Posted from Port Campbell, Victoria, Australia.
Manchmal gibt es wirklich Zufälle im Leben! Als ich in einer Facebook-Gruppe lese, dass jemand noch Mitfahrer zur Great Ocean Road sucht und mit dem Mädel ins Gespräch komme (bzw. hin und her schreibe), stellt sich heraus, dass sie und derjenige, der das Auto von seinen Gasteltern für den Ausflug bekommt, auch Au Pairs an der Deutschen Schule Melbourne sind! Jenny, Gregor und ich sind die drei Au Pairs an der Schule und fanden die Idee gleich klasse, einen Wochenendausflug zusammen zu machen. Die beiden sind 20 Jahre alt, sehr nett, Jenny ist schon einige Monate in Melbourne und Gregor etwa eine Woche vor mir hier angekommen. Die Au Pairs sind hier in der Regel alle zwischen 18 und 25 Jahre alt, obwohl ich auch schon einige „Oldies“ wie mich getroffen habe. Es gibt im Facebook sogar eine Au-Pair Ü-25-Gruppe! 🙂 Generell kann man ja sowieso nicht sagen, dass es am Alter hängt, ob man sich mit jemandem versteht oder nicht. Es kommt immer auf die Persönlichkeit, Einstellungen und Interessen der Person an. Ich habe hier schon 18-Jährige getroffen, mit denen ich mich super verstanden habe, und auch Leute, die Ende 20, aber gar nicht meine Wellenlänge sind. Allerdings merkt man einen Altersunterschied von zehn Jahren dann doch teilweise bei so manchen Verhaltensweisen. Außerdem waren einige schon erstaunt, dass ich schon so alt bin :-), sie hätten mich auf 27 oder 28 geschätzt. 😉 Man lernt hier aber wirklich so schnell neue Leute kennen! Das ist wie bei den Einführungstagen an der Uni damals, alle sind neu, aufgeschlossen und gehen offen auf andere zu. Jeder sitzt hier ja im gleichen Boot und möchte seine Zeit in Australien nicht alleine verbringen – gemeinsam eine Stadt zu entdecken, macht doch viel mehr Spaß!
So, nun aber zurück zur Great Ocean Road: Die Great Ocean Road ist eine rund 250km lange Küstenstraße (mit kurzen Inlandsabschnitten durch einen Regenwald) von Torquay bis Warrnambool, die von vielen für eine der schönsten Straßen des südlichen Australiens gehalten wird. Sie wurde zwischen 1918 und 1932 von Veteranen des Ersten Weltkriegs gebaut – als Verbindung der Fischerorte, als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme und als Mahnmal für die im Krieg gefallenen Australier. Ich muss sagen, sie haben ihre Sache sehr gut gemacht, denn die Route ist einfach traumhaft! Aber dazu später mehr. Unsere Truppe bestand aus Jenny, Gregor (unser Fahrer, der das Auto seiner Gasteltern bekommen hatte), der 18-jährigen Jule, der 28-jährigen Beatriz (Bankerin aus Madrid, die ihr Englisch verbessern möchte und daher ein halbes Jahr Auszeit vom Job nimmt und hier als Au Pair arbeitet) und mir. Vier Deutsche und eine Spanierin. Tja, und nun dürft Ihr raten, wer zur verabredeten Zeit beim Treffpunkt war? Ja, wir Deutschen. 😉 Beatriz kam letztendlich fast 2 Stunden zu spät, weil sie Probleme mit der Zugverbindung hatte… Wir waren nach dieser Zeit schon drauf und dran ohne sie loszufahren. Gut, dass wir es nicht gemacht haben, denn so waren wir eine lustige Gruppe und Beatriz ist wirklich unheimlich nett.

Der Roadtrip – mein erster in Australien – konnte also beginnen! Schon die ersten Kilometer an der Küste entlang waren unheimlich schön und wir hätten wirklich alle 50 Meter halten können – ein Strand oder Aussichtspunkt war schöner als der andere! Eine fantastische Strecke ist das, die ich jedem, der in diese Ecke kommt, nur empfehlen kann. So hielten wir an einem Leuchtturm (im Winter kann man von dort aus sogar Wale sehen), fuhren durch Torquay, Lorne und Apollo Bay (sind typische Touristenörtchen, da gibt es nichts Besonderes, nur ein Laden und Restaurant neben dem anderen) und genossen bei guter Musik die atemberaubende Aussicht.
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Der Roadtrip kann beginnen!
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Unsere Truppe: Gregor, Jenny, Beatriz, ich und Jule (v.l.n.r.)
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Split Point Lighthouse
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Sieht nur gefährlich aus, das war wirklich sicher! 🙂
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Ein paar Kilometer weiter sah ich dann das erste Mal Koalas in der freien Natur! Schon in meinem Reiseführer stand, dass man in Kennett River (das liegt etwa 170km westlich von Melbourne) Koalas sehen kann, aber so einfach hatte ich es mir auch nicht vorgestellt! Als wir zu einem Parkplatz einbogen, fielen uns gleich ein paar Leute auf, die in die Bäume hineinfotografierten. Da mussten sie sein!! Also nichts wie hin und tatsächlich saßen dort oben in den Eukalyptusbäumen drei Koalas, schliefen (Koalas schlafen bis zu 20 Stunden am Tag und damit länger als Faultiere! So lässt es sich leben! :-)) und ließen sich in ihrer Ruhe von den knipsenden Touristen nicht stören! Durch uns aufgescheucht und um Aufmerksamkeit buhlend, flog aber immer ein knallroter Papagei haarscharf an unseren Köpfen vorbei. Die Koalas sind ja so süß, zum Knuddeln! 🙂
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„Huhu, ich bin auch noch da und viel spannender als die schlafenden Koalas!“
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Diese Farben!
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Wir haben keine gesehen, aber danke für die Warnung!


Eigentlich wollten wir noch zum „Otway Fly Tree Top Walk“, bei dem man auf Hängebrücken durch den Regenwald laufen kann. Das gestaltete sich aber etwas schwierig. Als wir gemäß dem Schild in den Wald abbogen – die Straße war nicht gerade breit, fuhren wir gefühlte 5 Stunden (wahrscheinlich etwa eine halbe Stunde) – teilweise hinter einem Auto her, teilweise auch alleine – mitten im Nirgendwo und nichts deutete mehr auf diese Touristenattraktion hin. Die ausgelassene Stimmung im Auto ließ allmählich nach. Waren wir auf dem richtigen Weg? Warum dauerte das so lang und warum kam kein Schild mehr? Was, wenn wir jetzt mitten in der australischen Pampa eine Panne haben? Jule wurde schon etwas mulmig zumute und fragte dann vorsichtig: „Kennt Ihr den Film ‚Wrong Turn‘? Irgendwie erinnert mich das grad total daran, lasst uns umdrehen!“ 🙂 Das war ein Argument. 😉 Aber weiterfahren machte scheinbar wirklich keine Sinn mehr. Also konnten wir leider nicht durch die Baumwipfel spazieren und dafür eine horrende Summe bezahlen. Vielleicht beim nächsten Mal!
Bei Sonnenuntergang erreichten wir dann die bekannteste Felsanordnung der Great Ocean Road: Die Twelve Apostles! Allerdings sind es mittlerweile nur noch sieben Apostel, weil alle paar Jahre einer einstürzt, der letzte im Jahr 2009! Also, wenn Ihr die noch sehen wollt, lasst Euch nicht zu viel Zeit! 🙂 Mit der untergehenden Sonne sahen die Felsen im Wasser wirklich spektakulär aus!



Nach diesem ereignisreichen Tag fuhren wir zu unserem Hostel in Port Campbell und ratet mal, wie es hieß?! Port Campbell Hostel! 🙂 So einfallsreich wie die Australier mit der Namensgebung halt sind – entweder sie nehmen einfach Namen aus England (z.B. Brighton) bzw. die mit der Königsfamilie (Victoria) zu tun haben, deutsche Namen (in Melbourne gibt es zum Beispiel einen Stadtteil, der Coburg heißt) oder nennen es nach dem Offensichtlichen (bestes Beispiel Great Barrier Reef). Port Cambell lebt vom Tourismus, es besteht quasi nur aus Hostels, Hotels, einem Supermarkt, einem Restaurant und einem See. Unser Hostel war aber wirklich sehr sauber und in gutem Zustand – da war ich sehr erleichtert! Nach dem Essen (wir haben uns in Punkto Originalität schon den Australierin angepasst und aßen Nudeln mit Tomatensoße :-)) gingen wir alle brav ins Bett, weil wir am nächsten Tag fit für weitere Abenteuer sein wollten!
Um die Spannung auf unsere Erlebnisse am nächsten Tag bis ins Unermessliche zu steigern, verrate ich Euch im Moment nur ein paar Schlagworte: Sturm, Schiffsunglück, Buschfeuer und Wasserfall. 🙂
To be continued….. 🙂
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