Outbacktour Tag 4 und 5: Im Garten Eden und Als die Brasilianer nicht mehr hinschauen konnten
Posted from Petermann, Northern Territory, Australia.
Unser nächster Tag im Outback begann um 6 Uhr morgens. Wir frühstückten, machten uns fertig, packten alles zusammen
und fuhren zum Kings Canyon. Er befindet sich rund 245km Luftlinie südwestlich von Alice Springs. Wir waren gespannt auf die weit über 200m tiefe Sandsteinschlucht mit teilweise senkrecht abstürzenden Felswänden, die rot, gelb und weiß sind.
Die Wanderung gestern war nur ein Vorgeschmack auf dieses Programm, denn heute liefen wir in vier Stunden den „Kings Canyon Rim Walk“ – ein 6km langer Rundweg, der um den Canyon herumführt. Der Weg beginnt mit einem ziemlich steilen Aufstieg und führt dann recht eben weiter. Tommi und David fragten uns, ob sie ihre Wasserflaschen in unsere Rucksäcke tun dürfen und trugen sie dafür auch. Ein fairer Deal – manchmal hat es auch Vorteile, Männer mit dabei zu haben. 😉 Es war gut, dass wir schon um 7 Uhr loszogen, denn binnen kurzer Zeit brannte die Sonne herunter und ich konnte mir nicht vorstellen, die 4 Stunden im Hochsommer bei der
doppelten Temperatur zu laufen. James erklärte uns einiges über den Canyon – zum Beispiel, dass der Sandstein ursprünglich Sanddünen waren – und
wies uns auch auf Besonderheiten wie Fossilien hin. Großen Wert legte er bei der Tour darauf, dass wir mindestens drei Meter Abstand zum Felsrand haben sollten. Die Felsen waren auch gar nicht abgesichert, kein Zaun oder Gitter, alles war sehr natürlich und sehr gefährlich. Man musste schon echt gut aufpassen, ein falscher Schritt beim Fotografieren und es ging hundert Meter tief nach unten. Der Grund, warum James so penetrant auf die 3-Meter-Regel hinwies, war, dass drei Wochen vor unserem Trip bei solch einem Ausflug eine 23-jährige Britin 50 Meter in die Tiefe stürzte und starb. Schrecklich! Von den Aussichtspunkten hatte man einen super
Blick und wir konnten uns gar nicht an den Steinformationen, der Schlucht und der Umgebung sattsehen. Besonders toll sah es aus, als sich die Sonne immer weiter auf den Steinen vortastete. Auf halber Strecke führen Holztreppen den Canyon hinab zu einer Brücke, die die Schlucht überspannt. Darunter zieht sich der teilweise wasserführende Kings Creek, an dessen Ende sich ein Wasserloch befindet. Die hohen Felswende spenden Schatten, so dass dort viele Pflanzen wachsen und es wirkt wie ein verstecktes Paradies – passend dazu der Name: Garten Eden! Die vier Stunden gingen schnell rum, denn ein Ausblick war beeindruckender als der andere. Mir persönlich hat der Kings Canyon noch viel besser als das Kata Tjuta-Gebirge gefallen und ich bin froh, dass wir den Abstecher auch gemacht haben.
- Im Garten Eden 😉
- David, Jane und Tommi
Video: https://www.youtube.com/watch?v=hEIOb26ejbM&feature=youtu.be
Video: https://www.youtube.com/watch?v=bC0B0fgEPds&feature=youtu.be
Das Brasilienspiel
Nach dem Mittagessen – es gab Burritos – fuhren wir vier
Stunden lang durchs Outback zurück nach Alice Springs. Wir hatten wirklich Glück mit unserem Guide James, der uns bis zum Schluss viel über das Leben der Aborigines, das Outback und Alice Springs beibrachte. Unsere Gruppe hatte er auch ins Herz geschlossen, so machten wir mit ihm zum Abschluss noch ein paar Gruppenfotos. Zusammen mit den anderen, die auch in unserem Hostel übernachteten,
bestellten wir uns abends Pizza und saßen noch eine Weile zusammen bis wir müde von den vielen Eindrücken der letzten Tage ins Bett fielen. Die Nacht war wieder sehr kurz für uns, denn
um 6 Uhr morgens wollten wir uns unbedingt das WM-Halbfinalspiel Deutschland gegen Brasilien anschauen. Gut, dass wir uns aus dem Bett gequält hatten, denn dieses Spiel wird uns allen sicher lange in Erinnerung bleiben. Im Fernsehzimmer im Hostel saßen schon einige Jungs – Tommi, vier Brasilianer und ein Asiate. Später gesellten sich zu uns auch noch ein paar andere deutsche Mädels. Am Anfang waren die Brasilianer noch etwas vorlaut, aber von Tor zu Tor wurden sie immer ruhiger und rutschten immer tiefer in die Sofas. 😉 So schnell wie die Tore fielen, konnten wir gar nicht jubeln und per Whatsapp mit Freunden und Familie zu Hause schreiben. Nach dem 5. Tor taten uns die Jungs dann doch etwas leid, aber wir freuten uns schon sehr über das Endergebnis 7:1! 🙂
Abschied von Sophie
Mit einem Shuttlebus wurden wir und einige unserer Mitreisenden (die Kanadierin, die Südkoreanerin, etc.) um 10 Uhr zum
Flughafen gefahren. Unser Flugzeug hob um 11.45 Uhr ab und um 14.30 Uhr waren wir wieder in Melbourne. Wir verbrachten noch ein bisschen Zeit am Flughafen, aßen etwas und verabschiedeten uns dann von der Sophie, die noch am gleichen Tag mit ihrer Ostküstentour beginnen sollte und danach zurück nach Deutschland. Da war ich schon sehr traurig, denn mit der Sophie hatte ich im ersten halben Jahr in Melbourne so viel unternommen, wir waren total auf einer Wellenlänge und sie ist zu einer guten Freundin geworden. Schön ist, dass der Kontakt bis heute gehalten hat und wir uns immer noch so gut verstehen. Während die Sophie auf ihren Weiterflug wartete, fuhren Tommi, David und ich mit dem Shuttlebus zurück in die Stadt. Für mich ging es wieder zurück nach Southbank – denn meine letzte Woche als Au Pair brach dann an.




























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