Bye, bye, schönes Australien!

26. Mai 2015 at 10:20

Posted from Dubai, Dubai, United Arab Emirates.

Nach 343 unvergesslichen und aufregenden Tagen in Australien musste ich Down Under Lebewohl sagen. Vom Hochsommer ging es für mich wieder in den Winter. Ich hatte in den letzten Monaten so viele neue Erfahrungen gesammelt, neue Freunde gefunden und die tollsten Sachen erlebt. All das wird mir ewig in Erinnerung bleiben und ich bin so froh, dass ich mich für dieses Abenteuer entschieden habe!

Foto-14Nachdem ich mich von den Freunden, die so kurz vor WeihnachtenIMG_0445 noch in Melbourne waren, und meinen liebgewonnenen Babysitterfamilien verabschiedet hatte, feierten wir am Wochenende vor meiner Abreise noch ein letztes Mal so richtig. Zusammen mit Duy, Daniel, der Italienerin Jessica und Freunden vom Duy aßen wir erst im „Lentils“ im Konvent, gingen dann in die schicke Cocktailbar „Blue Diamond“, von deren Balkon man einen genialen Blick hat, zogen dann weiter in ein Irish Pub (in dem es Live-Musik gab), ins „Little Red Pocket“ (bei dem ich den Türsteher überredete, einen Teil von uns umsonst reinzulassen) IMG_0449und landeten am Schluss im Club „Rats“. Duy und ich tanzten dort eine Weile und machten lustige Bilder in einer Photo-Box – ein rundum schöner Abend! Am Ende trafen wir uns noch mit seinem Bruder Ngoc, aßen etwas bei „Lord of the Fries“ (diese Pommes schmecken ja wirklich unglaublich lecker) und verabschiedeten uns dann. Ist schon komisch, wir hatten ja ein halbes Jahr lang so viel zusammen gemacht, uns wirklich gut verstanden und auch gut unterhalten – dann verabschiedet man sich und man weiß nicht, ob und wann man denjenigen wiedersieht. Schön ist aber, dass ich mit dem Duy noch in Kontakt bin und er versprochen hat, mich mal in Deutschland zu besuchen. Mal schauen. 🙂

IMG_0453

Packstress

Dann hieß es Koffer packen und das machte mir am meisten Sorgen. Denn obwohl ich schon vor unserer Ostküstentour 8 IMG_2962Kilo per Seamail (Souvenirs, Geschenke, etc.) nach Hause geschickt hatte, musste ich unbedingt aussortieren. Ein paar Sachen wie Bücher, meinen Fön, etc. konnte ich an andere Au Pairs oder Backpacker verkaufen. Einige meiner Klamotten und Schuhe hatten ihre Dienste getan und waren nach den Monaten kaputt oder nicht mehr wirklich schön, so dass ich sie der australischen Müllabfuhr überließ. Was mir allerdings schwer fiel war, dass ich 15 Nagellacke da lassen musste. Kim hatte mir etwa 30 Nagellacke geschenkt, die sie nicht benutzt und die teilweise noch neu waren. Leider waren die allein 3 kg schwer… Von allen wollte IMG_2965ich mich aber nicht trennen, also steckte ich sie mir in die Jackentaschen. 😉 Eigentlich darf man ja keine Flüssigkeiten mit ins Handgepäck nehmen oder man muss sie in so Tütchen stecken. Ich ließ es drauf ankommen und weder in Melbourne, noch in Sydney oder Dubai sagte jemand etwas – so viel also zu den Kontrollen! An meinem letzten Tag in Melbourne holte ich noch Sachen von der Reinigung, löste mein Konto bei der Westpac auf, ging zur Post, putzte bei der Kim und lief ein letztes Mal am Strand von St. Kilda entlang. Was für ein komisches Gefühl, Melbourne nach so einer langen Zeit wieder zu verlassen. Ich fühlte mich dort sehr wohl und alles war so vertraut. Aber ich freute mich auch sehr auf Zuhause, auf meine Familie, meine Freunde und auf Deutschland! Auf IMG_2974den Winter allerdings freute ich mich gar nicht. Nach dem langen und unerwartet kalten Winter in Melbourne sehnte ich mich so nach den Sommer, den ich leider nur kurz genießen konnte. Der Weg zum Flughafen war lang: Weil ich nicht mehr alles in den Koffer brachte, zog ich lange Klamotten an, meine hellblaue Outdoorjacke (mit den 15 Nagellacken in den Taschen) und trug meinen Wintermantel über dem Arm. Leider konnte mich der Duy nicht zum Flughafen fahren, weil er es nicht rechtzeitig aus der Arbeit zu mir geschafft hätte. Um Geld zu sparen wollte ich die Tram in die Stadt nehmen und von Southern Cross dann mit dem Sky Bus zum Flughafen fahren. Leider ließ die Tram ewig auf sich warten und es gestaltete sich schwieriger als ich dachte, in der Polarkluft einen 30,5 kg schweren Koffer den Berg bis zur Tram-Haltestelle hochzuschieben, wenn man noch einen 12kg schweren Rucksack auf dem Rücken und Nagellacke in den Taschen hat. Ein Mann, der mir entgegenkam, sah meinen hochroten Kopf und sagte zu mir „I´m so sorry“ – ja, das war ich auch. 😉 Hätte ich doch nur ein Taxi genommen…

Schlaflos in Sydney

Am 22. Dezember abends um 20:50 Uhr flog ich also dann mit Tigerair von Melbourne nach Sydney. Denn da ich ja im Januar von Frankfurt nach Sydney geflogen war, musste ich auch von dort wieder zurück. Eigentlich wollte ich wegen des IMG_2977Gepäcks (Tigerair schaut genau auf jedes Gramm) erst mit IMG_2987dem Bus nach Sydney fahren, das hätte aber mindestens 10 Stunden gedauert und mehr als der Flug gekostet. Ich bibberte, weil ich 2kg zu viel Handgepäck hatte – der Koffer passte genau, das halbe Kilogramm zuviel machte scheinbar nichts. Jeder vor mir musste sein Handgepäck auf eine Waage stellen, nur bei mir sagte die Frau „Gehen Sie durch“ – Puh, geschafft, war ich erleichtert, als ich im Flugzeug saß! Da ich die Nacht davor vor lauter Aufregung und zig Sachen, die ich noch erledigen wollte (Bettwäsche waschen, putzen, packen, etc.), nicht geschlafen hatte, war ich froh, für eine Stunde mal kurz die Augen zumachen zu können. Wirklich schlafen konnte ich natürlich nicht. Um 22.15 Uhr kam ich am Flughafen in Sydney an und suchte den Raum, in dem sich die Passagiere aufhalten konnten, die so IMG_2989früh weiterfliegen, dass sie am Flughafen übernachten müssen. Von diesem „Raum“ hatte ich in Backpackerforen gelesen. Tja, der „Raum“ ist allerdings nur ein Durchgang, in dem einIMG_2996 paar Stühle stehen und es eine Toilette gibt. Das Tollste war aber, dass die um uns herum an den Türen Gitter runterließen und wir so bis 3 Uhr morgens dort eingesperrt waren! Unglaublich! Ich war eine der glücklichen, die noch einen Sitzplatz ergatterte, viele lagen oder saßen auf dem Boden. An schlafen war aber nicht zu denken, denn über Lautsprecher wurde die ganze Nacht Weihnachtsmusik gespielt, ständig lief ein Flughafenmitarbeiter herum, zählte die Leute und wollte unsere Flugtickes sehen (als ob sich dort jemand freiwillig einsperren lässt). Eigentlich wollte ich in den 7 Stunden, die ich dort verbringen musste, viel erledigen, E-Mails und meinen Blog schreiben, Nägel lackieren, etc. – leider kam ich damit nur bedingt voran, weil ich das Glück hatte, sehr gesprächige Sitznachbarn zu haben: Eine Frau mit Kind aus Samoa und einen jungen Journalisten aus Hong Kong, mit dem ich über die Menschenrechtssituation in China redete. Tja, schlafen wird auch überbewertet. 😉

Endlich daheim

Foto 3-15Die Nacht zog sich zwar hin, aber sie ging doch schneller rum als ich dachte. Ich kam mir ein bisschen vor wie Tom Hanks im Film „Terminal“. 😉 Mit dem Unterschied, dass ich nach 7 Stunden weiterflog nach Dubai. Nach meiner zweiten Nacht ohne Schlaf – langsam gewöhnte ich mich dran. Der A380 ist  schon ein tolles Flugzeug, in dem ich die rund 14 Stunden bis Dubai gut aushielt. Ich wurde mit reichlich gutem Essen verwöhnt, schlief etwas und schaute mir ein paar Filme und Serien an. Von Dubai aus ging es eine Stunde später weiter nach Frankfurt – weitere 7 Stunden in der Luft. Insgesamt war ich schließlich von Melbourne nach Frankfurt stolze 32 Stunden unterwegs! Dank der Zeitverschiebung flog ich aber am 23. Dezember morgens in Sydney los und kam abends am selben Tag deutscher Zeit in Frankfurt an. Von den 30 Grad Celsius in Melbourne verwöhnt, musste ich mich erstmal an die kalten 8 Grad in Deutschland gewöhnen. Nachdem mein Pass kontrolliert war und ich mein Gepäck hatte, sah ich nach fast einem Jahr meine Familie wieder! Endlich konnte ich sie wieder in die Arme schließen! War das schön! Obwohl wir uns so lange nicht live (nur über Skype) gesehen hatten, kam es mir so vor, als wäre es erst gestern gewesen. Das vertraute Gefühl war nie weg – dank der modernen Technik (Skype, E-Mails, What´sapp, etc.) waren wir ja so gut wie jeden Tag in Kontakt gewesen und ich war über alles, was in ihrem Leben passiert ist, auf dem neuesten Stand und umgekehrt. Was mich besonders freute war, dass sie extra ein Plakat gestaltet hatten, auf dem stand: „1 Jahr Australien – Endlich daheim“. Genau so war es! So schön das Jahr war, es war schön, wieder daheim zu sein – und vor allem genau zu Weihnachten. 🙂

Foto 2-13

So schön, schön war die Zeit

25. Mai 2015 at 21:19

Posted from Traralgon, Victoria, Australia.

Das Leben besteht aber bekanntlich nicht nur aus Arbeit, deshalb habe ich die Abende und die freie Zeit am Wochenende in Melbourne weiterhin sehr genossen. 😉 Ich war zum Beispiel mit dem Gregor (das männliche Au Pair von der Deutschen Schule) im Spice Club, was trinken und im Kino. Ab und an habe ich mich auch mit der Spanierin Bea und der Amerikanerin IMG_2148Michelle getroffen, habe mit dem Finnen Tommi mal Billard IMG_1746gespielt oder war mit meiner Mitbewohnerin Sarah und ihrem deutschen Freund Alex aus. Eine Weile war ich auch öfter mit der Deutschen Jessica aus, deren Freund Frauenarzt ist und die mit ihm von Irland nach Australien kam. Mit ihr war ich zum Beispiel Cocktails trinken und tanzen. Auch mit einer andern Deutschen, Jenny, war ich ein paar Mal unterwegs, zum Beispiel in der coolen Bar „Naked for Satan“ in Firtzroy. Sie hatte mir auch den Tipp gegeben, Daniel anzuschreiben, als ich einen deutschen Studenten für einen Artikel für „Deutsche in Melbourne“ suchte. Denn ich schrieb weiterhin Texte für deren Webseite, ging zu Terminen, postete Beiträge auf deren Facebookseite und traf mich regelmäßig mit der Chefredakteurin Claudia.

Mit Gregor im "Spice Market"

Mit Gregor im „Spice Market“

Bea bei mir daheim

Bea bei mir daheim

Prost, Michelle!

Prost, Michelle!

Mit Jessica im "Spice Market"

Mit Jessica im „Spice Market“

Mit der Claudia von "Deutsche in Melbourne" im leckeren Restaurant "Brunetti"

Mit der Claudia von „Deutsche in Melbourne“ im leckeren Restaurant „Brunetti“

Unterwegs mit den Jungs

IMG_1782Nachdem ich Daniel, der aus Berlin stammt und aufgrund seiner IMG_2143Masterarbeit für ein Jahr in Melbourne war, für den Artikel interviewt hatte, unternahmen wir bis ich nach Hause flog viel zusammen. Wir gingen öfter mal was trinken, Eis und Burger essen, ins Kino, entspannten uns am Yarra River und zogen oft zusammen in einer Clique um die Häuser. Zusammen mit seinen Mitbewohnerinnen Anja und Selina und besonders mit Duy und Bart waren wir an den Wochenenden in den Bars und Clubs unterwegs. Mit Duy – einem Australier vietnamesischer Herkunft – der im Personalbereich bei einem Unternehmen arbeitete, verstand ich mich auch sehr gut. Er ist ein ganz lieber, unheimlich hilfsbereiter und lustiger Kerl, mit dem ich auch jetzt noch Kontakt habe. Auch seinen Kumpel Bart fand ich richtig nett. Besonders schön waren die Abende mit den Jungs bei einer 90er Party mit Liveband, in St. Kilda, in Fitzroy, im Club „Retro“, in der Cookies Rooftopbar und als wir Selinas Geburtstag feierten. Oft trafen wir uns zuerst in Jacks Bar und zogen danach weiter. Jack war ein Freund von Daniel, der eigentlich aus Sydney stammte und mit gerade mal 22 Jahre in Melbourne die Bar „Billys Lane“ eröffnet hatte. Die Bar war nicht besonders gemütlich, sie war im Durchgang zu einer Billardhalle, aber freitags kosteten die Cocktails nur 10 Dollar und mit der Zeit kannte man die Leute. 😉

Mit Daniel und Duy bei der 90er Party

Mit Daniel und Duy bei der 90er Party

Zusammen mit Daniels Mitbewohnerinnen Anja und Selina waren Daniel, Duy und ich in Fitzroy untewegs

Zusammen mit Daniels Mitbewohnerinnen Anja und Selina waren Daniel, Duy und ich in Fitzroy unterwegs

Mädelsfoto an Anjas Geburtstag

Mädelsfoto an Anjas Geburtstag

 

Die Jungs und ich auf dem Weg zum "Retro Club" - (v.l.n.r.) der Italiener Alessio, ich, Bart, Daniel und Duy

Die Jungs und ich auf dem Weg zum „Retro Club“ – (v.l.n.r.) der Italiener Alessio, ich, Bart, Daniel und Duy

Duy und ich auf der Tanzfläche

Duy und ich auf der Tanzfläche

Das Geburtstagskind Selina und ich im "Little Red Pocket"

Das Geburtstagskind Selina und ich im „Little Red Pocket“

Daniel und Selina

Daniel und Selina

IMG_2642

IMG_9989

IMG_9991

Ausflug ins Hinterland

IMG_7925Monica, die ich vom Deutschen Filmfestival kannte, lud mich mal übers Wochenende in das Haus ihrer Familie nach Traralgon/Gippsland ein, das etwa 160km von Melbourne IMG_7941entfernt lag. Es war schön, mal aus der Großstadt raus zu kommen und von der Natur umgeben zu sein (dass ich das mal sage! ;-)). Wir fuhren in einen Nationalpark und Monica erzählte mir einiges über die Umgebung. Bei einem Buschbrand vor ein paar Jahren wurden viele der Nachbarhäuser zerstört. Ihr Vater und ihr Onkel blieben bei ihrem Haus und schützten es mit Wasser vor dem herannahenden Feuer, so dass ihr IMG_7928Vater mit einer Rauchvergiftung ins Krankenhaus kam. Wenn ich mich recht erinnere, starben in der Umgebung etwa 20 Menschen, eine Familie kam in ihrem Auto ums Leben, als sie vor dem Feuer fliehen wollte. Wirklich schlimm! Monica zeigte mir Bilder von den Zerstörungen danach und erklärte mir auch, dass es seitdem weniger Tiere in der Umgebung gibt. Wir hatten aber Glück und sahen auf dem Weg zum Nationalpark ein Echidna auf einem Weg laufen. Ein Echidna ist eine Art Ameisenigel, der genau wie das Schnabeltier (Platypus) ein eierlegendes Säugetier ist. Ich finde die so süß, wie die so langsam hin- und herwackelnd laufen – einfach goldig! 🙂 Der Kurztrip war sehr schön und wir hatten viel Spaß zusammen.

Bei Kim und den Jungs

IMG_9939Die letzten sechs Wochen meiner Zeit in AustralienIMG_9948 (nach unserem Ostküstentrip, als Angela und Flo wieder abgereist waren) konnte ich netterweise bei der Kim und ihren Jungs in ihrem Gästezimmer im Stadtteil Kew wohnen. Kim war im Laufe der Zeit zu einer guten Freundin geworden, so dass ich mich bei ihnen total wohl fühlte. Als ich bei ihnen wohnte, schauten wir häufig zusammen „Greys Anatomy“, quatschten viel, aßen oft zusammen und machten gemeinsam Ausflüge. So waren wir einmal mit Rachel und Tristan in den Dandenong Ranges in einem deutschen Restaurant, dem „Cookoo“. Es gab deutsches Essen, deutsche Live-Musik, man konnte Kuckucksuhren kaufen und es wimmelte nur so von Klischees. Natürlich war es dementsprechend teuer, aber gestopft voll und die Australier waren begeistert. 😉 Schön war auch der Night Noodle Market, bei dem Kim und ich uns besonders das asiatische Essen schmecken ließen. Die letzten drei Wochen war ich sogar allein in ihrem Haus, weil die drei in die USA geflogen sind. Ich habe das sehr geschätzt, dass die Kim mir ihr Haus anvertraute und ich dort auch allein wohnen bleiben konnte.

IMG_9996    IMG_9998

IMG_9995

Kim und ich auf dem Night Noodle Market

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen ;-)

25. Mai 2015 at 18:18

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

Australien ist – wie Ihr durch meine Blogeinträge mittlerweile mitbekommen habt – leider ziemlich teuer. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen – hieß es deshalb auch für mich, um noch mehr schöne Ecken dieses tollen Landes erkunden zu können. Mit dem Working Holiday Visum kann man in fast allen Bereichen in Australien arbeiten – außer zum Beispiel im Gesundheitssektor. Eines war für mich aber von Anfang an klar: Ich wollte auf keinen Fall kellnern oder eine Küchenhilfe sein. Am liebsten hätte ich eine Tätigkeit in einem Büro begonnen, allerdings merkte ich schnell, dass das für mich nicht möglich sein würde. Solche Jobs bekam man nur mit dauerhafter Aufenthaltsgenehmigung und wenn man mindestens noch ein halbes Jahr in Australien blieb.

Meine zwei Lieblingsfamilien

Bereits während meiner Au Pair-Zeit babysittete ich bei zwei Familien, wenn der Tristan in der IMG_2201Schule war. Einmal (und eine Weile auch zweimal) die Woche passte ich auf Sophie auf, deren Mutter Australierin und deren Vater Deutscher ist. Sie IMG_1052wollten gerne, dass noch eine weitere Person neben dem Vater mit ihrer sechs Monate alten Tochter Deutsch spricht und da kam ich ins Spiel. 😉 Sophie hatte ich sofort ins Herz geschlossen und ich freute mich immer, wenn ich zu ihr gegangen bin. Ihre Mutter war Lehrerin in Mutterschutz und hatte später stundenweise wieder angefangen zu arbeiten. Während ich bei ihnen war, erledigte sie Sachen für sich und für die Schule, ging mal zum Friseur oder einkaufen. Sophie und ich gewöhnten uns schnell aneinander, spielten zusammen,IMG_2673 ich ging mit ihr Spazieren, las ihr etwas vor, fütterte sie und wickelte sie manchmal (meistens erledigte das die Julie). Je älter sie wurde, desto mehr konnte ich natürlich mit ihr machen und man merkte auch, dass sie Deutsch schon gut verstand. Ihr Vater sprach IMG_2179mal Deutsch, aber in der Regel Englisch mit ihr. Mit der Mutter Julie verstand ich mich auch sehr gut, wir unterhielten uns viel, ich brachte ihr auch etwas Deutsch bei und war eine der ersten, die erfuhren, dass Sophie ein Geschwisterchen bekommen sollte. Als ich in die WG mit der Sarah zog, lieh sie mir auch Bettwäsche, Kissen, etc. und bot mir sogar an, übergangsweise bei ihnen zu wohnen, falls ich nicht gleich ein Zimmer finden sollte. IMG_2349Kurz nachdem ich bei ihnen angefangen hatte, zogen sie in ein größeres Haus und dort hatte Sophie noch mehr Platz zum Spielen. Gerade in dem Alter machen sie von Woche zu Woche so viele Fortschritte und entwickeln sich so schnell – es ist schön, IMG_2609das über Monate mit zu bekommen. Man glaubt nicht, wie man sich an ein Kind gewöhnt und wie sich ein Kind an einen selbst gewöhnt – auch wenn man nur einmal die Woche kommt. Einmal saß Sophie auf dem Schoß ihrer Mutter und fing an zu weinen, als ich wegging. Im Oktober war ich dann bei ihrer ersten Geburtstagsfeier dabei und kurz bevor ich wieder nach Deutschland geflogen bin, fing sie an zu laufen! Ich war so stolz! 😉 Zufälle gibt es! Auf der Webseite von „Deutsche in Melbourne“-Seite inserierte eine deutsche Familie, die einen Babysitter suchte und diese Familie war doch tatsächlich aus Würzburg! Unglaublich! Eine sehr liebe Familie, die für zwei Jahre in Melbourne ist, IMG_0179da der Vater an der dortigen Uni arbeitet. Einmal die Woche passte ich auf den zweijährigen Felix auf, der etwas Zeit IMG_2139brauchte, bis er sich an jemand Neuen gewöhnte. Mit der Zeit durfte seine Mutter Kathi auch weggehen, wenn ich da war und Erledigungen machen – das war ein gutes Zeichen! Felix ist ein ganz süßes, aufgewecktes Kerlchen, der gerne mit Legosteinen Schiffe baut, mit Autos spielt, aus Büchern Geschichten vorgelesen bekommt und Spaß daran hat, mit Kinderfahrzeugen herumzufahren. Mit seinen Eltern, die nur ein paar Jahre älter sind als ich, war ich sofort auf einer Wellenlänge und besonders mit der Kathi quatschte ich viel, wir tauschten Melbourne- und Australientipps aus und erzählten uns unsere Neuigkeiten. Einige Monate später wurde Felix´ kleiner Bruder David geboren – ein ganz Süßer, auf den ich ab und an auch mit aufpasste. Es war immer, als ob ich zu Freunden und nicht zur Arbeit ging, wenn ich zu ihnen nach Coburg (ein Stadtteil von Melbourne) fuhr. Zu beiden Familien habe ich im Laufe der Monate eine enge Verbindung aufgebaut, bin auch jetzt noch in guten Kontakt mit ihnen und freue mich immer, wenn ich höre, wie es den Kids geht. 🙂

P1210098_Ausschnitt

Kathi, Felix, David und ich

Babysitten

Nachdem ich ausgezogen war, hatte ich zusätzlich noch bei anderen Familien gebabysittet. Einige Male habe ich zum Beispiel IMG_2435auf den vierjährigen Olli und seine eineinhalbjährige Schwester Matilda aufgepasst, deren Mutter einmal die Woche IMG_1982von zu Hause gearbeitet hatte. Ich passte auf den kleinen Wirbelwind und seine Schwester auf, ging mit ihnen auf den Spielplatz, in den Park und half der Mutter mit dem Putzen des Hauses. Sarah war sehr nett, immer im Stress als berufstätige Mutter und versorgte mich mittags auch mit Essen. Während ich auf die Kleinen aufpasste, versuchte sie neben der wöchentlichen Telefonkonferenz immer einzukaufen, Erledigungen und ab und an auch Sport zu machen. An einem Wochenende half ich einer netten deutschen Familie, die kurz vor ihrer Rückkehr in die Heimat stand. Ich beschäftigte die beiden Kinder, so dass die Eltern Kisten packen konnten. Von ihnen bekam ich jede Menge Konserven, die sie nicht mehr aufbrauchen konnten. Ab und an passte ich auch auf Thomas und Eric auf – die Zwillinge, die mit dem Tristan befreundet sind und mit deren Mutter Kim ich mich gut verstand und auch oft getroffen hatte. Einmal stellte ich mich auch bei einer Familie als Babysitterin vor, die in Brighton – einem wohlhabenderen Stadtteil von Melbourne – wohnte. Die Eltern betrieben 25 Subway-Läden, hatten einen Pool und vom Flur aus konnte man durch eine Glasscheibe in die Garage schauen, in der zwei dicke Autos standen. So etwas hatte ich auch noch nicht gesehen. 🙂 Ab und an babysittete ich auch abends auch zwei Kinder von einem Schweden und einer Japanerin auf, die beide auch sehr nett waren. Der Schwede arbeitete früher in L.A. als Designer und war in Melbourne für eine Autofirma tätig. Als ich im Internet eine Anzeige aufgab, in der ich einen Babysitterjob suchte oder Deutschunterricht anbot, meldeten sich neben normalen Leuten übrigens auch jede Menge Idioten. Einer fragte mich doch tatsächlich, ob ich bei ihm putzen könnte und ob es mich stören würde, dass er Nudist sei. Nur um das klarzustellen, den Job nahm ich nicht an. 😉

Burger, Mysteryshopper, Gala und Wasserballon

Über das Internet fand ich jede Menge Nebenjobs. So half ich zum Beispiel Katie, einer Frau mittleren Alters, beim Umzug. Zusammen mit einem anderen deutschen Backpacker packte ich Bücher, CDs, Küchenutensilien, etc. in Kartons und half ihr beim Putzen. Man glaubt nicht, wie manche Menschen leben! Katie hat scheinbar in den Jahren, in denen sie in diesem Haus gewohnt hatte, niemals Staub gewischt! Eklig! In der Wohnung lag doch tatsächlich Laub, das der Wind hineingeweht hatte! Unglaublich! Katie war so dankbar für unsere Hilfe, dass sie den Florian und mich abends noch in ein Pub eingeladen hatte. Ein paar Mal traf ich mich auch mit Jon, einem Backpacker aus England, der aus Interesse Deutsch lernen wollte. Deutsche Backpackerfreunde hatten ihm bis dahin nur die wichtigsten Wörter, um Körperteile benennen zu können oder ein Bier zu bestellen, beigebracht. Ich erweiterte seinen Wortschaft etwas. 😉 Claudia von „Deutsche in Melbourne“ erzählte mir dann von einer australischen Webseite, auf der Leute alle möglichen Nebenjobs posten, man sich um den Job bewerben kann und man nach getaner Arbeit bewertet wird. Das war eine klasse Sache und von da an machte ich viele Jobs darüber. Dort posteten die Leute wirklich alle möglichen Jobs – vom Putzen, Computerhilfe, Handwerkertätigkeiten und Gartenarbeit über Fahrstunden, Übersetzungen und Flyeraustragen bis hin zu Uniarbeiten schreiben, Logos entwickeln und den Lebenslauf überarbeiten. Es gab nichts, was es nicht gab – so suchte ein Mann jemanden, der für ihn einen Liebesbrief schrieb oder eine Frau jemanden, der ihr die Haare kämmte (äh, das hörte sich zu seltsam und verrückt an). 😉 Einige lustige und coole Jobs bekam ich über diese Webseite:

  • Einmal lieferte ich einem Typen, der in der Mittagspause sein Büro nicht verlassen konnte, einen Burger! Sein Büro lag eine Straße von unserer Wohnung entfernt und an dem Burgerladen lief ich eh auf dem Heimweg vorbei. Der Typ war total nett und gab mir ein sehr großzügiges Trinkgeld! 🙂
  • Für einen Geschäftsmann aus Sydney tauschte ich ein T-Shirt um, das er in der falschen Größe gekauft hatte und nicht mehr zu dem Laden nach Fitzroy fahren konnte.
  • „Nom, nom, nom“ sollte ich einmal auf einen Zettel schreiben und zusammen mit zehn Energieriegeln in einen Briefkasten werfen. Der Auftraggeber war aus Melbourne weggezogen und wollte einer Freundin eine Freude machen.
  • Für eine Studentin ging ich in einen Waschsalon, las in einem Buch IMG_2381und wartete bis ihre zwei Ladungen Wäsche gewaschen waren. Keine Ahnung warum sie das nicht selber machen wollte, der Waschsalon war nur 5 Minuten von ihrer Wohnung entfernt. Umso besser für mich. 😉
  • Mysteryshopper war ich auch zweimal. Was das ist? Man geht in einen Laden, tut so als ob man sich für ein Produkt interessiert, lässt sich von einem Verkäufer beraten und füllt danach einen Fragebogen aus. Man führt darin aus, wie freundlich der Verkäufer war, wie viele Kunden im Raum waren, was der Verkäufer gefragt oder einem angeboten hat, ob er den Kunden auf Rabatte/Abzahlmöglichkeiten aufmerksam gemacht hat, etc. Sehr interessant!
  • Für eine Eventagentur half ich auch mal bei der Vorbereitung einer Gala. Zusammen mit anderem Helfern schmückte ich einen großen Saal, stellte Teelichter auf und dekorierte. IMG_2013Das hat mir viel Spaß gemacht! Das Motto war irgendetwas mit Asien und der Raum sah anschließend super aus! Für die Deko verantwortlich war ein Typ, der der Zwillingsbruder vom Bruce Darnell hätte sein können – diese Tonlage, die Gesten und sein Auftritt! 😉 Er sagte immer: „Darling, that´s sooo beautiful, you are doing an amazing job! Wonderful!“ Haha, genial!
  • Der lustigste Job war für Studenten – die eine App entwickelt hatten, mit der man die Farben auf der Handy-Tastatur irgendwie ändern konnte. Sie wollten ein Werbevideo drehen, bei dem mit Lebensmittelfarbe gefüllte Ballons auf Leute geworfen werden. Mal lag einer am Strand und wurde beworfen,IMG_2038 fuhr auf einem Einrad und wurde beworfen und ich saß auf einer Bank und wurde beworfen. Die Jungs waren total nett, der Dreh war echt lustig (sie warfen erst ein paar Mal daneben) und ich wurde Gott sei Dank nur am Bauch und den Beinen getroffen (der auf dem Einrad wurde mit roter Farbe direkt im Gesicht erwischt, er sah aus, als ob er einen Unfall hatte). In weiser Voraussicht hatte ich meine ältesten Klamotten angezogen, aber die Farbe ging beim Waschen auch wirklich raus. Der Dreh dauerte ca. 20 Minuten und wurde richtig gut bezahlt!
  • Zwischendurch habe ich auch Übersetzungen vom Englischen ins Deutsche und umgekehrt gemacht, mal ein PDF abgeschrieben und für eine ältere Frau die Hemden ihres Mannes, Bettwäsche, Geschirrhandtücher (wer bügelt denn so etwas?!) und Tischdecken gebügelt.
  • Ein blöder Job war, als ich Werbemagneten austragen sollte. Es waren ein paar Hundert und ich kannte die Gegend gar nicht. Den Job hätte ich nicht annehmen sollen, denn ich musste erst mal ne knappe Stunde mit dem Zug mitten in die Pampa fahren und dann waren das immer einzelne Häuser, es ging Berge rauf und runter. Innerhalb von zwei Stunden hatte ich nur etwa 50 Magneten ausgetragen. Nach ein paar Stunden fuhr ich wieder zurück, das hatte ohne Auto echt keinen Sinn.
  • Als das neue iPhone 6 rauskam, wurde auch in Australien ein riesiger Hype draus gemacht und vor den Geschäften bildeten sich schon Tage davor lange Schlangen. Über diese Webseite suchten einige Leute, die sich für sie die Nacht über anstellten und dann kurz vor Ladenöffnung mit ihnen wieder tauschten. Dafür zahlten viele um die 100 Dollar! Ich fand die Idee, mir mit so vielen IT-Verrückten die Nacht um die Ohren zu schlagen, lustig und dachte, so etwas mache ich wenn nur hier. 😉 Ich hatte mit einem Asiaten Kontakt, für den ich mich eigentlich anstellen sollte, der hatte mehrere Leute beauftragt, wollte für Spiele, Snacks und Getränke sorgen. Wäre sicher eine interessante Nacht geworden! Da ich sowieso ein Nachtmensch bin, hätte ich mir die Nacht schon mit Leute beobachten, lesen und schreiben um die Ohren geschlagen. Allerdings hat er mich einen Tag davor mittags angerufen und gesagt, dass es keinen Sinn hat, weil zu dem Zeitpunkt schon 100 Menschen vor dem Apple-Store anstanden (am nächsten Tag um 8 Uhr oder so machte der erst auf!!!) und sich seiner Ansicht nach zu viele „professionelle Schwarzmarkthändler“ dort aufhielten, die sehr gut organisiert waren. So stellte er sich alleine an – ob er eines der ersten iPhones bekommen hat, weiß ich nicht. Im Fernsehen hab ich dann gesehen, dass derjenige, der in Sydney das erste iPhone im Laden erworben hatte, so aufgeregt war, dass es ihm runterfiel…

Staubwischen, Saugen, Wischen, Badputzen

Die meisten Jobs auf der Webseite waren Putzstellen und dabei verdiente man auch am besten. Also nahm ich auch einige Putzjobs an, wobei manche nur einmalig (Grundreinigung, Frühjahrsputz, etc.) waren und sich aus anderen wöchentliche Aufträge ergaben. Fast alle Familien waren sehr nett; interessierten sich für Deutschland, meine Reisepläne und behandelten mich eher wie einen Gast als wie eine Putzhilfe:

  • Regelmäßig ging ich zum Beispiel zu einer älteren Dame, IMG_0391der eine Wohnung im Eureka-Tower (dem höchsten Gebäude in Melbourne) gehörte. Von ihrer Wohnung hatte man einen super Ausblick über die Stadt! Wenn ich dort leben würde, würde ich den ganzen Tag nur aus dem Fenster schauen. 😉 Die Zimmer waren picobello und ich wusste gar nicht, was ich eigentlich noch putzen sollte. Interessant waren die Gespräche mit ihr, denn sie war die Ex-Frau vom früheren deutschen Konsul in Darwin! Eine Weile hatte sie in Stuttgart gelebt und so sprachen wir viel über Deutschland, Australien und die Unterschiede zwischen beiden Ländern.
  • Sehr nett war es auch immer bei Mike, der Anfang 40 war und mit drei anderen Männern in einer WG lebte. Das erste Mal kam ich zu ihnen, als ihr Vermieter sich kurzfristig für den nächsten Tag ankündigte und sie „den Eindruck erwecken wollten, als seien sie reinlich“. 😉 Die Männer waren immer sehr lustig!
  • Bei einer Innenarchitektin, die eine kleine Tochter hatte und erst kürzlich – nach jahrelangem Aufenthalt in London – zusammen mit ihrem Mann wieder nach Melbourne kam, putzte ich auch regelmäßig. Sie wohnten übergangsweise in einer komplett renovierten Wohnung bis sie ein Haus gefunden hatten. Die Wohnung war in einem coolen Haus, in dem man mit dem Aufzug in die Apartments fuhr und in dem anscheinend auch eine bekannte australische Serie gedreht wurde („The Block“ oder so). Wie es in den meisten Wohnungen oder Häusern in Australien üblich ist, hatten sie mehrere Bäder – im Schlafzimmer hatten sie zwei (für jeden eines!),  das einjährige Mädchen hatte ein eigenes Bad, das Gästezimmer auch und dann gab es noch eine Gästetoilette!
  • Einmal die Woche machte ich auch bei einem Anfang Dreißigjährigen Ordnung, der griechische Wurzeln hatte und mit Italienern in einer WG wohnte. Er war Anwalt, aber nicht grad der ordentlichste und trocknete doch tatsächlich seine Hemden im Schrank! 😉
  • Sehr nett war auch eine Familie mit drei kleinen süßen Mädchen, die auch ein paar Jahre in London gelebt hatte. Von Yuen, der Mutter, bekam ich sogar ein Weihnachtsgeschenk.
  • Einmal putzte ich bei einer Russin, die in einem Außenbezirk von Melbourne wohnte und ein ziemlich großes Haus hatte.
  • Als ich einer Frau half, das leerstehende Haus ihrer Eltern etwas in Ordnung zu bringen, bevor sie es verkaufte, lernte ich auch ihre 89-jährige Mutter kennen. Die Frau war ursprünglich aus Polen und freute sich so, dass sie mit mir etwas Deutsch sprechen konnte, so dass sie mir heimlich 5 Dollar zusteckte.
  • Sehr nett war auch ein junges Paar, das kurz zuvor Eltern geworden ist. IMG_2628Der Mann hatte früher bei Coca-Cola im Marketing gearbeitet und vertrieb jetzt mit Freunden eine mexikanische Limonade, die sie nach Australien exportierten.
  • Als seine Familie in Urlaub war, mistete ich zusammen mit einem italienischen Vater die Kinderzimmer, etc. aus und half ihm, Ordnung ins Haus zu bringen.
  • Für einen Job stand ich mal um 4 Uhr früh auf, weil ein Kerl Anfang 30 um 6 Uhr früh jemanden brauchte, der die Wohnung putzte, bevor die Freundin wieder aus dem Urlaub kam. Die Zimmer waren nicht wirklich dreckig und für diese zwei Stunden wurde ich fürstlich entlohnt! 😉
  • Einmal engagierte mich auch eine Jungs-WG, um nach ihrer „Oktoberfest-Party“ (keiner der Jungs war übrigens Deutscher) Ordnung in das Chaos zu bringen, die Bier-Flaschen einzusammeln und den total verklebten Boden wieder halbwegs sauber zu machen.
  • Was für mich immer sehr unangenehm war, waren Haushalte mit Katzen. Ich bin ja kein großer Katzenliebhaber und diese Katzenhaare waren dann immer überall. Bei einem sehr netten Ehepaar, die viel in der Welt umher reisen und zwei Katzen hatten, putzte ich alle zwei Wochen. Sie war Lehrerin und er im IT-Bereich tätig, beide waren aber keine großen Ordnungsfanatiker. Er hatte lange graue Haare zu einem Zopf gebunden, trug oft Leggins und manchmal Ballerinas. Beide waren in ihrer Kirchengemeinde sehr engagiert und luden mich auch zu ihrem Weihnachtsmusical ein. Schrecklich waren die Katzen einer Familie, die mich regelrecht verfolgten. In jedem Zimmer saß eine auf dem Bett und als ich sie endlich alle durch die Tür in den Garten befördert hatte, kamen sie von der anderen Seite wieder rein – durchs Fenster! 😉
  • Bei einer indischen Familie, die in einer sehr kleinen unordentlichen Wohnung hauste, ordnete ich die gesamten Küchenschränke neu.
  • Eine Frau engagierte mich mal nur dafür, ihre Wäsche zusammen zu legen.

Bei all den Jobs bekam ich immer super Bewertungen, es entstanden oft längerfristige Aufträge und ich wurde auch an Freunde weiterempfohlen (so war die Frau, die in das „The Blocks“-Haus zog, die Patin der Kinder des Schweden). Viele Grundreinigungen oder Frühjahrsputzjobs dauerten um die 5 Stunden und waren echt anstrengend. Oftmals hatte ich 2-3 Putzjobs an einem Tag (oft auch an den Wochenenden, an denen ich dann abends noch weggegangen bin ;-)) und danach weiß man, was man geschafft hat. Nur einmal bewertete mich eine Neuseeländerin schlecht, deren Haus ich 7 Stunden lang putzte. Ich erledigte alles von ihrer Liste, machte Zimmer für Zimmer durch, bekam aber ihren Ofen nicht richtig sauber. Sie sagte damals, dass das schon passt und ihr Mann schickte mich nach sieben Stunden heim. Als sie mich dann schlecht bewertete, war ich richtig sauer, weil sie Sachen bemängelte, die ich gemacht hatte. Wenn das einmal in dem Portal steht, dann kann man nichts richtigstellen, auch wenn es nicht wahr ist. Gott sei Dank ging das durch die vielen guten Bewertungen unter, trotzdem regte mich das auf! 😉

Interessante Einblicke

Durch diese verschiedenen Jobs in den unterschiedlichsten Stadtteilen von Melbourne kam ich mit Menschen unterschiedlicher Herkunft aus allen sozialen Schichten, Berufen und verschiedenen Alters in Kontakt, sah wie sie wohnten und lernte durch Gespräche mit ihnen viel über ihr Leben. Das ermöglichte mir Einblickte, die man durch eine Tätigkeit in einem Büro, einem Café oder Laden nicht erhält. Obwohl die Arbeit anstrengend, teilweise unangenehm und manchmal eklig war, bin ich froh, dass ich diese Erfahrung gemacht und dadurch so viele unterschiedliche und nette Leute kennen gelernt habe. So etwas macht man auch nur einmal im Leben. Interessant war, dass diejenigen mit der unordentlichsten und dreckigsten Wohnung immer angeblich eine Stauballergie hatten. Deswegen konnten sie selbst nicht putzen – natürlich! 😉 Was mich auch erstaunte war, wie schnell die Menschen in Australien Fremden vertrauen. Obwohl sie nur meinen Vornamen kannten, ließen sie mich sofort mit ihren Kinder und in ihren Wohnungen allein, gingen in der Zeit einkaufen oder machten Erledigungen. Nur einmal wollte eine Familie meinen Ausweis sehen. Es ist schön, dass dieses Grundvertrauen der Australier scheinbar noch vorhanden ist – ich wäre wahrscheinlich vorsichtiger und misstrauischer gewesen. 🙂

Mangos, Sushi und Donuts

20. Mai 2015 at 19:07

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

IMG_2039Ein paar Worte wollte ich auch noch zum Einkaufen und EssenIMG_2756 in Australien sagen. Wie ich Euch schon erzählt habe, probierte ich während meiner Zeit Down Under einige lokale Speisen (Krokodil, Emu, Känguru, Kamel, Vegemite, etc.) und bin nach manchen richtig süchtig geworden (TimTams :-)), aber mit der Zeit habe ich auch an Dingen gefallen gefunden, die ich vorher nicht so gerne oder nicht regelmäßig gegessen habe. Zum Beispiel aß ich plötzlich so gern Sushirollen (am liebsten mit Lachs und Avocado), Müsliriegel, Tic Tacs und Babybel. 😉 Super lecker waren auch die Donuts der Kette „Crispy Cream Donuts“ – da lief ich (leider) jeden Tag dran vorbei und musste mich oft zurückhalten, um mir nicht den ein oder anderen zu kaufen. 🙂

IMG_2767     IMG_2768

Frische Früchte

IMG_2950Im Supermarkt verbrachte ich immer viel IMG_2754Zeit beim Obst und Gemüse. Es ist schon klasse, wenn alles aus dem Land kommt, in dem man gerade ist und nicht noch unreif erst mal rund um die Welt geflogen wurde. Die Früchte aus dem tropischen Queensland schmeckten so frisch und einige ganz anders als bei uns. Besonders aufgefallen ist es mir bei den Mangos, deren Geschmack so intensiv und lecker war – mit unseren gar nicht zu vergleichen. Also habe ich viel Obst (Kiwis, IMG_2314Erdbeeren, Nektarinen, Melonen, Mandarinen, IMG_2753Mangos, Heidelbeeren, Trauben,…) und Gemüse – vor allem Salat – gegessen. Besonders beliebt bei Backpackern und Studenten waren auch die Ecken, in denen reduzierte Sachen angeboten wurden. Lebensmittel, deren Ablaufdatum kurz bevorstand, kosteten so teilweise nur 80 Cent, manchmal sogar nur 5 oder 10 Cent. Wenn man den richtigen Zeitpunkt erwischte, konnte man wirklich Schnäppchen machen. Die Australier essen genau wie die Amis viel Weißbrot und zu Mittag gern (ungetoastete) Sandwiches. Körnerbrot und dunkles Brot gab es, es war aber ziemlich teuer – so kostete das Brot nicht seltenIMG_1759 8 Dollar. Was man auch an jeder Ecke – ob im Supermarkt oder Restaurant – bekommt, sind glutenfreie Lebensmittel. Bioprodukte, vegatrisch und vegan ist ja eh Standard. Deutsche Produkte wie Schokolade, Bier und Wurstwaren (Leberwurst, Bratwurst, etc.) fand man teilweise in den australischen Supermärkten, in Spezialläden oder bei Aldi – natürlich kostete es um einiges mehr als bei uns und oftmals war die Qualität (der Wurst zum Beispiel) nicht vergleichbar. Trotzdem freute ich mich ab und an über Leberwurst, Knoppers oder einen Kinderriegel. 😉

Auf- oder Abrunden?

IMG_1603Einkaufen war für mich immer ein Erlebnis! Erstaunlicherweise IMG_1726habe ich eigentlich immer für mindestens 30 Dollar eingekauft – egal wie wenig auf dem Band lag. 😉 Mit der Zeit gewöhnte ich mich auch an die Selbstcannerkassen. Was ich allerdings bis zum Ende meines Aufenthalts komisch fand, war die Sache mit dem Münzen. In Australien gibt es Münzen zu 5, 10, 20 und 50 Cent sowie 1 und 2 Dollar. Die Waren sind aber mit ungeraden Preisen wie 51 Cent, 2,48 Dollar oder 2,39 Dollar ausgezeichnet – die man mit den Münzen also gar nicht bezahlen könnten. Bei Barzahlung wird dann an der Kasse entweder auf- oder abgerundet. Zahlt man dagegen mit Bank- oder Kreditkarte, dann wird natürlich der ungerade Betrag abgebucht. Komisches System. Wahrscheinlich zahlt die Mehrheit der Kunden mit Karten und nicht mehr bar.

Apropos, könnte mir bitte jemand eine frische australische Mango schicken? 🙂

Auf der Suche nach einer Tür und einem Fenster

20. Mai 2015 at 17:23

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

Nach einem halben Jahr endete meine Zeit als Au Pair bei Rachel und Tristan und für mich begann ein neues Kapitel in Melbourne. Weil ich mich in der Stadt am Yarra River so wohl fühlte, beschloss ich auch in den kommenden Monaten dort zu bleiben und von da aus Trips in unterschiedliche Ecken Australiens zu machen anstatt (wie ich zuerst überlegt hatte)  woanders hinzuziehen. Doch wo sollte ich wohnen? Ein paar Wochen vor meinem Outbacktrip begann ich mit der Zimmersuche und stellte fest, dass die Australier auch beim Umziehen sehr spontan agieren. Kaum einer plant Wochen oder gar Monate im Vorraus. Dementsprechend kurzfristig werden Wohnungen und Zimmer vermietet. In den Anzeigen steht dann zum Beispiel drin, dass jemand gesucht wird, der morgen einziehen kann. Obwohl ich mich in den sechs Monaten in Down Under schon an die Lockerheit und das Nicht-so-sehr-Planen gewöhnt hatte, stellte dies meine Nerven doch etwas auf die Probe. Je mehr Tage vergingen, desto nervöser wurde ich. Mittlerweile kannte ich genug Leute in Melbourne, dass ich keine Angst haben musste, von heute auf morgen unter einer Brücke schlafen zu müssen (in der Nähe vom Sea Life unter einer Brücke beim Yarra Fluss schlafen übrigens wirklich einige Obdachlose direkt neben einem Weg, an dem viele Touristen und Einheimische vorbeilaufen). Die liebe Familie des Mädchens, auf das ich einmal die Woche aufpasste, hatte mir sogar angeboten, übergangsweise bei ihnen zu wohnen. Das war sehr nett, aber ich wollte schon gern gleich ein richtiges Zimmer finden.

Zu viert in einem Zimmer?

An Zimmerangeboten mangelt es in Melbourne nicht, allerdings hatte ich durch die zentrale Lage in Southbank und die tolle Ausstattung unseres Wohnkomplexes inzwischen doch gewisse Ansprüche. 😉 Zentral sollte es sein, möglichst mit Fitnessraum/ Pool, halbwegs bezahlbar, möbliert und ein Zimmer für mich allein wollte ich auch haben. Nachdem ich damals in Washington mein Zimmer mit einer Kanadierin geteilt hatte, wollte ich für die nächsten Monate meine Privatsphäre. Weil in Melbourne viele Studenten und Backpacker aus aller Welt eine Unterkunft suchen und die Mieten so hoch sind, werden doch tatsächlich alle möglichen Räume angeboten und möglichst viele Menschen auf engem Raum zusammengequetscht. Wohnzimmer von WGs werden vermietet, mit Raumteilern als „Zimmer“ deklariert und es ist nicht unwahrscheinlich, dass acht Leute in einer Drei-Zimmer-Wohnung leben. Die Mieten sind dann nicht – wie zu erwarten wäre – niedrig, sondern gerade mal normal. Mir wurde zum Beispiel ein Platz in einer Drei-Zimmer-Wohnung in St. Kilda (Strandnähe, sehr cool) angeboten, allerdings als vierte Person in einem Zimmer, in der schon zwei Kerls und ein Mädel gelebt haben. So verzweifelt war ich dann doch noch nicht. Ich schrieb auf viele Anzeigen und schaute mir drei Zimmer an. Das erste lag zentral bei der Southern Cross Station (Bahnhof in den Docklands, zentral in der Innenstadt). Das Zimmer hatte nur eine Schiebetür, kein Fenster und keinen Schrank (nur eine Stange für die Klamotten). Dort hätte ich mit einer Asiatin und ihrer Schwester (die sich ein Zimmer teilten) zusammengewohnt. Alfie (als ich mit ihr per E-Mail Kontakt hatte, dachte ich aufgrund des Namens, sie wäre ein Kerl ;-)) war Studentin, zwar ganz nett und wollte keine Kaution, dafür war die Miete (normal) teuer. Aber ein Zimmer ohne richtige Tür wollte ich dann doch nicht, da musste es doch etwas Besseres geben. Die zweite Wohnungsbesichtigung war nur ein paar Meter weiter in einem Hochhaus, das erst renoviert worden ist. Jay war auch Asiate, hatte die Wohnung gekauft und alles sah sehr steril aus. Das Zimmer, das er vermieten wollte, ging vom Wohnzimmer ab, hatte auch nur eine Schiebetür (was war das nur mit all den Schiebetüren?!), kein Fenster und das Tollste war, dass man durch die Schiebetür durchschauen konnte. Hätte Jay also im Wohnzimmer Besuch gehabt, hätte ich mich nicht mal umziehen können, ohne beobachtet zu werden. Wunderbar und das für 250 Dollar die Woche! 🙂

Zwei Häuser weiter

Die dritte Wohnungsbesichtigung war ein totaler Glücksgriff. Unser Wohnkomplex IMG_7963hat eine Facebookseite und dort hatte ich gepostet, ob jemand zufällig in nächster Zeit aus seinem Zimmer auszieht. Kurze Zeit später bekam ich schon eine Nachricht von einem Kerl, dass er bald wegzieht und ich mich mit seiner Mitbewohnerin Sarah in Verbindung setzen kann. Eine Woche vor unserem Outbacktrip traf ich mich mit ihr. Die Wohnung war von der Aufteilung fast so wie Rachels, hatte nur ein Zimmer weniger und Sarah und ich verstanden uns sofort gut. Sarah ist Australierin, Mitte 30, hatte im Kommunikationsbereich bei der Regierung gearbeitet, gekündigt und verdient ihren Lebensunterhalt jetzt als Fitnesstrainerin. Das Zimmer hatte eine richtige Tür (Juhu! Unglaublich, dass man das erwähnen muss ;-)), ein Fenster (natürlich wie überall nicht gut isoliert), ein Bett und einen eingebauten Kleiderschrank. Perfekt! Die Miete und Kaution waren für die Lage und den Wohnkomplex auch ok, ich konnte zum gewünschten Zeitpunkt einziehen und auch alle Möbel, die Waschmaschine, Bügeleisen, Küchenutensilien, etc. von Sarah mitbenutzen. Sie hatte auch mal ein Jahr in Europa gelebt, so dass sie sich gut in meine Lage hineinversetzen konnte. Ich freute mich, dass ich im selben Appartmentkomplex bleiben konnte, weil ich gerne weiter so zentral wohnen, den Pool und den Fitnessraum nicht mehr missen wollte und ich so auch alles per Fuß umziehen konnte.

Sarah, der Bachelor und ich

Eine Woche nach meiner Outbacktour zog ich um. Man glaubt es nicht, wieviel Zeug man in einem halben Jahr ansammelt. IMG_2357Einen Schreibtisch und einen Stuhl kaufte ich mir gebraucht übers Internet, von Rachels Freundin Barabara bekam ich zwei kleine Regale, die sie nicht mehr brauchte, Sarah hatte auch noch ein Regal für mich und Julie (der Mutter des Mädchens, auf das ich einmal die Woche aufpasste) lieh mir Bettwäsche und ein Kissen. Es war zwar alles etwas improvisiert, aber für die paar Monate völlig in Ordnung. Ich fühlte mich sofort wohl bei Sarah, wir schauten jeden Mittwoch zusammen den „Bachelor“ und regten uns über die Kandidatinnen auf (von einer, die dann keine Rose mehr bekam, wurde ich später mal in einer Drogerie in der Melbourner Innenstadt bedient ;-)) und gingen auch mal zusammen aus. Es war super, dass ich mit einer IMG_9714Australierin zusammenwohnte, denn wir unterhielten uns oft über das Land, die Politik, das Reisen, die Sprache und ich erzählte ihr von Deutschland. Die sprachlichen Feinheiten beschäftigten uns auch ab und an, so zum Beispiel der Unterschied zwischen der Verwendung von „cup“ und „mug“. 😉 Lustigerweise lernte sie zu der Zeit, als ich bei ihr wohnte, einen Deutschen kennen, mit dem sie dann zusammen gekommen ist. Blöd war nur, dass wir erst nach vier IMG_9713Wochen Internet hatten, weil der Vormieter irgendwie seinen Vertrag mitgenommen hatte und immer irgendetwas mit dem Anschluss nicht klappte. Also hielt ich mich in der Zeit oft in der State Library auf und nutzte dort das kostenlose W-Lan, um E-Mails zu schreiben, Jobs zu suchen, meinen Blog upzudaten, etc. Ich mochte die Atmosphäre dort – umgeben von fleißigen Studenten und Büchern! 🙂 Leider wurde es im australischen Winter in meinem Zimmer auch richtig kalt. Die Zimmer sind ja wirklich schlecht isoliert, wir hatten nur eine Kombination aus Klimaanlage und Heizung in der Decke im Wohnzimmer (das reichte nicht bis in unsere Zimmer) und die elektrische Standheizung zog unheimlich viel Strom, so dass wir sie nicht anschalteten. Deshalb ging ich eine zeitlang mit Wärmflasche ins Bett und war dreimal ziemlich stark erkältet. Drei Monate wohnte ich bei Sarah – bis zu unserer Ostküstentour.

Fünf Mädels und jede Menge Spaß

7. Mai 2015 at 18:02

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

Ob es einem in einer Stadt gefällt und ob man sich dort wohlfühlt, hängt in großem Maße davon ab, dass man nette Leute kennen lernt und Freunde findet. Da hatte ich wirklich großes Glück in Melbourne – zusammen mit Sarina, Sophie, Julia und Michelle habe ich viel unternommen und wir hatten immer jede Menge Spaß! 😉 Leider sind Sarina, Julia und Sophie ein paar Monate vor mir wieder zurück nach Deutschland geflogen. Einige unserer Abenteuer habt durch den Blog schon mitverfolgen können – hier nochmal eine kleine Auswahl weiterer (Ausgeh-)Erlebnisse:

IMG_5551

Partyabend im Club „Rats“

IMG_5550

Julia und ich auf dem Queen Victoria Market

Julia und ich auf dem Queen Victoria Market

1959394_616140075140908_1378887939795905793_n

Der Tommi war manchmal der Hahn im Korb ;-)

Der Tommi war manchmal der Hahn im Korb 😉

 

10314513_616139631807619_7190626140484460781_n

Nachschminken im Zug 🙂

Sophie und ich in den Dandenong Ranges

Sophie und ich in den Dandenong Ranges

 

Sophies Geburtstag

Sophies Geburtstag

10264843_612902762131306_1494849031234216688_n

Ab und an brauchten wir auch mal eine Stärkung ;-)

Ab und an brauchten wir auch mal eine Stärkung 😉

IMG_1891

Sophie, Julia und ich versuchten uns an einem Abend auch beim Glücksspiel im Casino. An den Einarmigen Bandidaten verlor ich unglaubliche 4,50 Dollar. Danach blieben wir dabei, anderen beim Gewinnen bzw. Verlieren ihres Geldes zuzuschauen. 😉

Passfotos Sophie und ich_Ausschnitt

 

 

 

Hugh und ich :-)

7. Mai 2015 at 14:31

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

Wolverine ist in der Stadt! Was für eine Nachricht! In Melbourne ist wirklich immer etwas los! Erst traf ich durch Zufall BossHoss und dann sollte ich die Chance bekommen, den australischen Schauspieler Hugh Jackman kennen zu lernen. Ok, „kennen zu lernen“ ist etwas übertrieben – er war zur Premiere des neuesten „X-Men“-Films in Melbourne und die Gelegenheit, solch einen Star mal aus der Nähe zu sehen, wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen.

IMG_6244Also machte ich mich an einem Freitag gegen Nachmittag auf zum „Melbourne Central“ gegenüber der State Library, in demIMG_6327 neben einem Bahnhof auch ein Einkaufszentrum und ein Kino untergebracht sind. Mit ein wenig Andrang am roten Teppich hatte ich ja schon gerechnet, aber auf solch einer Menschenmasse war ich nicht gefasst. An den roten Teppich und die Bühne selber kam man als normaler Mensch natürlich nicht ran, so stand ich mit tausenden – zumeist asiatischen hysterischen – Fans auf den verschiedenen Etagen des Einkaufszentrums und versuchte einen Blick auf das Geschehen unter uns zu erhaschen. Einige waren scheinbar schon seit früh morgens dort und standen eingequetscht mit Stoffbannern in der ersten Reihe.

Im Video seht Ihr die Menschenmassen:

https://www.youtube.com/watch?v=-7lvD3_06NY&feature=em-upload_owner

Wenn man so wartet, kommt man automatisch mitIMG_6276 Gleichgesinnten ins Gespräch. So unterhielt ich mich ganz gut mit meinem Vordermann – einem Studenten aus Birma, der in Singapur aufgewachsen ist und jetzt in Australien lebt (oder so ähnlich, ganz genau kann ich mich an seine etwas komplizierte Familiengeschichte nicht mehr erinnern). Er postete ständig Bilder über alle möglichen Apps an seine Freunde und hat für mich netterweise auch ein paar Fotos vom „Australia“-Star gemacht und mit mir mal den Platz getauscht. Es dauerte sicher über eine Stunde bis überhaupt irgendein Star aufgetaucht ist und auch danach war die Sicht nicht berauschend. Doch das Spektakel drum herum war schon interessant und ein Erlebnis. Als ich wieder gehen wollte sprach mich ein chinesischer Student an, der hinter mir stand und mitbekommen hatte, dass ich aus Deutschland komme. Er lernt an der Uni Deutsch und fragte mich, ob er mich bei Facebook adden darf. Hugh saß dann im Kinosaal und ich machte mich auch auf den Heimweg.

Die Stars sind angekommen:

https://www.youtube.com/watch?v=N6NVPwaDuMY&feature=youtu.be

https://www.youtube.com/watch?v=0LLKWVhlzCc&feature=youtu.be

IMG_6325

IMG_6314

Ich kann Euch sagen, dass Hugh auch in echt so gut aussieht und so sympathisch ist wie im Kino und nicht so eine Enttäuschung war wie Orlando Bloom (Orlando hatte beim Dreh der „3 Musketiere“ in Würzburg Autogramme gegeben und ich hielt ihn erst für ein Double, weil er in Wirklichkeit viel kleiner ist als er in den Filmen immer wirkt).

Hugh, es war schön, Dich in Melbourne „zu treffen“ – vielleicht sieht man sich das nächste Mal bei der Oscar-Verleihung. 😉

Der Melbourne Cup – Sehen und gesehen werden

27. April 2015 at 17:35

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

IMG_9730Zurück in Melbourne verbrachten wir noch ein paar schöne Tage zusammen, bevor erst die Angela und dann der Flo wieder gen Heimat geflogen sind. In diese Zeit fiel auch ein Ereignis, auf das ich mich schon länger freute: Der Melbourne Cup. Das höchstdotierte und renommierteste Pferderennen Australiens ist einer der wichtigsten Events in Melbourne. Schon Wochen vorher sieht man in den Läden die elegantesten Kleider und ausgefallensten Hüte für das Rennen und jeder, der etwas auf sich hält (und das nötige Kleingeld hat), kleidet sich neu ein und hat meistens sogar Karten für mehrere Rennen. Das ist in ganz Australien ein großes Ereignis, wir haben sogar im Hunter Valley gesehen, dass Restaurants das Rennen live übertragen und dazu Brunch angeboten haben. Es heißt nicht umsonst „A race that stops the nation“. Das Rennen findet seit 1861 am ersten Dienstag im November statt und dieser ist sogar ein Feiertag im Bundesstaat Victoria. Das gibt´s bestimmt auch nicht so oft auf der Welt, dass wegen eines Pferderennens Feiertag ist. Jedes Jahr schauen sich 100.000 Rennsportfans den Melbourne Cup auf dem Flemington Racecourse an – und wir waren dieses Mal mittendrin! 🙂

Schick und betrunken?

IMG_9770

Rachel hatte mir schon kurz nach meiner Ankunft im Januar vom Melbourne Cup erzählt und gesagt, dass dann wirklich JEDER dieses Rennen im Fernsehen ansieht und alles andere für ein paar Minuten unwichtig wird. Das hatte mich schon damals neugierig gemacht, doch zu der Zeit wusste ich noch nicht, ob ich dann noch in Melbourne sein würde. Es hatte mich schon immer gereizt, mal richtig schick zu solch einem Pferderennen zu gehen. Die Bilder von Ascot hatte ich mir immer gern angeschaut, jetzt war ich gespannt auf den Melbourne Cup. Von meiner australischen Mitbewohnerin Sarah hatte ich schon gehört, dass die Leute dort zwar super schick hingehen, aber viele danach betrunken im Rasen liegen. 🙂 Die Rennen, die an sechs Tagen stattfinden und immer ein unterschiedliches Motto haben (mal ist Frauentag, mal ist der Dresscode Schwarz/Weiß, etc.), sind scheinbar ein einziges großes Besäufnis, das halt nur sehr gut gekleidet vonstatten geht. 😉 Deshalb geht die Sarah nicht mehr hin, aber sie hatte mir gesagt, dass man es auf jeden Fall einmal miterlebt haben muss. Das wollte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen! 🙂

Underdressed im Zug

IMG_9680Wir hatten unsere Ostküstentour extra so geplant, dass wir passend zu den Rennen wieder in Melbourne waren. Allerdings kamen wir Freitag um Mitternacht am IMG_9685Flughafen an und schon am Samstag war Derby Day. Von vielen Seiten wurde mir empfohlen, an diesem Tag zu gehen. Allerdings waren wir uns nicht sicher, ob wir nach unserer Tour zu müde sind, um gleich am nächsten Tag dorthin zu gehen. Deshalb wollten uns das Spektakel erst mal aus der Nähe anschauen, bevor wir uns ein Ticket kaufen (die billigste Karte kostet 75 Dollar). Schon an der Flinders Street Station sahen wir viele gestylte Männer und Frauen, die die ausgefallensten Kleider, Anzüge und Hüte trugen. Ich hätte stundenlang nur den tollen Kopfschmuck anschauen können. Im Zug stachen wir mit Jeans und T-Shirt „etwas“ aus der aufgestylten Masse hervor, das war sicher ein Bild für die Götter! 🙂 Wir waren also leicht underdressed und bekamen einen guten Eindruck davon, was uns erwartete. Vom Zug aus konnten wir auch einen kurzen Blick über das Renngelände erhaschen, allerdings kamen wir nach dem Aussteigen nicht näher heran, weil man gleich die Eintrittskarte zeigen musste und dort keine mehr kaufen konnte. Nach diesem Anblick war unsere Neugierde geweckt und wir entschieden uns, direkt am Melbourne Cup-Tag hinzugehen.

IMG_9683

IMG_9691

IMG_9698

DSC02334

DSC02355

Noch underdressed 🙂

DSC02337

„You start at the top“

Die Karten waren gekauft, wir hatten uns feingemacht und ich hatte mir von Sarah einen so genannten „Fascinator“ (festlicher Kopfschmuck) geliehen. Dieses Mal waren wir also nicht underdressed, als wir in den IMG_9865Zug zur Rennstrecke stiegen. DSC02517Im Gegensatz zum Derby Day, an dem das Wetter nicht so gut war, zeigte uns die Sonne, dass wir uns für den richtigen Tag entschieden hatten. Für mich war es das erste Pferderennen und in Deutschland wäre ich wahrscheinlich nie auf die Idee gekommen, mal zu einem zu gehen. Aber der Melbourne Cup war schon ein besonderes Ereignis. Eine Australiern sagte mir: „You start at the top!“ Ja klar, wenn ich schon zu einem Pferderennen gehe, dann gleich zu einem erstklassigen. 😉 Als wir das Gelände betreten hatten, mussten wir zuerst an einem Stand unseren Ausweis zeigen („Proof of age“). Dort erhielten wir ein Bändchen und waren somit berechtigt, Alkohol zu kaufen. Es war wirklich unheimlich interessant, die Leute anzuschauen – besonders die Frauen. Die schönsten Kleider in den unterschiedlichsten Farben, Hüte und Fascinator in den tollsten Formen. Hier hieß es eindeutig: Sehen und gesehen werden! Tausende schick gekleidete Reitsportbegeisterte waren IMG_9806schon dort, saßen auf dem Rasen und den Tribünen, tranken Sekt, ließen sich das Essen schmecken und schauten sich die ersten Rennen an. Nachdem wir uns etwas umgesehen hatten, holten wir uns auch etwas zu trinken und eine sündhaft teure Bratwurst (deren Sauce natürlich gleich auf meinem Kleid landete). Zwischen den Massen hatten wir einen Platz gefunden und machten es uns dort gemütlich. Blöderweise saßen hinter uns ein paar Deppen, die beim Rauchen nicht aufpassten und mir ein Loch in meinen Blazer brannten, den ich hinter uns gelegt hatte. Selbstverständlich waren sie sich keiner Schuld bewusst. Na ja, Idioten gibt es leider überall.

IMG_9721

IMG_9724

IMG_9727

IMG_9733

IMG_9747

DSC02533

Super Typen - die sahen aus wie eine Boyband! ;-)

Super Typen – die sahen aus wie eine Boyband! 😉

IMG_9753

IMG_9762

IMG_9765

DSC02602

IMG_9793

IMG_9785

IMG_9831

IMG_9821_Ausschnitt

Wetten, dass…. der Deutsche gewinnt???

Wenn ich schon einmal bei einem Pferderennen war, wollte ich natürlich auch wetten! 🙂 Allerdings hatten wir überhaupt keine Ahnung von den Pferden oder Jockeys und informierten uns erst vor Ort. IMG_9808Wir setzten beide 10 Dollar – der Flo auf das Pferd „Protectionist“ (dessen Trainer Andreas Wöhler unsere Aufmerksamkeit aufgrund seines deutschen Namens erlangte) und ich auf „Who shot the barman“ (weil ich den Namen so lustig fand). Man konnte darauf wetten, wer siegt oder auch, welches Pferd welchen Platz belegt. Überzeugt von unserer Wahl setzten wir beide auf Sieg. 🙂 Wer hätte gedacht, dass wir so einen guten Riecher für die Gewinner haben?! Denn Protectionist lief doch tatsächlich als Erster ins Ziel! Es war das erste Mal, das ein von einem Deutschen trainiertes Pferd den Melbourne Cup gewonnen hat! Dotiert war das Rennen mit 6 Mio Dollar (ca. 4,1 Mio Euro). Und „mein“ Pferd „Who shot the barman“ aus Neuseeland wurde Dritter! 🙂 So hat der Flo etwas über 80 Dollar gewonnen – genial! Im Zug zurück sprachen wir mit einem Mann, der durch „Protectionists“ Sieg einen Gewinn von mehreren tausend Dollar ausgezahlt bekommen hatte. Erst gewinnen die Deutschen die WM, dann den Melbourne Cup – was wohl als nächstes kommt? Das Rennen selber war ja schnell vorüber, aber trotzdem spannend mitanzusehen – besonders, wenn man „sein“ Pferd anfeuern kann. Später haben wir erfahren, dass zwei Pferde nach dem Rennen gestorben sind – ein japanisches brach kurz nach dem Zieleinlauf zusammen und ein australisches musste nach einem komplizierten Beinbruch eingeschläfert werden (es geriet durch eine Flagge aus dem Publikum in Panik und schug mit den Beinen gegen ein Eisengitter). Das ist echt traurig und ist scheinbar bei solchen Rennen keine Seltenheit.

IMG_9861

DSC02579

DSC02568

DSC02561

Einen guten Eindruck vom Melbourne Cup bekommt Ihr auch durch die kurzen Videoaufnahmen:

https://www.youtube.com/watch?v=hAcHo8yaZAg&feature=youtu.be

https://www.youtube.com/watch?v=HhAUGPjPKjs&feature=youtu.be

IMG_9864Zwischendurch haben wir auch Rachel und Aida (meine Au Pair-Nachfolgerin) IMG_9868getroffen, die einen Platz auf der Tribüne hatten. Es gab so viel anzuschauen, so dass die Stunden schnell vergingen. Zwar lagen nicht (wie angekündigt) überall Alkoholleichen herum, aber der Rasen sah am Ende schon nach einem Schlachtfeld aus und überall lag Müll herum. Als wir zusammen mit vielen tausenden nüchternen, angetrunkenen, schicken und nicht mehr ganz so schicken Reitsportfans – Gewinnern und Verlierern – das Gelände verließen, hatten einige Frauen ihre High Heels in der Hand, mein Blazer hatte ein Loch und meine Absätze sahen vom Rasen etwas ramponiert aus. Was für ein aufregender Tag! Ich bin froh, dass ich beim Melbourne Cup gewesen bin – vielleicht ist ja mein nächstes Pferderennen ja das von Ascot?! 🙂

IMG_9867

IMG_9869

„Plätzchenbacken bei 35 Grad“ – Mein Artikel in der „Fuldaer Zeitung“

30. Dezember 2014 at 17:09

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

Ich hoffe, Ihr habt Weihnachten gut überstanden und Euch über die Feiertage etwas erholen können. Auch kurz vor meiner Abreise war ich noch fleißig am Schreiben und habe unter anderem für die „Fuldaer Zeitung“ einen Artikel zu dem Thema verfasst, wie Fuldaer in Australien Weihnachten feiern.

Wenn Ihr Zeit und Lust habt, schaut doch mal rein:

australien_1777599

 

„Weihnachtszeit in Sommershorts“ – Mein Artikel in der „Mainpost“

19. Dezember 2014 at 12:39

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

IMG_0290Auf dem Weg nach Hause habe ich vor einigen Wochen eine Frau mit ihrem Sohn in der Straßenbahn gesehen, die ein „Würzburg“-T-Shirt anhatte. Ein „Berlin“- oder „München“-T-Shirt sieht man doch manchmal, aber ein „Würzburg“-T-Shirt? Das ist außergewöhnlich. Daher musste ich die Frau einfach ansprechen. Kate und ihre beiden Kinder sind zwar aus Melbourne, haben aber vier Jahre in Würzburg, genauer gesagt in Höchberg, gewohnt. Ich habe mich die ganze Fahrt über sehr nett mit ihr und ihrem Sohn Arthur auf Deutsch unterhalten – über ihre Eindrücke von Würzburg, die Unterschiede des Schulalltags in Deutschland und Australien, etc. Das war so eine tolle Geschichte, da musste ich einfach was drüber schreiben. Wir haben Kontaktdaten ausgetauscht und ich habe sie gefragt, ob es ihr recht wäre, wenn ich einen Artikel über sie schreibe. Die „Mainpost“ war von dem Thema auch gleich angetan, so dass ich mich mit ihr und den Kindern letztes Wochenende bei der Weihnachtsfeier der Deutschen Samstagsschule getroffen und sie Löcher in den Bauch gefragt habe. 🙂

Der Artikel dazu ist heute in der Mainpost erschienen:

http://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/Weihnachtszeit-in-Sommershorts;art736,8491469

Das PDF des Artikels: prod-19.12.14-055