Halbzeit in Australien

14. Juli 2014 at 17:09

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

Es ist Halbzeit. Obwohl sich heute alles um Fußball dreht, spreche ich von etwas anderem: Heute auf den Tag genau vor sechs Monaten bin ich von Deutschland nach Australien geflogen! Unglaublich wie die Zeit vergeht und hätte mich meine Mutter nicht darauf hingewiesen, hätte ich wahrscheinlich gar nicht an diesen Tag gedacht. Ich weiß noch, wie komisch ich mich die ersten Tage in Sydney gefühlt habe. So ganz anders als damals in Washington. Ich war gar nicht euphorisch, sondern habe mir nur gedacht, warum in aller Welt wollen die Backpacker nur alle ein zweites Jahr bleiben? Doch als ich ein paar Leute kennen gelernt und nach und nach die Stadt erkundet hatte, wurde ich neugierig auf dieses große, so weit von Deutschland entfernte Land, das immer durch seine wunderschöne Natur und die unterschiedlichsten Gegenden von sich reden macht. Vielleicht lag es an der langen Anreise, dem großen Temperaturunterschied oder einfach an der Tatsache, dass Australien nie – wie bei einigen meiner Freundinnen – das Land meiner Träume war. Es war vielmehr eine schöne Alternative zu den USA, die sich vorübergehend noch querstellen und meine Greencard noch nicht rausrücken wollen. 🙂 Ich musste also erstmal warm werden mit Down Under.

Sydney und besonders Bondi Beach, wo ich die ersten zehn Tage gewohnt habe, haben mir aber von Tag zu Tag besser gefallen und am Ende konnte ich mir gar nicht vorstellen, dass Melbourne noch toller sein sollte. Aber es war so – mit Melbourne hatte ich keine Startschwierigkeiten. Die Stadt macht es einem einfach, sie zu mögen. Seit ich hier bin, ist mir noch nie langweilig gewesen. Ständig gibt es Festivals, Veranstaltungen, Märkte, ein breitgefächertes Kulturangebot, tolle Läden, Cafés, viele Grünflächen und Strände. Melbourne ist eine Millionenstadt, in der man trotzdem Leute wiedertrifft, deren Zentrum man erlaufen kann und die einem so viel bietet. Nicht umsonst wurde Melbourne so oft zur lebenswertesten Stadt der Welt gekürt. Zwar hat es nicht so berühmte Sehenswürdigkeiten wie Sydney, aber auch hier gibt es viel zu entdecken und auch nach sechs Monaten habe ich noch nicht alles angeschaut, was auf meiner To-Do-Liste steht. 🙂 Was es mir aber vor allem einfach gemacht hat, mich hier wohlzufühlen, sind die vielen netten Leuten aus der ganzen Welt, die ich im Laufe der Zeit hier kennen gelernt habe. Viele sind mir wirklich gute Freunde geworden. Trotz der Tatsache, dass ich oft um einige Jahre älter bin als sie, verstehen wir uns richtig gut und haben schon so viel zusammen erlebt. Wir haben Melbourne und die Umgebung gemeinsam erkundet, viel gefeiert, den australischen Alltag zusammen entdeckt, Kurztrips gemacht, uns gegenseitig aufgeheitert, zusammen gelacht und viele lustige und unvergessliche Momente geteilt. Da habe ich wirklich Glück gehabt, dass ich so viele liebe Leute aus den unterschiedlichsten Ecken der Welt kennen gelernt habe.

In den sechs Monaten habe ich aber bisher nur einen kleinen Teil dieses großen Landes gesehen – Sydney, viel von Melbourne und Umgebung, Perth und das Outback. In den nächsten Monaten habe ich vor, noch viel mehr zu sehen, zu reisen und weitere tolle Erfahrungen zu sammeln, interessante Menschen und neue Orte kennen zu lernen. Ich werde in nächster Zeit einige meiner bisherigen Erlebnisse für Euch hier nachtragen, leider hinke ich nämlich immer nach meilenweit hinterher, aber ich bin dran! Ich schätze es auch übrigens sehr, dass ich mit der Heimat, meiner Familie, meinen Freunden und auch ehemaligen Arbeitskollegen dank Email, Skype, What´s app und der guten alten Post so guten und trotz der großen Entfernung oft auch engen Kontakt habe. Ich freue mich IMMER von Euch zu hören und möchte ALLES wissen! 🙂 IMG_4913

Letzt habe ich in einem Film ein interessantes Sprichwort gehört: „Sometimes even the wrong train can take you to the right destination.“ („Manchmal kannn Dich sogar der falsche Zug zum richtigen Ort bringen“). Vielleicht sollte ich (erstmal) nicht in die USA, sondern Australien unsicher machen. Hätte ich einen Job in den USA bekommen, wäre ich nie auf die Idee gekommen, für eine Zeit in Down Under zu leben. Dann hätte ich nie all die lieben Menschen kennen gelernt und nie Kängurus gefüttert, IMG_5815Vegemite probiert, eine Schlange um den Hals gehabt, ein Bild mit einem Koala machen können, bei Minusgraden im Swag geschlafen, und, und, und… Es soll schon alles so kommen wie es kommt.Was ich damit sagen möchte: Obwohl ich Euch alle sehr vermisse, fühle ich mich hier in Melbourne sehr wohl und freue mich auf die nächsten Monate hier! Seid mit mir gespannt, was ich noch alles erleben werde!

Fühlt Euch alle aus der Ferne umarmt!

Viele liebe Grüße aus dem momentan winterlichen Melbourne in die Heimat,

Eure Christine

Besonderheiten des australischen Alltags

12. Juli 2014 at 13:28

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

Hier bin ich wieder! Die letzten Wochen bin ich einfach nicht zum Schreiben gekommen, aber ich habe so viel erlebt und werde Euch daran natürlich nach und nach teilhaben lassen! Im Laufe der Zeit fallen einem ja immer mehr Besonderheiten des australischen Alltags auf, die Euch sicherlich auch interessieren. Hier ein paar weitere:

– Alkohol ist in der Öffentlichkeit verboten und auch ganz viele öffentliche Plätze sind „alkoholfreie Zonen“. Da bei Festivals Alkohol auch nicht erlaubt ist, tricksen einige und mischen sich ihre alkoholischen Getränke in Colaflaschen.

– Es gibt hier Restaurants, in denen man seinen Alkohol selbst mitbringen kann (meist nur Wein und Bier). Das heißt dann BYO (Bring Your Own) und hat den Grund, dass das Lokal keine Alkohollizenz hat. Man zahlt dann ein Korkenentgelt, bekommt Gläser und den Wein serviert.

– Alkohol kann man in der Regel nur in speziellen „Bottle oder Liquor Shops“ kaufen.

– Trotz der Tatsache, dass Linksverkehr herrscht, gilt überall „rechts vor links“

– Um in die großen Städte zu gelangen, muss man „toll roads“ passieren, also Maut bezahlen. Dafür muss man aber nicht anhalten, sondern das Auto wird elektronisch erfasst.

– Die Australier sind sehr höflich und entschuldigen sich immer, selbst wenn man ihnen im Weg steht. 🙂

– In vielen Clubs wird der Ausweis gescannt und aus „Sicherheitsgründen“ ein Foto gemacht – wer weiß wie lange die das speichern…

– An den meisten Steckdosen ist ein An-/Aus-Schalter.

– Im Kino gibt es nicht immer Sitzplatzkarten und nur salziges Popcorn (stört mich persönlich jetzt nicht, da ich eh keines kaufe).

– An vielen Einfamilienhäusern sind seltsamerweise keine Klingeln.

– Beim Einsteigen in den Bus grüßt man den Busfahrer und beim Aussteigen bedankt man sich.

– Die Häuser sind ganz schlecht isoliert, die Fenster nicht dicht und es gibt meist keine Heizungen.

– In Perth findet man in den Wohngebieten teilweise einen Gehsteig nur auf der einen Straßenseite. Die Bewohner der Häuser, die keinen vor ihrer Haustür haben, müssen auf der anderen Seite laufen. Somit sparen sich die Anwohner Geld, da sie an den Baukosten des Fußgängerweges beteiligt werden.

– Bei Baustellen gibt es immer einen Bauarbeiter, der an der Straße ein Schild mit „Stop“ oder „Slow“ hält und angeblich wird dieser Job super bezahlt (das wäre doch was für die nächsten Monate für mich :-)).

– Die Fußgängerampeln sind auch interessant: Es ist kurz grün, dann blinken sie eine Weile rot (da darf man noch weitergehen, aber nicht mehr anfangen, die Straße zu überqueren – dafür wurde ich mal ganz böse von einem Mann aus dem Auto heraus beschimpft!) und dann sind sie rot.

„WM-Fieber: Im Jeep von Kenia nach Brasilien“ – Interview für das Weltreisemagazin

29. April 2014 at 14:51

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

Keine Sorge, ich bin nicht plötzlich auf die Idee gekommen, von Kenia nach Brasilien zu fahren! 🙂

Aber für das „Weltreisemagazin“ habe ich Florian Keller zu seiner großen Reise durch 25 Länder in 200 Tagen interviewt. Wie er sich darauf vorbereitet und was er bisher alles erlebt hat, könnt Ihr hier nachlesen:

http://weltreiseforum.com/blog/im-jeep-von-kenia-nach-brasilien/

Viel Spaß beim Lesen und ganz liebe Grüße in die Heimat!

“Down under” der Faszination des Rennsports auf der Spur – Artikel zur Formel 1 in „Fulda aktuell“

30. März 2014 at 14:57

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

Hier schon mal ein kleiner Vorgeschmack auf meinen Blogeintrag zur Formel 1, der bald kommen wird! 🙂

Denn am Wochenende ist ein Artikel von mir in der Wochenzeitung „Fulda aktuell“ erschienen:

http://lokalo24.de/news/down-under-der-faszination-des-rennsports-auf-der-spur/460346/

Viel Spaß beim Lesen und liebe Grüße nach Deutschland! 🙂

 

Wusstet Ihr schon, dass….

23. März 2014 at 16:13

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

… es in den Supermärkten in Australien viele Selbstscanner-Kassen gibt?

… es in Australien nicht üblich ist, Trinkgeld zu geben (kein Wunder, dass der Taxifahrer in Sydney dreimal nachgefragt hatte, ob ich das Restgeld nicht wiederhaben möchte)?

… hier wirklich jeder „No worries“ sagt (was so viel heißt wie „Gern geschehen“, „Kein Problem“)?

… es hier in Melbourne so gut wie keine Wespen gibt (ich habe bisher nur eine gesehen)?

… Kinder heutzutage keine Telefonzellen mehr kennen („Was haben sich die Leute darüber denn erzählt?“)?

… es an heißen Tagen umso mehr Fliegen gibt, die aber so aufdringlich sind und einem ständig ins Gesicht fliegen?

… in Australien scheinbar jeder Zweite tätowiert ist (selbst Lehrer und oftmals sind ganze Arme oder Beine von unten bis oben mit Farbe vollgemalt)?

… „Burger King“ in Australien „Hungry Jack´s“ heißt (die Marke „Burger King“ war in Australien bereits vergeben war, als Jack Cowin die ersten Burger Läden im Burger King Franchise eröffnen wollte. Er benutzte deshalb in Absprache mit der Burger King Zentrale in den USA seinen Vornamen und nannte seine Restaurants in Australien „Hungry Jacks“.)?

… man hier im Restaurant und in der Bar genauso wie in den USA immer kostenlos Wasser (halt Leitungswasser, das hier aber alle trinken) bekommt (einen Refill der Gläser wie in den USA habe ich hier allerdings noch nicht gesehen)?

… es eine Rivalität zwischen Sydney und Melbourne gibt?

… Kinder heutzutage bei jedem Bildschirm (auch im Museum) wie beim Ipad oder Iphone drüberstreichen und enttäuscht sind, wenn man tatsächlich „nur“ einen Film oder ein Bild darauf sehen kann?

… sich das Hofbräuhaus in Melbourne in Chinatown befindet?

… entgegen des weit unter deutschen Backpackern verbreiteten Gerüchts – dass es seit dem Zweiten Weltkrieg ein Abkommen zwischen Deutschland und Australien gibt, dass Postkarten auch dann in Deutschland ankommen, wenn man keine Briefmarke draufklebt – tatsächlich ratsam ist, Briefmarken zu kaufen, weil die australische Post die Postkarten sonst schreddert (trotz dieser Aussage einer Postmitarbeiterin kenne ich aber Leute, deren Postkarten auch ohne Briefmarke angekommen sind)?

… es in Australien unheimlich schwer ist, an Quark, Creme Fraiche oder Schmelzkäse zu kommen?

… man hier Unsummen für Essen und Trinken ausgeben kann (ein normaler Salatteller im Restaurant kostet gerne mal 22 Dollar/14 Euro, Bier in einer Kneipe auch mal 14 Dollar/9 Euro, ein Cocktail 20 Dollar/13 Euro, etc.)?

… man etwa die doppelte Zeit einplanen muss, wenn man einen Weg mit einem Kind entlang läuft (es gibt ja so viel, was unterwegs interessant ist)?

… jeder vierte Australier im Ausland geboren ist und die Hälfte davon in Sydney und Melbourne wohnen (die größten Gruppen sind aus der UK, Neuseeland und China)?

… man nicht nach draußen gehen soll, wenn die Sonne rot ist, denn das bedeutet, dass Zombies kommen (danke für den Tipp, Tristan! :-))?

… in der australischen Verfassung Grundrechte wie Religions- und Meinungsfreiheit nicht verankert sind (nur in der Verfassung von einzelnen Staaten, wie zum Beispiel Victoria)?

… einen in der „Berlin Bar“ in Melbourne Franzosen bedienen?

… man hier an jeder Ecke Deutsche trifft und man wirklich aufpassen muss, wenn man etwas auf Deutsch sagt und nicht möchte, dass das jemand versteht?

… die Straßenbahnfahrer hier sogar auf einen warten, wenn man noch einige Meter entfernt ist und zur Tram rennt (in Deutschland machen sie ja teilweise nicht mal mehr die Türen auf, wenn man davor steht)?

… es während des Zweiten Weltkriegs in Australien Internierungslager für Deutsche, Italiener, etc. gab?

… es in Melbourne Pflicht ist, einen Fahrradhelm zu tragen?

… es in Melbourne eine Besonderheit im Straßenverkehr gibt – den Hookturn (selbst Einheimischen passieren an den Stellen Unfälle, weil keiner bei der Regelung durchblickt)? Wenn man rechts über eine von der Straßenbahn befahrenen Straße abbiegen möchte, muss man sich erst links einordnen, die auf dem gleichen Fahrstreifen geradeaus fahrenden Fahrzeuge und die Straßenbahn durch lassen und darf dann erst – wenn die Ampel rot zeigt – rechts abbiegen.

… die australischen Mädels seeeehr freizügig/ wenn nicht gar billig angezogen sind, wenn sie ausgehen (ein Hauch von nichts als Minirock meist in Neonfarben, großer Ausschnitt und High Heels)?

… man in der Straßenbahn zu 90 Prozent einen Platz bekommt, wenn man ein Kind an der Hand hält (die Leute stehen hier nicht nur für das Kind, sondern auch für dessen Begleitung auf – sehr gut erzogen! ;-))?

… die Zahnpasta von Spiderman grün ist (was man nicht alles von einem 5-Jährigen lernt, der sich gefragt hat, ob seine Zahnpasta grün ist, weil die Hersteller wissen, dass die Kinder Spiderman toll finden)?

… es hier für alles horrende Strafen gibt (bei 5km/h über der angegebenen Geschwindigkeit muss man schon 180 Dollar/118 Euro zahlen, beim Schwarzfahren auch um die 200 Dollar/130 Euro, wenn man keinen Fahrradhelm trägt 176 Dollar/115 Euro, etc.)?

… 20-Jährige heutzutage nicht mehr den Film „Casablanca“ kennen (ich bin entsetzt, das ist doch ein Klassiker!)?

 

 

Freude am Schreiben

21. März 2014 at 15:38

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

Täglich begegnen mir hier so viele interessante Themen, bei denen ich immer denke: „Darüber möchte ich einen Artikel schreiben!“ Da ich aber so viel unterwegs bin und viel unternehme, komme ich leider kaum hinterher. Aber ich bin dran und habe erst kürzlich einen Text (ähnlich dem in meinem Blog) über das Opernhaus in Sydney für das „Weltreisemagazin“ und über Janina Beckett (eine Fuldaerin, die einige Monate in Australien studiert hat) für den „Marktkorb“ geschrieben, die nun veröffentlicht worden sind (siehe den Gästebucheintrag von Wolfgang Weber).

Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr mal einen Blick hinein werft!

Marktkorb – Janina Beckett (veröffentlicht am 16. März 2014):

Printausgabe

20140316-MK-HP-tit.01-Marktkorb am Sonntag-1

20140316-MK-HP-adr.04-Marktkorb am Sonntag-1

Onlineversion

http://www.marktkorb.de/aktuelles/detailansicht/ch/9ac2915f1f67dbef27f867fc0ded559c/title/schildkroeten-koalas-und-kaengurus-ganz-nah.html

Weltreisemagazin – Opernhaus Sydney (veröffentlicht am 17. März 2014):

http://weltreiseforum.com/blog/opernhaus-sydney-fuehrung-durch-das-wahrzeichen/

Viel Spaß beim Lesen und liebe Grüße vom anderen Ende der Welt! 🙂

Von Frankfurt über Dubai nach Sydney

16. Januar 2014 at 11:27

Posted from Frankfurt, Hesse, Germany.

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Am 14. Januar 2014 um 14.25 Uhr (tolles Startdatum, oder?!) war es dann soweit: Das Abenteuer Australien konnte beginnen! Meine Eltern und mein Bruder brachten mich nach Frankfurt zum Flughafen und sogar die Polizei sperrte einen Teil des Terminals für uns ab! Na ja ok, das war eher wegen des auffälligen Gepäckstücks, das niemandem zugeordnet werden konnte. 🙂 Nachdem sich auch das geklärt hatte, konnte ich nach einem langen Abschied von meinen Lieben durch die Passkontrolle gehen.
IMG_2501 Übrigens hielten sich nicht alle so vorbildlich an die 30kg-Gepäck- und 11kg-Handgepäckgrenze wie ich, denn bei der Gepäckaufgabe und auch später auch vor dem Boarding sah ich einige Passagiere, die verzweifelt und teilweise unter großem Fluchen versuchten, Überflüssiges aus ihrem Koffer auszusortieren und einige schmissen dann einfach einiges in den Müll. Da war dann doch froh, dass ich in dieser Beziehung entspannt starten konnte.
Der Flug von Frankfurt nach Dubai mit Emirates dauerte 6 Stunden und war sehr angenehm. Der Service ist wirklich spitze und, da das Flugzeug nicht voll besetzt war, hatte ich neben mir sogar zwei freie Plätze. Nur unterbrochen durch Essen, Getränke oder warme Erfrischungstücher schaute ich mir einige Filme aus dem gewaltigen 450 Filme-Angebot an. Um halb zwölf Ortszeit erreichten wir dann Dubai und ich machte mich auf einen leeren Flughafen gefasst, aber weit gefehlt: Um Mitternacht war da noch die Hölle los, alle Geschäfte hatten offen und es wurde fleißig eingekauft. Eine gute Stunde später ging ich dann mit einigen anderen hundert Passagieren an Bord des A 380. Die 14 Stunden Flug zogen sich dann trotz zahlreicher Filme und gutem Essen (wer kann denn schon 4 Mal hintereinander warm und um 6 Uhr am Morgen – unserer Zeit – Pizza essen?! Alle außer mir in diesem Flugzeug scheinbar…) ziemlich hin. Irgendwann möchte ich mal 1. Klasse im A 380 mit Emirates fliegen, da fühlt man sich bestimmt königlich. 😉
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Pünktlich um 22.30 Uhr landeten wir in Sydney bei 20 Grad Celsius! Was für ein Unterschied zum Wetter in Deutschland! Bei der Passkontrolle machte ich mich auf alles gefasst, hatte das Visum und auch den Kontoauszug mit der Bestätigung über den Betrag, den man bei der Einreise vorweisen muss, in der Hand und was fragte der Passmensch? Nichts, natürlich! Nicht mal, was ich in Australien vorhabe. Er hatte sich vor mir mit drei Jugendlichen über das Surfen unterhalten und jetzt erzählte „Marty“ seinem Kollegen von irgendeinem Surferlebnis, während er mir den Stempel in den Pass drückte. 🙂 Das wäre geschafft, dann wartete ich nur noch ewig auf meinen Koffer, der mit einer der letzten war, der auf das Band kam. Ach bei der Zollkontrolle wurde ich nicht weiter beachtet, sondern nur durchgewunken – scheinbar sah ich nicht so aus, als würde ich Pflanzen, Erde oder lebende Tiere ins Land schmuggeln! 🙂
In der abendlichen/nächtlichen Hitze angekommen, suchte ich mir dann ein Taxi. Leider bestätigte ich sämtliche Klischees und wollte auf der falschen (der Fahrerseite, die ja in Australien rechts ist) Seite des Autos einsteigen. Mein Taxifahrer, der ursprünglich aus Venezuela kommt, quittierte dies mit einem Lächeln und sagte: „Wenn Sie fahren möchten…“ Also nee, jetzt noch nicht, danke! 🙂 Nach etwa 25 Minuten Fahrt verließ ich 60 Dollar ärmer das Taxi und kam in dem Zimmer an, das ich für die zehn Tage in einer Wohnung in Bondi Beach gemietet habe. Da die Mieterin momentan in Urlaub ist, habe ich die Wohnung ganz für mich allein, die nur wenige Minuten vom Strand entfernt liegt! Besser geht´s nicht! Nachdem ich das Zimmer nach Spinnen abgesucht hatte (Gott sei Dank habe ich keine gefunden), war ich endgültig in Sydney angekommen!

Die Kunst, einen Koffer für ein Jahr zu packen…

13. Januar 2014 at 22:55

Posted from Würzburg, Bavaria, Germany.

Wie schnell die Monate und besonders die letzten Wochen vergangen sind! In meinen letzten Tagen in Deutschland habe ich noch viel besorgt, erledigt, viel mit Freunden telefoniert und mich von allen verabschiedet. Ich kann mir gar nicht vorstellen, alle ein Jahr lang nicht zu sehen und für ein Jahr am anderen Ende der Welt zu sein. Aber ich freue mich auf dieses Abenteuer, ein mir noch völlig unbekanntes und interessantes Land zu entdecken.

Doch bevor es los ging, noch die alles entscheidende Frage: Was nimmt man für ein Jahr mit? Woher soll ich wissen, was ich in 5 Monate anziehen möchte? Da ich noch nie ein Rucksack-Typ gewesen bin, werde ich – nicht wie der klassische Backpacker mit Rucksack – mit Koffer reisen. Aber wie bringt man Schuhe, Klamottem, Kosmetik, Taschen, Medikamente, Computer, Kamera,…., und ganz viel anderes Zeug, das man so täglich braucht, denn in EINEN Koffer? In den USA hatte ich damals für 3 Monate zwei Koffer dabei! Wenn dieses Wunder dann vollbracht ist: Wie schafft man es, dass der Koffer nicht mehr als 30 kg wiegt? Die männlichen Leser werden jetzt sagen: Kein Problem, dort gibt es ja auch Geschäfte! 🙂 Aber die Frauen werden meine Probleme sicher verstehen.Man braucht halt bestimmte Sachen einfach und wer weiß, ob es genau die dann auch in Australien gibt…

Tja, zu meinem großen Erstaunen muss ich sagen, dass das Packen erstaunlich gut ging, aber wahrscheinlich auch deshalb, weil ich schon seit längerem eine Packliste erstellt und mich wirklich nur auf das Nötigste reduziert habe. Da hatte ich bei so manchem Urlaub mehr Probleme, den Koffer zu schließen! Ich gebe zu, dass ich am Schluss ein paar Sachen wieder auspacken musste, aber dann zeigte die Kofferwaage stolze 28kg an! Perfekt! Wobei man dazu sagen muss, dass der Koffer allein schon 6kg wiegt! Leider war mein Rucksack, den ich als Handgepäck mitnehmen wollte, mit knapp 11kg doch etwas zu schwer (darf eigentlich max. 7kg wiegen). So sind meine Geschenke für meine Au Pair-Familie und ein paar Reiseführer jetzt auf dem Postweg nach Australien unterwegs. 🙂