewahrt hat. Es gibt keine Hochhäuser, sondern höchstens zweistöckige Häuser, in denen viele kleine Läden, Cafés und Restaurants sind. In den Seitengassen waren Essenstände aufgebaut und überall spielten Straßenmusiker. Das Highlight war aber ein kostenloses Openair-Konzert oberhalb vom Strand. Die Stimmung war super, man hörte die Wellen am Strand brechen, roch die Seeluft und lauschte stimmungsvoller Gitarrenmusik. In einem Bottle-Shop kauften wir uns noch einen guten Wein, den wir in einer obligatorischen braunen Papiertüte verpackt mitnahmen und gemütlich neben der Bühne tranken.

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Ein Video vom Konzert: https://www.youtube.com/watch?v=K1VH1XJBgDc&feature=youtu.be

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Am nächsten Tag wollten wir unbedingt noch ein bisschen Zeit am Strand von Byron Bay verbringen.IMG_9192 Das eigentliche Surfen der Teilnehmer des Festivals fand an einem anderen Strand statt, aber leider hatten wir keine Zeit, dahin zu fahren, obwohl mich das schon sehr gereizt hätte. 😉 Vor ein paar Monaten war ein Mann in Byron Bay von einem Hai angegriffen worden und ist an seinen Verletzungen gestorben. Das hatte ich noch im Hinterkopf, so dass ich auch gar nicht weit ins Wasser rein bin. Aber kaum waren wir im Meer, kam ein Life-Guard auf mich zu und bat uns, wieder an den Strand zu kommen, weil sie eine Haiwarnung durchgesagt bekommen hatten! Unglaublich! Ihr könnt Euch vorstellen, dass ich da nicht lange nachgefragt habe und schleunigst mit dem Flo aus dem Wasser raus bin. Sicher an Land wollte ich dann aber doch Genaueres wissen und sprach mit einer Kollegin des Rettungsschwimmers. Dabei erfuhr ich, dass die Haie auch ins flache Wasser und ziemlich nah an den Strand kommen. Den Hai gesehen hätten sie zwar noch nicht, aber sie würden eine solche Warnung sehr ernst nehmen. Als alle aus dem Wasser waren, hätte ich den Hai von weitem schon mal gern gesehen… Aber er ließ sich nicht blicken. Was mich doch erstaunte war, dass einige Zeit später wieder einige Leute – auch Eltern mit ihren Kindern – im Wasser waren und scheinbar keinerlei Angst vor einem möglicherweise vorbeischwimmenden Hai hatten. Mir war die Lust am Schwimmen auf jeden Fall für den Tag vergangen. Vielleicht sind die Australier da aber auch abgehärteter. Für mich war diese Haiwarnung etwas Besonderes, aber für die Aussis wahrscheinlich alltäglich.

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Wir bummelten noch etwas durch die Geschäfte, der Flo kaufte sich leckere Tintenfischringe und danach mussten wir auch schon wieder weiter. Leider. Unser Stopp in Byron Bay war viel zu kurz, da wären wir gern noch länger geblieben. Genau wie Noosa verspreche ich auch dem Surferstädtchen: „Du hast mich nicht das letzte Mal gesehen! Ich komme wieder – irgendwann!“ 🙂

Im Paradies der Surfer?

21. Januar 2015 at 18:14

Posted from Gold Coast, Queensland, Australia.

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„Surfers Paradise“ klingt wie der Inbegriff der australischen Stadt, oder? Man stellt sich einen wunderschönen Strand, hohe Wellen, eine chillige Strandpromenade mit kleinen Surfershops, Cafés und Bars vor. Tja, weit gefehlt – Surfers Paradise ist vielmehr ein Hochhausmeer, zwischen dem man den Zugang zum Strand erstmal finden muss. Ein Wolkenkratzer reiht sich direkt hinter dem Strand an den anderen – es sieht alles ziemlich künstlich aus. So in etwa wie Frankfurt am Main mit Strand. Fairerweise muss man zugeben, dass der Strand wirklich kilometerlang ist. Auf unserer Reise entlang der Ostküste hatten wir aber mittlerweile schon beeindruckendere Strände gesehen. Obwohl mir alle Ostküstenreisenden vorher auch gesagt hatten, dass mich dieses Bild erwarten würde, wollte ich es mir nicht nehmen lassen, selbst mal im „Paradies der Surfer“ vorbeizuschauen. 🙂 Auf dem Weg von Brisbane nach Byron Bay fuhren wir also kurz durch die Hochhausstadt und machten einen Stopp am Strand. Surfer habe ich leider nicht erspähen können und ob ihr´s glaubt oder nicht, ich hatte auch gehört, dass man in „Surfers Paradise“ gar nicht so gut surfen kann, weil die Wellen nicht so optimal sind. Da sieht man es mal wieder, wie man sich täuschen lässt. Gibt sich eine Stadt einen so coolen und vielversprechenden Namen glaubt man den damit einhergehenden Versprechungen natürlich. Erwartet Horden muskulöser, braungebrannter Surfer und sieht sich selbst schon mit einem Cocktail am Strand unter einer Palme liegend diesen jungen Herren beim Wellenreiten zusehen. Das war wohl nix. 😉

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Noch kurz ein paar Worte zur Gold Coast, die etwa 60km südlich von Brisbane beginnt, an der Surfers Paradise liegt und die ein 40km langer Küstenstreifen mit jeder Menge traumhafter Strände ist. Früher waren dort scheinbar nur kleine Fischerdörfer – bis man sich dachte, dass sich die Strände doch optimal für Touristen eignen und man so viele wie möglich anlocken sowie unterbringen müsste. So wurde eine Bettenburg neben die nächste gebaut und fertig war die unverkennbare Skyline.

Lange hielten wir uns also nicht in Surfers Paradise auf, denn wir freuten uns schon sehr auf BYRON BAY!!!!

Buntes Brisbane

21. Januar 2015 at 16:33

Posted from Brisbane, Queensland, Australia.

Nachdem wir nach unserer Fraser Island Tour noch einmal eine Nacht in Noosa verbracht hatten, mussten wir diesem schönen Fleckchen Australien nun endgültig „Goodbye“ sagen. Denn BRISBANE wartete schon auf uns! 🙂 Brisbane ist die Hauptstadt von Queensland, hat 2.1 Millionen Einwohner und war zu Beginn eine Strafkolonie für Rückfallverbrecher. „Für Brisbane reicht Dir ein Tag, länger muss man sich da nicht aufhalten“ – das hatte ich vor unserer Reise von vielen Leuten – selbst von der Julia aus dem Reisebüro in Melbourne – gehört. Mit so gut wie gar keinen Erwartungen fuhren wir deshalb in die Millionenstadt und wurden positiv überrascht. Ein schöner Zufall war, dass die Spanierin Elena – die wir auf unserer Fraser Island Tour kennen gelernt hatten – auch an diesem Tag in Brisbane ankam und wir so mit ihr die Stadt erkunden konnten. Die Innenstadt ist ganz nett, nichts Besonderes und man ist schnell durchgelaufen.

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Das Rathaus

Das Rathaus

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Wir nahmen an einer kostenlosen Führung durch den Uhrturm des Rathauses teil, von dessen Aussichtsplattform man einen super Blick über die Stadt hat. Anschließend machten wir eine Flussfahrt und entdeckten erfreut, dass wir unseren Stopp in Brisbane zum richtigen Zeitpunkt geplant hatten.

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IMG_9099Denn genau an dem Tag begann ein Kulturfestival, das im Vorfeld des G20-Treffens – das einige Wochen später in der Stadt stattfand – abgehalten wurde. So traten Künstler überall in der Innenstadt umsonst auf, wir sahen Tanzgruppen, Artisten, Musiker, etc. und die Gebäude waren farbig angestrahlt. Direkt am Fluss stand ein großer „BRISBANE“-Schriftzug und dort lauschten wir am Abend neben einer lateinamerikanischen Band und auch dem Bürgermeister bei seiner Eröffnungsansprache.

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Ein kurzes Video eines Auftritts: https://www.youtube.com/watch?v=xYl1rd2rnz0&feature=youtu.be

Brisbane gefiel uns also besser als gedacht, was aber sicherlich zum größten Teil auch an den Konzerten lag. Wie die Stadt normalerweise ist, können wir nicht beurteilen – wahrscheinlich ist dort sonst nicht so viel los. In Brisbane trennten sich auch erstmal Angelas und Flos+ meine Wege, denn die Angela flog schon mal nach Sydney, während wir uns mit dem „Juicy“ auf dem Landweg über Surfers Paradise, Byron Bay, Port Maquarie und dem Hunter Valley nach Sydney aufmachten.

Fraser Island – Auf der größten Sandinsel der Welt

13. Januar 2015 at 21:51

Posted from Fraser Island, Queensland, Australia.

Noosa zu verlassen, fiel uns schwer, aber wir freuten uns auf unseren Ausflug nach Fraser Island! Die fast völlig aus Sand bestehende Insel ist 123km lang und 25 km breit. Mit 184.000 Hektar ist sie die größte Sandinsel der Welt! Der Sand der Insel gelangte von einem Gebirge nahe der Küste als Erosionsprodukt durch Flüsse im Südosten von Queensland ins Meer, wurde von Strömungen entlang der Küste nordwärts transportiert und lagerte sich dann an Felsen ab. Ihren Namen erhielt die Insel, die früher „Great Sandy Island“ hieß, nach einem Schiffsunglück im 19. Jahrhundert. Denn im Jahre 1836 kenterte das Schiff von James Fraser auf dem Weg von Sydney nach Singapur. Kapitän Fraser und seine Frau Eliza sowie weitere Überlebende retteten sich auf die Sandinsel und wurden erst nach Monaten gefunden. Der Kapitän und andere Schiffsbrüchige waren zu dem Zeitpunkt schon gestorben, aber Eliza Fraser überlebte dank der Hilfe der Ureinwohner. Schon vor unserer Reise habe ich viel über Fraser Island gehört, denn es ist neben den Whitsundays eines der begehrtesten Touristenziele an der Ostküste (400.000 Besucher jedes Jahr). Das ist auch nicht verwunderlich, denn es gibt endlose (meist nicht überlaufene) Sandstrände, große Dünen, 200 Süßwasserseen und bunte Sandteinformationen. Viele Touristen machen dort Ausflüge mit Allradjeeps, mit denen sie dann in Gruppen über die Sandstrände düsen. Meist übernachten sie in Zelten und ich habe schon von anderen Backpackern gehört, dass das viel Spaß machen muss. Wir haben uns aber doch für die etwas komfortablere Variante entschieden – mit einem großen Bus (der eher wie ein Mondmobil aussah) fuhren wir über die Insel und schliefen in einem Hostel (das dachten wir zumindest, aber dazu später mehr). Konnte Fraser Island vielleicht sogar noch unserern Segeltrip übertreffen? Schwer vorstellbar, aber wir waren gespannt!

Delphinfütterung

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Wir mussten um 5 Uhr morgens aufstehen, weil die Abfahrt am Treffpunkt vor dem Reisebüro in Noosa schon auf 6.30 Uhr festgelegt war. Der frühe Vogel fängt den Wurm – oder in diesem Fall wohl besser: Der frühe Tourist füttert den Delphin. 🙂 Dort parkten wir unseren Juicy in der Hoffnung, ihn genau in diesem Zustand auch einen Tag später wieder vorzufinden. Unsere Reisegruppe bestand aus zwei deutschen Jungs Anfang 20; vier Kanadiern (zwei Männer – der eine Ende 30, der andere Mitte 40 – und zwei Schwestern im Alter von 18 und 19 – wir rätselten eine ganze Weile, in welcher Verbindung die vier zueinandeIMG_8894r standen); einem britischen Renterehepaar; einem schwedischen Studenten, der in Surfers Paradise wohnt und den Ausflug mit seinen Eltern machte; der Spanierin Elena, die Anfang 30 ist und Au Pair in Sydney war; einer Engländerin um die 40; einem deutschen Geschwisterpaar um die Mitte Zwanzig, uns Dreien und unserem sehr gutgelaunten und dauerquasselnden Reiseleiter Drew. Eine internationale und sehr gemischte Truppe. Mit unserem „Bus“ ging es zum ersten Stopp – dem Delphinfüttern am „Tin Can Bay“. Dort kann man wilde Flussdelphine füttern, die regelmäßig jeden Morgen zu diesem Ufer kommen. Jeden Tag wird eine bestimmte Anzahl von Fischen an die Touristen ausgegeben, die diese dann für 5 Dollar an die Tiere verfüttern dürfen. Alle Besucher mussten ihre Hände desinfizieren und erhielten dann einen kleinen Eimer mit dem Fisch. Seit den 1950ern kommen Delphine regelmäßig zu diesem Punkt. Angefangen hatte DSC01163_neudies, als ein verletzter Delphin von den dort lebenden Bewohnern wieder aufgepäppelt und gepflegt wurde und dann immer wieder zurückkehrte und sich füttern ließ. Freiwillige Helfer des „Barnacles Dolphin Centres“ stehen nun jeden Tag neben den Delphinen im Wasser und achten darauf, dass man sich gemäß der Vorschriften verhält. So darf man nur ohne Blitz fotografieren, die Tiere nicht berühren (im Internet steht, dass das Berühren von Delphinen und das Füttern ohne Erlaubnis eine Strafe von bis zu 8.000 Dollar nach sich ziehen kann) und soll möglichst leise sein, um die Delphine nicht zu verscheuchen. Es war nie mein Lebenstraum, mal einen Delphin zu füttern, aber wenn man schon mal da ist… 😉 Also zogen wir unsere Schuhe aus, stellten uns in der Schlange an und hielten in freudiger Erwartung unseren Fisch im Eimer in der Hand. Um uns herum liefen große Pelikane, die versuchten, einen der Fische abzubekommen und von einer der Freiwilligen ständig weggescheucht wurden. Die beiden an diesem Tag erschienenen Delphine – das Alphamännchen Mystique und das Weibchen Patch – warteten geduldig auf ihr Frühstück – maximal 3 Kilo Fisch wird jedem Delphin am Tag gefüttert. Als wir an der Reihe waren, ging alles ganz schnell: Wir liefen ins knietiefe Wasser, bekamen den Fisch von dem Freiwilligen auf die flache Hand gelegt, streckten diese dem wartenden Tier hin und es schnappte sich den Leckerbissen. Innerhalb weniger Sekunden war das Spektakel rum. Mein Fazit: Es war schon mal interessant so etwas mitzumachen, aber ein Muss ist es meiner Meinung nach nicht unbedingt.

Video der Delphinfütterung: https://www.youtube.com/watch?v=r8S_Kgo1iRg

Warnung vor den Dingos

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Mit der Fähre setzten wir dann über auf Fraser Island, die zum Unesco-Weltkulturerbe gehört, und sahen von Bord aus auch einige Delphine vorbeischwimmen. Um auf den hügeligen Sandpisten fahren zu können, mussteIMG_8911 Drew Luft aus den Reifen des „Mondmobils“ lassen.IMG_8901 Bei der Fahrt über die Insel wurden wir ganz schön durchgeschüttelt. Schon bei unserem ersten Stopp, bei dem Kaffee und kleine Gebäckteile gereicht wurden, sahen wir einen Dingo. Es gibt etwa 200 wilde Dingos auf Fraser Island, die sich auf der ganzen Insel – außer in den mit „Dingozäunen“ geschützten Wohnsiedlungen – frei bewegen können. Dingos sehen zwar so ähnlich aus wie unsere Hunde, sind aber Wildtiere und können für den Menschen gefährlich werden. Es stehen und hängen überall – selbst auf den Toiletten – Dingo-Warnschilder und man wird bei solch einem Aufgebot an Warnschilder selbst etwas ängstlich. Auch die Geschichten von Touristen oder Einheimischen, die von Dingo-Rudeln angegriffen, teilweise schwer verletzt oder gar getötet wurden, tragen nicht gerade zur Steigerung der Tierliebe bei. Man fragtIMG_9014 sich schon,IMG_8918 warum nichts gegen die Dingos unternommen wird. Aber sie sind geschützt und, wenn man sich ihnen gegenüber richtig verhält und zum Beispiel nicht alleine in der Dunkelheit über die Insel läuft, passiert einem in der Regel auch nichts. Diese Dingo-Warnungen kamen uns schon etwas übertrieben vor und wir fühlten uns während unserer Zeit auf Fraser Island sicher. Das lag bestimmt aber auch daran, dass wir nur diesen einen Dingo gesehen haben, der eher neugierig als angriffslustig wirkte. Interessant waren auch die Dingo-Zäune, die die Wohnsiedlungen schützten – läuft ein Dingo darüber, bekommt er einen Stromschlag.

Wunderschöner Sternenhimmel

Die endlosen Sandstrände der Insel sind wirklich traumhaft. Nur ab und an sieht man Jeeps vorbeifahren und an den Touristenattraktionen Reisegruppen – die Insel wirkt nicht mit Menschen überfüllt. Mit unserem Bus stoppten wir an einem Schiffswrack (ein Luxusliner, der 1935 auf Grund lief), den Pinnacles (die bunten Klippen entstanden durch die Oxidation des im Sandstein enthaltenen Eisens und anderer Mineralien), einem sehr kühlen Fluss – dem „Eli Creek“ – und dem Aussichtspunkt „Indian Head“, von dem aus man oft Wale und Schildkröten sehen kann (da hatten wir leider kein Glück).

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Es war ein bisschen windig da oben :-): https://www.youtube.com/watch?v=IXVtzcXFbE8

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Gegen Abend ging es dann zu unserem „Hostel“. Nach unseren Erlebnissen auf Magnetic Island hatten wir uns schon auf ein typisches HosIMG_8973tel eingestellt und waren so überrascht sowie hellauf IMG_8977begeistert von unserer Unterkunft im „Happy Valley“. Denn es war überhaupt kein Hostel, sondern ein richtiges Hotel mit hellen, sauberen Zimmern, gemütlichen Betten und sogar einem Pool. Herrlich! 🙂 Man lernt normale Hotelzimmer wirklich erst zu schätzen, wenn man Nächte im Freien, im Campervan und in Hostels verbracht hat. Nach dem Abendessen gingen fast alle von unserer Gruppe gemeinsam zum Strand, um den Sternenhimmel zu betrachten. Mit einer Flasche Wein ausgerüstet, genossen wir den Anblick der Sterne und der ein oder andere sah auch eine Sternschnuppe – übrigens auch diejenigen, die keinen Wein intus hatten ;-).

Sternenhimmel Fraser Island

Lake McKenzie

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Gut erholt setzten wir unsere Inseltour am nächsten Tag nach dem Frühstück fort. Der erste Halt war auch mein persönliches Highlight der Zweitagestour: „Lake McKenzie“! Der See ist 1,2km lang und 930 Meter breit. Das Wasser war eiskalt, aber sehr erfrischend und erstaunlich klar! Da das Wasser ziemlich nährstoffarm ist, gibt es in dem See kaum Fische. Zusammen mit dem Flo bin ich ein ganzes Stück zum anderen Ufer geschwommen – das war weiter als wir zuerst gedacht hatten, aber es hat so viel Spaß gemacht. An dem See hätte ich noch eine Weile bleiben können.

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Doch weiter ging es danach zu einer Tour durch den Regenwald. Genau, Ihr habt richtig gehört – Regenwald. Denn obwohl Fraser Island eine Sandinsel ist, wächst aus dem Sanddünen ein Regenwald! Der Grund, dass es trotz des sandigen Bodens auf der Insel so eine vielfältige Pflanzenwelt gibt, liegt daran, dass ein bestimmtes Pilzmyzel Nährsalze aus dem Sand löst, die von den Pflanzen aufgenommen werden.

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Rainbow Beach

Bevor wir zurück nach Noosa fuhren, machten wir nach am Strand von Rainbow Beach Halt. Aufgrund der Oxidation der verschiedenen Mineralien haben die Sanddünen dort bis zu 40 verschiedene Farben. An dem Strand war unsere Gruppe ganz allein – man kann es immer kaum glauben, dass an solch traumhaften Stränden nicht ein Sonnenanbeter neben dem anderen liegt.

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Ihr fragt Euch jetzt sicher, ob Fraser Island noch schöner als die Whitsundays war. Man kann beide Trips kaum vergleichen – beide waren unglaublich schön und hatten ganz andere Höhepunkte. Bei den Whitsundays war das Segeln mal etwas ganz anderes und das Schnorcheln mit den Schildkröten sowie der Whithaven Beach unvergesslich schön. Die Mischung aus endlos langen Sandstränden, Regenwald und glasklaren Seen wie dem Lake McKenzie machten Fraser Island zu einem genialen Erlebnis. Man sollte also am besten beides machen! 🙂

Auf unserer Tour hatte uns der Fotograf Andy begleitet, der für den Tourenabieter ein Werbevideo über die zwei Tage drehte und dieses auf Youtube stellte (gefragt wurden wir übrigens nicht, ob wir Teil dieses Werbevideos sein wollen). Es ist eine schöne Erinnerung an unseren Trip: https://www.youtube.com/watch?v=muPiqwEZOys&feature=youtu.be

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Noosa – where the people… :-)

10. Dezember 2014 at 17:09

Posted from Sunshine Coast, Queensland, Australia.

Nicht dass Ihr denkt, das war´s schon von unserer Ostküstentour – aber nein, da kommt noch einiges! Ich bin nur leider etwas mit dem Schreiben hintendran und springe immer von unserem Trip zu aktuellen Themen. Also, so ging es weiter :-):

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Von Hervey Bay fuhren wir nach NOOSA! Von Noosa hatte ich schon einiges gehört, viele Familien aus Melbourne verbringen dort ihren Sommerurlaub und die wohlhabenden haben dort auch oft ein Ferienhaus. Jeder schwärmte von der Stadt und daher waren meine Erwartungen ziemlich hoch. Und sie wurden nicht enttäuscht! Noosa liegt am nördlichen Ende der Sunshine Coast und ist ein eleganter und auch sehr teurer Badeort. Besonders schön ist der Strand und der Nationalpark, der direkt an der Küste entlangführt. Mit unserem Juicy haben wir uns die Wohngegenden des Ortes mal etwas näher angeschaut und sind aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen! Da stehen Häuser – äh wohl eher Villen, das glaubt man nicht! Wenn ich groß bin, möchte ich dort auch ein Ferienhaus haben! 😉 Wir sind im Laufe unseres Trips wirklich durch viele Orte an der Ostküste gefahren, aber Noosa war einer der schönsten! Ich verstehe, warum man dort gerne seinen Urlaub verbringt. Leider hatten wir nur ein paar Stunden vor und ein paar Stunden nach unserer Fraser Island Tour. In der kurzen Zeit hat Noosa es aber geschafft, dass ich von der Stadt begeistert bin. Unser Guide bei der Fraser Island Tour hat immer gesagt: „Noosa, where the people are looser!“ Ohje, dieser blöde Spruch hat sich eingeprägt und immer wenn wir danach das Wort „Noosa“ gehört hatten, mussten wir daran denken. Da war es auch nicht gerade förderlich, dass mich der Flo immer wieder daran erinnert hat, wenn ich den Spruch grad wieder verdrängt hatte. 😉

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Der große blaue Fleck an meinem Oberschenkel kommt übrigens davon, dass ich die Stufe in unserem Van verfehlt habe und rückwärts aus dem Bus gefallen bin. :-)

Der große blaue Fleck an meinem Oberschenkel kommt übrigens davon, dass ich die Stufe in unserem Van verfehlt habe und rückwärts aus dem Bus gefallen bin. 🙂

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Mary, nur für Dich! ;-)

Mary, nur für Dich! 😉

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Noosa, eines kann ich Dir sagen: Wir werden uns irgendwann wiedersehen! 🙂