Das Immigration Museum oder Wie neun Mio. Menschen nach Australien kamen

19. Mai 2014 at 16:20

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Seit 1788 sind über 9 Millionen Menschen nach Australien eingewandert. Einer von vier Einwohnern des Bundesstaates Victoria wurde im Ausland geboren. Da liegt es nahe, sich die Geschichte der Einwanderung im „Immigration Museum“ mal näher anzuschauen. Die ersten deutschen Einwanderer kamen 1849 und viele weitere folgten und hofften, Gold zu finden. Schnell wurden die Deutschen die größten Gruppe nach den Briten. Die Zuwanderung aus Deutschland setzte sich bis ins 20. Jahrhundert fort. Während des Ersten und Zweiten Weltkriegs gab es (wie nicht anders zu erwarten) eine starke anti-deutsche Stimmung in Australien. Was mich aber doch erstaunt hat, war, dass die Australier Deutsche, Italiener, Japaner und Menschen aus 30 weiteren Ländern – insgesamt 12.000 – in 18 Lagern interniert haben. Davon hatte ich noch nirgendwo etwas gehört. Im Zensus 2011 zählte man in Victoria rund 28.000 in Deutschland Geborene.

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Das Immigration Museum ist wirklich interessant und auch richtig interaktiv aufgebaut. Am Anfang erfährt man viel über die Geschichte der Immigration in Australien, wobei die Deutschen als eine der größten Gruppen auch oft erwähnt werden. Anhand einer italienischen Einwanderin wird gezeigt, was die Menschen dazu gebracht hat, sich am anderen Ende der Welt ein neues Leben aufzubauen, welche Hoffnungen sie hatten und wie es ihnen ergangen ist. Toll fand ich auch den Nachbau eines Schiffes, mit dem 1840 Einwanderer aus Irland nach Australien gekommen sind. Man kann durch die Schlafräume der Passagiere und der Crew sowie durch das Zimmer des Kapitäns gehen und auch einen Blick in die Toilette werfen (ob man das möchte, ist eine andere Frage). Das Besondere daran ist, dass man währenddessen Geräusche hört, die man zu der Zeit normalerweise auch auf einem Schiff gehört hätte: das knarzende Holz, schreiende Kinder, sich unterhaltende Menschen – sogar die Geräusche, die Menschen so auf dem Klo machen… Sehr anschaulich! 😉

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Außerdem werden die verschiedenen Stufen der Einwanderungspolitik des Landes erklärt und man kann Videos von Interviews, die mit Leuten geführt wurden, die nach Australien einwandern wollten, anschauen. Je nach der jeweiligen Einwanderungspolitik der 1920er, 1950er oder der Gegenwart muss man dann entscheiden, ob man der Einwanderung zugestimmt hätte oder nicht. Wenn man sich dafür oder dagegen ausgesprochen hat, erfährt man, ob die eigene Entscheidung mit der der australischen Regierung übereinstimmt. Das ist sehr interessant und wir haben uns einige Interviews angeschaut. Manchmal war es wirklich nicht einfach und wir lagen oft daneben. Einem Mann aus dem Nahen Osten, der Asyl beantragt hatte, beim Interview ziemlich in die Mangel genommen wurde und sich teilweise auch in Widersprüche verstrickte, hätten wir kein Aufenthaltsrecht gegeben, obwohl er es von der Regierung bekommen hatte. Dafür war uns ein Pärchen sehr sympathisch, die aus Europa einwandern wollten. Allerdings werden ihre Berufe hier momentan nicht gebraucht, so dass sie einen negativen Bescheid bekamen. Im oberen Stockwerk des Museums schauten wir uns anschließend noch eine Ausstellung zum Thema „Identitäten“ an.

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White Night – Menschenmassen, bunte Gebäude und Purple Rain

20. April 2014 at 14:04

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Erst einmal wünsche ich Euch allen FROHE OSTERN! Ich hoffe, der Osterhase hat Euch auch genauso viel leckere Schokolade gebracht wie uns hier in Melbourne. 🙂 Ich habe übrigens gelernt, dass Ostern im Herbst ist, weil der Osterhase so die Eier im Laub verstecken kann. 😉 In den letzten Wochen war ich so viel unterwegs und habe so viel unternommen, dass ich mit dem Aufschreiben meiner Erlebnisse gar nicht mehr hinterher komme. Deshalb werde ich nun ein paar Texte zu Themen schreiben, die schon einige Zeit her, aber für Euch sicherlich auch jetzt noch interessant sind.

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Was passiert, wenn in Melbourne alle Museen von 19 Uhr bis 7 Uhr morgens offen haben, viele Gebäude mit unterschiedlichen Lichtern und Mustern angestrahlt werden, Straßenkünstler Konzerte geben, Ausstellungen sowie Filmvorführungen stattfinden, es verschiedene Sonderveranstaltungen gibt und das alles GRATIS ist? Mehr als 500.000 Menschen kommen in die Innenstadt! Bei der diesjährigen „White Night“, die nun zum zweiten Mal in Melbourne stattgefunden hat, konnten wir das hautnah erleben! Zusammen mit Michelle (Texanerin, die Ende 20 ist und nach jahrelanger Arbeit bei KPMG nun hier studiert), die ich an dem Tag über Rachel (sie haben an der gleichen Uni studiert und Michelle hat über das Alumninetzwerk zu ihr Kontakt aufgenommen, als sie neu in die Stadt gekommen ist) kennen gelernt hatte, kämpfte ich mich durch die Menschenmassen. Eigentlich wollte ich mich an dem Tag auch noch mit der Beatriz, der Jenny und dem Gregor treffen, aber – wie konnte es auch anders sein – in der Innenstadt war das Mobilfunknetz total überlastet und man konnte keinen erreichen.

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Schon allein die Menschenmassen waren beeindruckend, aber die bunt angestrahlten Gebäude waren wirklich super schön! Die Muster und Farben, die oft mit der Struktur und dem Aufbau des Hauses abgestimmt waren, wechselten nach einer Weile und man kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.

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Wir blieben oft bei StraßenkünstlernIMG_4158 stehen, hörten der Musik zu, schauten uns ein paar Filmsequenzen an IMG_4160(ehrlich gesagt konnten wir nicht ganz nachvollziehen, warum Leute sich in eine Gasse stellten und ganze Filme an diesem Abend anschauten) und ließen uns mit der Masse treiben. Leider war es überall so überfüllt, dass wir in kein Museum, keine Galerie oder zum Beispiel in die State Library hereingekommen sind, weil uns die Warteschlangen einfach viel zu lang waren. IMG_4171Wir haben übrigens von einigen gehört, die an diesem Abend gar nicht viel gesehen haben, weil sie durch die Menschenmassen nicht vorangekommen sind, sich in dem Gewühl verloren haben oder einfach keine Lust hatten, sich durch das Gedränge zu schieben. Von daher war es wahrscheinlich ganz gut, dass wir nur zu zweit unterwegs gewesen waren. So kamen wir auch bis zum alten Gefängnis , in dem die Aktion „Purple Rain“ stattfand. Die Idee war echt etwas Außergewöhnliches: Mit einem Regenschirm ausgestattet konnte man zum Lied „Purple Rain“ in lilafarbenem Regen herumlaufen! Leider hätte man dafür auch lange anstehen müssen und wir wollten ja noch mehr sehen. Am Ende kehrten wir dann in einer Bar ein, tranken und quatschten. 😉

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Die White Night war ein sehr besonderes und interessantes Kulturangebot, hinter dem ein unheimlicher Organisations- und Sicherheitsaufwand gesteckt haben muss. Das Konzept sollten wirklich mehr Städte übernehmen!

Weintour, Clubbing und BBQ – Mein australischer Geburtstag :-)

11. April 2014 at 16:42

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Wie schnell doch ein Jahr vergehen kann! Es scheint mir, als hätte ich erst gestern meinen 30. Geburtstag mit einer großen Hollywood-Party zusammen mit meiner Familie und meinen Freunden gefeiert und schon stand mein 31. Geburtstag vor der Tür! Hätte man mir vor ein paar Jahren gesagt, dass ich den mal in Australien feiern würde, hätte ich das sicher nicht geglaubt. Wenn man ins Ausland geht, weiß man ja nie, wie die Zeit dort verläuft und wie man solche besonderen Tage verbringt. Umso mehr habe ich mich gefreut, meinen Geburtstag mit so vielen lieben Leuten zu verbringen und so viele tolle Sachen zu machen. Ein schöneres Geburtstagswochenende hätte ich mir hier nicht vorstellen können!

„Wine is my favorite four letter word“

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Der Spaß ging schon einen Tag vor meinem Geburtstag am frühen Morgen los. Man soll sich ja in der Ferne auch mal mit etwas umgeben, dass einem vertraut ist – was lag da also näher, als eine Weintour zu machen?! 😉 Zusammen mit der Michelle und der Sophie testete ich also, ob der Wein im Yarra Valley (die Region um Melbourne herum) an den fränkischen herankommen kann. Organisiert wurde die Fahrt von „Newbies in Melbourne“, das ist eine Guppe, die Neuankömmlingen den Start in Melbourne erleichtern möchte, Ausflüge organisiert und Kontakte vermittelt. So fuhren also 25 gut gelaunte Frauen (alle etwa um die 30) um 9 Uhr morgens los – und um 9.30 Uhr gab es den ersten Sekt im Bus.  🙂 Na, das konnte ja heiter werden!IMG_5228 Kaum waren wir aus der Stadt draußen und am ersten Weingut angekommen, fühlte man sich wie in einer anderen Welt und der Trubel der Großstadt war sofort vergessen. Solche Ausflüge sollte man viel öfter machen! Es sah alles sehr idyllisch aus und umgeben von Weinreben fühlte ich mich fast wie zu Hause. Bei drei Weingütern durften wir von jeweils vier Weinen (weiß, rot und rosé) probieren und die Stimmung wurde von Weingut zu Weingut immer ausgelassener. 🙂 Im Gegensatz zu Michelle konnte ich mich (war ja zu erwarten) eher für die Weiß- als für die Rotweine begeistern, aber fast alle haben wirklich gut geschmeckt. Wie die Profis schwenkten wir den Wein im Glas, rochen daran und tranken ihn dann mit großem Genuss.

Na ja gut, fast wie die Profis, aber es sah sicherlich sehr expertenmäßig aus! 😉 Für mein Barbecue am nächsten Tag kaufte ich auch drei Flaschen guten Weißwein (für je 8 Dollar, da kann man nichts sagen). Zwischendurch gab es ein leckeres Barbecue mit allerlei Fleisch, Salaten und Obst. Das hatten wir alle auch bitter nötig! Denn bis zum dritten Weingut hatten wir nur unser Frühstück intus und wir lechzten nach Essen. 🙂 Beim vierten Weingut gab es dann keine Weinprobe mehr, sondern wir hätten uns selber einen Wein kaufen können. Uns war aber da erst mal nicht mehr nach Wein… 😉 Bevor es zurück nach Melbourne ging, machten wir noch einen kurzen Stopp in der Yarra Valley Chocolaterie.

Da war die Hölle los – Schokolade in allen möglichen Formen, Geschmacksrichtungen und Verpackungen. Wir haben uns auf die kostenlosen Proben gestürzt und ich muss sagen, die Schokolade ist wirklich lecker! Toll war, dass man den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durch eine Glassscheibe bei der Herstellung und Verarbeitung der Schokolade zusehen konnte. Um 17 Uhr waren wir wieder zurück in der Großstadt und froh, diesen Ausflug gemacht zu haben.

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100 Dollar Getränkegutschein und Gäseliste

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Am Abend feierte ich dann mit zehn sehr lieben Leuten aus Deutschland, Spanien, den USA und Finnland im Club „Spice Market“ in meinen Geburtstag rein (ich war übrigens die älteste). Der Club ist etwas schicker und die Mädels tragen zu 90 Prozent kurze Kleidchen und Highheels. Am Eingang wird nicht nur der Ausweis angeschaut, sondern auch das Auge gescannt (angeblich aus Sicherheitsgründen – in Deutschland wäre das rechtlich gar nicht möglich) und man bekommt einen Stempel, den man nur mit UV-Lampe sieht. Der Club selbst ist ziemlich cool – nicht zu groß und alles etwas orientalisch angehaucht. Über der Tanzfläche hängen Vogelkäfige, es stehen goldene Statuen im Gang, etc.IMG_5322 IMG_5337Die Leute sind auch alle etwa zwischen 25 und 35 Jahre alt und die Musik ist wirklich gut. Da ich Mitglied im Geburtstagsclub vom Spice Market geworden bin, konnte ich nicht nur eine Gästeliste machen, sondern bekam auch einen 100 Dollar-Getränkegutschein! Das ist echt super, in Deutschland habe ich bisher in den Discos – wenn überhaupt – nur eine Flasche Sekt zum Geburtstag bekommen. So konnte jeder für 10 Dollar (entspricht einem Bier) etwas trinken. Wir haben den ganzen Abend viel getanzt, getrunken und hatten viel Spaß! Es war eine sehr lustige Gruppe und alle haben sich super verstanden, obwohl wir in der Konstellation noch nie zusammen weggegangen sind. Etwas schade war, dass der Club schon um 2 Uhr zu gemacht hatte, aber wir waren ja auch schon seit 21 Uhr dort gewesen. 🙂

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BBQ am Yarra RiverIMG_5467

Am nächsten Morgen bekam ich von Rachel und Tristan ein Geburtstagsständchen gesungen, der Tristan hatte mir eine sehr süße Karte gebastelt, von der Rachel habe ich eine schöne Kette bekommen und sie hatte mir einen Kuchen gebacken. IMG_5426Bevor wir zum Barbecue fuhren, zu dem ich die üblichen Verdächtigen vom Abend zuvor am Yarra Fluß eingeladen hatte, machte ich noch die letzten Salate. Ich hatte in den Tagen zuvor schon fleißig eingekauft, Blätterteigteilchen und Salate vorgemacht. Das Wetter war an dem Wochenende echt traumhaft! Ich hatte so ein Glück, denn ein paar Tage vorher war es ziemlich kalt und momentan regnet es in Strömen. Das gute Wetter wollte nicht nur wir nutzen, so ergatterten wir gerade noch einen der öffentlichen Grillplätze am Fluss. In Australien gibt es überall öffentliche Grillplätze, die man kostenlos nutzen kann. Man braucht beim Elektrogrill nur nen Knopf drücken und schon kann es losgehen. Nach und nach trudelten alle ein (bis auf zwei der Jungs, die leider arbeiten mussten) und wir grillten, ließen uns das Essen schmecken und quatschten viel. 🙂 Der Blick auf die Skyline, das von der Sonne funkelnde Wasser und die netten Leute um mich herum – das war einfach genial! Am Abend habe ich dann noch mit meiner Familie und Freunden geskypt.

Was für ein wunderschöner Geburtstag in Australien!

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Vielen lieben Dank für all Eure lieben Geburtstagsglückwünsche, Päckchen, Karten, E-Mails, SMS, Facebook- und What´s app-Nachrichten – ich habe mich über jede einzelne Nachricht so sehr gefreut!

Wenn es dunkel wird, …

3. April 2014 at 15:25

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… dann geht der Spaß erst richtig los und deswegen habe ich natürlich auch schon fleißig das nächtliche Melbourne erkundet! 🙂 Hier ein paar Impressionen!

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Nach einem kostenlosen Kinobesuch (ja, wenn man nur richtig sucht, findet man auch so etwas im ansonsten teuren Melbourne) – „Iron Man 3“ – schossen Michelle und ich ein paar Touri-Fotos! 🙂

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Das Parlament von Victoria:

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Au Pair-Treffen in der Rooftop-Bar Cookies – vl.n.r. Sophie (D), Miriam (D), Beatriz (Spanien), ich, Madeleine (Australien), Nadja (Holland), Eve (USA)!

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Roof Top Bar Cookies

Kinder, wenn Ihr den Osterhasen sucht, er spielt in der Melbourner Innenstadt Gitarre und verdient sich damit etwas dazu bis Ostern ist! 🙂

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Meine neue Freundin, die China-Oma :-)

30. März 2014 at 12:23

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Da saß ich also an dem Tisch mit einer 80-jährigen Chinesin, einer hübschen 20-jährigen ukrainischen Schauspielerin und einer chinesischen Krankenschwester. Tja, wie es dazu kam, das ist eine interessante Geschichte. 🙂

Von Beatriz hatte ich erfahren, dass es ein multikulturelles Zentrum in Melbourne gibt, in dem man umsonst Sprachkurse belegen kann. Da es ja nie schaden kann, seine Sprachkenntnisse im Ausland aufzupolieren, erkundete ich mich nach geeigneten Kursen. Die so genannten „Talking Circles“ hörten sich gut an: „Wenn Sie in kleinen Gruppen Gesprächssituationen für Ihren Berufsalltag mit Freiwilligen üben möchten, kommen Sie zum Talking Circle“. Das ist genau das Richtige für mich, dachte ich. So kann ich für meinen nächsten Job berufsspezifische Gespräche einüben, neues Vokabular lernen und vielleicht auch etwas für Präsentationen aufschnappen. Ich schrieb mich also ein und war begeistert, als ich einen Platz bekam. An einem Donnerstag zwischen 13 Uhr und 14 Uhr sollte es losgehen und voller Vorfreude fuhr ich zum Sprachzentrum. Da gab es die erste Überraschung: Zu unserem Klassenzimmer gelangten wir durch eine Tiefgarage! Der fensterlose Raum erinnerte etwas an einen Bunker, aber das ließ meinen Enthusiasmus nicht im geringsten abebben. Ich wollte etwas lernen und mich für künftige Jobs weiterbilden. Ein paar andere Wissbegierige waren schon im Raum. Dort standen vier runde Tische, an denen vereinzelt Leute saßen. Hinten rechts unterhielten sich zwei Frauen um die 40 und hinten links am Tisch saß einsam und verlassen eine ältere Asiatin. Am liebsten hätte ich mich zu den zwei Frauen gesetzt, aber irgendwie tat mir die ältere Dame leid. Also setzte ich mich zu ihr.

Sprechen wir eine Sprache?

Doch wer zu nett ist, den bestraft bekanntlich das Leben. Denn die alte Dame war nicht nur ziemlich unfreundlich, sondern sprach auch ein sehr schlechtes Englisch. Unser Gespräch lief in etwa so ab (auf Deutsch übersetzt):

Ich: „Hallo, ich heiße Christine. Ich komme aus Deutschland, arbeite momentan in Melbourne und bleibe ein Jahr in Australien.“

Die ältere Dame: „Ich heiße hongzidingdsa und komme aus China. Ich bin 80 Jahre alt.“

Ich: „Entschuldigung, ich habe Ihren Namen nicht verstanden. Wie heißen Sie? Was, 80 Jahre, das sieht man aber gar nicht! (tja, was soll man sonst sagen, sie hätte auch gut 90 sein können) Toll, dass Sie in Ihrem Alter Sprachkurse besuchen.“

Die ältere Dame: „Hong-zid-ings-da“ (nun hat sie es ganz langsam mit einem ganz schlimmen Chinesisch-Englischen-Akzent gesagt und mich angeschaut, als wäre ich etwas schwer von Begriff).

Ich: „Achso (ich hatte ihren Namen immer noch nicht richtig verstanden – geschweige denn, dass ich in mir hätte merken können), freut mich. Wie lange sind Sie denn schon in Melbourne?“

Die ältere Dame: „Seit 45 Jahren komme ich immer wieder her.“ (das hatte ich zumindest unter höchster Konzentration aus ihrem Kauderwelsch herausgehört)

Ich: „Toll und wie lange bleiben Sie hier?“

Die ältere Dame (nun ziemlich barsch und als hätte sie es mit einer Vollidiotin zu tun): „Das habe ich doch gerade gesagt! Ich wohne seit 45 Jahren hier!“ (achherje, jetzt reimte ich mir zusammen, dass die Frau tatsächlich schon 4 Jahrzehnte hier wohnt, aber scheinbar jetzt das erste Mal aus Chinatown herausgekommen ist)

Die Konversation wurde immer unangenehmer und ich war froh, dass sich nun zwei weitere Frauen zu uns an den Tisch setzten und ich somit nicht mehr allein mit der Oma war. Rechts neben hatte eine sehr grazile und hübsche etwa 20-jährige Ukrainerin Platz genommen, die Schauspielerin ist, mit einer leisen ruhigen Stimme sprach und ihre Schwester in Melbourne für ein paar Wochen besucht. Links neben mir saß nun eine etwa 40-jährige Chinesin, die Krankenschwester und auf Jobsuche ist und sehr fröhlich war. Gegenüber von mir die böse Oma, die (wie ich nun erfahren hatte) anscheinend (mit nicht sehr großem Erfolg) schon einige Sprachkurse besucht hatte. Eine lustige Truppe also. 🙂

Die Freiwilligen

Was erwartete uns nun? Ich war bereit, viel Nützliches für den Job zu lernen! Die Frau vom multikulturellen Center erklärte uns, dass gleich die Freiwilligen kommen würden, die mit uns Gesprächssituationen üben. Und da waren sie auch schon: In der Tür unseres fensterlosen grauen Bunkers standen vier Personen – zwei Frauen und zwei Männer – in Anzug und Kostümen. Wie sie da standen, in ihren Bussinessoutfits und auf uns – die Ausländer – herab schauten (also tatsächlich und nicht unbedingt ildlich gesprochen), das war eine seltsame Situation. Ich saß da und fühlte mich wie ein Flüchtling, dessen sich jemand erbarmt und sich mit ihm beschäftigt. Die Freiwilligen waren natürlich ganz nett und es ist ja auch eine super Sache, dass sie ihre Mittagspause opfern, um anderen Englisch beizubringen. Aber ich fühlte mich irgendwie fehl am Platz.

Was ist Dein Lieblingstier?

Zu uns kam eine junge Frau, etwa so alt wie ich, die in einer Anwaltskanzlei als Juristin arbeitet und schon mehrere Jahre als Freiwillige tätig ist. Sie war sehr freundlich und ging offen auf uns zu. Welche Situationen für den Beruf Sie uns wohl beibringen wollte? Trotz der seltsamen Situation war ich immer noch optimistisch, dass mir dieser Kurs etwas bringen würde. Das änderte sich aber schlagartig, als wir ein Blatt in die Mitte unseres Tisches gelegt bekamen, auf dem ein Spielfeld aufgemalt war. Wir bekamen jeder eine Spielfigur, Würfel und schon begann das Sprachspiel! Achherje, da sieht man mal wieder – es kann immer noch schlimmer kommen! Anstatt Gesprächssituationen für den Beruf einzuüben, durften wir nun je nach Feld, auf dem wir landeten, etwas über unser Lieblingstier; ein Buch, das wir gelesen haben, unser Zimmer, unser Lieblingsessen, usw. erzählen. Das war echt unglaublich! Ich kam mir vor wie in der 5. Klasse im Englischunterricht! Die Antworten der China-Oma waren immer am besten: Sie hatten gesagt, dass Ihr Mann ein Restaurant in Chinatown gehabt hatte. Als sie auf die Frage nach Ihrer Lieblingsbeschäftigung nichts wusste und ihr unsere Juristin als Vorschlag „Kochen“ machte, antwortete sie barsch: „Ich habe noch nie gern gekocht, deshalb bin ich froh, dass mein Mann in Rente ist und wir das Restaurant nicht mehr haben.“ Okay… Scheinbar hat sie immer mit viel Liebe gekocht… 😉 Dieses Spiel wurde in meinen Augen immer absurder und sinnloser, aber so wie es aussah, hatte nur ich diesen Eindruck. Die Ukrainerin und die beiden Chinesinnen waren mit voller Konzentration dabei – na ja, bei der die China-Oma nahm ich an, dass ihre unfreundliche Art Teil ihrer liebenswerten Persönlichkeit war und nichts mit der Tatsache zu tun hatte, dass sie das Spiel auch blöd fand. Die Stunde zog sich unendlich hin und ich war – seit meiner letzten Mathe-Stunde im Gymnasium – nicht mehr so froh, als die Stunde um war!

Einmal und nie wieder

Beim Hinausgehen fragte mich die Ukrainerin, ob ich nächste Woche wiederkomme (scheinbar hatte sie schon gemerkt, dass ich mit den Fragen leicht unterfordert war). Als ich ihr sagte, dass ich es nicht glaube, weil das Niveau doch nicht ganz meinen Englischkenntnissen entsprechen würde, nickte sie nur und sagte „Ich verstehe.“ Also das Angebot ist wirklich gut für Leute, die kaum Englisch sprechen oder (wie bei der China-Oma) in einer Parallel-Gesellschaft wie in Chinatown leben und kaum dazu kommen, Englisch zu sprechen, aber mit Vorbereitungen für den Job hat das wirklich nichts zu tun. Wie Ihr Euch sicher vorstellen könnt, war ich das erste und letzte Mal dort. 🙂

Von Batman gegründet – Ist Melbourne etwa Gotham City? :-)

26. März 2014 at 15:51

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In was für einer Stadt lebe ich eigentlich? Das fragt Ihr Euch sicher schon eine Weile und das zu recht. Denn obwohl ich nun schon zwei Monate hier bin, habe ich Euch noch nicht wirklich viel über Melbourne an sich erzählt und noch nicht viele Bilder von dieser tollen Stadt gezeigt. Das wird sich nun aber ändern, also aufgepasst, seid gespannt und los geht´s:

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Melbourne ist die Hauptstadt des Bundesstaates Victoria und mit etwa 4,1 Mio Einwohnern nach Sydney die zweitgrößte Stadt Australiens. Melbourne hat nicht die bekannten Sehenswürdigkeiten wie Sydney, ist aber eine wirklich schöne Stadt mit einem überaus breitgefächerten und abwechslungsreichen Kultur- und Freizeitangebot (aufgrund dessen komme ich momentan auch kaum mit dem Schreiben hinterher :-)). Ein Festival löst das nächste ab (seit ich hier bin gab es z.B. schon das Moomba-Festival, Fashion Festival, Comedy Festival, …), ständig sind Großveranstaltungen (Australian Open, Formel 1, Pferderennen,..), es gibt viele interessante Museen (einige kostenlos), Theater, unzählige Bars und Cafés, viele kleine Läden (nicht nur die großen Ketten), einen Strand, und, und, und. Berühmt ist Melbourne auch für seine kleine Gassen, in denen oft ganz versteckt die tollsten Pubs, Cafés oder Läden sind. Nicht zu vergessen natürlich die genialen Graffitis, aber davon hatte ich ja schon ein bisschen was geschrieben. Wem hier langweilig wird, der macht etwas falsch! Schon noch den paar Wochen wundert es mich nicht, dass Melbourne so oft hintereinander zur lebenswertesten Stadt der Welt gekürt worden ist. Was allerdings etwas gewöhnungsbedürftig ist, ist das Wetter! Ich hatte ja schon in Deutschland gehört, dass es hier „4 Jahreszeiten an einem Tag“ gibt, aber so wirklich vorstellen konnte ich mir das nicht. Es ist aber wirklich so: Schaut man am Morgen aus dem Fenster, kann es trüb und kühl sein. Aber innerhalb von 2 Stunden ist strahlender Sonnenschein und zehn Grad wärmer! Also am besten immer mit Sonnencreme einschmieren, egal wie das Wetter ist, immer folgendes in der Handtasche haben: Regenschirm, Sonnenbrille, Strickjacke und Sonnencreme – für alles gewappnet sein! Man muss echt mehrere Schichten übereinander anziehen, wenn man den ganzen Tag unterwegs ist, denn am Morgen ist die lange Hose angebracht, am Nachmittag das Sommerkleid.

Um ein bisschen mehr über „unsere“ Stadt zu erfahren, habe ich zusammen mit ein paar anderen Au Pairs an einer „Free City Tour“ teilgenommen. Die gibt es in Sydney und in Melbourne und man läuft mit einem Stadtführer etwa 3 Stunden quer durch die Stadt. Am Ende gibt man, was man für richtig hält (manche haben auch nichts gegeben). Das ist wirklich ein tolles Angebot, um die Stadt kennen zu lernen, aber nichts für Leute, die nicht gerne laufen. Ein kurzer Blick in die Geschichte: Anders als Sydney war Melbourne ursprünglich keine Strafkolonie, sondern wurde 1835 von freien Siedlern gegründet. Als John Batman von der Insel Tasmanien an der Port Phillip Bay landete, kaufte er den Ureinwohnern Land ab (240.000 ha für Gegenstände im Wert von nicht mal 200 englischen Pfund!). Denn den Briten wurde es auf Tasmanien zu eng und sie brauchten mehr Platz für ihre Schaffarmen. Am Yarra Fluß gründeten Batman und seine Gefolgsleute dann eine Siedlung, die sie später nach dem damaligen britischen Premierminister Viscount Melbourne benannten. Melbourne wurde von Batman gegründet?! Interessant! Ist Melbourne also Gotham City? Mal schauen, ob ich dafür in den nächsten Monaten Hinweise finde. 🙂 Nach Goldfunden im Norden von Melbourne wuchs die Bevölkerung schließlich innerhalb von kurzer Zeit rasant an und innerhalb von zehn Jahren wurde Melbourne zur wohlhabendsten Stadt des Kontinents. Zufällig hatte sich Melbourne einen Monat vor den Goldfunden von dem Staat New South Wales (in dem Sydney liegt) unabhängig erklärt und den Staat Victoria gegründet. 🙂 In dieser Zeit entstanden die viktorianischen Bauwerke, die noch heute das Zentrum prägen, die Universität, Theater und Konzerthallen wurden gegründet. So war Melbourne einige Jahrzehnte der wirtschaftliche und geistige Mittelpunkt des Landes. In den 1890er Jahren gab es dann aber eine Wirtschaftskrise und viele Banken und Firmen gingen pleite. Zwischen 1901 und 1927 fungierte Melbourne als Hauptstadt des Commonwealth of Australia, bevor es Canberra wurde (es gab damals eine große Diskussion, ob Sydney oder Melbourne Hauptstadt werden sollen und man entschied sich dann für Canberra als einen Kompromiss).  Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen viele Einwanderer aus Europa nach Melbourne und 1956 wurden die ersten Olympischen Spiele Australiens in Melbourne ausgetragen.

Das sind die typisch viktorianischen Häuser, die man hier überall findet:

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Bei der Stadtführung kamen wir auch zum alten Gefängnis, in dem Ned Kelly gehängt wurde. Ned Kelly ist der berühmteste Kriminelle Australiens, über den schon zig Filme gedreht worden sind. Er war ein Gesetzloser, der in den 1870ern zusammen mit seinem Bruder und Freunden Banken ausgeraubt hatte und den Kolonialbehörden schaden wollte. Seine letzten Worte waren „Such ist life“ („So ist das Leben“). Außerdem sagte er dem Richter, der ihn verurteilte: „Wir sehen uns in der Hölle.“ Seltsamerweise starb der Richter zwei Wochen später an Diabetes.

IMG_5009Der Queen Victoria Market ist der größte und älteste Markt der südlichen Hemisphäre. Dort gibt es von Obst und Gemüse, über Fleisch, Fisch bis hin zu Souvenirs, Kleidung und Möbeln alles, was der Mensch braucht. IMG_4025Im Sommer gibt es am Mittwochabend immer „Queen Victoria Night Market“ mit Live-Musik und Essen aus aller Welt. Interessant ist, dass es hier viele Vintage-Sachen gibt und die Kleider andere Muster haben als bei uns. Hier ist viel der 50er/60er Jahre-Look angesagt. IMG_4027

Das Exhibition Building erinnert an die 8. Weltausstellung, die 1880 in Melbourne (und nicht in Sydney) stattfand. Zu dem Zeitpunkt war die Stadt erst 45 Jahre alt und es lebten dort rund 300.00 Menschen. 1950 wurde das Gebäude fast vollständig zerstört. Die australische Flagge wurde erstmals bei diesem Brunnen gehisst.

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Chinatown in Melbourne ist übrigens das älteste fortdauernde Chinatown des Westens (das in San Francisco ist zwar größer, aber es wurde mal durch ein Erdbeben zerstört). Viele Chinesen sind während des Gold Rush gekommen und haben teilweise 10 Prozent der Bevölkerung ausgemacht.

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Die Flinders Street Station (einer der zentralen Bahnhöfe hier und gleich bei mir um die Ecke) gibt es seit 1910. Es hängen immer noch die Originaluhren, auf denen man sieht, wann die Züge abfahren. Als die Stadt diese mal durch neue ausgetauscht hatte, ging ein Aufschrei durch die Bevölkerung und die alten wurden wieder aufgehängt.

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Sonnenuntergang am St. Kilda Beach – wunderschön!

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Mittwochs auf Entdeckungsreise

2. März 2014 at 9:42

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

IMG_3450Den australischen Vorschulkindern geht es gut, denn sie haben in den ersten sechs Wochen immer mittwochs frei. Das ist bei der Deutschen Schule in Melbourne nicht anders, also gehen Tristan und ich nun mittwochs immer auf Entdeckungstour. Als erstes mussten wir einfach zum Eureka Tower, weil das einer von Tristans Lieblingsplätzen in Melbourne ist und er quasi direkt vor unserer Haustür (von unserem Balkon aus können wir ihn sehen) liegt. Rachel und Tristan haben sogar eine Jahreskarte. Der Eureka Tower ist 297 Meter hoch, das höchste Gebäude in Melbourne, das zweithöchste Wohngebäude Australiens und der zweithöchste Wolkenkratzer der Südhalbkugel. Aber nun genug der Superlative, im 88. Stockwerk gibt es eine Aussichtsplattform, von der aus man einen sagenhaften Blick über die ganze Stadt hat. Der Aufzug (ok, ein Superlativ muss nun doch noch sein) ist der (angeblich) schnellste der südlichen Hemisphäre und braucht für die 88 Stockwerke nur 40 Sekunden! Der Ausblick von dort oben ist wirklich phänomenal und wir konnten sogar unseren Apartmentkomplex sehen. Nachdem wir uns Melbourne in Ruhe von oben angeschaut und der Tristan ein Eis gegessen hatte, ging es zu unserem nächsten Programmpunkt: dem Victoria Police Museum.

Auf das Victoria Police Museum sind wir gekommen, als eine Frau uns einen Werbezettel in die Hand drückte und sie hatte wirklich überzeugende Argumente: das Museum ist umsonst (großes Plus), man kann sich als Polizist verkleiden und es ist klimatisiert (es war an dem Tag wieder ziemlich heiß). 🙂 Tristan und ich waren begeistert und machten uns auf den Weg. Das Museum befindet sich im Gebäude der Victoria Police, so dass wir dort zur Freude vom Tristan vielen echten Polizisten begegnet sind. Das Museum ist ganz interessant, aber das Lustigste ist natürlich das Verkleiden. 🙂

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Am nächsten Mittwoch warteten Haie, Krokodile und Pinguine auf uns – zusammen mit den Zwillingen Eric und Thomas und deren Mutter ging es nämlich ins „Sealife“. Für Kinder ist das echt schön gemacht: Sie können in Glasröhren kriechen und die Fische hautnah beobachten, auf einem „Krokodilskelett“ herumklettern, lebende Seesterne anfassen und vieles mehr. Außerdem bekommen sie am Eingang einen Kinderpass und wenn man verschiedene Tiere gesehen und entdeckt hat, darf man sich einen Tierabdruck hineinstanzen. Die Kinder waren ganz aufgedreht und sind von einem Aquarium zum nächsten gerannt. Besonders freuten sie sich auf die Pinguine, aber da konnte ich sie auch gut verstehen, denn die sind ja echt putzig! 🙂

Letzten Mittwoch schauten wir uns das „Melbourne Museum“ an, in dem momentan die Sonderausstellung „Designing 007 – 50 years of Bond Style“ gezeigt wird. Die Bond-Ausstellung war wirklich interessant und Tristan ließ sich schnell von all den raffinierten Erfindungen – wie zum Beispiel das Auto, das sich als Boot umwandeln lässt – begeistern. Neben Filmplakaten und Orginalautos konnten die Besucher viele Skizzen, Modelle und Kleider aus den verschiedenen Bond-Filmen bestaunen.

Anschließend gingen wir durch die Daueraustellung des Melbourne Museums, die auch wirklich schön für Kinder gemacht ist. Zum Beispiel kann man die Tiernamen in der Sprache der Aborigines anhören oder mit einem Holzstock versuchen Feuer zu machen (natürlich kein echtes). Viele ausgestopfte Tiere und ein Blauwalskelett waren ein paar der Highlights, an denen wir vorbeikamen. Die meiste Zeit verbrachten wir allerdings in dem wirklich liebevoll und kreativ gestalteten Kinderareal.

Diese Woche waren wir dann mit den Zwillingen und deren Mutter im „Scienceworks“, das ist ein Mitmachmuseum, bei dem sich alles um die Themen „Wissenschaft“ und „Zukunft“ dreht. Für Kinder ist das super interessant gemacht, so kann man zum Beispiel an Bildschirmen ein Zukunftsauto designen, es sich per E-Mail nach Hause schicken lassen und es dann auf einem großen Bildschirm fertig gebaut sehen. Außerdem gibt es einen großen Sportbereich, in dem man die verschiedensten Sportarten ausprobieren, seine Arme und Beine messen sowie seinen Gleichgewichtssinn und seine Geschicklichkeit testen kann. Mit Kindern könnte man dort wirklich Tage verbringen, aber auch wir Erwachsene hatten unseren Spaß. 🙂 Toll ist natürlich auch, dass Kinder freien Eintritt haben.

Nun haben wir noch zweimal einen freien Mittwoch – mal schauen, was uns dafür einfällt. 🙂

Mein Treffen mit BOSSHOSS

27. Februar 2014 at 15:07

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

Wie hoch stehen die Chancen, eine deusche Band zur Rush Hour auf einer der belebtesten Straßen Melbournes zufällig zu treffen? In Statistik war ich noch nie gut, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass die Wahrscheinlichkeit ziemlich gering ist. Umso mehr freut es mich, dass ich heute das Glück hatte. Erst werde ich von ESPN gefilmt, heute treffe ich deutsche Sänger, was kommt wohl als nächstes? Ein Ticket für die Oscarverleihung wäre nicht schlecht… 🙂 Aber zurück zum Thema: Da sitze ich also verträumt in der Straßenbahn, um den Tristan vom Hort abzuholen, und wir fahren gerade die Swanston Street (eine der großen Straßen in der Melbourner Innenstadt) entlang. Ich schaue aus dem Fenster, viele Menschen ziehen an mir vorbei, einige Stände und Straßenkünstler sind zu sehen, da steht ein Mann und wird von einer Kamera gefilmt. Ist hier nichts Besonderes, letzt sind wir auch in einen Dreh hineingelaufen. Aber halt, irgendwie kommt mir der Mann bekannt vor… Ich weiß aber nicht recht, wo ich ihn hinstecken soll… Viele Tätowierungen am Arm – tja, das ist in Australien nun wirklich keine Seltenheit. Irgendwie lässt mich das Gefühl aber nicht los, dass das da draußen nicht irgendjemand ist. Nennen wir es journalistischen Spürsinn 😉 – ich witterte eine Geschichte, innerhalb von Sekunden musste ich mich entscheiden, ob ich hier aussteigen wollte, denn kurz nach dem Filmteam hält die Tram. Also, raus! Ich hatte noch ein paar Minuen Zeit bis ich an einer anderen Haltestelle in die zweite Tram zum Hort umsteigen musste.

Nun schaute ich mir die Szenerie noch etwas genauer an. Der Kerl vor der Kamera bewegte seinen Mund – ob Lied oder Text konnte ich aus der Entfernung nicht verstehen, ein Mann mit Hut lehnte an einem Baum daneben, sehr viele Menschen gingen an ihnen vorbei ohne sie zu erkennen und sich an der Kamera zu stören. Jetzt ging mir ein Licht auf, das sind doch die beiden Cowboys, die in der Jury von „The Voice of Germany“ saßen! Tja, nur wenn ich sie ansprechen wollte, musste ich auch wissen, wie sie heißen. Das fiel mir gerade überhaupt nicht ein! Da sieht man mal wieder wozu Smartphones gut sind (wie hätten die Leute das früher gemacht, die hätten sich doch tatsächlich erinnern müssen!)! Ich googelte also „Deutsche Band Cowboys“ und bekam „The BOSSHOSS“! Genau, so hießen die! Dann verglich ich die Bilder, die mir Google ausspuckte, mit den beiden Kerlen, die nicht weit von mir entfernt standen. Eine Ähnlichkeit war schon da… Was hatte ich zu verlieren, also ging ich zu dem Kerl am Baum und fragte ihn „Excuse me, are you BossHoss?“ Die Recherche hatte sich ausgezahlt :-), sie waren es tatsächlich! Ich unterhielt mich kurz mit dem Nichttätowierten (wie auch immer der heißt), sie sind auf Tour in Australien, haben schon in Brisbane und Sydney gespielt und treten morgen bei einem Festival in Melbourne auf. Er war nett und höflich, aber nicht überaus freundlich – aber das ist wohl die cool-gelangweilte-Cowboy-Star-Art. Als der andere (Boss oder Hoss) fertig mit seiner Szene war, machten wir dieses Foto. Das schoss übrigens ein blonder Deutscher, der auch mit den Cowboys abgelichtet werden wollte. In Australien kennt sie ja niemand, da werden sie nur von deutschen Touristen oder Backpackern angesprochen. 🙂

Nach diesem kurzen Plausch verabschiedeten wir uns und ich stieg wieder in die Tram. Das alles passierte innerhalb von 5 Minuten, denn ich hatte ja nicht viel Zeit. Danach war ich aber kurz durch den Wind, man trifft ja nicht alle Tage deutsche Stars auf der Straße! 🙂 Tristan war wenig beeindruckt als ich ihm von meiner Begegnung erzählt und das Bild gezeigt hatte. Was ihn allerdings beschäftigte: Warum hat der Mann so viele Tätowierungen? Tja, das hätte ich ihn mal fragen sollen! Das nächste Mal! 🙂

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Street Art in Melbourne

26. Februar 2014 at 14:02

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

Ich war noch gar nicht in Melbourne und da erfuhr ich auch schon das Wichtigste über die Stadt von meinem Bruder: „Dort gibt es so viele coole Graffitis!“ Und er hatte recht! In Melbourne gibt es 180 kleine, versteckte Gassen – Melbourne´s Laneways, die von den Hauptstraßen aus unscheinbar aussehen, aber dort befinden sich die besten Gallerien, Restaurants, Bars und auch viel Street Art. An vielen Ecken in Melbourne darf man legal sprayen, die Eigentümer der Häuser erhalten die Erlaubnis der Stadt, dass Künstler an ihrem Haus sprühen dürfen (nicht die Sprayer selber, wie ich zuerst dachte) und dann kann kommen, wer möchte. Ab und an werden die Wände scheinbar mit schwarzer Farbe übermalt, um für Neues Platz zu schaffen. Neben ein paar Schmierereien sieht man aber hauptsächlich wirklich tolle Street Art, die Touristen wie Einheimische begeistert. Wenn schon ich als Laie hin und weg von manchen Wänden bin, wie mag es dann erst Leuten wie meinem Bruder gehen, die sich mit dieser Kunstart auskennen und selbst aktiv sind?

Hier mal ein kleiner Einblick verbunden mit einem besonders lieben Gruß aus der Graffiti-Metropole Melbourne an meinen Bruder Consti! 🙂

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Vom Fernsehen entdeckt

23. Februar 2014 at 12:34

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

Man könnte fast denken, dass mir jemand ein Zeichen geben, wollte – in dem Sinne: Wenn Du schon nicht in die USA kommen kannst, dann kommen die USA halt einfach zu Dir. Denn als ich an Tristans zweitem Schultag wieder mit der Tram in der Innenstadt angekommen war (nachdem ich ihn zur Schule gebracht hatte), stand doch tatsächlich am Federation Square die Freiheitsstatue! Natürlich nur eine aufblasbare, aber egal. Wie mein Herz doch hüpfte bei dem Anblick! 🙂 Der Grund dafür war, dass der Sportsender ESPN erstmals den Superbowl live am Federation Square im Rahmen eines Public Viewings übertragen hat und es doch tatsächlich ganz viele (überwiegend Männer) gab, die an einem Montagmorgen um 10 Uhr nichts anderes zu tun (oder sich extra dafür freigenommen) hatten, als den Superbowl live zu sehen. Als ich ein Foto der Freiheitsstatue machte, fragte mich eine nette Frau, die bei der Organisation des Events half, ob ich ein Foto mit der Freiheitsstatue wollte – was für eine Frage! 😉 Tja und als ich so davor posierte hatte, kam doch tatsächlich ein Kamerateam von ESPN, filmte mich und fragte, ob ich mich nicht nochmal davor stellen wollte und sie sie es filmen dürfen! Völlig überrumpelt stand ich also da, lachte, zeigte auf die Freiheitsstatue, schaute begeistert in die Kamera und vergaß natürlich völlig zu fragen, wo das überhaupt gesendet wird. 🙂 Wahrscheinlich bin ich jetzt in einem Zusammenschnitt des Superbowls in den USA zu sehen unter der Rubrik „Die ganze Welt schaute den Superbowl“! Die dachten wahrscheinlich, sie hätten eine waschechte Australierin vor der Kamera gehabt. 😉 Also, wenn Ihr mich mal irgendwo auf ESPN seht, sagt mir bitte Bescheid! 🙂

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