Koalas auf Magnetic Island
Posted from Townsville, Queensland, Australia.
Als wir gegen Mittag in Townsville angekommen sind, haben wir uns auf dem Castle Hill erstmal einen Überblick über das Städtchen verschafft und konnten auch schon die Insel Magnetic Island sehen. Als Kapitän Cook 1770 an der Insel vorbeisegelte und große Abweichungen am Kompass feststellte, dachte er, dass die Insel aus erzhaltigem Gestein besteht und dadurch magnetisch ist. Deshalb nannte er sie „Magnetic Island“. Allerdings hatte er mit seiner Vermutung unrecht, die Insel besteht hauptsächich aus nichtmagnetischem Granit. Anziehend wirkt die Insel, auf der etwa 2500 Leute wohnen, mit ihren schönen Stränden und dem Nationalpark heute aber auf Touristen und Backpacker. So fuhren wir, nachdem wir uns die Strandpromenade von Townsville angeschaut und ein leckeres Eis gegessen hatten, mit der Fähre nach Magnetic Island. Unseren Campervan ließen wir auf einem Parkplatz stehen und nahmen alle Wertsachen raus.
Die Überfahrt dauerte etwa 20 Minuten. Untergebracht waren wir in einem Hostel direkt am Strand, die Lage war wirklich genial und die Anlage auch ganz schön. Allerdings waren die Toiletten und Duschen nicht so sauber wie wir es von den meisten Campingplätzen gewohnt waren. 
Wir schliefen in einem Sechserzimmer und sehnten uns zu unserem Campervan zurück. 🙂 Nachdem wir eingecheckt hatten, fuhren wir mit dem Bus zum Nationalpark und machten uns auf die Suche nach Koalas. Mit anderen Backpackern, die alle auch in unserem Hostel übernachteten, entdeckten wir auch bald den ersten Koala und machten viele Bilder. Viel besser war aber die Koalamutter mit ihrem Jungen, die wir fast am Ende sahen und eine ganze Weile beobachteten. Das Kleine war wach, kletterte, fraß, kratzte sich und kletterte schließlich auf den Bauch seiner schlafenden Mutter und legte sich für ein Nickerchen quer drüber. Unglaublich süß! Dem Kleinen hätten wir ewig zuschauen können! Lustig war auch, dass wir ein Mädel, das wir auf der „Ocean Freedom“ kennengelernt hatten, dort wiedersahen. Sie übernachtete auch in unserem Hostel und mit ihr und zwei anderen deutschen Mädels, die nach dem Abi nach Australien sind, kochten wir gemeinsam und verbrachten mit ihnen den Abend. Im Hostel war Ladiesnight, es gab einen Punch für einen Dollar und einige Jungs hatten sich in Frauenkleider geschmissen. Was man nicht alles so mit 18 macht…. Ja, wir waren sicherlich die Ältesten im Hostel – gut zehn Jahre älter als alle anderen. Mitgehangen, mitgefangen, also tanzten wir mit den Jungspunden auf den Tischen. 🙂 Aber so „lustige“ Spielchen wie „Wer kann eine zehn Cent-Münze mit dem Mund vom Boden aufheben ohne mit den Knien oder den Händen den Boden zu berühren“ haben wir dann doch ausgelassen. 😉 In unserem Zimmer hatten ein Mädel und ein Kerl auch in der Nacht eine kleine Privatparty veranstaltet… Wir waren uns einig, dass wir froh sind, nicht in Hostels zu schlafen, sondern unseren Campervan zu haben.
Am nächsten Tag nahmen wir um 8 Uhr früh die Fähre zurück nach Townsville und damit startete der Tag, an dem alles schief ging. Als erstes hatte die Angela ihre Jacke im Hostel vergessen und natürlich hatte sie keiner abgegeben. Das ist echt blöd gelaufen. Gott sei Dank war aber bei unserem Campervan alles in Ordnung und wir machten uns auf den Weg nach Airlie Beach. Das kleine Städtchen ist ganz nett, hat einen schönen Strand, ist aber ansonsten ein richtiger Touriort mit vielen Kneipen, in denen die Backpacker und sonstigen Touristen schon nachmittags betrunken feiern. Von dort sollte unsere Whitsundays Tour starten. Wir freuten uns auf die zweitägige Segeltour, aber unsere gute Laune war schlagartig vorbei, als das Mädel im Reisebüro – wir mussten für die Tour einen Tag früher einchecken – sagte: „Guys, we have a problem.“ Da fing der Ärger an, denn das Reisebüro in Melbourne und das in Airlie Beach haben einen Fehler mit unserer Buchung gemacht (natürlich schiebt jeder dem anderen die Schuld zu), so dass der Flo auf dem Segelboot „Iceberg“ und die Angela und ich auf dem Katamaran „On Ice“ gebucht waren. Wir wollten aber unbedingt auf ein Segelboot und hatten von der „Iceberg“ schon so viel Gutes gehört. Außerdem war der Katamaran über zwei Nächte und die Zeit hätten wir gar nicht. Da beide Boote ausgebucht waren, mussten sich also zwei Leute bereit erklären, vom Segelboot auf den Katamaran zu wechseln. Na super, so kurzfristig ist das natürlich nicht so leicht. Kelly, unsere sehr nette und durch dieses Durcheinander sehr gestresste Reisebürofrau, konnte aber leider die beiden Mädels, die für einen Tausch in Frage kommen würden, nicht erreichen. So mussten wir bis zum nächsten Morgen warten, ob es klappt oder nicht. Wir waren natürlich super genervt und saßen den ganzen Abend wie auf Kohlen, denn die Whitsundays Segeltour würde sicherlich eines der Highlights unseres Trips werden. Beim Zubereiten des Abendessens ist mir dann noch ein Teller mit frisch geschnittenen Tomaten auf meine helle Hose gefallen, die nun voller Tomatenflecke ist. Es hat also alles an dem Tag gepasst. Unsere Chance war 50:50, dass der Segelturn klappt. Konnte Kelly die beiden Mädels überreden? Was denkt Ihr?









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