Bye, bye, schönes Australien!
Posted from Dubai, Dubai, United Arab Emirates.
Nach 343 unvergesslichen und aufregenden Tagen in Australien musste ich Down Under Lebewohl sagen. Vom Hochsommer ging es für mich wieder in den Winter. Ich hatte in den letzten Monaten so viele neue Erfahrungen gesammelt, neue Freunde gefunden und die tollsten Sachen erlebt. All das wird mir ewig in Erinnerung bleiben und ich bin so froh, dass ich mich für dieses Abenteuer entschieden habe!
Nachdem ich mich von den Freunden, die so kurz vor Weihnachten
noch in Melbourne waren, und meinen liebgewonnenen Babysitterfamilien verabschiedet hatte, feierten wir am Wochenende vor meiner Abreise noch ein letztes Mal so richtig. Zusammen mit Duy, Daniel, der Italienerin Jessica und Freunden vom Duy aßen wir erst im „Lentils“ im Konvent, gingen dann in die schicke Cocktailbar „Blue Diamond“, von deren Balkon man einen genialen Blick hat, zogen dann weiter in ein Irish Pub (in dem es Live-Musik gab), ins „Little Red Pocket“ (bei dem ich den Türsteher überredete, einen Teil von uns umsonst reinzulassen)
und landeten am Schluss im Club „Rats“. Duy und ich tanzten dort eine Weile und machten lustige Bilder in einer Photo-Box – ein rundum schöner Abend! Am Ende trafen wir uns noch mit seinem Bruder Ngoc, aßen etwas bei „Lord of the Fries“ (diese Pommes schmecken ja wirklich unglaublich lecker) und verabschiedeten uns dann. Ist schon komisch, wir hatten ja ein halbes Jahr lang so viel zusammen gemacht, uns wirklich gut verstanden und auch gut unterhalten – dann verabschiedet man sich und man weiß nicht, ob und wann man denjenigen wiedersieht. Schön ist aber, dass ich mit dem Duy noch in Kontakt bin und er versprochen hat, mich mal in Deutschland zu besuchen. Mal schauen. 🙂
Packstress
Dann hieß es Koffer packen und das machte mir am meisten Sorgen. Denn obwohl ich schon vor unserer Ostküstentour 8
Kilo per Seamail (Souvenirs, Geschenke, etc.) nach Hause geschickt hatte, musste ich unbedingt aussortieren. Ein paar Sachen wie Bücher, meinen Fön, etc. konnte ich an andere Au Pairs oder Backpacker verkaufen. Einige meiner Klamotten und Schuhe hatten ihre Dienste getan und waren nach den Monaten kaputt oder nicht mehr wirklich schön, so dass ich sie der australischen Müllabfuhr überließ. Was mir allerdings schwer fiel war, dass ich 15 Nagellacke da lassen musste. Kim hatte mir etwa 30 Nagellacke geschenkt, die sie nicht benutzt und die teilweise noch neu waren. Leider waren die allein 3 kg schwer… Von allen wollte
ich mich aber nicht trennen, also steckte ich sie mir in die Jackentaschen. 😉 Eigentlich darf man ja keine Flüssigkeiten mit ins Handgepäck nehmen oder man muss sie in so Tütchen stecken. Ich ließ es drauf ankommen und weder in Melbourne, noch in Sydney oder Dubai sagte jemand etwas – so viel also zu den Kontrollen! An meinem letzten Tag in Melbourne holte ich noch Sachen von der Reinigung, löste mein Konto bei der Westpac auf, ging zur Post, putzte bei der Kim und lief ein letztes Mal am Strand von St. Kilda entlang. Was für ein komisches Gefühl, Melbourne nach so einer langen Zeit wieder zu verlassen. Ich fühlte mich dort sehr wohl und alles war so vertraut. Aber ich freute mich auch sehr auf Zuhause, auf meine Familie, meine Freunde und auf Deutschland! Auf
den Winter allerdings freute ich mich gar nicht. Nach dem langen und unerwartet kalten Winter in Melbourne sehnte ich mich so nach den Sommer, den ich leider nur kurz genießen konnte. Der Weg zum Flughafen war lang: Weil ich nicht mehr alles in den Koffer brachte, zog ich lange Klamotten an, meine hellblaue Outdoorjacke (mit den 15 Nagellacken in den Taschen) und trug meinen Wintermantel über dem Arm. Leider konnte mich der Duy nicht zum Flughafen fahren, weil er es nicht rechtzeitig aus der Arbeit zu mir geschafft hätte. Um Geld zu sparen wollte ich die Tram in die Stadt nehmen und von Southern Cross dann mit dem Sky Bus zum Flughafen fahren. Leider ließ die Tram ewig auf sich warten und es gestaltete sich schwieriger als ich dachte, in der Polarkluft einen 30,5 kg schweren Koffer den Berg bis zur Tram-Haltestelle hochzuschieben, wenn man noch einen 12kg schweren Rucksack auf dem Rücken und Nagellacke in den Taschen hat. Ein Mann, der mir entgegenkam, sah meinen hochroten Kopf und sagte zu mir „I´m so sorry“ – ja, das war ich auch. 😉 Hätte ich doch nur ein Taxi genommen…
Schlaflos in Sydney
Am 22. Dezember abends um 20:50 Uhr flog ich also dann mit Tigerair von Melbourne nach Sydney. Denn da ich ja im Januar von Frankfurt nach Sydney geflogen war, musste ich auch von dort wieder zurück. Eigentlich wollte ich wegen des
Gepäcks (Tigerair schaut genau auf jedes Gramm) erst mit
dem Bus nach Sydney fahren, das hätte aber mindestens 10 Stunden gedauert und mehr als der Flug gekostet. Ich bibberte, weil ich 2kg zu viel Handgepäck hatte – der Koffer passte genau, das halbe Kilogramm zuviel machte scheinbar nichts. Jeder vor mir musste sein Handgepäck auf eine Waage stellen, nur bei mir sagte die Frau „Gehen Sie durch“ – Puh, geschafft, war ich erleichtert, als ich im Flugzeug saß! Da ich die Nacht davor vor lauter Aufregung und zig Sachen, die ich noch erledigen wollte (Bettwäsche waschen, putzen, packen, etc.), nicht geschlafen hatte, war ich froh, für eine Stunde mal kurz die Augen zumachen zu können. Wirklich schlafen konnte ich natürlich nicht. Um 22.15 Uhr kam ich am Flughafen in Sydney an und suchte den Raum, in dem sich die Passagiere aufhalten konnten, die so
früh weiterfliegen, dass sie am Flughafen übernachten müssen. Von diesem „Raum“ hatte ich in Backpackerforen gelesen. Tja, der „Raum“ ist allerdings nur ein Durchgang, in dem ein
paar Stühle stehen und es eine Toilette gibt. Das Tollste war aber, dass die um uns herum an den Türen Gitter runterließen und wir so bis 3 Uhr morgens dort eingesperrt waren! Unglaublich! Ich war eine der glücklichen, die noch einen Sitzplatz ergatterte, viele lagen oder saßen auf dem Boden. An schlafen war aber nicht zu denken, denn über Lautsprecher wurde die ganze Nacht Weihnachtsmusik gespielt, ständig lief ein Flughafenmitarbeiter herum, zählte die Leute und wollte unsere Flugtickes sehen (als ob sich dort jemand freiwillig einsperren lässt). Eigentlich wollte ich in den 7 Stunden, die ich dort verbringen musste, viel erledigen, E-Mails und meinen Blog schreiben, Nägel lackieren, etc. – leider kam ich damit nur bedingt voran, weil ich das Glück hatte, sehr gesprächige Sitznachbarn zu haben: Eine Frau mit Kind aus Samoa und einen jungen Journalisten aus Hong Kong, mit dem ich über die Menschenrechtssituation in China redete. Tja, schlafen wird auch überbewertet. 😉
Endlich daheim
Die Nacht zog sich zwar hin, aber sie ging doch schneller rum als ich dachte. Ich kam mir ein bisschen vor wie Tom Hanks im Film „Terminal“. 😉 Mit dem Unterschied, dass ich nach 7 Stunden weiterflog nach Dubai. Nach meiner zweiten Nacht ohne Schlaf – langsam gewöhnte ich mich dran. Der A380 ist schon ein tolles Flugzeug, in dem ich die rund 14 Stunden bis Dubai gut aushielt. Ich wurde mit reichlich gutem Essen verwöhnt, schlief etwas und schaute mir ein paar Filme und Serien an. Von Dubai aus ging es eine Stunde später weiter nach Frankfurt – weitere 7 Stunden in der Luft. Insgesamt war ich schließlich von Melbourne nach Frankfurt stolze 32 Stunden unterwegs! Dank der Zeitverschiebung flog ich aber am 23. Dezember morgens in Sydney los und kam abends am selben Tag deutscher Zeit in Frankfurt an. Von den 30 Grad Celsius in Melbourne verwöhnt, musste ich mich erstmal an die kalten 8 Grad in Deutschland gewöhnen. Nachdem mein Pass kontrolliert war und ich mein Gepäck hatte, sah ich nach fast einem Jahr meine Familie wieder! Endlich konnte ich sie wieder in die Arme schließen! War das schön! Obwohl wir uns so lange nicht live (nur über Skype) gesehen hatten, kam es mir so vor, als wäre es erst gestern gewesen. Das vertraute Gefühl war nie weg – dank der modernen Technik (Skype, E-Mails, What´sapp, etc.) waren wir ja so gut wie jeden Tag in Kontakt gewesen und ich war über alles, was in ihrem Leben passiert ist, auf dem neuesten Stand und umgekehrt. Was mich besonders freute war, dass sie extra ein Plakat gestaltet hatten, auf dem stand: „1 Jahr Australien – Endlich daheim“. Genau so war es! So schön das Jahr war, es war schön, wieder daheim zu sein – und vor allem genau zu Weihnachten. 🙂



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