Haialarm und Surferfestival in Byron Bay
Posted from Byron Bay, New South Wales, Australia.
Auf Byron Bay war ich sehr gespannt. Von allen Seiten hört man immer
nur Gutes über das Städtchen und es wird als „absolutes Muss an der Ostküste“ bezeichnet. Das wollte ich natürlich auf keinen Fall verpassen. Als hätten wir es geahnt, kamen wir genau zu dem Zeitpunkt dort an, als ein Surffestival stattfand. Perfekt! 🙂 Allerdings hatte das auch den Nachteil, dass alle Campingplätze bereits restlos ausgebucht waren. Dieses Problem hatten wir bis jetzt noch nicht gehabt. Sich einfach auf einen Parkplatz stellen, der sich in der Nähe einer öffentlichen Toilette befand, war allerdings auch keine Lösung (obwohl das scheinbar viele Backpacker machen), denn uns wurde mitgeteilt, dass die Polizei und das Ordnungsamt an diesem Wochenende stark kontrollieren und hohe Bußgelder fällig werden. Eine nette Angestellte eines Campingplatzes verwies uns dann an einen Campingplatz, der auch nahe des Zentrums war, aber nur Paare bzw. Campervans mit maximal zwei Personen aufnimmt. Jackpot! Denn er stand nicht in unseren Reiseführern und scheinbar auch nicht in denen anderer – unser Glück. Da viele Backpacker in Gruppen kommen, gab noch einen Platz für unseren Juicy – sogar mit Strom!
Bevor wir uns das Städtchen näher anschauten, wollten wir uns auf einem Berg erst einmal einen Überblick
über die Gegend verschaffen. Das so genannte „Cape Byron“ (benannt nach John Byron, einem Entdeckerkollegen von Kapitän Cook) ist der östlichste Punkt des australischen Festlands und darauf befindet sich ein 1901 errichteter Leuchtturm. Man hat einen gigantischen Blck von dort oben! Warum wohl ein paar Touristen so eifrig auf das Meer zeigen und viele Fotos schießen?, fragten wir uns schließlich. Und da sahen wir den Grund auch schon: EIN WAL! Unglaublich! Was für ein Glück, denn die Walsaison war zu dem Zeitpunkt eigentlich schon vorbei! Das war anscheinend ein Nachzügler, der uns eine besondere Freude machen wollte. Das war schon ein unvergesslicher Anblick, wie das Tier mehrmals aus dem Wasser sprang – wirklich beeindruckend. Wie das natürlich immer so ist, war der Speicher meiner Kamera in dem Moment voll, aber der Flo hatte alles im Kasten. 🙂 Gut, dass wir zum Leuchtturm gefahren sind und uns an dieser Stelle aufhielten, sonst hätten wir das verpasst.
Ein Video vom Leuchtturm: https://www.youtube.com/watch?v=S2MdrX60CS0&feature=youtu.be
Nachdem wir unseren Juicy mit Strom versorgt und uns etwas frisch gemacht hatten, liefen wir zum Surffestival. Byron Bay hat mir gleich gut gefallen. Es ist ganz anders als Surfers Paradise.
Ein kleines Städtchen – früher vor allem bei Hippies, Surfern und Aussteigern bekannt – mit rund 10.000 Einwohnern, das sich trotz der mittlerweile großen Touristenscharen den Charme eines schönen Surferörtchens bewahrt hat. Es gibt keine Hochhäuser, sondern höchstens zweistöckige Häuser, in denen viele kleine Läden, Cafés und Restaurants sind. In den Seitengassen waren Essenstände aufgebaut und überall spielten Straßenmusiker. Das Highlight war aber ein kostenloses Openair-Konzert oberhalb vom Strand. Die Stimmung war super, man hörte die Wellen am Strand brechen, roch die Seeluft und lauschte stimmungsvoller Gitarrenmusik. In einem Bottle-Shop kauften wir uns noch einen guten Wein, den wir in einer obligatorischen braunen Papiertüte verpackt mitnahmen und gemütlich neben der Bühne tranken.
Ein Video vom Konzert: https://www.youtube.com/watch?v=K1VH1XJBgDc&feature=youtu.be
Am nächsten Tag wollten wir unbedingt noch ein bisschen Zeit am Strand von Byron Bay verbringen.
Das eigentliche Surfen der Teilnehmer des Festivals fand an einem anderen Strand statt, aber leider hatten wir keine Zeit, dahin zu fahren, obwohl mich das schon sehr gereizt hätte. 😉 Vor ein paar Monaten war ein Mann in Byron Bay von einem Hai angegriffen worden und ist an seinen Verletzungen gestorben. Das hatte ich noch im Hinterkopf, so dass ich auch gar nicht weit ins Wasser rein bin. Aber kaum waren wir im Meer, kam ein Life-Guard auf mich zu und bat uns, wieder an den Strand zu kommen, weil sie eine Haiwarnung durchgesagt bekommen hatten! Unglaublich! Ihr könnt Euch vorstellen, dass ich da nicht lange nachgefragt habe und schleunigst mit dem Flo aus dem Wasser raus bin. Sicher an Land wollte ich dann aber doch Genaueres wissen und sprach mit einer Kollegin des Rettungsschwimmers. Dabei erfuhr ich, dass die Haie auch ins flache Wasser und ziemlich nah an den Strand kommen. Den Hai gesehen hätten sie zwar noch nicht, aber sie würden eine solche Warnung sehr ernst nehmen. Als alle aus dem Wasser waren, hätte ich den Hai von weitem schon mal gern gesehen… Aber er ließ sich nicht blicken. Was mich doch erstaunte war, dass einige Zeit später wieder einige Leute – auch Eltern mit ihren Kindern – im Wasser waren und scheinbar keinerlei Angst vor einem möglicherweise vorbeischwimmenden Hai hatten. Mir war die Lust am Schwimmen auf jeden Fall für den Tag vergangen. Vielleicht sind die Australier da aber auch abgehärteter. Für mich war diese Haiwarnung etwas Besonderes, aber für die Aussis wahrscheinlich alltäglich.
Wir bummelten noch etwas durch die Geschäfte, der Flo kaufte sich leckere Tintenfischringe und danach mussten wir auch schon wieder weiter. Leider. Unser Stopp in Byron Bay war viel zu kurz, da wären wir gern noch länger geblieben. Genau wie Noosa verspreche ich auch dem Surferstädtchen: „Du hast mich nicht das letzte Mal gesehen! Ich komme wieder – irgendwann!“ 🙂















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