Tierisch viel Spaß im Taronga Zoo
Posted from Sydney, New South Wales, Australia.
Kängurus hüpfen über die Straße, Koalas hängen in jedem Baum – ja, so stellt man sich Australien vor. Aber in Sydney sieht man so viele Kängurus und Koalas wie in Würzburg – also nicht wirklich viele. Eine Großstadt ist halt nicht unbedingt der Lebensraum der Tierchen. Deshalb machten sich Regina und ich auf den Weg zum Taronga Zoo, um die typischen australischen „Einwohner“ hautnah zu erleben. Bei der Überfahrt mit der Fähre hat man einen tollen Blick auf die Oper und die Skyline von Sydney. Zusammen mit vielen begeisterten Familien mit Kindern machten wir uns also auf dem Weg dorthin. Eines der ersten Tiere, das wir sahen, war tatsächlich der Koala! Leider freute er sich nicht ganz so wie wir, dass wir drei uns endlich trafen. Er kehrte uns den Rücken zu, schlief und lies sich in seiner Ruhe nicht stören. Tja, das hatten wir uns irgendwie spektakulärer vorgestellt. Man konnte auch ein Foto mit einem Koala machen, das kostete aber nochmal 25 Dollar! Dafür wecken sie die Koalas auf und man wird in ihr Gehege geführt. Das musste jetzt auch nicht sein. Wahrscheinlich waren die Tierchen von den ganzen Fotoshootings so erschöpft, dass sie froh waren, wenn sie vor uns Menschen mal Ruhe hatten.

Die Kolasa liefen uns also nicht davon, dann konnten wir uns erstmal den anderen Attraktionen des Zoos widmen. Als nächstes kamen wir in ein abgegrenztes Areal, in dem Kängurus rumhüpften. Na ja, rumhüpfen ist eigentlich übertrieben, denn eigentlich saßen sie alle nur da und schauten in dieselbe Richtung. Es sah so aus, als ob die australische Tierwelt nicht gerade auf uns gewartet hatte.
Allerdings haben wir durch die Infotafeln gelernt, dass Kängurus bis zu 9 Meter weit springen können (natürlich nicht aus dem Stand) und Wallabies etwa 2 Meter. Was ist denn eigentlich der Unterschied zwischen den beiden? Die Köpfe sind anders geformt, Kängurus sind größer und leben nicht wie die Wallabies in Waldgebieten, sondern im grasbedeckten Flachland. Weiter ging es dann zu den Tasmanischen Teufeln.
Der Tasmanische Teufel war mir bisher nur vom Namen her bekannt, ich wusste aber nicht, welches Tier sich dahinter verbirgt. Er ist das weltweit größte fleischfressende Beuteltier und ist nur noch in Tasmanien (Insel etwa 200km vor dem australischen Festland) zu finden. Seit den 1990er Jahren ist die Art aber durch eine Gesichtskrebserkrankung stark dezimiert worden und vorm Aussterben bedroht. Um dies zu verhindern und gesunde Tiere wieder in der Natur auszusetzen, hat der Taronga Zoo zusammen mit anderen Zoos und Universitäten ein Zuchtprogramm ins Leben gerufen. Das Problem ist, dass es nicht mehr viele Tasmanische Teufel gibt und der genetische Pool recht klein ist. Allerdings gibt es bisher keinen Hinweis, dass die Menschen bzw. deren Einfluss auf die Umwelt schuld an der Erkrankung der Tiere sind. Im Taronga Zoo haben sie sechs Tasmanische Teufel und Tony, einer der Tierpfleger, erklärte uns bei der Fütterung von „Nina“ (schön, dass Du im Zoo von Sydney eine Namensvetterin hast, oder Nina? :-)) die Bedeutung der Tasmanischen Teufel und die Bemühungen der Zoos, dass diese zu Australien gehörenden Tiere nicht aussterben. Die Befürchtungen der Farmer sind, wenn diese Tiere aussterben sollten, dass die Population der Füchse und anderer Tiere zunimmt und sich das Ökosystem vollständig verändert. Ist ein wirklich spannendes Thema, ich hätte auch nicht gedacht, dass mich das so interessiert. Der Bereich der Tasmanischen Teufel ist aber auch wirklich auch schön aufgebaut, mit Videos, vielen Infotafeln, Erklärungsbildern und der Livefütterung, in die wir durch Zufall gekommen sind. So wird man auf Themen gestoßen, mit denen man sonst nie etwas zu tun gehabt hätte. Also haben wir einen Einblick in die bedrohte australische Tierwelt bekommen.
- Der Tasmanische Teufel ist eigentlich ganz lieb!
- Tony
- Keine Angst, ist kein echtes! 🙂
Übrigens hat man vom Zoo aus einen super Blick auf die Skyline von Sydney – allein schon deswegen lohnt sich der Besuch. Anschließend haben wir noch mehr Kängurus gesehen, die sich nun auch bewegt haben! 🙂 Allerdings sind sie weniger durch die Gegend gehüpft (wie man das so aus Filmen kennt), als dass sie sich ganz langsam vorgetastet haben. Was mich nur gewundert hat: Die Wege für die Besucher führten durch deren Gehege und sie sind schön nebendran in ihrem Bereich geblieben und haben die Wege nicht betreten. Gut erzogen! Anschließend haben wir Elefanten, Echsen, Lemuren, Gorillas, Seelöwen, Krokodile, Pinguine, allerlei Vögel, Tiger, Löwen, Schimpansen, Giraffen, allerlei nachtaktive australische Tiere, Schlangen, Schildkröten und meine absoluten Lieblingstiere – die Erdmännchen – gesehen. Den Erdmännchen könnte ich den ganzen Tag zusehen, die sind so lustig! 🙂
Gut gefallen hat mir an dem Zoo, dass der Fokus eindeutig auf den australischen Tieren liegt – auch wenn es dort noch andere zu sehen gibt. Man lernt durch die vielen Infotafeln, Schaubilder, Fütterungen und Vorführungen viel über die hiesige Tierwelt. Ach ja, es gab auch ein Spinnenhaus, aber das haben wir – natürlich nur wegen der fortgeschrittenen Zeit 😉 – ausgelassen. Der Zoo ist auch sehr schön und mit viel Liebe angelegt, sehr gepflegt und man hat den Eindruck, dass sich gut um die Tiere gekümmert wird. Außerdem hat man sich auch für die Kinder viel einfallen lassen. So sind auf den Wegen zum Beispiel „Fußabdrücke“ von Elefanten, es gibt einen großen Spielplatz bei den Lemuren, bei den Schimpansen können die Kinder in eine Glasröhre kriechen und sind dann quasi im Gehege der Affen – eine klasse Idee! Zudem gibt es viele Freiwillige, die ehrenamtlich im Zoo helfen und den Besuchern Informationen zu den Tieren geben. Echt ein tolles Konzept. Also, wenn Ihr mal in Sydney seid, schaut Euch den Zoo an! 🙂




































Letzten Kommentare