“Down under” der Faszination des Rennsports auf der Spur – Artikel zur Formel 1 in „Fulda aktuell“

30. März 2014 at 14:57

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

Hier schon mal ein kleiner Vorgeschmack auf meinen Blogeintrag zur Formel 1, der bald kommen wird! 🙂

Denn am Wochenende ist ein Artikel von mir in der Wochenzeitung „Fulda aktuell“ erschienen:

http://lokalo24.de/news/down-under-der-faszination-des-rennsports-auf-der-spur/460346/

Viel Spaß beim Lesen und liebe Grüße nach Deutschland! 🙂

 

Meine neue Freundin, die China-Oma :-)

30. März 2014 at 12:23

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

Da saß ich also an dem Tisch mit einer 80-jährigen Chinesin, einer hübschen 20-jährigen ukrainischen Schauspielerin und einer chinesischen Krankenschwester. Tja, wie es dazu kam, das ist eine interessante Geschichte. 🙂

Von Beatriz hatte ich erfahren, dass es ein multikulturelles Zentrum in Melbourne gibt, in dem man umsonst Sprachkurse belegen kann. Da es ja nie schaden kann, seine Sprachkenntnisse im Ausland aufzupolieren, erkundete ich mich nach geeigneten Kursen. Die so genannten „Talking Circles“ hörten sich gut an: „Wenn Sie in kleinen Gruppen Gesprächssituationen für Ihren Berufsalltag mit Freiwilligen üben möchten, kommen Sie zum Talking Circle“. Das ist genau das Richtige für mich, dachte ich. So kann ich für meinen nächsten Job berufsspezifische Gespräche einüben, neues Vokabular lernen und vielleicht auch etwas für Präsentationen aufschnappen. Ich schrieb mich also ein und war begeistert, als ich einen Platz bekam. An einem Donnerstag zwischen 13 Uhr und 14 Uhr sollte es losgehen und voller Vorfreude fuhr ich zum Sprachzentrum. Da gab es die erste Überraschung: Zu unserem Klassenzimmer gelangten wir durch eine Tiefgarage! Der fensterlose Raum erinnerte etwas an einen Bunker, aber das ließ meinen Enthusiasmus nicht im geringsten abebben. Ich wollte etwas lernen und mich für künftige Jobs weiterbilden. Ein paar andere Wissbegierige waren schon im Raum. Dort standen vier runde Tische, an denen vereinzelt Leute saßen. Hinten rechts unterhielten sich zwei Frauen um die 40 und hinten links am Tisch saß einsam und verlassen eine ältere Asiatin. Am liebsten hätte ich mich zu den zwei Frauen gesetzt, aber irgendwie tat mir die ältere Dame leid. Also setzte ich mich zu ihr.

Sprechen wir eine Sprache?

Doch wer zu nett ist, den bestraft bekanntlich das Leben. Denn die alte Dame war nicht nur ziemlich unfreundlich, sondern sprach auch ein sehr schlechtes Englisch. Unser Gespräch lief in etwa so ab (auf Deutsch übersetzt):

Ich: „Hallo, ich heiße Christine. Ich komme aus Deutschland, arbeite momentan in Melbourne und bleibe ein Jahr in Australien.“

Die ältere Dame: „Ich heiße hongzidingdsa und komme aus China. Ich bin 80 Jahre alt.“

Ich: „Entschuldigung, ich habe Ihren Namen nicht verstanden. Wie heißen Sie? Was, 80 Jahre, das sieht man aber gar nicht! (tja, was soll man sonst sagen, sie hätte auch gut 90 sein können) Toll, dass Sie in Ihrem Alter Sprachkurse besuchen.“

Die ältere Dame: „Hong-zid-ings-da“ (nun hat sie es ganz langsam mit einem ganz schlimmen Chinesisch-Englischen-Akzent gesagt und mich angeschaut, als wäre ich etwas schwer von Begriff).

Ich: „Achso (ich hatte ihren Namen immer noch nicht richtig verstanden – geschweige denn, dass ich in mir hätte merken können), freut mich. Wie lange sind Sie denn schon in Melbourne?“

Die ältere Dame: „Seit 45 Jahren komme ich immer wieder her.“ (das hatte ich zumindest unter höchster Konzentration aus ihrem Kauderwelsch herausgehört)

Ich: „Toll und wie lange bleiben Sie hier?“

Die ältere Dame (nun ziemlich barsch und als hätte sie es mit einer Vollidiotin zu tun): „Das habe ich doch gerade gesagt! Ich wohne seit 45 Jahren hier!“ (achherje, jetzt reimte ich mir zusammen, dass die Frau tatsächlich schon 4 Jahrzehnte hier wohnt, aber scheinbar jetzt das erste Mal aus Chinatown herausgekommen ist)

Die Konversation wurde immer unangenehmer und ich war froh, dass sich nun zwei weitere Frauen zu uns an den Tisch setzten und ich somit nicht mehr allein mit der Oma war. Rechts neben hatte eine sehr grazile und hübsche etwa 20-jährige Ukrainerin Platz genommen, die Schauspielerin ist, mit einer leisen ruhigen Stimme sprach und ihre Schwester in Melbourne für ein paar Wochen besucht. Links neben mir saß nun eine etwa 40-jährige Chinesin, die Krankenschwester und auf Jobsuche ist und sehr fröhlich war. Gegenüber von mir die böse Oma, die (wie ich nun erfahren hatte) anscheinend (mit nicht sehr großem Erfolg) schon einige Sprachkurse besucht hatte. Eine lustige Truppe also. 🙂

Die Freiwilligen

Was erwartete uns nun? Ich war bereit, viel Nützliches für den Job zu lernen! Die Frau vom multikulturellen Center erklärte uns, dass gleich die Freiwilligen kommen würden, die mit uns Gesprächssituationen üben. Und da waren sie auch schon: In der Tür unseres fensterlosen grauen Bunkers standen vier Personen – zwei Frauen und zwei Männer – in Anzug und Kostümen. Wie sie da standen, in ihren Bussinessoutfits und auf uns – die Ausländer – herab schauten (also tatsächlich und nicht unbedingt ildlich gesprochen), das war eine seltsame Situation. Ich saß da und fühlte mich wie ein Flüchtling, dessen sich jemand erbarmt und sich mit ihm beschäftigt. Die Freiwilligen waren natürlich ganz nett und es ist ja auch eine super Sache, dass sie ihre Mittagspause opfern, um anderen Englisch beizubringen. Aber ich fühlte mich irgendwie fehl am Platz.

Was ist Dein Lieblingstier?

Zu uns kam eine junge Frau, etwa so alt wie ich, die in einer Anwaltskanzlei als Juristin arbeitet und schon mehrere Jahre als Freiwillige tätig ist. Sie war sehr freundlich und ging offen auf uns zu. Welche Situationen für den Beruf Sie uns wohl beibringen wollte? Trotz der seltsamen Situation war ich immer noch optimistisch, dass mir dieser Kurs etwas bringen würde. Das änderte sich aber schlagartig, als wir ein Blatt in die Mitte unseres Tisches gelegt bekamen, auf dem ein Spielfeld aufgemalt war. Wir bekamen jeder eine Spielfigur, Würfel und schon begann das Sprachspiel! Achherje, da sieht man mal wieder – es kann immer noch schlimmer kommen! Anstatt Gesprächssituationen für den Beruf einzuüben, durften wir nun je nach Feld, auf dem wir landeten, etwas über unser Lieblingstier; ein Buch, das wir gelesen haben, unser Zimmer, unser Lieblingsessen, usw. erzählen. Das war echt unglaublich! Ich kam mir vor wie in der 5. Klasse im Englischunterricht! Die Antworten der China-Oma waren immer am besten: Sie hatten gesagt, dass Ihr Mann ein Restaurant in Chinatown gehabt hatte. Als sie auf die Frage nach Ihrer Lieblingsbeschäftigung nichts wusste und ihr unsere Juristin als Vorschlag „Kochen“ machte, antwortete sie barsch: „Ich habe noch nie gern gekocht, deshalb bin ich froh, dass mein Mann in Rente ist und wir das Restaurant nicht mehr haben.“ Okay… Scheinbar hat sie immer mit viel Liebe gekocht… 😉 Dieses Spiel wurde in meinen Augen immer absurder und sinnloser, aber so wie es aussah, hatte nur ich diesen Eindruck. Die Ukrainerin und die beiden Chinesinnen waren mit voller Konzentration dabei – na ja, bei der die China-Oma nahm ich an, dass ihre unfreundliche Art Teil ihrer liebenswerten Persönlichkeit war und nichts mit der Tatsache zu tun hatte, dass sie das Spiel auch blöd fand. Die Stunde zog sich unendlich hin und ich war – seit meiner letzten Mathe-Stunde im Gymnasium – nicht mehr so froh, als die Stunde um war!

Einmal und nie wieder

Beim Hinausgehen fragte mich die Ukrainerin, ob ich nächste Woche wiederkomme (scheinbar hatte sie schon gemerkt, dass ich mit den Fragen leicht unterfordert war). Als ich ihr sagte, dass ich es nicht glaube, weil das Niveau doch nicht ganz meinen Englischkenntnissen entsprechen würde, nickte sie nur und sagte „Ich verstehe.“ Also das Angebot ist wirklich gut für Leute, die kaum Englisch sprechen oder (wie bei der China-Oma) in einer Parallel-Gesellschaft wie in Chinatown leben und kaum dazu kommen, Englisch zu sprechen, aber mit Vorbereitungen für den Job hat das wirklich nichts zu tun. Wie Ihr Euch sicher vorstellen könnt, war ich das erste und letzte Mal dort. 🙂

Von Batman gegründet – Ist Melbourne etwa Gotham City? :-)

26. März 2014 at 15:51

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

In was für einer Stadt lebe ich eigentlich? Das fragt Ihr Euch sicher schon eine Weile und das zu recht. Denn obwohl ich nun schon zwei Monate hier bin, habe ich Euch noch nicht wirklich viel über Melbourne an sich erzählt und noch nicht viele Bilder von dieser tollen Stadt gezeigt. Das wird sich nun aber ändern, also aufgepasst, seid gespannt und los geht´s:

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Melbourne ist die Hauptstadt des Bundesstaates Victoria und mit etwa 4,1 Mio Einwohnern nach Sydney die zweitgrößte Stadt Australiens. Melbourne hat nicht die bekannten Sehenswürdigkeiten wie Sydney, ist aber eine wirklich schöne Stadt mit einem überaus breitgefächerten und abwechslungsreichen Kultur- und Freizeitangebot (aufgrund dessen komme ich momentan auch kaum mit dem Schreiben hinterher :-)). Ein Festival löst das nächste ab (seit ich hier bin gab es z.B. schon das Moomba-Festival, Fashion Festival, Comedy Festival, …), ständig sind Großveranstaltungen (Australian Open, Formel 1, Pferderennen,..), es gibt viele interessante Museen (einige kostenlos), Theater, unzählige Bars und Cafés, viele kleine Läden (nicht nur die großen Ketten), einen Strand, und, und, und. Berühmt ist Melbourne auch für seine kleine Gassen, in denen oft ganz versteckt die tollsten Pubs, Cafés oder Läden sind. Nicht zu vergessen natürlich die genialen Graffitis, aber davon hatte ich ja schon ein bisschen was geschrieben. Wem hier langweilig wird, der macht etwas falsch! Schon noch den paar Wochen wundert es mich nicht, dass Melbourne so oft hintereinander zur lebenswertesten Stadt der Welt gekürt worden ist. Was allerdings etwas gewöhnungsbedürftig ist, ist das Wetter! Ich hatte ja schon in Deutschland gehört, dass es hier „4 Jahreszeiten an einem Tag“ gibt, aber so wirklich vorstellen konnte ich mir das nicht. Es ist aber wirklich so: Schaut man am Morgen aus dem Fenster, kann es trüb und kühl sein. Aber innerhalb von 2 Stunden ist strahlender Sonnenschein und zehn Grad wärmer! Also am besten immer mit Sonnencreme einschmieren, egal wie das Wetter ist, immer folgendes in der Handtasche haben: Regenschirm, Sonnenbrille, Strickjacke und Sonnencreme – für alles gewappnet sein! Man muss echt mehrere Schichten übereinander anziehen, wenn man den ganzen Tag unterwegs ist, denn am Morgen ist die lange Hose angebracht, am Nachmittag das Sommerkleid.

Um ein bisschen mehr über „unsere“ Stadt zu erfahren, habe ich zusammen mit ein paar anderen Au Pairs an einer „Free City Tour“ teilgenommen. Die gibt es in Sydney und in Melbourne und man läuft mit einem Stadtführer etwa 3 Stunden quer durch die Stadt. Am Ende gibt man, was man für richtig hält (manche haben auch nichts gegeben). Das ist wirklich ein tolles Angebot, um die Stadt kennen zu lernen, aber nichts für Leute, die nicht gerne laufen. Ein kurzer Blick in die Geschichte: Anders als Sydney war Melbourne ursprünglich keine Strafkolonie, sondern wurde 1835 von freien Siedlern gegründet. Als John Batman von der Insel Tasmanien an der Port Phillip Bay landete, kaufte er den Ureinwohnern Land ab (240.000 ha für Gegenstände im Wert von nicht mal 200 englischen Pfund!). Denn den Briten wurde es auf Tasmanien zu eng und sie brauchten mehr Platz für ihre Schaffarmen. Am Yarra Fluß gründeten Batman und seine Gefolgsleute dann eine Siedlung, die sie später nach dem damaligen britischen Premierminister Viscount Melbourne benannten. Melbourne wurde von Batman gegründet?! Interessant! Ist Melbourne also Gotham City? Mal schauen, ob ich dafür in den nächsten Monaten Hinweise finde. 🙂 Nach Goldfunden im Norden von Melbourne wuchs die Bevölkerung schließlich innerhalb von kurzer Zeit rasant an und innerhalb von zehn Jahren wurde Melbourne zur wohlhabendsten Stadt des Kontinents. Zufällig hatte sich Melbourne einen Monat vor den Goldfunden von dem Staat New South Wales (in dem Sydney liegt) unabhängig erklärt und den Staat Victoria gegründet. 🙂 In dieser Zeit entstanden die viktorianischen Bauwerke, die noch heute das Zentrum prägen, die Universität, Theater und Konzerthallen wurden gegründet. So war Melbourne einige Jahrzehnte der wirtschaftliche und geistige Mittelpunkt des Landes. In den 1890er Jahren gab es dann aber eine Wirtschaftskrise und viele Banken und Firmen gingen pleite. Zwischen 1901 und 1927 fungierte Melbourne als Hauptstadt des Commonwealth of Australia, bevor es Canberra wurde (es gab damals eine große Diskussion, ob Sydney oder Melbourne Hauptstadt werden sollen und man entschied sich dann für Canberra als einen Kompromiss).  Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen viele Einwanderer aus Europa nach Melbourne und 1956 wurden die ersten Olympischen Spiele Australiens in Melbourne ausgetragen.

Das sind die typisch viktorianischen Häuser, die man hier überall findet:

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Bei der Stadtführung kamen wir auch zum alten Gefängnis, in dem Ned Kelly gehängt wurde. Ned Kelly ist der berühmteste Kriminelle Australiens, über den schon zig Filme gedreht worden sind. Er war ein Gesetzloser, der in den 1870ern zusammen mit seinem Bruder und Freunden Banken ausgeraubt hatte und den Kolonialbehörden schaden wollte. Seine letzten Worte waren „Such ist life“ („So ist das Leben“). Außerdem sagte er dem Richter, der ihn verurteilte: „Wir sehen uns in der Hölle.“ Seltsamerweise starb der Richter zwei Wochen später an Diabetes.

IMG_5009Der Queen Victoria Market ist der größte und älteste Markt der südlichen Hemisphäre. Dort gibt es von Obst und Gemüse, über Fleisch, Fisch bis hin zu Souvenirs, Kleidung und Möbeln alles, was der Mensch braucht. IMG_4025Im Sommer gibt es am Mittwochabend immer „Queen Victoria Night Market“ mit Live-Musik und Essen aus aller Welt. Interessant ist, dass es hier viele Vintage-Sachen gibt und die Kleider andere Muster haben als bei uns. Hier ist viel der 50er/60er Jahre-Look angesagt. IMG_4027

Das Exhibition Building erinnert an die 8. Weltausstellung, die 1880 in Melbourne (und nicht in Sydney) stattfand. Zu dem Zeitpunkt war die Stadt erst 45 Jahre alt und es lebten dort rund 300.00 Menschen. 1950 wurde das Gebäude fast vollständig zerstört. Die australische Flagge wurde erstmals bei diesem Brunnen gehisst.

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Chinatown in Melbourne ist übrigens das älteste fortdauernde Chinatown des Westens (das in San Francisco ist zwar größer, aber es wurde mal durch ein Erdbeben zerstört). Viele Chinesen sind während des Gold Rush gekommen und haben teilweise 10 Prozent der Bevölkerung ausgemacht.

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Die Flinders Street Station (einer der zentralen Bahnhöfe hier und gleich bei mir um die Ecke) gibt es seit 1910. Es hängen immer noch die Originaluhren, auf denen man sieht, wann die Züge abfahren. Als die Stadt diese mal durch neue ausgetauscht hatte, ging ein Aufschrei durch die Bevölkerung und die alten wurden wieder aufgehängt.

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Sonnenuntergang am St. Kilda Beach – wunderschön!

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Wusstet Ihr schon, dass….

23. März 2014 at 16:13

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

… es in den Supermärkten in Australien viele Selbstscanner-Kassen gibt?

… es in Australien nicht üblich ist, Trinkgeld zu geben (kein Wunder, dass der Taxifahrer in Sydney dreimal nachgefragt hatte, ob ich das Restgeld nicht wiederhaben möchte)?

… hier wirklich jeder „No worries“ sagt (was so viel heißt wie „Gern geschehen“, „Kein Problem“)?

… es hier in Melbourne so gut wie keine Wespen gibt (ich habe bisher nur eine gesehen)?

… Kinder heutzutage keine Telefonzellen mehr kennen („Was haben sich die Leute darüber denn erzählt?“)?

… es an heißen Tagen umso mehr Fliegen gibt, die aber so aufdringlich sind und einem ständig ins Gesicht fliegen?

… in Australien scheinbar jeder Zweite tätowiert ist (selbst Lehrer und oftmals sind ganze Arme oder Beine von unten bis oben mit Farbe vollgemalt)?

… „Burger King“ in Australien „Hungry Jack´s“ heißt (die Marke „Burger King“ war in Australien bereits vergeben war, als Jack Cowin die ersten Burger Läden im Burger King Franchise eröffnen wollte. Er benutzte deshalb in Absprache mit der Burger King Zentrale in den USA seinen Vornamen und nannte seine Restaurants in Australien „Hungry Jacks“.)?

… man hier im Restaurant und in der Bar genauso wie in den USA immer kostenlos Wasser (halt Leitungswasser, das hier aber alle trinken) bekommt (einen Refill der Gläser wie in den USA habe ich hier allerdings noch nicht gesehen)?

… es eine Rivalität zwischen Sydney und Melbourne gibt?

… Kinder heutzutage bei jedem Bildschirm (auch im Museum) wie beim Ipad oder Iphone drüberstreichen und enttäuscht sind, wenn man tatsächlich „nur“ einen Film oder ein Bild darauf sehen kann?

… sich das Hofbräuhaus in Melbourne in Chinatown befindet?

… entgegen des weit unter deutschen Backpackern verbreiteten Gerüchts – dass es seit dem Zweiten Weltkrieg ein Abkommen zwischen Deutschland und Australien gibt, dass Postkarten auch dann in Deutschland ankommen, wenn man keine Briefmarke draufklebt – tatsächlich ratsam ist, Briefmarken zu kaufen, weil die australische Post die Postkarten sonst schreddert (trotz dieser Aussage einer Postmitarbeiterin kenne ich aber Leute, deren Postkarten auch ohne Briefmarke angekommen sind)?

… es in Australien unheimlich schwer ist, an Quark, Creme Fraiche oder Schmelzkäse zu kommen?

… man hier Unsummen für Essen und Trinken ausgeben kann (ein normaler Salatteller im Restaurant kostet gerne mal 22 Dollar/14 Euro, Bier in einer Kneipe auch mal 14 Dollar/9 Euro, ein Cocktail 20 Dollar/13 Euro, etc.)?

… man etwa die doppelte Zeit einplanen muss, wenn man einen Weg mit einem Kind entlang läuft (es gibt ja so viel, was unterwegs interessant ist)?

… jeder vierte Australier im Ausland geboren ist und die Hälfte davon in Sydney und Melbourne wohnen (die größten Gruppen sind aus der UK, Neuseeland und China)?

… man nicht nach draußen gehen soll, wenn die Sonne rot ist, denn das bedeutet, dass Zombies kommen (danke für den Tipp, Tristan! :-))?

… in der australischen Verfassung Grundrechte wie Religions- und Meinungsfreiheit nicht verankert sind (nur in der Verfassung von einzelnen Staaten, wie zum Beispiel Victoria)?

… einen in der „Berlin Bar“ in Melbourne Franzosen bedienen?

… man hier an jeder Ecke Deutsche trifft und man wirklich aufpassen muss, wenn man etwas auf Deutsch sagt und nicht möchte, dass das jemand versteht?

… die Straßenbahnfahrer hier sogar auf einen warten, wenn man noch einige Meter entfernt ist und zur Tram rennt (in Deutschland machen sie ja teilweise nicht mal mehr die Türen auf, wenn man davor steht)?

… es während des Zweiten Weltkriegs in Australien Internierungslager für Deutsche, Italiener, etc. gab?

… es in Melbourne Pflicht ist, einen Fahrradhelm zu tragen?

… es in Melbourne eine Besonderheit im Straßenverkehr gibt – den Hookturn (selbst Einheimischen passieren an den Stellen Unfälle, weil keiner bei der Regelung durchblickt)? Wenn man rechts über eine von der Straßenbahn befahrenen Straße abbiegen möchte, muss man sich erst links einordnen, die auf dem gleichen Fahrstreifen geradeaus fahrenden Fahrzeuge und die Straßenbahn durch lassen und darf dann erst – wenn die Ampel rot zeigt – rechts abbiegen.

… die australischen Mädels seeeehr freizügig/ wenn nicht gar billig angezogen sind, wenn sie ausgehen (ein Hauch von nichts als Minirock meist in Neonfarben, großer Ausschnitt und High Heels)?

… man in der Straßenbahn zu 90 Prozent einen Platz bekommt, wenn man ein Kind an der Hand hält (die Leute stehen hier nicht nur für das Kind, sondern auch für dessen Begleitung auf – sehr gut erzogen! ;-))?

… die Zahnpasta von Spiderman grün ist (was man nicht alles von einem 5-Jährigen lernt, der sich gefragt hat, ob seine Zahnpasta grün ist, weil die Hersteller wissen, dass die Kinder Spiderman toll finden)?

… es hier für alles horrende Strafen gibt (bei 5km/h über der angegebenen Geschwindigkeit muss man schon 180 Dollar/118 Euro zahlen, beim Schwarzfahren auch um die 200 Dollar/130 Euro, wenn man keinen Fahrradhelm trägt 176 Dollar/115 Euro, etc.)?

… 20-Jährige heutzutage nicht mehr den Film „Casablanca“ kennen (ich bin entsetzt, das ist doch ein Klassiker!)?

 

 

Freude am Schreiben

21. März 2014 at 15:38

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

Täglich begegnen mir hier so viele interessante Themen, bei denen ich immer denke: „Darüber möchte ich einen Artikel schreiben!“ Da ich aber so viel unterwegs bin und viel unternehme, komme ich leider kaum hinterher. Aber ich bin dran und habe erst kürzlich einen Text (ähnlich dem in meinem Blog) über das Opernhaus in Sydney für das „Weltreisemagazin“ und über Janina Beckett (eine Fuldaerin, die einige Monate in Australien studiert hat) für den „Marktkorb“ geschrieben, die nun veröffentlicht worden sind (siehe den Gästebucheintrag von Wolfgang Weber).

Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr mal einen Blick hinein werft!

Marktkorb – Janina Beckett (veröffentlicht am 16. März 2014):

Printausgabe

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20140316-MK-HP-adr.04-Marktkorb am Sonntag-1

Onlineversion

http://www.marktkorb.de/aktuelles/detailansicht/ch/9ac2915f1f67dbef27f867fc0ded559c/title/schildkroeten-koalas-und-kaengurus-ganz-nah.html

Weltreisemagazin – Opernhaus Sydney (veröffentlicht am 17. März 2014):

http://weltreiseforum.com/blog/opernhaus-sydney-fuehrung-durch-das-wahrzeichen/

Viel Spaß beim Lesen und liebe Grüße vom anderen Ende der Welt! 🙂

Great Ocean Road Trip Teil 2 – Schiffsunglück, Buschfeuer und Wasserfall

18. März 2014 at 14:33

Posted from Port Campbell, Victoria, Australia.

Der nächste Tag fing sehr stürmisch an, es war windig und kalt. Gut, dass wir die Zwölf Apostel noch am Abend zuvor gesehen hatten. Doch wir trotzten Wind und Wetter und ließen uns den Spaß an unserem Ausflug nicht verderben. Als nächstes stand „Loch Ard Gorge“, das einige Kilometer westlich der „Zwölf Apostel“ liegt, auf dem Programm (oder wie Jenny es nannte: „Loch und Gorg“).

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In dieser Felsschlucht (englisch „Gorge“) ist am 01. Juni 1868 das Schiff „Loch Ard“ an einem Riff zerschellt. Von den 54 Passagieren haben nur zwei überlebt: die 18-jährige irische Immigrantin Eva Carmichael und der Schiffsjunge Tom Pearce. Als er an den Strand gespült wurde, hörte er Eva, die sich im Wasser an ein Schiffsteil klammerte und um Hilfe schrie. Über eine Stunde dauerte es, bis Tom sie gerettet hatte. Am Strand gab er ihr etwas Brandy (KEIN WITZ!), der vom Schiff an Land gespült worden war. Tom holte Hilfe und beide waren gerettet. Jetzt mal ehrlich, klingt das nicht wie ein Film?? Schon allein die Namen kommen mir so bekannt vor. Und dann noch die Geschichte mit dem Brandy! Hollywood hätte eine wahre Freude an Tom gehabt: erst rettet er eine junge (wahrscheinlich hübsche Frau) und – kaum ist sie bei Bewusstsein – füllt er sie ab! 🙂 Das MUSS doch einfach der Anfang einer großen Liebe sein, oder? Und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage. Tja, aber da diese Geschichte (leider) nicht aus der Feder eines Drehbuchautors entsprungen ist, sah die Realität folgendermaßen aus: Tom wurde für die Rettung von Eva mit einer Medaille der „Royal Humane Society of Victoria“ in Melbourne geehrt und bekam von der Regierung von Victoria einen Scheck über 1000 Pfund. Eva blieb noch sechs Wochen in Australien und kehrte danach auf einem Schiff in ihre Heimat zurück (ihre ganze Familie starb scheinbar bei dem Unglück). Davon stand nichts auf der Infotafel an der Schlucht, da hört es mit der Rettung auf. Kein Wunder, wer möchte denn auch dieses Ende wissen?! Für solch ein Ende geht doch kein Mensch ins Kino! Sprang der Funke etwa nicht über zwischen den beiden? Nahm Eva es Tom übel, dass er sie gleich nach der Rettung abfüllen wollte? Mochte sie keinen Brandy? War die Trauer über den Verlust ihrer Familie zu groß, um sich auf eine Liebe in der neuen Heimat einzulassen? Prahlte Tom mit seiner Heldentat und nahm auf die trauernde Eva keine Rücksicht? Wartete etwa ein junger Ire zu Hause auf Eva, von dem sie durch die weite Reise nach Australien getrennt werden sollte? Waren sie sechs Wochen lang ein Paar und zerbrach dann die junge Liebe? Fragen über Fragen…. Ach, Eva und Tom, wie hätte ich Euch doch ein Happy End gegönnt! 🙂 In der Schlucht wurden übrigens Szenen eines Piratenfilms von 1982 und der TV-Serie „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ (1999) gedreht. Ob Die (Liebes-)Geschichte von Eva und Tom jemals verfilmt worden ist, konnte ich bisher nicht herausfinden. Aber das würde sicher ein Kassenschlager werden! 🙂

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Auf der Heimfahrt haben wir immer wieder an ganz vielen schönen Stränden und tollen Aussichtspunkten Halt gemacht. Gott sei Dank hatte sich das Wetter inzwischen auch gebessert. Tja, was soll ich sagen, wenn Engel reisen… 🙂 Wir hatten auf jeden Fall so viel Spaß, wie man sicher an den Bildern sehen kann:

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An diesem Wochenende war auch „Total Fire Ban“ – es durfte also gar kein Feuer angemacht werden. Wenn man dies doch getan hätte und erwischt worden wäre, hätte man mit einer sehr hohen Geldstrafen rechIMG_3842nen müssen. Was aber auch verständlich ist, denn schon ein kleiner Funke kann bei so einer Trockenheit ein großes Buschfeuer entfachen. Als wir auf der Great Ocean Road unterwegs waren, hörten wir im Radio immer Nachrichten zu den Buschfeuern um Melbourne. Bei einigen Gegenden hörte man folgende Warnung: „Es ist zu spät, das Gebiet zu verlassen. Bleiben Sie im Haus und machen Sie die Fenster zu!“ Wenn man dort wohnt und so eine aufmunternde und positive Nachricht hört, dann ist man doch gleich beruhigt. Vor ein paar Jahren war ein Ort, durch den wir an dem Tag durchgefahren sind (laut Aussage von Gregors Gastvater), vom Feuer eingeschlossen und die Bewohner mussten so lange im Meer warten bis die Feuerwehr die Flammen im Griff hatte! Es muss schlimm sein, wenn alles, was man besitzt, vom Feuer bedroht der gar zerstört wird! Eine Australierin hat mir gesagt, dass es die Buschfeuer schon immer gab und sich die Natur in Australien so immer wieder erneuert. Nur dadurch, dass der Mensch mittlerweile immer näher an die Natur herangezogen ist, sind diese inzwischen für die Australier so bedrohlich und verursachen so viel Chaos.

Ein Känguru haben wir zwar nicht gesehen, aber dafür einige dieser Straßenschilder! 🙂

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Was wir auch auf diesem Roadtrip gelernt haben ist, dass nicht alles, was in den Reiseführern steht, auch wirklich sehenswert ist. So machten wir uns auf die Suche nach einem Wasserfall, liefen ne Weile durch die Pampa und was erwartete uns?! Ein bisschen Wasser lief nen Stein herunter und darunter war eher eine stinkende Brühe als klares Wasser. Das war aber der einzige nicht wirklich schöne Fleck auf der Great Ocean Road, den wir entdeckt haben. Doch was macht man als vorbildlicher Tourist in dieser Situation? Augen zu und weg? Nein, Kamera gezückt und fleißig Bilder gemacht. 🙂

Da gab es scheinbar schon mal den ein oder anderen Zwischenfall, bei denen sich ein Tourist vertan hat… 😉 Gregor blieb aber immer auf der richten Seite! 🙂

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Am Ende sprangen die ganz mutigen – Jule und Gregor – in das nicht mehr wirklich warme Wasser am Bells Beach und ließen sich von den hohen Wellen nicht abschrecken – RESPEKT!

 

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Great Ocean Road Trip Teil 1 – Leuchtturm, Koalas und die Zwölf Apostel

6. März 2014 at 13:41

Posted from Port Campbell, Victoria, Australia.

Manchmal gibt es wirklich Zufälle im Leben! Als ich in einer Facebook-Gruppe lese, dass jemand noch Mitfahrer zur Great Ocean Road sucht und mit dem Mädel ins Gespräch komme (bzw. hin und her schreibe), stellt sich heraus, dass sie und derjenige, der das Auto von seinen Gasteltern für den Ausflug bekommt, auch Au Pairs an der Deutschen Schule Melbourne sind! Jenny, Gregor und ich sind die drei Au Pairs an der Schule und fanden die Idee gleich klasse, einen Wochenendausflug zusammen zu machen. Die beiden sind 20 Jahre alt, sehr nett, Jenny ist schon einige Monate in Melbourne und Gregor etwa eine Woche vor mir hier angekommen. Die Au Pairs sind hier in der Regel alle zwischen 18 und 25 Jahre alt, obwohl ich auch schon einige „Oldies“ wie mich getroffen habe. Es gibt im Facebook sogar eine Au-Pair Ü-25-Gruppe! 🙂 Generell kann man ja sowieso nicht sagen, dass es am Alter hängt, ob man sich mit jemandem versteht oder nicht. Es kommt immer auf die Persönlichkeit, Einstellungen und Interessen der Person an. Ich habe hier schon 18-Jährige getroffen, mit denen ich mich super verstanden habe, und auch Leute, die Ende 20, aber gar nicht meine Wellenlänge sind. Allerdings merkt man einen Altersunterschied von zehn Jahren dann doch teilweise bei so manchen Verhaltensweisen. Außerdem waren einige schon erstaunt, dass ich schon so alt bin :-), sie hätten mich auf 27 oder 28 geschätzt. 😉 Man lernt hier aber wirklich so schnell neue Leute kennen! Das ist wie bei den Einführungstagen an der Uni damals, alle sind neu, aufgeschlossen und gehen offen auf andere zu. Jeder sitzt hier ja im gleichen Boot und möchte seine Zeit in Australien nicht alleine verbringen – gemeinsam eine Stadt zu entdecken, macht doch viel mehr Spaß!

So, nun aber zurück zur Great Ocean Road: Die Great Ocean Road ist eine rund 250km lange Küstenstraße (mit kurzen Inlandsabschnitten durch einen Regenwald) von Torquay bis Warrnambool, die von vielen für eine der schönsten Straßen des südlichen Australiens gehalten wird. Sie wurde zwischen 1918 und 1932 von Veteranen des Ersten Weltkriegs gebaut – als Verbindung der Fischerorte, als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme und als Mahnmal für die im Krieg gefallenen Australier. Ich muss sagen, sie haben ihre Sache sehr gut gemacht, denn die Route ist einfach traumhaft! Aber dazu später mehr. Unsere Truppe bestand aus Jenny, Gregor (unser Fahrer, der das Auto seiner Gasteltern bekommen hatte), der 18-jährigen Jule, der 28-jährigen Beatriz (Bankerin aus Madrid, die ihr Englisch verbessern möchte und daher ein halbes Jahr Auszeit vom Job nimmt und hier als Au Pair arbeitet) und mir. Vier Deutsche und eine Spanierin. Tja, und nun dürft Ihr raten, wer zur verabredeten Zeit beim Treffpunkt war? Ja, wir Deutschen. 😉 Beatriz kam letztendlich fast 2 Stunden zu spät, weil sie Probleme mit der Zugverbindung hatte… Wir waren nach dieser Zeit schon drauf und dran ohne sie loszufahren. Gut, dass wir es nicht gemacht haben, denn so waren wir eine lustige Gruppe und Beatriz ist wirklich unheimlich nett.

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Der Roadtrip – mein erster in Australien –  konnte also beginnen! Schon die ersten Kilometer an der Küste entlang waren unheimlich schön und wir hätten wirklich alle 50 Meter halten können – ein Strand oder Aussichtspunkt war schöner als der andere! Eine fantastische Strecke ist das, die ich jedem, der in diese Ecke kommt, nur empfehlen kann. So hielten wir an einem Leuchtturm (im Winter kann man von dort aus sogar Wale sehen), fuhren durch Torquay, Lorne und Apollo Bay (sind typische Touristenörtchen, da gibt es nichts Besonderes, nur ein Laden und Restaurant neben dem anderen) und genossen bei guter Musik die atemberaubende Aussicht.

Ein paar Kilometer weiter sah ich dann das erste Mal Koalas in der freien Natur! Schon in meinem Reiseführer stand, dass man in Kennett River (das liegt etwa 170km westlich von Melbourne) Koalas sehen kann, aber so einfach hatte ich es mir auch nicht vorgestellt! Als wir zu einem Parkplatz einbogen, fielen uns gleich ein paar Leute auf, die in die Bäume hineinfotografierten. Da mussten sie sein!! Also nichts wie hin und tatsächlich saßen dort oben in den Eukalyptusbäumen drei Koalas, schliefen (Koalas schlafen bis zu 20 Stunden am Tag und damit länger als Faultiere! So lässt es sich leben! :-)) und ließen sich in ihrer Ruhe von den knipsenden Touristen nicht stören! Durch uns aufgescheucht und um Aufmerksamkeit buhlend, flog aber immer ein knallroter Papagei haarscharf an unseren Köpfen vorbei. Die Koalas sind ja so süß, zum Knuddeln! 🙂

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Eigentlich wollten wir noch zum „Otway Fly Tree Top Walk“, bei dem man auf Hängebrücken durch den Regenwald laufen kann. Das gestaltete sich aber etwas schwierig. Als wir gemäß dem Schild in den Wald abbogen – die Straße war nicht gerade breit, fuhren wir gefühlte 5 Stunden (wahrscheinlich etwa eine halbe Stunde) – teilweise hinter einem Auto her, teilweise auch alleine – mitten im Nirgendwo und nichts deutete mehr auf diese Touristenattraktion hin. Die ausgelassene Stimmung im Auto ließ allmählich nach. Waren wir auf dem richtigen Weg? Warum dauerte das so lang und warum kam kein Schild mehr? Was, wenn wir jetzt mitten in der australischen Pampa eine Panne haben? Jule wurde schon etwas mulmig zumute und fragte dann vorsichtig: „Kennt Ihr den Film ‚Wrong Turn‘? Irgendwie erinnert mich das grad total daran, lasst uns umdrehen!“ 🙂 Das war ein Argument. 😉 Aber weiterfahren machte scheinbar wirklich keine Sinn mehr. Also konnten wir leider nicht durch die Baumwipfel spazieren und dafür eine horrende Summe bezahlen. Vielleicht beim nächsten Mal!

Bei Sonnenuntergang erreichten wir dann die bekannteste Felsanordnung der Great Ocean Road: Die Twelve Apostles! Allerdings sind es mittlerweile nur noch sieben Apostel, weil alle paar Jahre einer einstürzt, der letzte im Jahr 2009! Also, wenn Ihr die noch sehen wollt, lasst Euch nicht zu viel Zeit! 🙂 Mit der untergehenden Sonne sahen die Felsen im Wasser wirklich spektakulär aus!

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Nach diesem ereignisreichen Tag fuhren wir zu unserem Hostel in Port Campbell und ratet mal, wie es hieß?! Port Campbell Hostel! 🙂 So einfallsreich wie die Australier mit der Namensgebung halt sind – entweder sie nehmen einfach Namen aus England (z.B. Brighton) bzw. die mit der Königsfamilie (Victoria) zu tun haben, deutsche Namen (in Melbourne gibt es zum Beispiel einen Stadtteil, der Coburg heißt) oder nennen es nach dem Offensichtlichen (bestes Beispiel Great Barrier Reef). Port Cambell lebt vom Tourismus, es besteht quasi nur aus Hostels, Hotels, einem Supermarkt, einem Restaurant und einem See. Unser Hostel war aber wirklich sehr sauber und in gutem Zustand – da war ich sehr erleichtert! Nach dem Essen (wir haben uns in Punkto Originalität schon den Australierin angepasst und aßen Nudeln mit Tomatensoße :-)) gingen wir alle brav ins Bett, weil wir am nächsten Tag fit für weitere Abenteuer sein wollten!

Um die Spannung auf unsere Erlebnisse am nächsten Tag bis ins Unermessliche zu steigern, verrate ich Euch im Moment nur ein paar Schlagworte: Sturm, Schiffsunglück, Buschfeuer und Wasserfall. 🙂

To be continued….. 🙂

Mittwochs auf Entdeckungsreise

2. März 2014 at 9:42

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

IMG_3450Den australischen Vorschulkindern geht es gut, denn sie haben in den ersten sechs Wochen immer mittwochs frei. Das ist bei der Deutschen Schule in Melbourne nicht anders, also gehen Tristan und ich nun mittwochs immer auf Entdeckungstour. Als erstes mussten wir einfach zum Eureka Tower, weil das einer von Tristans Lieblingsplätzen in Melbourne ist und er quasi direkt vor unserer Haustür (von unserem Balkon aus können wir ihn sehen) liegt. Rachel und Tristan haben sogar eine Jahreskarte. Der Eureka Tower ist 297 Meter hoch, das höchste Gebäude in Melbourne, das zweithöchste Wohngebäude Australiens und der zweithöchste Wolkenkratzer der Südhalbkugel. Aber nun genug der Superlative, im 88. Stockwerk gibt es eine Aussichtsplattform, von der aus man einen sagenhaften Blick über die ganze Stadt hat. Der Aufzug (ok, ein Superlativ muss nun doch noch sein) ist der (angeblich) schnellste der südlichen Hemisphäre und braucht für die 88 Stockwerke nur 40 Sekunden! Der Ausblick von dort oben ist wirklich phänomenal und wir konnten sogar unseren Apartmentkomplex sehen. Nachdem wir uns Melbourne in Ruhe von oben angeschaut und der Tristan ein Eis gegessen hatte, ging es zu unserem nächsten Programmpunkt: dem Victoria Police Museum.

Auf das Victoria Police Museum sind wir gekommen, als eine Frau uns einen Werbezettel in die Hand drückte und sie hatte wirklich überzeugende Argumente: das Museum ist umsonst (großes Plus), man kann sich als Polizist verkleiden und es ist klimatisiert (es war an dem Tag wieder ziemlich heiß). 🙂 Tristan und ich waren begeistert und machten uns auf den Weg. Das Museum befindet sich im Gebäude der Victoria Police, so dass wir dort zur Freude vom Tristan vielen echten Polizisten begegnet sind. Das Museum ist ganz interessant, aber das Lustigste ist natürlich das Verkleiden. 🙂

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Am nächsten Mittwoch warteten Haie, Krokodile und Pinguine auf uns – zusammen mit den Zwillingen Eric und Thomas und deren Mutter ging es nämlich ins „Sealife“. Für Kinder ist das echt schön gemacht: Sie können in Glasröhren kriechen und die Fische hautnah beobachten, auf einem „Krokodilskelett“ herumklettern, lebende Seesterne anfassen und vieles mehr. Außerdem bekommen sie am Eingang einen Kinderpass und wenn man verschiedene Tiere gesehen und entdeckt hat, darf man sich einen Tierabdruck hineinstanzen. Die Kinder waren ganz aufgedreht und sind von einem Aquarium zum nächsten gerannt. Besonders freuten sie sich auf die Pinguine, aber da konnte ich sie auch gut verstehen, denn die sind ja echt putzig! 🙂

Letzten Mittwoch schauten wir uns das „Melbourne Museum“ an, in dem momentan die Sonderausstellung „Designing 007 – 50 years of Bond Style“ gezeigt wird. Die Bond-Ausstellung war wirklich interessant und Tristan ließ sich schnell von all den raffinierten Erfindungen – wie zum Beispiel das Auto, das sich als Boot umwandeln lässt – begeistern. Neben Filmplakaten und Orginalautos konnten die Besucher viele Skizzen, Modelle und Kleider aus den verschiedenen Bond-Filmen bestaunen.

Anschließend gingen wir durch die Daueraustellung des Melbourne Museums, die auch wirklich schön für Kinder gemacht ist. Zum Beispiel kann man die Tiernamen in der Sprache der Aborigines anhören oder mit einem Holzstock versuchen Feuer zu machen (natürlich kein echtes). Viele ausgestopfte Tiere und ein Blauwalskelett waren ein paar der Highlights, an denen wir vorbeikamen. Die meiste Zeit verbrachten wir allerdings in dem wirklich liebevoll und kreativ gestalteten Kinderareal.

Diese Woche waren wir dann mit den Zwillingen und deren Mutter im „Scienceworks“, das ist ein Mitmachmuseum, bei dem sich alles um die Themen „Wissenschaft“ und „Zukunft“ dreht. Für Kinder ist das super interessant gemacht, so kann man zum Beispiel an Bildschirmen ein Zukunftsauto designen, es sich per E-Mail nach Hause schicken lassen und es dann auf einem großen Bildschirm fertig gebaut sehen. Außerdem gibt es einen großen Sportbereich, in dem man die verschiedensten Sportarten ausprobieren, seine Arme und Beine messen sowie seinen Gleichgewichtssinn und seine Geschicklichkeit testen kann. Mit Kindern könnte man dort wirklich Tage verbringen, aber auch wir Erwachsene hatten unseren Spaß. 🙂 Toll ist natürlich auch, dass Kinder freien Eintritt haben.

Nun haben wir noch zweimal einen freien Mittwoch – mal schauen, was uns dafür einfällt. 🙂