Fraser Island – Auf der größten Sandinsel der Welt

13. Januar 2015 at 21:51

Posted from Fraser Island, Queensland, Australia.

Noosa zu verlassen, fiel uns schwer, aber wir freuten uns auf unseren Ausflug nach Fraser Island! Die fast völlig aus Sand bestehende Insel ist 123km lang und 25 km breit. Mit 184.000 Hektar ist sie die größte Sandinsel der Welt! Der Sand der Insel gelangte von einem Gebirge nahe der Küste als Erosionsprodukt durch Flüsse im Südosten von Queensland ins Meer, wurde von Strömungen entlang der Küste nordwärts transportiert und lagerte sich dann an Felsen ab. Ihren Namen erhielt die Insel, die früher „Great Sandy Island“ hieß, nach einem Schiffsunglück im 19. Jahrhundert. Denn im Jahre 1836 kenterte das Schiff von James Fraser auf dem Weg von Sydney nach Singapur. Kapitän Fraser und seine Frau Eliza sowie weitere Überlebende retteten sich auf die Sandinsel und wurden erst nach Monaten gefunden. Der Kapitän und andere Schiffsbrüchige waren zu dem Zeitpunkt schon gestorben, aber Eliza Fraser überlebte dank der Hilfe der Ureinwohner. Schon vor unserer Reise habe ich viel über Fraser Island gehört, denn es ist neben den Whitsundays eines der begehrtesten Touristenziele an der Ostküste (400.000 Besucher jedes Jahr). Das ist auch nicht verwunderlich, denn es gibt endlose (meist nicht überlaufene) Sandstrände, große Dünen, 200 Süßwasserseen und bunte Sandteinformationen. Viele Touristen machen dort Ausflüge mit Allradjeeps, mit denen sie dann in Gruppen über die Sandstrände düsen. Meist übernachten sie in Zelten und ich habe schon von anderen Backpackern gehört, dass das viel Spaß machen muss. Wir haben uns aber doch für die etwas komfortablere Variante entschieden – mit einem großen Bus (der eher wie ein Mondmobil aussah) fuhren wir über die Insel und schliefen in einem Hostel (das dachten wir zumindest, aber dazu später mehr). Konnte Fraser Island vielleicht sogar noch unserern Segeltrip übertreffen? Schwer vorstellbar, aber wir waren gespannt!

Delphinfütterung

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Wir mussten um 5 Uhr morgens aufstehen, weil die Abfahrt am Treffpunkt vor dem Reisebüro in Noosa schon auf 6.30 Uhr festgelegt war. Der frühe Vogel fängt den Wurm – oder in diesem Fall wohl besser: Der frühe Tourist füttert den Delphin. 🙂 Dort parkten wir unseren Juicy in der Hoffnung, ihn genau in diesem Zustand auch einen Tag später wieder vorzufinden. Unsere Reisegruppe bestand aus zwei deutschen Jungs Anfang 20; vier Kanadiern (zwei Männer – der eine Ende 30, der andere Mitte 40 – und zwei Schwestern im Alter von 18 und 19 – wir rätselten eine ganze Weile, in welcher Verbindung die vier zueinandeIMG_8894r standen); einem britischen Renterehepaar; einem schwedischen Studenten, der in Surfers Paradise wohnt und den Ausflug mit seinen Eltern machte; der Spanierin Elena, die Anfang 30 ist und Au Pair in Sydney war; einer Engländerin um die 40; einem deutschen Geschwisterpaar um die Mitte Zwanzig, uns Dreien und unserem sehr gutgelaunten und dauerquasselnden Reiseleiter Drew. Eine internationale und sehr gemischte Truppe. Mit unserem „Bus“ ging es zum ersten Stopp – dem Delphinfüttern am „Tin Can Bay“. Dort kann man wilde Flussdelphine füttern, die regelmäßig jeden Morgen zu diesem Ufer kommen. Jeden Tag wird eine bestimmte Anzahl von Fischen an die Touristen ausgegeben, die diese dann für 5 Dollar an die Tiere verfüttern dürfen. Alle Besucher mussten ihre Hände desinfizieren und erhielten dann einen kleinen Eimer mit dem Fisch. Seit den 1950ern kommen Delphine regelmäßig zu diesem Punkt. Angefangen hatte DSC01163_neudies, als ein verletzter Delphin von den dort lebenden Bewohnern wieder aufgepäppelt und gepflegt wurde und dann immer wieder zurückkehrte und sich füttern ließ. Freiwillige Helfer des „Barnacles Dolphin Centres“ stehen nun jeden Tag neben den Delphinen im Wasser und achten darauf, dass man sich gemäß der Vorschriften verhält. So darf man nur ohne Blitz fotografieren, die Tiere nicht berühren (im Internet steht, dass das Berühren von Delphinen und das Füttern ohne Erlaubnis eine Strafe von bis zu 8.000 Dollar nach sich ziehen kann) und soll möglichst leise sein, um die Delphine nicht zu verscheuchen. Es war nie mein Lebenstraum, mal einen Delphin zu füttern, aber wenn man schon mal da ist… 😉 Also zogen wir unsere Schuhe aus, stellten uns in der Schlange an und hielten in freudiger Erwartung unseren Fisch im Eimer in der Hand. Um uns herum liefen große Pelikane, die versuchten, einen der Fische abzubekommen und von einer der Freiwilligen ständig weggescheucht wurden. Die beiden an diesem Tag erschienenen Delphine – das Alphamännchen Mystique und das Weibchen Patch – warteten geduldig auf ihr Frühstück – maximal 3 Kilo Fisch wird jedem Delphin am Tag gefüttert. Als wir an der Reihe waren, ging alles ganz schnell: Wir liefen ins knietiefe Wasser, bekamen den Fisch von dem Freiwilligen auf die flache Hand gelegt, streckten diese dem wartenden Tier hin und es schnappte sich den Leckerbissen. Innerhalb weniger Sekunden war das Spektakel rum. Mein Fazit: Es war schon mal interessant so etwas mitzumachen, aber ein Muss ist es meiner Meinung nach nicht unbedingt.

Video der Delphinfütterung: https://www.youtube.com/watch?v=r8S_Kgo1iRg

Warnung vor den Dingos

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Mit der Fähre setzten wir dann über auf Fraser Island, die zum Unesco-Weltkulturerbe gehört, und sahen von Bord aus auch einige Delphine vorbeischwimmen. Um auf den hügeligen Sandpisten fahren zu können, mussteIMG_8911 Drew Luft aus den Reifen des „Mondmobils“ lassen.IMG_8901 Bei der Fahrt über die Insel wurden wir ganz schön durchgeschüttelt. Schon bei unserem ersten Stopp, bei dem Kaffee und kleine Gebäckteile gereicht wurden, sahen wir einen Dingo. Es gibt etwa 200 wilde Dingos auf Fraser Island, die sich auf der ganzen Insel – außer in den mit „Dingozäunen“ geschützten Wohnsiedlungen – frei bewegen können. Dingos sehen zwar so ähnlich aus wie unsere Hunde, sind aber Wildtiere und können für den Menschen gefährlich werden. Es stehen und hängen überall – selbst auf den Toiletten – Dingo-Warnschilder und man wird bei solch einem Aufgebot an Warnschilder selbst etwas ängstlich. Auch die Geschichten von Touristen oder Einheimischen, die von Dingo-Rudeln angegriffen, teilweise schwer verletzt oder gar getötet wurden, tragen nicht gerade zur Steigerung der Tierliebe bei. Man fragtIMG_9014 sich schon,IMG_8918 warum nichts gegen die Dingos unternommen wird. Aber sie sind geschützt und, wenn man sich ihnen gegenüber richtig verhält und zum Beispiel nicht alleine in der Dunkelheit über die Insel läuft, passiert einem in der Regel auch nichts. Diese Dingo-Warnungen kamen uns schon etwas übertrieben vor und wir fühlten uns während unserer Zeit auf Fraser Island sicher. Das lag bestimmt aber auch daran, dass wir nur diesen einen Dingo gesehen haben, der eher neugierig als angriffslustig wirkte. Interessant waren auch die Dingo-Zäune, die die Wohnsiedlungen schützten – läuft ein Dingo darüber, bekommt er einen Stromschlag.

Wunderschöner Sternenhimmel

Die endlosen Sandstrände der Insel sind wirklich traumhaft. Nur ab und an sieht man Jeeps vorbeifahren und an den Touristenattraktionen Reisegruppen – die Insel wirkt nicht mit Menschen überfüllt. Mit unserem Bus stoppten wir an einem Schiffswrack (ein Luxusliner, der 1935 auf Grund lief), den Pinnacles (die bunten Klippen entstanden durch die Oxidation des im Sandstein enthaltenen Eisens und anderer Mineralien), einem sehr kühlen Fluss – dem „Eli Creek“ – und dem Aussichtspunkt „Indian Head“, von dem aus man oft Wale und Schildkröten sehen kann (da hatten wir leider kein Glück).

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Es war ein bisschen windig da oben :-): https://www.youtube.com/watch?v=IXVtzcXFbE8

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Gegen Abend ging es dann zu unserem „Hostel“. Nach unseren Erlebnissen auf Magnetic Island hatten wir uns schon auf ein typisches HosIMG_8973tel eingestellt und waren so überrascht sowie hellauf IMG_8977begeistert von unserer Unterkunft im „Happy Valley“. Denn es war überhaupt kein Hostel, sondern ein richtiges Hotel mit hellen, sauberen Zimmern, gemütlichen Betten und sogar einem Pool. Herrlich! 🙂 Man lernt normale Hotelzimmer wirklich erst zu schätzen, wenn man Nächte im Freien, im Campervan und in Hostels verbracht hat. Nach dem Abendessen gingen fast alle von unserer Gruppe gemeinsam zum Strand, um den Sternenhimmel zu betrachten. Mit einer Flasche Wein ausgerüstet, genossen wir den Anblick der Sterne und der ein oder andere sah auch eine Sternschnuppe – übrigens auch diejenigen, die keinen Wein intus hatten ;-).

Sternenhimmel Fraser Island

Lake McKenzie

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Gut erholt setzten wir unsere Inseltour am nächsten Tag nach dem Frühstück fort. Der erste Halt war auch mein persönliches Highlight der Zweitagestour: „Lake McKenzie“! Der See ist 1,2km lang und 930 Meter breit. Das Wasser war eiskalt, aber sehr erfrischend und erstaunlich klar! Da das Wasser ziemlich nährstoffarm ist, gibt es in dem See kaum Fische. Zusammen mit dem Flo bin ich ein ganzes Stück zum anderen Ufer geschwommen – das war weiter als wir zuerst gedacht hatten, aber es hat so viel Spaß gemacht. An dem See hätte ich noch eine Weile bleiben können.

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Doch weiter ging es danach zu einer Tour durch den Regenwald. Genau, Ihr habt richtig gehört – Regenwald. Denn obwohl Fraser Island eine Sandinsel ist, wächst aus dem Sanddünen ein Regenwald! Der Grund, dass es trotz des sandigen Bodens auf der Insel so eine vielfältige Pflanzenwelt gibt, liegt daran, dass ein bestimmtes Pilzmyzel Nährsalze aus dem Sand löst, die von den Pflanzen aufgenommen werden.

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Rainbow Beach

Bevor wir zurück nach Noosa fuhren, machten wir nach am Strand von Rainbow Beach Halt. Aufgrund der Oxidation der verschiedenen Mineralien haben die Sanddünen dort bis zu 40 verschiedene Farben. An dem Strand war unsere Gruppe ganz allein – man kann es immer kaum glauben, dass an solch traumhaften Stränden nicht ein Sonnenanbeter neben dem anderen liegt.

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Ihr fragt Euch jetzt sicher, ob Fraser Island noch schöner als die Whitsundays war. Man kann beide Trips kaum vergleichen – beide waren unglaublich schön und hatten ganz andere Höhepunkte. Bei den Whitsundays war das Segeln mal etwas ganz anderes und das Schnorcheln mit den Schildkröten sowie der Whithaven Beach unvergesslich schön. Die Mischung aus endlos langen Sandstränden, Regenwald und glasklaren Seen wie dem Lake McKenzie machten Fraser Island zu einem genialen Erlebnis. Man sollte also am besten beides machen! 🙂

Auf unserer Tour hatte uns der Fotograf Andy begleitet, der für den Tourenabieter ein Werbevideo über die zwei Tage drehte und dieses auf Youtube stellte (gefragt wurden wir übrigens nicht, ob wir Teil dieses Werbevideos sein wollen). Es ist eine schöne Erinnerung an unseren Trip: https://www.youtube.com/watch?v=muPiqwEZOys&feature=youtu.be

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