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Cooks´ Cottage – Von England nach Australien verschifft

11. September 2014 at 10:13

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

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Wusstet Ihr, dass das älteste Gebäude Australiens in Melbourne steht? Obwohl die ersten Siedler erst am 30. August 1835 auf dem Yarra River in das Gebiet, auf dem das heutige Melbourne steht, gekommen sind, wurde es bereits 1755 gebaut. Ihr fragt Euch nun zu recht wie das geht? Ganz einfach, es stand erst in England und wurde später nach Australien verschifft. Natürlich, was auch sonst? Frei nach dem Motto: Gibt es keine Sehenswürdigkeiten, holt man sich einfach welche. 🙂 So absurd es auch erscheint, es ist wirklich geschehen. Von welchem Gebäude die Rede ist? Vom Cooks´ Cottage in den Fitzroy Gardens.

Wenn man die paar Minuten von der Melbourner Innenstadt zu den Fitzroy Gardens läuft, könnte der Kontrast nicht größer sein: Die hohen Bürohäuser scheinen gar nicht zu diesem schnuckligen englischen Cottage zu passen – oder umgekehrt. Das kleine IMG_5678Steinhäuschen ist mit Efeu bewachsen. Davor weht der Union Jack. Es wirkt wie eine Filmkulisse und man erwartet jeden Moment, dass hier ein Jane Austen Roman verfilmt wird. IMG_5687Denn das Original-Elternhaus von James Cook – dem Seefahrer, Abenteurer und Entdecker – wurde zerlegt und tatsächlich Stein für Stein im Jahre 1934 von Yorkshire nach Melbourne gebracht. Cook, der Australiens Osten für Großbritannien in Besitz nahm, hat zwar nie in diesem Haus gelebt, aber man bekommt einen guten Eindruck vom Leben im England des 18. Jahrhunderts. Als die letzte Besitzerin das Häuschen 1933 zum Verkauf stellte, schlug der bekannte Melburnian Russell Grimwade zu und schenkte es den Einwohnern von Victoria. Allerdings musste die Besitzerin erst von der Idee überzeugt werden, dass das Cottage in Zukunft in Australien zu besuchen sei. Denn die Dame war so patriotisch, dass sie nicht wollte, dass das Cook´sche Elternhaus Großbritannien verlässt. Mit dem Argument, dass es in Australien ja immer noch im „Empire“ sei, ließ sie sich dann schließlich doch überreden und Russell Grimwade erhielt den Zuschlag. Innerhalb von sechs Monaten wurde das Cottage in Melbourne in den Fitzroy Gardens wieder aufgebaut und am 15. Oktober 1934 an den damaligen Oberbürgermeister H. Gengoult Smith feierlich übergeben. Seitdem gab es zwei Restaurierungen – eine in den späten 1950ern und eine im Jahre 1978, als man das Cottage mit Möbeln aus der Zeit ausstattete und einen Garten im Stil des 18. Jahrhunderts anlegte.

Auf zwei Stockwerken kann man sich in eine andere Zeit zurückversetzen und viel über James Cook sowie über dessen Abenteuer erfahren. Mit Liebe zum Detail – es sieht aus, als hätten die Bewohner nur kurz das Haus verlassen – ist das Cottage eingerichtet worden. Allerdings hat man die wenigen Räume und auch den schön angelegten Garten hinter dem Haus innerhalb weniger Minuten angeschaut. Obwohl der Besuch im Cooks´ Cottage kein Tage füllender Programmpunkt ist, lohnt sich dieser aufgrund der ungewöhnlichen Geschichte, des englischen Charmes des Häuschens und der liebevollen Ausstattung.

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“Wir verdienten unser Geld als Maskottchen” – Mein Interview für das „Weltreisemagazin“

24. August 2014 at 15:25

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

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Da alle guten Dinge ja bekanntlich drei sind, hier noch der Link zu einem Interview, das ich mit zwei Jungs geführt habe, die ihre Australienreise teilweise mit der Arbeit als Maskottchen verdient haben:

http://weltreiseforum.com/blog/maskottchen/

Ich freue mich über „Likes“ und Kommentare! 🙂

P.S. Die Toffifee-Packung sieht leer sehr traurig aus…. 😉

Deutsch-französische Ausstellung im Goethe Institut – Artikel für „Deutsche in Melbourne“

24. August 2014 at 15:18

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

Zur Zeit bin ich fleißig am Schreiben! Vor einer Woche war ich bei der Eröffnung einer deutsch-französischen Ausstellung im Goethe Institut – hier das Resultat:

http://www.deutscheinmelbourne.net/melbourne-kultur/964-deutsch-franzoesische-ausstellung-goethe-institut-melbourne-2014.html

Viel Spaß beim Lesen! 🙂

P.S. Die Toffifee-Packung ist nun leer…. 😉

Melbourne, die lebenswerteste Stadt der Welt – mein Kommentar für „Deutsche in Melbourne“

24. August 2014 at 15:06

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

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Wisst Ihr eigentlich, dass Melbourne nun bereits zum vierten Mal zur lebenswertesten Stadt der Welt gekürt worden ist? Für „Deutsche in Melbourne“ habe ich zu dem Thema einen Kommentar geschrieben:

http://www.deutscheinmelbourne.net/melbourne-editorial/967-lebenswerteste-stadt-auszeichnung-gerechtfertigt-melbourne-2014.html

Schaut doch mal rein! 🙂

Liebste Grüße nach Deutschland!

P.S. Ich esse grad Toffifees, die ich mir gestern hier beim Aldi gekauft habe! 😉

„Surfend studieren“ – Mein neuester Artikel für „Deutsche in Melbourne“

13. August 2014 at 14:47

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

Für “Deutsche in Melbourne” habe ich einen Artikel über zwei Deutsche geschrieben, die in Melbourne studieren:

http://www.deutscheinmelbourne.net/melbourne-wissen/960-studieren-in-australien-melbourne-2014.html

Viel Spaß beim Lesen! 🙂

„Sovereign Hill“ – Eine Reise ins 19. Jahrhundert

13. August 2014 at 14:41

Posted from Ballarat, Victoria, Australia.

Im Gegensatz zur europäischen Geschichte ist die von Australien sehr jung. Die Australier legen aber viel Wert darauf, dass die Einheimischen und Touristen etwas über die Anfänge der Besiedelung des Kontinents durch die Europäer erfahren. Während meiner bisherigen Zeit hier habe ich auch schon viel darüber gelesen und in Museen gesehen – besonders beeindruckt hat mich aber unser Ausflug in das Freilichtmuseum „Sovereign Hill“ nach Ballarat. Als die Kinder schulfrei hatten, schlug Kim – die Mutter von Tristans Freunden Thomas und Eric – vor, ins etwa eineinhalb Stunden entfernte „Sovereign Hill“ zu fahren. Dort wird auf einer Fläche von über 25 Hektar das Leben in Ballarat in den ersten zehn Jahren nach den ersten Goldfunden im Jahr 1851 nachgestellt. Mit der Hoffnung, auf Gold zu stoßen, kamen damals viele Abenteurer nach Australien und versuchten – die einen mehr und die anderen weniger erfolgreich – ihr Glück. Das klang sehr interessant und die Kids waren begeistert, zusammen einen Tag zu verbringen.

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Als wir die Goldgräberstadt das erste Mal betraten, fühlte ich mich wie in einem dieser Western-Filme. Gleich wird sicher jemand aus dem Saloon geschmissen oder es gibt ein Duell auf der staubigen Straße. Mit Turnschuhen, Jeans und Pullover kam man sich doch etwas fehl man Platz vor. Es fuhren Pferdekutschen, die Frauen schlenderten mit Hauben auf dem Kopf, weiten Kleidern – denen ein Reifrock die Form gab – und einem aufgespannten Schirm durch die Stadt. Für die Jungs war das ein großes Abenteuer und sie wirkten schon etwas eingeschüchtert, als sie von einem „Polizisten“ in Uniform angesprochen wurden. Die Statisten waren wirklich klasse, sehr freundlich, höflich und passten toll in ihre Rollen. Dem Ballarat des 19. Jahrhunderts fehlte es auch an nichts – so gab es zum Beispiel eine Post, Schule, Apotheke, Feuerwehr, Tageszeitung, Bowlingbahn, einen Schmied, Bestatter, Kerzenhersteller, Süßigkeitenladen und eine natürlich eine Goldmine. In den Läden konnte man Lollis, Kerzen, Marmelade und vieles mehr kaufen oder seinen Namen – oder den von Freunden oder Familienmitgliedern – in Fahndungsplakate drucken lassen. „Gesucht – Wegen bewaffneten Raubüberfalls – Christine Pierk – Belohnung 500 Pfund“ – stand dann zum Beispiel da. 🙂 Was für ein originelles Souvenir! Interessant war es auch, dem Schmied bei der Arbeit zuzusehen oder einen Blick in die Schule zu werfen. Dort wollten sich die Jungs – welch Überraschung an einem schulfreien Tag 😉 – nicht so lange aufhalten.

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Im Theater haben wir uns eine Tanzdarbietung angeschaut, die immer wieder von Zwischenrufen unterbrochen wurde. Aber natürlich waren nicht Besucher wegen der „freizügigen Zurschaustellung der Weiblichkeit“ aufgebracht – jedes Kind hat heutzutage schon mehr nackte Haut gesehen als die Tänzerin gezeigt hatte, sondern die tugendhaften „Bewohner vom Ballarat des 19. Jahrhunderts“. Das war richtig gut gemacht, im ersten Moment hab ich mich auch erst mal gewundert, warum da Leute dazwischenrufen. Die Jungs haben das aber nicht wirklich verstanden, der Tristan hat mich immer gefragt, warum sich der Mann so aufregt. 😉 Auf dem Weg zum Ausgang des Theaters hat uns eine ganz fromme „Einwohnerin“ noch mit auf den Weg gegeben, dass sie für uns betet, weil wir solch eine sündhafte Darbietung gesehen haben und weiter geschimpft. Man hätte auch eine Tour durch die Goldmine machen können, aber wir entschieden uns dann lieber dafür, bei der Herstellung von Bonbons zuzusehen. Genascht wurde also auch damals schon gerne und einen Vorteil hatten die Damen zu der Zeit ja auch: Unter den weiten Kleidern fiel es nicht auf, wenn man mal zuviel Bonbons gegessen hatte. 😉 Nicht nur die Kinder, sondern auch wir Erwachsenen waren hellauf begeistert, als wir am Ende das fertige Produkt probieren durften.

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Kim hatte die Idee, sich mit den Zwillingen in alten viktorianischen Kleidern fotografieren zu lassen. Als ich die Bilder sah, die dort aufgenommen wurden, war ich auch sofort dabei. Die Aufnahmen vermittelten wirklich den Eindruck, im 19. Jahrhundert aufgenommen zu sein – echt super! Das wollte ich auch unbedingt machen. Den Tristan konnten wir nicht überzeugen, also zogen wir vier uns in dem Zelt um. Die Kleider kamen über unsere normale Kleidung, hinten wurden sie mit Klettverschluss zugemacht, wir bekamen eine Haube auf den Kopf und einen Schirm in die Hand – schon sahen wir zumindest annähern so aus wie die Frauen im 19. Jahrhundert. Meine Turnschuhe störten das Gesamtbild etwas und da mein Kleid nicht lang genug war, um diese zu verdeckten, musste ich meine Knie für das Foto ein wenig beugen. Das war nicht die angenehmste Pose, aber ich hoffe, man merkt das bei den Fotos nicht. Eric und Thomas sahen aber auch wirklich süß aus mit den Hemden, Westen, Tüchern und den Schildkappen – wie die Kinder aus Oliver Twist. Das Fotoshooting vor einem der Häuser war lustig und der nette Fotograf hatte auch nichts dagegen, dass wir mit unseren Kameras auch noch Bilder machten. Zwei der Statistinnen flanierten in dem Moment auch gerade an uns vorbei und stellten sich dann netterweise für weitere Fotos mit uns zur Verfügung. Es hat sich also echt gelohnt, dafür nochmal extra zu zahlen!

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IMG_5648                                                                                            Man beachte meine Schuhe! 🙂

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IMG_5655Am Ende unseres Ausflugs durften sich die Kids auch noch als echte IMG_5658Goldgräber versuchen. Eifrig durchsiebten sie den Sand am Fluss und waren voll in ihrem Element. Mich hat das weniger interessiert, denn ich glaubte nicht wirklich daran, meinen – natürlich in naher Zukunft kommenden – Reichtum in diesem Fluss zu finden. Mehrmals rannten die Jungs zur Kim und zu mir und zeigten uns glänzende Steine, die „ganz bestimmt echtes Gold“ waren. Dass sich diese, wenn sie getrocknet waren, nur als einfache Steinchen herausstellten, war schon nicht mehr wichtig, denn dann waren die Jungs schon wieder am Fluss und gingen „ihrer Arbeit“ nach. So fuhren wir am Ende des Tages alle zufrieden, mit vielen Souvenirs – Poster, Marmeladen, Bonbons, Fotos – und jeder mit einem Lolli im Mund wieder in Richtung Melbourne. Tschüss 19. Jahrhundert!

Die Regeln? Kennen wir nicht. Spaß haben wir dafür umso mehr! :-)

31. Juli 2014 at 9:36

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

Was für uns Deutsche der Fußball ist, das ist in Australien der Football. Alle sind ganz verrückt danach, an Spieltagen sieht man in Melbourne Horden von Fans in den Trams mit Schals und Trikots und die Kinder tauschen „Footy“-Cards in der Schule. Um die Faszination dieses Sports nachzuvollziehen, begaben sich also vier deutsche Mädels – Sarina, Julia, Sophie und ich – an einem Samstagmittag zum Melbourne Cricket Ground. IMG_5545Welche Mannschaften spielten, war uns eigentlich ziemlich egal, denn wir kannten uns in der AFL (Australian Football League) sowieso nicht aus. 🙂 Wir wollten einfach mal einen Eindruck von dem Spiel und der Atmosphäre im Stadion bekommen. Komisch kam es uns allerdings vor, dass Carlton gegen Melbourne spielte, denn Carlton ist ein Stadtteil von Melbourne. Das liegt aber daran, dass die AFL 1897 als „Victorian Football League“ von acht Mannschaften aus dem Bundestaat Victoria gegründet worden ist und erst ab 1982 auch Mannschaften aus anderen Bundesstaaten teilnehmen durften. Im Jahre 1990 wurde dann der Name in AFL geändert. Das alles wussten wir aber zu dem Zeitpunkt noch nicht – Ihr seht, wir waren gut vorbereitet. 😉

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Wir saßen also mitten unter 37.000 Sportbegeisterten und hatten keinerlei Ahnung von den Regeln. 🙂 Wie es der Zufall so wollte, waren unsere Plätze in der Carlton-Ecke und wir dadurch umringt von blau-weißen Fahnen und Trikots. Von einem IMG_5523Vater, der genau wie seine zwei Söhne großer Carlton-Fan war, lieh ich mir eine Cappy fürs Foto. Tja, jetzt konnten wir natürlich nicht mehr anders – wir mussten für Carlton sein! Leider saßen wir damit in der Ecke der Verlierer, denn wie wir schon vor dem Spiel gehört hatten, war das Team nicht gerade das beste. Egal, wir waren ja wegen dem Erlebnis hier. Als die Sportler auf das IMG_5518Feld liefen, waren uns die Regeln auch nicht mehr mehr so wichtig. Wir gaben unsere eigenen Analysen bezüglich der Spieler – äh des Spiels – ab und waren von den gut gebauten Profispielern recht angetan. 🙂 Besonders viel Ausdauer scheinen die allerdings nicht zu haben, denn alle paar Minuten bekamen sie Wasserflaschen gebracht. Das Spiel wirkte auf uns aber irgendwie chaotisch und wie ein großes Durcheinander. Also schauten wir uns doch mal kurz die Regeln an und verstanden nun etwas mehr vom Spielablauf. Grob gesagt ist der Australian Football eine Fußballvariante, wobei mit einem ellipsoidförmigen Ball auf vier Pfosten gespielt wird. Je nachdem durch welche Pfosten der Ball fliegt, gibt es unterschiedlich viele Punkte. So, mit weiteren Einzelheiten will ich Euch aber nicht langweilen. Wie Ihr auf den Fotos sehen könnt, spielen die Aussis ohne Schutzkleidung und Helm. Zwischen dem Australian und dem American Football gibt es aber auch noch andere Unterschiede – wenn es Euch interessiert, lest am besten selbst nach. 🙂

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Am Ende hat – wie es zu erwarten war – das Team von Melbourne gewonnen und „unseres“ leider verloren. Mit 23 Punkten Unterschied, nicht wirklich knapp also. Wir hatten unseren Spaß und einen schönen An…- äh Einblick in den Australian Football bekommen.

Der „Street Art“ auf der Spur

28. Juli 2014 at 10:13

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

Melbourne ist bekannt für seine „Street Art“-Szene und wird als eine der Hauptstädte der Street Art gefeiert. In Melbourne gibt es etwa 190 Laneways, also kleine Seitenstraßen oder Gassen, die ursprünglich zur Anlieferung von Waren gedacht waren. Die Straßenkünstler haben diese Orte für sich entdeckt, weil sie dort ihrer jeweiligen Kunstform weitgehend versteckt und erstmal unbemerkt nachgehen konnten. Insgesamt wurde die Street Art-Szene in Melbourne in den 1980er Jahren stark von der in New York beeinflusst. Zu Beginn gab es von städtischer Seite kein Verständnis für diese Kunstform. Während illegales Graffiti auch heute noch verboten ist und hart bestraft wird – mit zwischen 2000 Dollar Strafe und zwei Jahren Gefängnis, fördert die Stadt inzwischen die Straßenkünstler. So gibt es seit etwa zehn Jahren ein Programm, das diese Kunstform in Melbourne unterstützen soll. Hausbesitzer können eine Genehmigung beantragen, dass Künstler ihre Fassade bemalen oder bekleben dürfen. Wenn man in einer solchen Kunsthochburg wohnt, muss man sich also noch ein bisschen mehr mit dem Thema befassen. Also meldeten sich Sophie, Michelle und ich für eine „Laneway Art Tour“ an.

Bei einem Rundgang durch die Melbourner Innenstadt und besonders durch die Seitengassen erfuhren wir einiges über Künstler, die schon seit Jahren hier tätig sind (zum Beispiel der Brite „Banksy“) und auch über diejenigen, von denen die Künstlergemeinschaft genervt ist (zum Beispiel „Lush“). An vielen Kunstwerken oder Gassen wären wir normalerweise einfach vorbeigelaufen und einiges wäre uns bestimmt nicht aufgefallen. So haben die Künstler immer bestimmte Markenzeichen, der Künstler „be free“ zeichnet zum Beispiel oft ein kleines Mädchen und schüttet Farbe drum herum. Nach Aussage unseres Tourguides gibt es drei Gruppen von Straßenkünstlern: Erstens die Graffiti-Sprayer, die nicht aufs Geldverdienen aus sind, ein Statement in die Öffentlichkeit bringen und die öffentlichen Flächen „dekorieren“ wollen. Zweitens die professionellen Street Artists, die teilweise ziemlich gut verdienen. Drittens die Tagger, die ihr Pseudonym irgendwo hinschreiben. Wir hatten Glück und konnten während unseres Rundgangs sogar einigen Künstlern bei der Arbeit zusehen!

Bei der Tour habe ich immer gedacht: „Mensch, das müsste der Consti jetzt sehen!“ 🙂 Mein Bruder ist ja ein großer Graffiti-Fan und selbst künstlerisch aktiv. Da er aber leider nicht hier ist, gibt es nun extra viele Bilder! 😉

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Als Freiwillige beim Deutschen Filmfestival

27. Juli 2014 at 6:30

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

IMG_5202Deutsche Filme umsonst anschauen und nette Leute kennen lernen – das hörte sich doch gut an! Also zögerte ich nicht lange, als das Goethe Institut in Melbourne Freiwillige für das diesjährige „Audi Festival of German Films“ suchte. 🙂 Ich erinnere mich gelesen zu haben, dass es das größte deutsche Filmfestival außerhalb von Deutschland ist. Neben Melbourne wurden auch Filme in Sydney, Brisbane und Canberra gezeigt.

Ich half bei drei Filmvorführungen mit und schaute mir einen seltsamen Thriller an („A Pact“), eine sehr gute Tragikkomödie mit Tom Schilling („Oh Boy“) und „Hanni & Nanni 3“ (Schulvorführung). Die Filme waren alle auf Deutsch mit englischen Untertiteln und unterschiedlich gut besucht. Auf „Hanni & Nanni“ freute ich mich besonders, weil ich die Bücher früher verschlungen habe. Allerdings ist der Humor im Film doch eher für die jüngere Generation ausgelegt. Ich habe während meiner Schicht sehr nette Leute kennen gelernt und mich gut unterhalten. Einige, die als Freiwillige geholfen haben, waren Deutsche, aber viele auch Australier, die Deutsch in der Schule oder an der Uni gelernt haben. Ach übrigens hatte ich bei der Vorbesprechung die Steffi kennen gelernt, mit der ich in der Berlin Bar war und die ich dann ein Wochenende in Perth besucht habe (zu diesem Trip gibt es natürlich noch gesonderte Blogeinträge) – allein deswegen hätte sich das Filmfestival schon gelohnt. Wir haben uns gleich gut verstanden und sind in Kontakt geblieben, obwohl sie dann doch nicht beim Filmfestival geholfen hatte.

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Der Job als Freiwilliger war nicht besonders anspruchsvoll: Wir saßen im Filmfestival-T-Shirt am Tisch vom Goethe Institut, beantworteten Fragen zum Programm (soweit wir das konnten), gaben Programmhefte und Gummibärchen (sehr beliebt!) aus und durften uns dann die Filme anschauen. 🙂 Mit einer meiner Kolleginnen, der Monica, habe ich auch immer noch Kontakt. Sie ist zwar Australierin, war aber für ein halbes Jahr während eines Schulaustauschs in Deutschland, hatte einen deutschen Freund, möchte jetzt in Deutschland weiterstudieren und spricht wirklich gut Deutsch (das auf dem Bild ist aber nicht die Monica, das war eine andere nette Australierin, deren Vater früher ein bekannter australischer Tennisspieler war).

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Es war also eine interessante Erfahrung, beim Deutschen Filmfestival in Australien zu helfen!

„Gestatten, Mary Briely, Drogendealerin“ – Ein Besuch im alten Gefängnis von Melbourne und dem Wachhaus der Polizei

24. Juli 2014 at 6:38

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

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Eine Frau in Uniform öffnet uns die Tür. Ihr Blick ist hart, ihr Tonfall harsch und sie hat nichtIMG_4954 den Hauch eines Lächelns auf dem Gesicht. „Willkommen im Wachhaus der Polizei von Melbourne!“, sagt sie sarkastisch. Jule und ich schauen uns halb amüsiert, halb entsetzt an. War das eine gute Idee, nicht nur das alte Gefängnis von Melbourne anzuschauen, sondern auch noch die interaktive Führung durch das „Watchhouse“ mitzumachen? Mitgehangen, mitgefangen. Wie passend. Es gibt kein „Hallo, schön, dass Sie an der Führung teilnehmen“, man wird gleich mitten in das Geschehen einbezogen. Jeder von unserer Gruppe (auch die Kinder) bekommt eine neue Identität und erfährt, warum er „festgenommen“ wurde. Mein Name war „Mary Briely“, ich wurde wegen des Besitzes von illegalen Drogen unter Arrest gestellt. Von nun an hieß es nur noch „Yes, Sergeant“ und „No, Sergeant“. Wenn wir nicht laut genug antworten, werden wir angebrüllt. Na super, dafür hatten wir also Geld bezahlt?! Obwohl man weiß, dass das alles nur Rollenspiele sind, fühlt man sich schnell ziemlich eingeschüchtert. Bloß keinen Ärger machen oder unangenehm aus der Gruppe auffallen. „Haben Sie Drogen dabei?“ „Waffen?“ – Ähh, natürlich nicht. Wir müssen die Hände nach oben nehmen und Fragen zu unserer Identität beantworten. Die Kinder machen das Spiel echt locker mit, keines wirkt ängstlich oder als ob ihm die Situation unangenehm ist. Wahrscheinlich haben die Kinder von heute in Filmen und Computerspielen schon wesentlich abschreckenderes erlebt als so eine läppische Verhaftung.

Bis zu 100 Betrunkene am Wochenende

Durch diese Führung soll man erfahren, wie man sich fühlt, wenn man verhaftet, verurteilt und in einer Polizeistation eingesperrt wird. Die Polizeistation wurde 1909 in Betrieb genommen und erst 1994 geschlossen. IMG_4930In den 1990er Jahren waren dort jedes Jahr 19.000 Menschen unter Arrest – im Durschnitt 50 pro Tag -, wobei Männer und Frauen in getrennte Zellen gesteckt wurden. Das Vergehen, wegen dem die meisten dort landeten, war „Trunkenheit und ordnungswidriges Verhalten“. Teilweise waren an den Wochenenden bis zu 100 Betrunkene gleichzeitig in den drei „Naßzellen“ untergebracht. Sobald sie wieder nüchtern waren, wurden sie mit einer gerichtlichen Vorladung entlassen. IMG_4939Personen, von denen man dachte, dass sie sich selbst verletzen könnten, wurden in eine gepolsterte Zelle gebracht. Nachts bekamen die Insassen eine dünne Matratze und ein Laken – am Tag hielten sie sich hauptsächlich auf dem Sporthof auf und warteten auf ihren Gerichtstermin. Andere Delikte waren Diebstahl, unanständige Ausdrucksweise, Körperverletzung und offensives Verhalten. Allerdings saßen dort auch einige von Victorias berüchtigsten Verbrechern ein – unter anderem solche, die später wegen Mordes verurteilt worden sind. Im Wachhaus blieben die Verhafteten zwischen drei und 28 Tagen, bevor sie dem Richter vorgestellt wurden.

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Wir Frauen müssen uns nun an die linke, die Männer an die rechte Wand stellen. Beine breit, nach vorne beugen – wir werden nach Drogen und Waffen durchsucht und anschließend in unsere Zellen gebracht. IMG_4926Gemütlich ist es hier nicht gerade, die Wände sind dreckig, es gibt ein paar Lüftungsschächte, eine Bank und ein Klo in der Ecke. Nicht gerade das Ritz, aber Ansprüche dürfen wir nicht stellen, wir sind ja Verbrecher. Wir setzen uns alle auf die Bank und Sergeant Shannahan schließt mit einem lauten knall die braune Tür. Das Licht geht aus. Wir sind eingesperrt. Nicht gerade ein schönes Gefühl. Gut, dass wir nach ein paar Minuten wieder rausgelassen werden. Aber ich kann mir nicht vorstellen, so Stunden zu verbringen. Da würde ich Platzangst bekommen. Man glaubt es nicht, aber alle Bänke, Türen, die Toiletten etc. sind noch die Originale, da wurde nichts ausgetauscht!

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Das alte Gefängnis von Melbourne

Ach ist das schön, wieder frei zu sein! Nach etwa einer dreiviertel Stunde werden wir aus dem Wachhaus entlassen und schauen uns das alte Gefängnis von Melbourne an. Mit dem Bau wurde 1841 begonnen und der erste Zellenblock vier Jahre später in Betrieb genommen. Als im Raum Melbourne 1851 Gold entdeckt wurde, wuchs die Bevölkerung rasant an und dadurch häuften sich auch die Verbrechen. Deshalb baute man das Gefängnis weiter aus, so dass es schließlich so groß wie ein ganzes Stadtviertel war. Es umfasste Sporthöfe, Krankenhäuser, eine Kapelle, ein Badehaus und Unterkünfte für das Wachpersonal. Das Melbourner Gefängnis wurde 1924 geschlossen und während des Zweiten Weltkrieges für kurze Zeit nochmal geöffnet, um Militärgefangene aufzunehmen. Seit dem Jahr 1972 ist der Zellenblock ein öffentliches Museum. Am Anfang wurden die Gefangenen in Einzelhaft gesteckt und durften die Zelle nur für eine Stunde Sport am Tag verlassen. Unterhaltungen zwischen den Gefangenen waren verboten und außerhalb der Zelle mussten sie sogar eine so genannte „Schweigemaske“ tragen. Nur einmal die Woche durften sie baden und ihre Kleider wechseln sowie sonntags in die Kapelle gehen.  In die Gemeinschaftszellen im zweiten Stockwerk kam, wer Schuldner war oder wer bald entlassen werden sollte.

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Der Galgen von Ned Kelly

Insgesamt wurdendort 133 Gefangene – unter anderem der berüchtigte Ned Kelly im November IMG_49651880 – am Galgen gehängt. In den einzelnen Zellen kann man Geschichten über die hingerichteten Gefangenen nachlesen und man erfährt einiges über die Entstehung und die Geschichte des Gefängnisses. Ein bisschen gruselig sind die Totenmasken der Hingerichteten, die in den einzelnen Zellen ausgestellt sind. Diese wurden unter anderem als Beweis dafür gemacht, dass der Gefangene auch wirklich hingerichtet worden ist. Es ist schon etwas komisch, den Galgen zu sehen, an dem die Menschen gehängt worden sind. Etwas makaber erscheint dabei auch das Miniatur-Galgenmodell, bei dem man per Knopfdruck „nachspielen“ kann, wie jemand gehängt wird. Manchmal hat es bis zu 20 Minuten gedauert, bis der Gehängte auch wirklich tot war.

Nach all den Geschichten von Morden und Gehängten, den vielen Totenmasken, dem Galgen und dem schummrigen Licht im Gefängnis waren Jule und ich dann doch sehr froh, als wir wieder in Freiheit waren und das Tageslicht sahen.