Der „Street Art“ auf der Spur

28. Juli 2014 at 10:13

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

Melbourne ist bekannt für seine „Street Art“-Szene und wird als eine der Hauptstädte der Street Art gefeiert. In Melbourne gibt es etwa 190 Laneways, also kleine Seitenstraßen oder Gassen, die ursprünglich zur Anlieferung von Waren gedacht waren. Die Straßenkünstler haben diese Orte für sich entdeckt, weil sie dort ihrer jeweiligen Kunstform weitgehend versteckt und erstmal unbemerkt nachgehen konnten. Insgesamt wurde die Street Art-Szene in Melbourne in den 1980er Jahren stark von der in New York beeinflusst. Zu Beginn gab es von städtischer Seite kein Verständnis für diese Kunstform. Während illegales Graffiti auch heute noch verboten ist und hart bestraft wird – mit zwischen 2000 Dollar Strafe und zwei Jahren Gefängnis, fördert die Stadt inzwischen die Straßenkünstler. So gibt es seit etwa zehn Jahren ein Programm, das diese Kunstform in Melbourne unterstützen soll. Hausbesitzer können eine Genehmigung beantragen, dass Künstler ihre Fassade bemalen oder bekleben dürfen. Wenn man in einer solchen Kunsthochburg wohnt, muss man sich also noch ein bisschen mehr mit dem Thema befassen. Also meldeten sich Sophie, Michelle und ich für eine „Laneway Art Tour“ an.

Bei einem Rundgang durch die Melbourner Innenstadt und besonders durch die Seitengassen erfuhren wir einiges über Künstler, die schon seit Jahren hier tätig sind (zum Beispiel der Brite „Banksy“) und auch über diejenigen, von denen die Künstlergemeinschaft genervt ist (zum Beispiel „Lush“). An vielen Kunstwerken oder Gassen wären wir normalerweise einfach vorbeigelaufen und einiges wäre uns bestimmt nicht aufgefallen. So haben die Künstler immer bestimmte Markenzeichen, der Künstler „be free“ zeichnet zum Beispiel oft ein kleines Mädchen und schüttet Farbe drum herum. Nach Aussage unseres Tourguides gibt es drei Gruppen von Straßenkünstlern: Erstens die Graffiti-Sprayer, die nicht aufs Geldverdienen aus sind, ein Statement in die Öffentlichkeit bringen und die öffentlichen Flächen „dekorieren“ wollen. Zweitens die professionellen Street Artists, die teilweise ziemlich gut verdienen. Drittens die Tagger, die ihr Pseudonym irgendwo hinschreiben. Wir hatten Glück und konnten während unseres Rundgangs sogar einigen Künstlern bei der Arbeit zusehen!

Bei der Tour habe ich immer gedacht: „Mensch, das müsste der Consti jetzt sehen!“ 🙂 Mein Bruder ist ja ein großer Graffiti-Fan und selbst künstlerisch aktiv. Da er aber leider nicht hier ist, gibt es nun extra viele Bilder! 😉

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