Mitten unter Formel 1-Fans

28. Mai 2014 at 5:58

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

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Zwar ist die Formel 1 nun auch schon einige Zeit her, aber ich möchte Euch dieses für mich sicher einmalige Erlebnis nicht vorenthalten. 🙂 Seit ich in Melbourne Ende Januar angekommen bin, war die Stadt im Formel 1-Fieber und Sebastian Vettel schien einfach allgegenwärtig zu sein – auf großen Plakatwänden, in Zeitungsanzeigen und auf Flyern. Zugegeben, das Foto von ihm war nicht das Beste, aber es erfüllt einen schon etwas mit stolz, wenn für eine Sportveranstaltung in Australien mit einem Landsmann geworben wird. Um die Einheimischen und die Touristen auf das Grand Prix-Wochenende einzustimmen, waren an unterschiedlichen Plätzen in der Innenstadt Stände aufgebaut. Freundliche Promotion-Frauen – zu meinem Erstaunen viele Deutsche – informierten dort über das Rennen, man konnte Tickets kaufen, Rennwagen bestaunen, sich mit einem Rennfahrer aus Pappe fotografieren lassen und an Gewinnspielen teilnehmen. Auch als jemand, der in Deutschland noch nicht einmal ein ganzes Formel 1-Rennen im Fernsehen – geschweige denn live – gesehen hatte, kam man also hier an diesem Sport nicht vorbei. Selbst von unserer Wohnung aus konnten wir das Geräusch der Motoren hören. Etwa 300.000 Menschen wurden zu dem Ereignis erwartet. Die Begeisterung steckte einen somit förmlich an und so kam es, dass ich mir auch ein Ticket gekauft und das Rennen zusammen mit anderen Deutschen (Julia, Miriam), Spaniern (Beatriz, David) und Finnen (Tommi und zwei Mädels) live angeschaut habe.

Das erste Mal auf der Rennstrecke

Drei Tage vor dem eigentlichen Rennen konnten wir uns, weil die Rachel als großer Formel-1-Fan einen besonderen Pass für die gesamten Tage hatte, die Rennstrecke schon mal anschauen und das von einer Tribüne über den Boxen der Rennställe. Das Gelände ist ziemlich groß gewesen und für den Zutritt zu unterschiedlichen Bereichen benötigte man immer einen speziellen Zugangspass. Als die Porsche Carrera-Autos die Rennstrecke entlang gerast sind, war das wirklich laut und ich war froh, dass die Rachel spezielle Ohrenschützer dabei hatte. Anschließend schaute ich zusammen mit Rachel und Tristan noch ihre Plätze, die genau gegenüber der Tribüne der Siegerehrung waren, an. Obwohl ich mich bisher ja nicht für den Rennsport interessiert habe, war es wirklich spannend, die Vorbereitungen für ein solches Großereignis zu sehen und etwas von der Faszination, die der Sport auf die Formel 1- Fans ausübt, live zu spüren.

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Tolles Rahmenprogramm

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Am Tag des Rennens hatte man den Eindruck, als ob nicht nur halb Melbourne auf den Beinen war, sondern auch halb Deutschland. Denn von allen Seiten hörte man seine Muttersprache und sah Deutschlandflaggen. Mit Essen versorgt und die Campingstühle geschultert, machten wir uns morgens um 10 Uhr auf den Weg zum Albert Park, der Rennstrecke. Wenn man bedenkt, dass das eigentliche Rennen erst um 17 Uhr angefangen hat, mag das etwas früh erscheinen und auch mir war nicht ganz klar, warum wir unbedingt schon so viele Stunden vorher da sein mussten. Gut, dass wir aber auf David, einen der Spanier, gehört hatten, der schon Formel 1 erfahren ist. Nachdem wir die Kontrolle am Eingang, bei der nur sehr oberflächlich in die Taschen geschaut worden ist, hinter uns hatten, suchten wir uns einen Platz auf dem Rasen bei der ersten Kurve der Rennstrecke. Wie zu erwarten, waren wir nicht die Einzigen, die diese Idee hatten, und so sah man schon nach kurzer Zeit kein Gras mehr vor lauter Menschen. IMG_4757Mit Stühlen, Decken, Essen und Sonnenmilch ausgestattet, bereiteten sich die Formel 1-Fans auf einen langen Tag vor. Man könnte annehmen, dass die Stunden vor dem Rennen nicht vergehen wollen und sich Langeweile unter den Wartenden breit macht, aber weit gefehlt. Das Rahmenprogramm war so umfangreich, dass man gar nicht wusste, was man sich zuerst ansehen sollte: den Porsche Carrera Cup, den Profi-Skateboarder Tony Hawk in der Halfpipe, die Ferrari-Ausstellung, die Bike-Show, die Jet-Flugshow und vieles mehr. Es gab verschiedene Paraden unterschiedlicher Fahrer und Autos, Autogrammstunden, eine Graffitiwand, zahlreiche Informationstafeln und natürlich jede Menge Essens-, Getränke- und Merchandisingstände. Mit der Julia bin ich fast zwei Stunden herumgelaufen und habe mir alles angeschaut. Trotz der tausenden Menschen habe ich auf dem Gelände doch tatsächlich durch Zufall die Stefanie, die ich beim Informationstreffen für das Deutsche Filmfestival im Goethe Institut kennen gelernt hatte, gesehen! So verging die Zeit wie im Fluge und schon wurde die australische Nationalhymne gesungen.

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Internationales Treffen auf der Rennstrecke

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Als das Rennen gestartet war, sind alle von ihren Sitzen aufgesprungen, man konnte nicht mehr wirklich viel von der Rennstrecke sehen und das Geschehen hauptsächlich über den Bildschirm verfolgen. IMG_4880Großer Jubel kam natürlich immer auf, wenn Daniel Ricciardo – der australische Fahrer, an uns vorbeifuhr. Da ich mich ja nicht wirklich gut mit den Fahrern und Autos auskenne, konnte ich meist nur am Jubel der Leute um mich herum erkennen, wer gerade vorbeigefahren ist: Wenn David jubelte, war es Alonso; wenn Tommi jubelte (ausgestattet mit riesiger Flagge und das Gesicht in den Finnland-Farben bemalt) Raikkonen; wenn lauter Jubel ausbrach, der Australier und ab und an bekam ich mit, dass Vettel vorbeifuhr. 🙂 Für einen Formel 1-Laien wie mich war das Rennen gegen das vorher wirklich abwechslungsreiche Programm etwas langweilig und zog sich doch ziemlich hin. Wenn man an der Strecke steht, ist das Live-Gefühl ja auch immer nur in den paar Sekunden spürbar, wenn IMG_4862die Autos vorbeifahren – ansonsten starrt man auf die leere Strecke und den Bildschirm. Die wirklichen Formel 1-Fans waren auch etwas enttäuscht, dass der Sound der Autos aufgrund der geänderten Vorgaben am Fahrzeug leiser war. Ich dagegen fand es sehr angenehm, dass man nicht zwangsläufig einen Ohrenschutz gebraucht hatte. Als die 58 Runden (8 hätten es auch getan) 1533873_10202844001357654_25565869_ndann (endlich) vorbei waren und Nico Rosberg gewonnen hatte, stürmten alle Fans auf die Rennstrecke und rannten zur Siegertribüne. Um uns herum wimmelte es nur so von Flaggen aus aller Welt – so sah man unter anderem deutsche, finnische, spanische oder französische. Eine fröhliche Atmosphäre breitete sich aus, alle feierten miteinander und schauten sich – wenn auch wie wir von weitem – die Siegerehrung an. Von ein paar Deutschen borgten wir uns eine deutsche Flagge, machten ein paar Bilder, dann kamen immer mehr andere Leute mit Flaggen dazu bis wir irgendwann ein sehr lustiges Gruppenbild mit dutzenden Leuten hatten, die wir gar nicht kannten. 🙂 So schossen viele Fans Erinnerungsfotos auf der Rennstrecke und warfen einen Blick in die Boxen der Teams, bevor um 20 Uhr alle Besucherinnen und Besucher das Gelände verlassen mussten.

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Ahoi! Mein Besuch auf der MS Europa

25. Mai 2014 at 14:01

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

Wie klein die Welt doch manchmal ist! Über die Yvonne, meine ehemalige Kollegin und liebe Freundin aus Fulda, habe ich den Kontakt zur Bordfotografin Marusia vermittelt bekommen, die ich dann für das Weltreisemagazin interviewt hatte. Auf ihrer Reise quer durch die Welt, machte Marusia mit dem Kreuzfahrtschiff „MS Europa“ auch in Melbourne Station und diese Gelegenheit haben wir natürlich für ein Treffen genutzt! Leider hatten Marusia und ihre Kollegin Marina nur sechs Stunden für Melbourne Zeit, aber ich habe versucht, Ihnen so viel wie möglich zu zeigen. So haben wir ein bisschen Sightseeing gemacht und waren im DFO (Outletcenter) shoppen – auf ausdrücklichen Wunsch der beiden. 🙂 Wenn man monatelang auf einem Schiff unterwegs ist, hat man scheinbar nicht so viel Gelegenheit, ausgiebig Klamotten zu kaufen.

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Weil mich Kreuzfahrtschiffe schon immer interessiert haben, war es für mich toll, dass mich die beiden vor der Abfahrt des Schiffes mit an Bord nehmen durften. Im Schnelldurchlauf zeigte mir Marusia die verschiedenen Decks, ihre Kabine, die Aufenthaltsräume des Personals, die Restaurants, Bars und das Fitnessstudio. Die Kabinen sind schon wirklich eng und oftmals teilt man sich die noch mit einer Kollegin – da darf man keine Klaustrophobie haben. So hatte ich das Glück, nicht nur sehr sympathische Mädels kennen zu lernen, sondern auch noch Bereiche eines Kreuzfahrtschiffs zu sehen, die vor den Passagieren normalerweise verborgen bleiben. So ein Kreuzfahrtschiff ist schon eine Welt für sich. Außerdem konnte ich mich kurz mit der Kollegin von Marusia, die für das Bordmagazin verantwortlich ist, unterhalten und so einiges über die Pressearbeit an Bord erfahren.

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Als das Schiff wieder ablegte, lief ich von Port Melbourne am Strand etwa eine Stunde lang nach St. Kilda. Das ist eine schöne Strecke und da stehen tolle Häuser mit einem genialen Blick auf den Strand und das Meer.

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„Ja mir san mit’m Radl da“ – Eine Fahrradtour zum Brighton Beach

24. Mai 2014 at 15:16

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

Habt Ihr 200.000 Dollar übrig? Wennn Ihr in Brighton wohnen und dort Steuern zahlenIMG_4622 würdet, könntet Ihr Euch zum Beispiel eine der berühmten Strandhütten dort leisten. Die 82 bunten Hütten sind ein berühmtes Fotomotiv und das wollte ich mir zusammen mit der Julia (macht ein Praktikum in Melbourne) und der Sarina (auch ein deutsches Au Pair) mal aus der Nähe anschauen. Also haben wir uns Fahrräder an einer „Bike Share“-Station ausgeliehen, die es überall in Melbourne gibt.  Man zahlt nur einen geringen Betrag, kann die erste halbe Stunde sogar umsonst fahren und je länger man das Fahrrad hat, desto höher werden die Stundensätze. Für kurze Strecken lohnt sich das also. Von St. Kilda aus fuhren wir am Strand entlang zum Brighton Beach (7km) – eine sehr schöne Strecke! Da stehen tolle Häuser in Strandnähe! Brighton ist ein Vorort von Melbourne, in dem nicht gerade die ärmsten Leute wohnen.

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1557436_10203318864243201_1077900830_nDie Strandhütten selber sind alle aus Holz, haben die selbe Größe, kein fließend Wasser oder Strom. Alle sind unterschiedlich bemalt und manche sehen schon etwas heruntergekommen aus. Sie sind nicht besonders groß oder schön, es passen ein paar Strandutensilien rein, aber besonders luxeriös sind sie nicht. Allerdings ist es scheinbar ein Statussymbol für diejenigen, die schon alles haben und nicht wissen, was sie mit ihrem Geld noch anstellen sollen. Nachdem wir dort hingeradelt sind und einige Bilder gemacht hatten, ging es für Julia und mich wieder zurück nach St. Kilda. Eigentlich dachten wir, dass wir die Fahrräder in Brighton Beach abgeben, uns dann dort aufhalten und dann wieder welche ausleihen könnten. Aber überall in Melbourne gibt es diese Fahrradstationen – nur nicht am Brighton Beach! Also hatten wir die Fahrräder ein paar Stunden und mussten am Ende über 30 Dollar für die Fahrradtour zahlen. Egal – es hatte sich auf jeden Fall gelohnt.

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Falls ich mal irgendwann nicht wissen sollte, was ich mit meinem vielen Geld anfangen soll – eine solche Strandhütte würde ich mir auf jeden Fall nicht zulegen! Dann doch lieber ein paar Milliönchen drauflegen und ein richtiges Haus am Strand (dann würde ich aber eines an einem der östlichen Strände von Sydney bevorzugen)! 🙂

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Der Pinguin-Countdown

22. Mai 2014 at 3:41

Posted from Ventnor, Victoria, Australia.

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„Wir sind noch nicht soweit, aber etwa in 15 Minuten da – sagt Ihr das bitte den Touristen?“ – so in etwa haben wir uns vorgestellt, dass die Pinguine jeden Abend Bescheid geben, wann die Besucher mit ihrem großen Auftritt rechnen können. Denn gleich am Eingang des Infozentrums steht auf einem Bildschirm: „Die Pinguine werden heute um 20:29 Uhr erwartet“. 🙂 Hört sich lustig an, oder? Die in Victoria berühmte Pinguin-Parade lockte auch Sophie, Eva, Michelle und mich für einen Tagesausflug nach Phillip Island – etwa 80km südöstlich von Melbourne gelegen.

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Sophie bekam das Auto ihrer Gastfamilie und so machten wir uns früh am Morgen auf den Weg. Das Wetter war herrlich und wir freuten uns darauf, die kleine Insel, die nach dem ersten Gouverneur Australiens benannt ist, zu erkunden. Die Insel selber ist nur etwa 100 Quadratkilometer groß und man ist innerhalb von 15 Minuten von einem Ende zum anderen gefahren. Aber gerade in den Sommermonaten ziehen die schöne Natur, die traumhaften Strände und die verschiedenen Tierarten über 40.000 Besucher an. Viele Familien aus Melbourne – natürlich nicht die armen – haben dort auch ein Ferienhaus. So gern ich auch in Melbourne bin, es ist immer mal schön, für eine Weile aus der Stadt rauszukommen. Denn die Natur ist ja schließlich das, was Australien ausmacht. Gut gelaunt fuhren wir, besser gesagt Sophie, über die Insel und fanden einen wunderschönen Strand für unser Picknick – Anzacs Beach. IMG_4296 Obwohl es ein Samstag und traumhaftes Wetter war, sahen wir dort kaum Touristen. Nur ein paar einheimische Angler und Surfer. Nun dürft Ihr dreimal raten, wem wir mehr Beachtung geschenkt haben. 😉 Wir hatten alle viele leckere Sachen mitgebracht (Kräuterbaguette, Salat, Obst, Kekse,…) und ließen es uns schmecken. So könnte es jeden Tag sein – am Strand sitzen, picknicken, hübschen Surfern zuschauen und das grandiose Wetter genießen.

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Da wir uns aber auch noch den Rest der Insel anschauen wollten, IMG_4359mussten wir wohl oder übel aufbrechen. IMG_4360Als nächstes liefen wir durch ein kleines beschauliches ÖrtchenIMG_4353, aßen ein Eis und fuhren dann zur Südwestspitze der Insel. Dort führen Holzstege entlang der Basaltküste und die Gegend sieht wirklich traumhaft aus. Auf dem Weg dorthin ist uns auch ein Wallaby in der freien Natur begegnet. Seehunde, die es dort auch zuhauf geben soll, haben wir nicht gesehen. Also keine lebenden, denn von oben haben wir einen erspäht, der verdächtig lange und in komischer Verrenkung auf den Steinen „geschlafen“ hat… Unter den Holzstegen begrüßten uns aber schon die ersten Pinguine, die in der Mauser waren! Wie putzig die sind!

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Am Abend, zwei Stunden vor ihrer erwarteten Ankunftszeit, gingen wir dann zur Pinguin-Parade. IMG_4400Ich hatte noch nie Pinguine in der Natur gesehen (also bis auf die ein paar Stunden zuvor) und freute mich total darauf. Meiner Freude konnte es auch keinen Abbruch tun, dass die Ankunft der Pinguine natürlich kommerziell total ausgeschlachtet wird. Das Besucherzentrum bietet nämlich nicht nur Informationen, sondern es hat auch einen großen Shop mit allem, was das Pinguin-Liebhaber-Herz begehrt. Ich gebe zu, ich habe auch eine Pinguin-Parade-Tasse und zwei Schlüsselanhänger gekauft – kommt ja alles den Pinguinen zugute! 🙂IMG_6412IMG_6409 Außerdem kann man sich zum Beispiel vor einem Blue Screen fotografieren lassen und dann steht man plötzlich auf dem Bild mitten zwischen den Pinguinen am Strand. Kurz etwas zu den Pinguinen: Die Kolonie der kleinsten Pinguine der Welt ist mit etwa 32.000 Exemplaren auf der Insel verteilt (eine der größten Kolonien ihrer Art auf der Welt), allerdings ist nur dieser Strandabschnitt für die Touristen zugänglich, um die anderen zu schützen. Seit 90 Jahren kommen Touristen und Einheimische zu diesem Strand, um zu beobachten, wie die Pinguine nach Sonnenuntergang aus dem Meer auftauchen, den Strand überqueren und zu ihren Nistplätzen in den Sanddünen watscheln. Im Laufe der Zeit sind neun von zehn Kolonien Füchsen, Katzen oder Hunden zum Opfer gefallen und das ist die einzige, die überlebt hat. Jeden Abend kommen bis zu 800 Pinguine, auf deren Ankunft im letzten Jahr 526.000 Besucher gewartet haben. Das Zentrum hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Pinguine zu schützen und im vergangenen Jahr 3,2 Mio Dollar für Forschung, Umwelt- sowie Bildungsprogramme ausgegeben. Gelernt habe ich zum Beispiel, dass Pinguine nicht lange fackeln, wenn es mit dem Partner in Bezug auf den Nachwuchs nicht so gut läuft – sie suchen sich dann einfach einen anderen. Die jährliche „Scheidungsrate“ liegt bei den Kleinen Pinguinen bei stolzen 18-50%!

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Wir saßen also mit hunderten anderen Touristen am Strand und warteten in der Dunkelheit auf die Ankunft der Stars des Abends. Na ja, so wirklich dunkel war es nicht, denn es waren Scheinwerfer auf den Strand gerichtet, so dass die Menschen auf den Tribünen auch etwas sehen können. Pinguin-Parade_1Wenn man da so sitzt, auf den dunklen Ozean schaut und über eine Stunde wartet, dann kann es richtig kalt werden. So waren wir sehr froh, dass wir Decken hatten, denn die Pinguine haben sich ganz schön Zeit gelassen. Dabei haben wir auch rumgewitzelt, dass vielleicht jeden Abend Mitarbeiter des Besucherzentrums mit einem Boot rausfahren und die Pinguine für die Touristen ins Wasser werfen. 🙂 Weil das Licht natürlich nicht bis zum Wasser reicht, musste man sich wirklich konzentrieren, um zu erkennen, ob die Schatten schon Pinguine sind. Als es dann endlich soweit war und die ersten an Land gewatschelt sind, war das wirklich ein Erlebnis! Ganz vorsichtig und in kleinen Gruppen liefen sie immer nur ein paar Meter, schauten sich dann um (ob irgendwo ein Feind lauert, weil sie bis auf ein paar Felsen am Strand ziemlich ungeschützt sind) und gingen schnell in der Gruppe weiter. Sehr süß!!! Pinguin-Parade_2Mal waren es nur drei oder vier, mal um die 20 oder 30 auf einmal. Leider sind sie nicht direkt an uns vorbeigelaufen, aber trotzdem war es faszinierend, ihnen zu zuschauen. Insgesamt sind an dem Abend 749 Pinguine gekommen! Das hätten wir nicht gedacht, es sah gar nicht nach so vielen aus. Als dann die letzten „strandeten“, konnten wir die Pinguine (also die Besucher auf Holzstegen und die Pinguine nebendran auf ihren Wegen) ein Stück zu ihren Nistplätzen begeiten. Das war wirklich ein Bild für die Götter! In kleinen Gruppen liefen sie die beleuchteten Wege oder teils auch querfeldein hoch, direkt neben den Touristen und lassen sich von den vielen Menschen nicht stören. Sooo goldig, sag ich Euch. Da möchte man direkt einen in die Tasche stecken! 🙂 Da war was los! Die vielen Menschen, die neben den Pinguinen hergelaufen sind und die Pinguine, die in den unterschiedlichsten Tönen miteinander kommunizierten (teilweise klang es wie Eselslaute) und sich von den aufgeregten Menschen nicht aus der Ruhe bringen ließen. Leider durfte man nicht fotografieren (das Blitzlicht schadet angeblich den Augen der Tierchen, aber sicherlich wollen sie so auch mehr Postkarten verkaufen :-)), aber das hielt natürlich einige nicht davon ab, es doch zu machen. Da kann man richtig wütend werden, denn wenn es den Kleinen Pinguinen wirklich schadet, ist das ja allerhand – solche Deppen!

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Nach etwa einer Stunde war das Spektakel wieder vorbei und wir auch ziemlich durchgefroren. Aber ich fand es war trotz der kommerziellen und vertouristeten Aufmachung ein tolles und unvergessliches Erlebnis! Gegen Mitternacht erreichten wir nach diesem aufregenden Tag wieder Melbourne.

Das Immigration Museum oder Wie neun Mio. Menschen nach Australien kamen

19. Mai 2014 at 16:20

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

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Seit 1788 sind über 9 Millionen Menschen nach Australien eingewandert. Einer von vier Einwohnern des Bundesstaates Victoria wurde im Ausland geboren. Da liegt es nahe, sich die Geschichte der Einwanderung im „Immigration Museum“ mal näher anzuschauen. Die ersten deutschen Einwanderer kamen 1849 und viele weitere folgten und hofften, Gold zu finden. Schnell wurden die Deutschen die größten Gruppe nach den Briten. Die Zuwanderung aus Deutschland setzte sich bis ins 20. Jahrhundert fort. Während des Ersten und Zweiten Weltkriegs gab es (wie nicht anders zu erwarten) eine starke anti-deutsche Stimmung in Australien. Was mich aber doch erstaunt hat, war, dass die Australier Deutsche, Italiener, Japaner und Menschen aus 30 weiteren Ländern – insgesamt 12.000 – in 18 Lagern interniert haben. Davon hatte ich noch nirgendwo etwas gehört. Im Zensus 2011 zählte man in Victoria rund 28.000 in Deutschland Geborene.

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Das Immigration Museum ist wirklich interessant und auch richtig interaktiv aufgebaut. Am Anfang erfährt man viel über die Geschichte der Immigration in Australien, wobei die Deutschen als eine der größten Gruppen auch oft erwähnt werden. Anhand einer italienischen Einwanderin wird gezeigt, was die Menschen dazu gebracht hat, sich am anderen Ende der Welt ein neues Leben aufzubauen, welche Hoffnungen sie hatten und wie es ihnen ergangen ist. Toll fand ich auch den Nachbau eines Schiffes, mit dem 1840 Einwanderer aus Irland nach Australien gekommen sind. Man kann durch die Schlafräume der Passagiere und der Crew sowie durch das Zimmer des Kapitäns gehen und auch einen Blick in die Toilette werfen (ob man das möchte, ist eine andere Frage). Das Besondere daran ist, dass man währenddessen Geräusche hört, die man zu der Zeit normalerweise auch auf einem Schiff gehört hätte: das knarzende Holz, schreiende Kinder, sich unterhaltende Menschen – sogar die Geräusche, die Menschen so auf dem Klo machen… Sehr anschaulich! 😉

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Außerdem werden die verschiedenen Stufen der Einwanderungspolitik des Landes erklärt und man kann Videos von Interviews, die mit Leuten geführt wurden, die nach Australien einwandern wollten, anschauen. Je nach der jeweiligen Einwanderungspolitik der 1920er, 1950er oder der Gegenwart muss man dann entscheiden, ob man der Einwanderung zugestimmt hätte oder nicht. Wenn man sich dafür oder dagegen ausgesprochen hat, erfährt man, ob die eigene Entscheidung mit der der australischen Regierung übereinstimmt. Das ist sehr interessant und wir haben uns einige Interviews angeschaut. Manchmal war es wirklich nicht einfach und wir lagen oft daneben. Einem Mann aus dem Nahen Osten, der Asyl beantragt hatte, beim Interview ziemlich in die Mangel genommen wurde und sich teilweise auch in Widersprüche verstrickte, hätten wir kein Aufenthaltsrecht gegeben, obwohl er es von der Regierung bekommen hatte. Dafür war uns ein Pärchen sehr sympathisch, die aus Europa einwandern wollten. Allerdings werden ihre Berufe hier momentan nicht gebraucht, so dass sie einen negativen Bescheid bekamen. Im oberen Stockwerk des Museums schauten wir uns anschließend noch eine Ausstellung zum Thema „Identitäten“ an.

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