Koala-Krankenhaus und Weinsuche

28. Januar 2015 at 22:17

Posted from Port Macquarie, New South Wales, Australia.

Wir mussten weiter gen Süden und fuhren über Ballina, Grafton und Coffs Harbour nach Port Macquarie. Coffs Harbour ist übrigens keine Reise wert – die Gegend darum ist das größte Bananenanbaugebiet in Australien (also für mich als „Bananenliebhaberin“ – Vorsicht Ironie – auch nicht wirklich reizvoll), wir sind nur kurz durchgefahren und haben nichts wirklich Sehenswertes entdeckt. Die Stadt liegt 390km nördlich von Sydney und hat 45.000 Einwohner. Weil wir ja nie DSC01473genau wussten, wie weit wir am Tag kamen, kümmerten wir uns meist erst auf der Fahrt um die Unterkunft für die Nacht. Normalerweise klappte das auch ganz gut – nur in Byron Bay hatten wir bisher Schwierigkeiten gehabt. Doch Port Macquarie stellte unsere Nerven auf die Probe, denn keiner der Campingplätze auf unserer Liste hatte entweder noch Platz oder machte einen „Late-Check-In“. Weil die meisten Campingplätze zwischen 17 Uhr und 19 Uhr schließen, gibt es IMG_9231oft die Möglichkeit des „Late-Check-Ins“. Man zahlt per Kreditkarte und erhält den Code für die Schranke, den Plan des Campingplatzes mit der Parkplatznummer und die Schlüssel/Codes für die Toiletten per Briefumschlag irgendwo hinterlegt. Glücklicherweise fanden wir am Ende doch noch einen, der Erbarmen mit uns hatte und uns den Late-Check-In ermöglichte. Wir erreichten die Anlage erst um 21 Uhr und waren so hungrig. Aber als wir den Grill endlich zum Laufen brachten, kam die nächste Überraschung: Das Licht an der Grillecke geht immer schon um 22 Uhr aus – wie uns ein kanadisches Pärchen erzählte, das am Nebentisch saß und seine Bilder am Laptop ordnete. Gut, dass der Flo seine Taschenlampe dabei hatte, so aßen wir nicht im Kerzen-, aber im Taschenlampenschein unser spätes Abendessen. 😉

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200 bis 300 „Patienten“ pro Jahr

Am nächsten Morgen schauten wir uns das (unserer Meinung nach einzige) Highlight der Stadt an – das IMG_9250Koala Hospital. Das IMG_9243Koala Krankenhaus wird seit 1975 von der „Koala Preservation Society of New South Wales“ betrieben, die sich für den Schutz wildlebender Koalas einsetzt. Im Hospital, in dem fast ausschließlich Freiwillige arbeiten, werden jedes Jahr zwischen 200 und 300 Koalas gepflegt und medizinisch versorgt, um sie dann wieder in ihren natürlichen Lebensraum auszusetzen. Außerdem forschen dort auch Studenten im Auftrag zweier Unis zu Koala-Krankheiten. Manche Koalas sind aber „Dauergäste“, weil sie in der Natur nicht mehr alleine überleben könnten. Viele Tiere wurden von Buschfeuern verletzt, von Hunden angegriffen oder von Autos angefahren. An den Gehegen der Koalas hängen Schilder mit Informationen zum Namen, Alter, Art der Verletzung, Behandlung, etc.. Der Eintritt war frei und so schauten wir uns in Ruhe die „Patienten“ an, soweit wir sie in den Bäumen finden konnten und lasen die zahlreichen Infotafeln zur Geschichte des Hospitals. In einen Behandlungsraum konnte man sogar von außen hereinschauen – gerade fand dort aber keine Untersuchung statt. Der Besuch bei den süßen Patienten war richtig interessant und allein deswegen hat sich der Stopp in Port Macquarie gelohnt.

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Auf der Suche nach dem Wein

Danach ging es weiter über Forster und Newcastle ins Hunter Valley. Forster und Newcastle sind in etwa so spannend wie Coffs Harbour, also hielten wir uns nicht lange dort auf – Zeit für einen längeren Aufenthalt hatten wir sowieso nicht. 🙂 Wir stoppten zwischen Forster und Newcastle an einem traumhaften Strand, an dem wieder mal außer uns keine Menschenseele war.

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IMG_9337Im Hunter Valley angekommen, einem bekannten IMG_9352Weinanbaugebiet etwa 120km von Sydney entfernt, machten wir uns erstmal auf die Suche nach den Weinreben. Das ist kein Witz. Wir fuhren eine ganze Weile durch kleine Orte bis wir irgendwann die ersten Weinreben sahen. Es ist wirklich eine sehr schöne Gegend, nur leider hatten die Weingüter schon zu, als wir dort ankamen. Mit gutem Wein deckten wir uns dann im „Bottle Shop“ ein. Der Verkäufer war total begeistert, als er hörte, dass wir aus Deutschland kommen, denn er liebt deutsche Weine – besonders den Riesling. Er fand uns so sympathisch, dass er uns eine Flasche Wein sogar schenkte. 🙂 So ließen wir den Abend mit einem guten Tropfen auf unserem Campingplatz – unser Juicy stand direkt neben Weinreben – ausklingen. So lässt es sich leben. 😉 Das Hunter Valley hielt für uns neben einem guten Wein auch noch eine Sternschnuppe bereit.

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Haialarm und Surferfestival in Byron Bay

22. Januar 2015 at 21:28

Posted from Byron Bay, New South Wales, Australia.

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Auf Byron Bay war ich sehr gespannt. Von allen Seiten hört man immer IMG_9200nur Gutes über das Städtchen und es wird als „absolutes Muss an der Ostküste“ bezeichnet. Das wollte ich natürlich auf keinen Fall verpassen. Als hätten wir es geahnt, kamen wir genau zu dem Zeitpunkt dort an, als ein Surffestival stattfand. Perfekt! 🙂 Allerdings hatte das auch den Nachteil, dass alle Campingplätze bereits restlos ausgebucht waren. Dieses Problem hatten wir bis jetzt noch nicht gehabt. Sich einfach auf einen Parkplatz stellen, der sich in der Nähe einer öffentlichen Toilette befand, war allerdings auch keine Lösung (obwohl das scheinbar viele Backpacker machen), denn uns wurde mitgeteilt, dass die Polizei und das Ordnungsamt an diesem Wochenende stark kontrollieren und hohe Bußgelder fällig werden. Eine nette Angestellte eines Campingplatzes verwies uns dann an einen Campingplatz, der auch nahe des Zentrums war, aber nur Paare bzw. Campervans mit maximal zwei Personen aufnimmt. Jackpot! Denn er stand nicht in unseren Reiseführern und scheinbar auch nicht in denen anderer – unser Glück. Da viele Backpacker in Gruppen kommen, gab noch einen Platz für unseren Juicy – sogar mit Strom!

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Bevor wir uns das Städtchen näher anschauten, wollten wir uns auf einem Berg erst einmal einen Überblick DSC01426über die Gegend verschaffen. Das so genannte „Cape Byron“ (benannt nach John Byron, einem Entdeckerkollegen von Kapitän Cook) ist der östlichste Punkt des australischen Festlands und darauf befindet sich ein 1901 errichteter Leuchtturm. Man hat einen gigantischen Blck von dort oben! Warum wohl ein paar Touristen so eifrig auf das Meer zeigen und viele Fotos schießen?, fragten wir uns schließlich. Und da sahen wir den Grund auch schon: EIN WAL! Unglaublich! Was für ein Glück, denn die Walsaison war zu dem Zeitpunkt eigentlich schon vorbei! Das war anscheinend ein Nachzügler, der uns eine besondere Freude machen wollte. Das war schon ein unvergesslicher Anblick, wie das Tier mehrmals aus dem Wasser sprang – wirklich beeindruckend. Wie das natürlich immer so ist, war der Speicher meiner Kamera in dem Moment voll, aber der Flo hatte alles im Kasten. 🙂 Gut, dass wir zum Leuchtturm gefahren sind und uns an dieser Stelle aufhielten, sonst hätten wir das verpasst.

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Ein Video vom Leuchtturm: https://www.youtube.com/watch?v=S2MdrX60CS0&feature=youtu.be

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DSC01453Nachdem wir unseren Juicy mit Strom versorgt und uns etwas frisch gemacht hatten, liefen wir zum Surffestival. Byron Bay hat mir gleich gut gefallen. Es ist ganz anders als Surfers Paradise. IMG_9177Ein kleines Städtchen – früher vor allem bei Hippies, Surfern und Aussteigern bekannt – mit rund 10.000 Einwohnern, das sich trotz der mittlerweile großen Touristenscharen den Charme eines schönen Surferörtchens bewahrt hat. Es gibt keine Hochhäuser, sondern höchstens zweistöckige Häuser, in denen viele kleine Läden, Cafés und Restaurants sind. In den Seitengassen waren Essenstände aufgebaut und überall spielten Straßenmusiker. Das Highlight war aber ein kostenloses Openair-Konzert oberhalb vom Strand. Die Stimmung war super, man hörte die Wellen am Strand brechen, roch die Seeluft und lauschte stimmungsvoller Gitarrenmusik. In einem Bottle-Shop kauften wir uns noch einen guten Wein, den wir in einer obligatorischen braunen Papiertüte verpackt mitnahmen und gemütlich neben der Bühne tranken.

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Ein Video vom Konzert: https://www.youtube.com/watch?v=K1VH1XJBgDc&feature=youtu.be

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Am nächsten Tag wollten wir unbedingt noch ein bisschen Zeit am Strand von Byron Bay verbringen.IMG_9192 Das eigentliche Surfen der Teilnehmer des Festivals fand an einem anderen Strand statt, aber leider hatten wir keine Zeit, dahin zu fahren, obwohl mich das schon sehr gereizt hätte. 😉 Vor ein paar Monaten war ein Mann in Byron Bay von einem Hai angegriffen worden und ist an seinen Verletzungen gestorben. Das hatte ich noch im Hinterkopf, so dass ich auch gar nicht weit ins Wasser rein bin. Aber kaum waren wir im Meer, kam ein Life-Guard auf mich zu und bat uns, wieder an den Strand zu kommen, weil sie eine Haiwarnung durchgesagt bekommen hatten! Unglaublich! Ihr könnt Euch vorstellen, dass ich da nicht lange nachgefragt habe und schleunigst mit dem Flo aus dem Wasser raus bin. Sicher an Land wollte ich dann aber doch Genaueres wissen und sprach mit einer Kollegin des Rettungsschwimmers. Dabei erfuhr ich, dass die Haie auch ins flache Wasser und ziemlich nah an den Strand kommen. Den Hai gesehen hätten sie zwar noch nicht, aber sie würden eine solche Warnung sehr ernst nehmen. Als alle aus dem Wasser waren, hätte ich den Hai von weitem schon mal gern gesehen… Aber er ließ sich nicht blicken. Was mich doch erstaunte war, dass einige Zeit später wieder einige Leute – auch Eltern mit ihren Kindern – im Wasser waren und scheinbar keinerlei Angst vor einem möglicherweise vorbeischwimmenden Hai hatten. Mir war die Lust am Schwimmen auf jeden Fall für den Tag vergangen. Vielleicht sind die Australier da aber auch abgehärteter. Für mich war diese Haiwarnung etwas Besonderes, aber für die Aussis wahrscheinlich alltäglich.

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Wir bummelten noch etwas durch die Geschäfte, der Flo kaufte sich leckere Tintenfischringe und danach mussten wir auch schon wieder weiter. Leider. Unser Stopp in Byron Bay war viel zu kurz, da wären wir gern noch länger geblieben. Genau wie Noosa verspreche ich auch dem Surferstädtchen: „Du hast mich nicht das letzte Mal gesehen! Ich komme wieder – irgendwann!“ 🙂

Im Paradies der Surfer?

21. Januar 2015 at 18:14

Posted from Gold Coast, Queensland, Australia.

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„Surfers Paradise“ klingt wie der Inbegriff der australischen Stadt, oder? Man stellt sich einen wunderschönen Strand, hohe Wellen, eine chillige Strandpromenade mit kleinen Surfershops, Cafés und Bars vor. Tja, weit gefehlt – Surfers Paradise ist vielmehr ein Hochhausmeer, zwischen dem man den Zugang zum Strand erstmal finden muss. Ein Wolkenkratzer reiht sich direkt hinter dem Strand an den anderen – es sieht alles ziemlich künstlich aus. So in etwa wie Frankfurt am Main mit Strand. Fairerweise muss man zugeben, dass der Strand wirklich kilometerlang ist. Auf unserer Reise entlang der Ostküste hatten wir aber mittlerweile schon beeindruckendere Strände gesehen. Obwohl mir alle Ostküstenreisenden vorher auch gesagt hatten, dass mich dieses Bild erwarten würde, wollte ich es mir nicht nehmen lassen, selbst mal im „Paradies der Surfer“ vorbeizuschauen. 🙂 Auf dem Weg von Brisbane nach Byron Bay fuhren wir also kurz durch die Hochhausstadt und machten einen Stopp am Strand. Surfer habe ich leider nicht erspähen können und ob ihr´s glaubt oder nicht, ich hatte auch gehört, dass man in „Surfers Paradise“ gar nicht so gut surfen kann, weil die Wellen nicht so optimal sind. Da sieht man es mal wieder, wie man sich täuschen lässt. Gibt sich eine Stadt einen so coolen und vielversprechenden Namen glaubt man den damit einhergehenden Versprechungen natürlich. Erwartet Horden muskulöser, braungebrannter Surfer und sieht sich selbst schon mit einem Cocktail am Strand unter einer Palme liegend diesen jungen Herren beim Wellenreiten zusehen. Das war wohl nix. 😉

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Noch kurz ein paar Worte zur Gold Coast, die etwa 60km südlich von Brisbane beginnt, an der Surfers Paradise liegt und die ein 40km langer Küstenstreifen mit jeder Menge traumhafter Strände ist. Früher waren dort scheinbar nur kleine Fischerdörfer – bis man sich dachte, dass sich die Strände doch optimal für Touristen eignen und man so viele wie möglich anlocken sowie unterbringen müsste. So wurde eine Bettenburg neben die nächste gebaut und fertig war die unverkennbare Skyline.

Lange hielten wir uns also nicht in Surfers Paradise auf, denn wir freuten uns schon sehr auf BYRON BAY!!!!

Buntes Brisbane

21. Januar 2015 at 16:33

Posted from Brisbane, Queensland, Australia.

Nachdem wir nach unserer Fraser Island Tour noch einmal eine Nacht in Noosa verbracht hatten, mussten wir diesem schönen Fleckchen Australien nun endgültig „Goodbye“ sagen. Denn BRISBANE wartete schon auf uns! 🙂 Brisbane ist die Hauptstadt von Queensland, hat 2.1 Millionen Einwohner und war zu Beginn eine Strafkolonie für Rückfallverbrecher. „Für Brisbane reicht Dir ein Tag, länger muss man sich da nicht aufhalten“ – das hatte ich vor unserer Reise von vielen Leuten – selbst von der Julia aus dem Reisebüro in Melbourne – gehört. Mit so gut wie gar keinen Erwartungen fuhren wir deshalb in die Millionenstadt und wurden positiv überrascht. Ein schöner Zufall war, dass die Spanierin Elena – die wir auf unserer Fraser Island Tour kennen gelernt hatten – auch an diesem Tag in Brisbane ankam und wir so mit ihr die Stadt erkunden konnten. Die Innenstadt ist ganz nett, nichts Besonderes und man ist schnell durchgelaufen.

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Das Rathaus

Das Rathaus

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Wir nahmen an einer kostenlosen Führung durch den Uhrturm des Rathauses teil, von dessen Aussichtsplattform man einen super Blick über die Stadt hat. Anschließend machten wir eine Flussfahrt und entdeckten erfreut, dass wir unseren Stopp in Brisbane zum richtigen Zeitpunkt geplant hatten.

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IMG_9099Denn genau an dem Tag begann ein Kulturfestival, das im Vorfeld des G20-Treffens – das einige Wochen später in der Stadt stattfand – abgehalten wurde. So traten Künstler überall in der Innenstadt umsonst auf, wir sahen Tanzgruppen, Artisten, Musiker, etc. und die Gebäude waren farbig angestrahlt. Direkt am Fluss stand ein großer „BRISBANE“-Schriftzug und dort lauschten wir am Abend neben einer lateinamerikanischen Band und auch dem Bürgermeister bei seiner Eröffnungsansprache.

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Ein kurzes Video eines Auftritts: https://www.youtube.com/watch?v=xYl1rd2rnz0&feature=youtu.be

Brisbane gefiel uns also besser als gedacht, was aber sicherlich zum größten Teil auch an den Konzerten lag. Wie die Stadt normalerweise ist, können wir nicht beurteilen – wahrscheinlich ist dort sonst nicht so viel los. In Brisbane trennten sich auch erstmal Angelas und Flos+ meine Wege, denn die Angela flog schon mal nach Sydney, während wir uns mit dem „Juicy“ auf dem Landweg über Surfers Paradise, Byron Bay, Port Maquarie und dem Hunter Valley nach Sydney aufmachten.

Fraser Island – Auf der größten Sandinsel der Welt

13. Januar 2015 at 21:51

Posted from Fraser Island, Queensland, Australia.

Noosa zu verlassen, fiel uns schwer, aber wir freuten uns auf unseren Ausflug nach Fraser Island! Die fast völlig aus Sand bestehende Insel ist 123km lang und 25 km breit. Mit 184.000 Hektar ist sie die größte Sandinsel der Welt! Der Sand der Insel gelangte von einem Gebirge nahe der Küste als Erosionsprodukt durch Flüsse im Südosten von Queensland ins Meer, wurde von Strömungen entlang der Küste nordwärts transportiert und lagerte sich dann an Felsen ab. Ihren Namen erhielt die Insel, die früher „Great Sandy Island“ hieß, nach einem Schiffsunglück im 19. Jahrhundert. Denn im Jahre 1836 kenterte das Schiff von James Fraser auf dem Weg von Sydney nach Singapur. Kapitän Fraser und seine Frau Eliza sowie weitere Überlebende retteten sich auf die Sandinsel und wurden erst nach Monaten gefunden. Der Kapitän und andere Schiffsbrüchige waren zu dem Zeitpunkt schon gestorben, aber Eliza Fraser überlebte dank der Hilfe der Ureinwohner. Schon vor unserer Reise habe ich viel über Fraser Island gehört, denn es ist neben den Whitsundays eines der begehrtesten Touristenziele an der Ostküste (400.000 Besucher jedes Jahr). Das ist auch nicht verwunderlich, denn es gibt endlose (meist nicht überlaufene) Sandstrände, große Dünen, 200 Süßwasserseen und bunte Sandteinformationen. Viele Touristen machen dort Ausflüge mit Allradjeeps, mit denen sie dann in Gruppen über die Sandstrände düsen. Meist übernachten sie in Zelten und ich habe schon von anderen Backpackern gehört, dass das viel Spaß machen muss. Wir haben uns aber doch für die etwas komfortablere Variante entschieden – mit einem großen Bus (der eher wie ein Mondmobil aussah) fuhren wir über die Insel und schliefen in einem Hostel (das dachten wir zumindest, aber dazu später mehr). Konnte Fraser Island vielleicht sogar noch unserern Segeltrip übertreffen? Schwer vorstellbar, aber wir waren gespannt!

Delphinfütterung

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Wir mussten um 5 Uhr morgens aufstehen, weil die Abfahrt am Treffpunkt vor dem Reisebüro in Noosa schon auf 6.30 Uhr festgelegt war. Der frühe Vogel fängt den Wurm – oder in diesem Fall wohl besser: Der frühe Tourist füttert den Delphin. 🙂 Dort parkten wir unseren Juicy in der Hoffnung, ihn genau in diesem Zustand auch einen Tag später wieder vorzufinden. Unsere Reisegruppe bestand aus zwei deutschen Jungs Anfang 20; vier Kanadiern (zwei Männer – der eine Ende 30, der andere Mitte 40 – und zwei Schwestern im Alter von 18 und 19 – wir rätselten eine ganze Weile, in welcher Verbindung die vier zueinandeIMG_8894r standen); einem britischen Renterehepaar; einem schwedischen Studenten, der in Surfers Paradise wohnt und den Ausflug mit seinen Eltern machte; der Spanierin Elena, die Anfang 30 ist und Au Pair in Sydney war; einer Engländerin um die 40; einem deutschen Geschwisterpaar um die Mitte Zwanzig, uns Dreien und unserem sehr gutgelaunten und dauerquasselnden Reiseleiter Drew. Eine internationale und sehr gemischte Truppe. Mit unserem „Bus“ ging es zum ersten Stopp – dem Delphinfüttern am „Tin Can Bay“. Dort kann man wilde Flussdelphine füttern, die regelmäßig jeden Morgen zu diesem Ufer kommen. Jeden Tag wird eine bestimmte Anzahl von Fischen an die Touristen ausgegeben, die diese dann für 5 Dollar an die Tiere verfüttern dürfen. Alle Besucher mussten ihre Hände desinfizieren und erhielten dann einen kleinen Eimer mit dem Fisch. Seit den 1950ern kommen Delphine regelmäßig zu diesem Punkt. Angefangen hatte DSC01163_neudies, als ein verletzter Delphin von den dort lebenden Bewohnern wieder aufgepäppelt und gepflegt wurde und dann immer wieder zurückkehrte und sich füttern ließ. Freiwillige Helfer des „Barnacles Dolphin Centres“ stehen nun jeden Tag neben den Delphinen im Wasser und achten darauf, dass man sich gemäß der Vorschriften verhält. So darf man nur ohne Blitz fotografieren, die Tiere nicht berühren (im Internet steht, dass das Berühren von Delphinen und das Füttern ohne Erlaubnis eine Strafe von bis zu 8.000 Dollar nach sich ziehen kann) und soll möglichst leise sein, um die Delphine nicht zu verscheuchen. Es war nie mein Lebenstraum, mal einen Delphin zu füttern, aber wenn man schon mal da ist… 😉 Also zogen wir unsere Schuhe aus, stellten uns in der Schlange an und hielten in freudiger Erwartung unseren Fisch im Eimer in der Hand. Um uns herum liefen große Pelikane, die versuchten, einen der Fische abzubekommen und von einer der Freiwilligen ständig weggescheucht wurden. Die beiden an diesem Tag erschienenen Delphine – das Alphamännchen Mystique und das Weibchen Patch – warteten geduldig auf ihr Frühstück – maximal 3 Kilo Fisch wird jedem Delphin am Tag gefüttert. Als wir an der Reihe waren, ging alles ganz schnell: Wir liefen ins knietiefe Wasser, bekamen den Fisch von dem Freiwilligen auf die flache Hand gelegt, streckten diese dem wartenden Tier hin und es schnappte sich den Leckerbissen. Innerhalb weniger Sekunden war das Spektakel rum. Mein Fazit: Es war schon mal interessant so etwas mitzumachen, aber ein Muss ist es meiner Meinung nach nicht unbedingt.

Video der Delphinfütterung: https://www.youtube.com/watch?v=r8S_Kgo1iRg

Warnung vor den Dingos

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Mit der Fähre setzten wir dann über auf Fraser Island, die zum Unesco-Weltkulturerbe gehört, und sahen von Bord aus auch einige Delphine vorbeischwimmen. Um auf den hügeligen Sandpisten fahren zu können, mussteIMG_8911 Drew Luft aus den Reifen des „Mondmobils“ lassen.IMG_8901 Bei der Fahrt über die Insel wurden wir ganz schön durchgeschüttelt. Schon bei unserem ersten Stopp, bei dem Kaffee und kleine Gebäckteile gereicht wurden, sahen wir einen Dingo. Es gibt etwa 200 wilde Dingos auf Fraser Island, die sich auf der ganzen Insel – außer in den mit „Dingozäunen“ geschützten Wohnsiedlungen – frei bewegen können. Dingos sehen zwar so ähnlich aus wie unsere Hunde, sind aber Wildtiere und können für den Menschen gefährlich werden. Es stehen und hängen überall – selbst auf den Toiletten – Dingo-Warnschilder und man wird bei solch einem Aufgebot an Warnschilder selbst etwas ängstlich. Auch die Geschichten von Touristen oder Einheimischen, die von Dingo-Rudeln angegriffen, teilweise schwer verletzt oder gar getötet wurden, tragen nicht gerade zur Steigerung der Tierliebe bei. Man fragtIMG_9014 sich schon,IMG_8918 warum nichts gegen die Dingos unternommen wird. Aber sie sind geschützt und, wenn man sich ihnen gegenüber richtig verhält und zum Beispiel nicht alleine in der Dunkelheit über die Insel läuft, passiert einem in der Regel auch nichts. Diese Dingo-Warnungen kamen uns schon etwas übertrieben vor und wir fühlten uns während unserer Zeit auf Fraser Island sicher. Das lag bestimmt aber auch daran, dass wir nur diesen einen Dingo gesehen haben, der eher neugierig als angriffslustig wirkte. Interessant waren auch die Dingo-Zäune, die die Wohnsiedlungen schützten – läuft ein Dingo darüber, bekommt er einen Stromschlag.

Wunderschöner Sternenhimmel

Die endlosen Sandstrände der Insel sind wirklich traumhaft. Nur ab und an sieht man Jeeps vorbeifahren und an den Touristenattraktionen Reisegruppen – die Insel wirkt nicht mit Menschen überfüllt. Mit unserem Bus stoppten wir an einem Schiffswrack (ein Luxusliner, der 1935 auf Grund lief), den Pinnacles (die bunten Klippen entstanden durch die Oxidation des im Sandstein enthaltenen Eisens und anderer Mineralien), einem sehr kühlen Fluss – dem „Eli Creek“ – und dem Aussichtspunkt „Indian Head“, von dem aus man oft Wale und Schildkröten sehen kann (da hatten wir leider kein Glück).

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Es war ein bisschen windig da oben :-): https://www.youtube.com/watch?v=IXVtzcXFbE8

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Gegen Abend ging es dann zu unserem „Hostel“. Nach unseren Erlebnissen auf Magnetic Island hatten wir uns schon auf ein typisches HosIMG_8973tel eingestellt und waren so überrascht sowie hellauf IMG_8977begeistert von unserer Unterkunft im „Happy Valley“. Denn es war überhaupt kein Hostel, sondern ein richtiges Hotel mit hellen, sauberen Zimmern, gemütlichen Betten und sogar einem Pool. Herrlich! 🙂 Man lernt normale Hotelzimmer wirklich erst zu schätzen, wenn man Nächte im Freien, im Campervan und in Hostels verbracht hat. Nach dem Abendessen gingen fast alle von unserer Gruppe gemeinsam zum Strand, um den Sternenhimmel zu betrachten. Mit einer Flasche Wein ausgerüstet, genossen wir den Anblick der Sterne und der ein oder andere sah auch eine Sternschnuppe – übrigens auch diejenigen, die keinen Wein intus hatten ;-).

Sternenhimmel Fraser Island

Lake McKenzie

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Gut erholt setzten wir unsere Inseltour am nächsten Tag nach dem Frühstück fort. Der erste Halt war auch mein persönliches Highlight der Zweitagestour: „Lake McKenzie“! Der See ist 1,2km lang und 930 Meter breit. Das Wasser war eiskalt, aber sehr erfrischend und erstaunlich klar! Da das Wasser ziemlich nährstoffarm ist, gibt es in dem See kaum Fische. Zusammen mit dem Flo bin ich ein ganzes Stück zum anderen Ufer geschwommen – das war weiter als wir zuerst gedacht hatten, aber es hat so viel Spaß gemacht. An dem See hätte ich noch eine Weile bleiben können.

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Doch weiter ging es danach zu einer Tour durch den Regenwald. Genau, Ihr habt richtig gehört – Regenwald. Denn obwohl Fraser Island eine Sandinsel ist, wächst aus dem Sanddünen ein Regenwald! Der Grund, dass es trotz des sandigen Bodens auf der Insel so eine vielfältige Pflanzenwelt gibt, liegt daran, dass ein bestimmtes Pilzmyzel Nährsalze aus dem Sand löst, die von den Pflanzen aufgenommen werden.

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Rainbow Beach

Bevor wir zurück nach Noosa fuhren, machten wir nach am Strand von Rainbow Beach Halt. Aufgrund der Oxidation der verschiedenen Mineralien haben die Sanddünen dort bis zu 40 verschiedene Farben. An dem Strand war unsere Gruppe ganz allein – man kann es immer kaum glauben, dass an solch traumhaften Stränden nicht ein Sonnenanbeter neben dem anderen liegt.

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Ihr fragt Euch jetzt sicher, ob Fraser Island noch schöner als die Whitsundays war. Man kann beide Trips kaum vergleichen – beide waren unglaublich schön und hatten ganz andere Höhepunkte. Bei den Whitsundays war das Segeln mal etwas ganz anderes und das Schnorcheln mit den Schildkröten sowie der Whithaven Beach unvergesslich schön. Die Mischung aus endlos langen Sandstränden, Regenwald und glasklaren Seen wie dem Lake McKenzie machten Fraser Island zu einem genialen Erlebnis. Man sollte also am besten beides machen! 🙂

Auf unserer Tour hatte uns der Fotograf Andy begleitet, der für den Tourenabieter ein Werbevideo über die zwei Tage drehte und dieses auf Youtube stellte (gefragt wurden wir übrigens nicht, ob wir Teil dieses Werbevideos sein wollen). Es ist eine schöne Erinnerung an unseren Trip: https://www.youtube.com/watch?v=muPiqwEZOys&feature=youtu.be

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