Der erste Schultag oder „Which one is your child?“

23. Februar 2014 at 8:19

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

In den ersten Tagen in Melbourne, in denen es fast durchgehend um die 38 Grad warm war, musste ich mich erstmal in der Innenstadt orientieren, habe mir ungefähr 50.000 Broschüren im Visitor Center mit interessanten Touren, Führungen und Ausflügen geholt und mich mit der Umgebung vertraut gemacht. In etwa 5-10 Minuten bin ich von der Wohnung aus ins Zentrum (CBD – Central Business District) gelaufen, um uns herum sind ein Theater, ein Kulturzentrum und die ABC. 🙂 Außerdem hatte ich in der Zeit auch meine australische Steuernummer bekommen, mit der ich hier für ein Jahr arbeiten darf!

Die Deutsche Schule Melbourne

Am Ende der ersten Woche stand dann der große Tag vor der Tür: Der erste Schultag! Keine Sorge, ich habe nicht vor, in Schuluniform herumzulaufen und in Australien nochmal zur Schule zu gehen. Aber Tristan hatte seinen ersten Tag an der Deutschen Schule in Melbourne! IMG_3314Da er zweisprachig aufgewachsen ist, ist diese Privatschule für ihn perfekt. Momentan antwortet er mir noch hauptsächlich auf Englisch, wenn ich mit ihm Deutsch rede, aber versteht mich und ich bin gespannt, wie sich das ändert, wenn er länger auf diese Schule geht. Die Deutsche Schule Melbourne wurde 2004 gegründet und ist seit 2008 in Betrieb, es werden dort etwa 70 Kinder (die nicht alle einen deutschsprachigen Hintergrund haben) auf Deutsch und Englisch unterrichtet. In der so genannten „Preparatory“-Klasse (in der Tristan nun ist – quasi eine Vorschulklasse) wird etwa 90% des Unterrichts auf Deutsch abgehalten. Danach steigt der Anteil der englischen Sprache immer weiter an. IMG_3313Die Deutsche Schule hat im Gegensatz zu den öffentlichen Schulen in Australien keine Schuluniform. Wenn man in der Tram die Kinder mit ihren einheitlichen Kleidern, Hosen und Hemden sieht, dann sind manche Schülerinnen und Schüler echt nicht zu beneiden. Besonders die Kleider der Mädchen sehen häufig aus wie die Kleidung von Krankenschwestern aus den 1970ern. Die Eltern der Vorschüler hatten die Schultüten ihrer Kinder in einer Abendaktion zusammen gebastelt – zu Hause haben Tristan und ich seine Schultüte noch etwas verziert, seinen Namen und das Einschulungsjahr draufgeklebt. Australische Kinder kennen die Tradition mit der Schultüte gar nicht! Tristan hatte schließlich sogar zwei Schultüten, denn ich hatte noch eine kleine aus Deutschland mitgebracht und mit Star Wars-Radiergummis, einem Star Wars-Spitzer und Angry Birds (sehr angesagt)-Schokotalern gefüllt.

Viele neue Gesichter und Namen

Auch für Eltern und Au Pairs ist so ein erster Schultag aufregend – was zieht man an, an was muss man alles denken, man muss sich alle neuen Namen und Gesichter merken. Tristan war dagegen ganz cool und ist ziemlich lässig in die neue Schule gegangen. Die Schülerinnen und Schüler der höheren Klassen haben für die Neuankömmlinge Liedern gesungen und die Schulleiterin sowie die Klassenlehrerin haben die „Prep“-Kinder und ihre Familien begrüßt. Einige der 19 Kinder von Tristans Klasse haben schon Geschwister in einer höheren Klasse, so dass deren Eltern schon mit der Schule vertraut waren. Anschließend durften die Kinder in ihren ersten Unterricht gehen und die Eltern (und das eine Au Pair :-)) konnten sich bei Kaffee, Tee und Gebäck etwas besser kennen lernen. Natürlich wurde mir immer wieder die Frage gestellt „Which one is your child?“! Vom Alter her hätte es ja auch gepasst. 🙂 Ich bin das einzige Au Pair in der Klasse, alle waren super nett und sehr freundlich. Bei einigen Eltern ist einer Deutscher oder Schweizer, manche waren als Jugendliche oder zum Studieren mal in Deutschland und andere möchten einfach, dass ihr Kind zweisprachig unterrichtet wird. Übrigens gibt es in Tristans Klasse gleich zwei Zwillingspaare! Mit dem Jungenpaar hat er sich schon am ersten Tag angefreundet. Nach etwa zwei Stunden endete der erste „Unterrichtstag“, es wurden die obligatorischen Fotos gemacht und danach trafen sich alle Eltern mit ihren Kindern noch im nahegelegenen Park, um gemeinsam zu spielen (also die Kinder) und zu grillen.

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Den ersten Schultag feierten Tristan und ich anschließend mit einem Sprung in den Pool – wie sich das gehört. 🙂

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Australia Day

23. Februar 2014 at 4:54

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

Meine Ankunft in Melbourne hatte ich perfekt gelegt, denn einen Tag später war Australia Day – Nationalfeiertag! An dem Tag feiern die Australier die Ankunft der ersten Flotte von Schiffen aus England in Sydney Cove am 26. Januar 1788. Fällt der 26. Januar auf einen Sonntag, wie in diesem Jahr, dann ist Montag ein Feiertag! Das ist eine tolle Regelung, die wir auch in Deutschland einführen sollte (in den USA ist das genauso)! 🙂 Wir haben uns an diesem Tag mit Freunden von Rachel zum Lawn Bowling getroffen. Lawn Bowling ist in etwa wie Boccia, man muss die eigene Kugel so nah wie möglich an eine Zielkugel rollen. Eigentlich ist das scheinbar auch in Australien eher ein Sport für die ältere Generation (in Sydney hatte ich auch mal einen Lawn Bowling Club gesehen, da haben Senioren ganz in weiß gekleidet gespielt), aber wird zunehmend auch, gerade an solchen Tagen, von Jüngeren gespielt. Wir haben es mit einem Barbecue verbunden, nett beieinander gesessen und ich habe Rachels Freunde kennengelernt. Das Lawn Bowling selber habe ich auch ausprobiert und es war ganz lustig, aber in der Sonne war es auf Dauer viel zu heiß. Also haben wir es uns im Schatten bequem gemacht, den anderen beim Spielen zugeschaut, gegessen, getrunken und gequatscht. 🙂

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Nach dem Lawn Bowling sind wir dann noch ein bisschen am Yarra River entlang gelaufen. Dort stand schon alles im Zeichen der Formel 1, die Mitte März in Melbourne stattfindet: Dort stand ein Formel 1-Auto, man konnte mit einer Flasche Champagner als Sieger auf einem Podest posieren und wir nahmen eine Videobotschaft für den australischen Fahrer auf, in der wir ihm viel Glück wünschten (lasst das nicht Sebastian Vettel wissen! :-)).

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Das Phänomen mit der Zeit

21. Februar 2014 at 7:13

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

Habt Ihr schon gehört, dass die Zeit in Australien schneller vergeht? Das ist ein Phänomen, das nur in Down Under auftritt – die Wissenschaft steht noch immer vor einem Rätsel. Die Aborigines erzählen sich dazu folgende Geschichte: Vor langer Zeit lebte einmal ein großer Krieger, der zusammen mit seinen Brüdern das ganze Dorf gegen Eindringlinge verteidigte. Doch als seine Brüder nach und nach krank wurden und starben, wurde das Dorf immer verwundbarer. Da seine Söhne noch nicht groß und stark genug waren, um sich ihm anzuschließen, bat er die Natur um Hilfe. Er ging auf Wanderschaft, pflanzte an jedem Fluß, an dem er vorbeiging, eine Blume aus seiner Heimat und kehrte schließlich in sein Dorf zurück. Während seiner Abwesenheit wurde das Dorf nicht angegriffen und die Söhne waren innerhalb kürzester Zeit und groß und stark geworden. Seit diesem Tag vergeht die Zeit in Australien schneller.

Ok, Ihr habt es Euch wahrscheinlich schon gedacht, dass es diese Geschichte nicht wirklich gibt. 😉 Aber Spaß beiseite, was ich eigentlich damit sagen möchte: Seit ich in Melbourne bin, rast die Zeit und ich komme nicht mehr zeitnah dazu, den Blog upzudaten, obwohl ich viel erlebe und so viel schreiben könnte und auch möchte. Eigentlich eher: Weil ich so viel erlebe, komme ich nicht mehr viel zum Schreiben. 🙂 Was ja an sich schön ist, aber ich möchte Euch natürlich auch an allem teilhaben lassen! Daher gelobe ich Besserung und setze mich in den nächsten Tagen ran!

Damit Ihr aber seht, dass ich auch sonst noch fleißig bin, hänge ich Euch mal den Link zu einem Interview, das ich mit Marusia Luft über ihren Job als Bordfotografin auf einem Kreuzfahrtschiff gemacht habe, an: http://weltreiseforum.com/blog/als-bordfotografin-im-kreuzfahrtschiff-um-die-welt/. Es hat zwar keinen direkten Australienbezug, aber ist für den ein oder anderen (hoffentlich) trotzdem interessant. Denn während ich hier Australien entdecke, bereise und hier arbeite, schreibe ich freiberuflich für deutsche Onlineportale, Zeitungen und Magazine. Ideen für Geschichten habe ich hier schon genug und es werden von Tag zu Tag mehr! 🙂

Ich freue mich auch weiterhin über Eure Kommentare, Gästebucheinträge, Briefe, Postkarten, Skypeanrufe, What´s app-Nachrichten, Brieftauben, und Rauchzeichen! 🙂

Liebe Grüße aus Melbourne,

Christine

Ankunft in der lebenswertesten Stadt der Welt

25. Januar 2014 at 4:15

Posted from Melbourne, Victoria, Australia.

So ungern ich auch Sydney verließ, so freute ich mich doch auch sehr auf MELBOURNE!!! Kurz ein paar Fakten zur Stadt: Melbourne liegt etwa 700km von Sydney entfernt im Bundesstaat Victoria im Südosten Australiens. Mit ungefähr 4,2 Millionen Einwohnern ist sie nach Sydney die zweitgrößte Stadt des Kontinents und wurde in den Jahren 2002, 2004, 2005, 2011 und 2012 zur lebenswertesten Stadt der Welt gewählt. Das hörte sich doch schon mal ganz gut an, oder?! Man hatte mir erzählt, dass man Sydney eher mit New York (unter anderem wegen der vielen bekannten Sehenswürdigkeiten) und Melbourne eher mit London (unter anderem wegen des großen Kulturangebots und dem europäischeren Stadtbild) vergleichen kann. Davon wollte ich mich natürlich selbst überzeugen!

Am Flughafen von Sydney konnte ich erstmal sehen, dass der Beruf des Bodenpersonals (zumindest in Australien) keine große Zukunft zu haben scheint, denn der komplette Check-in – auch der des Koffers – war den Passagieren überlassen. Man sah fast keine Mitarbeiter. Nachdem ich also meinen Pass gescannt und die Bordkarte ausgedruckt hatte, durfte ich meinen Koffer auf ein Band wuchten, wurde vom Computer darauf hingewiesen, dass er unter „Schwergepäck“ (hallo, sind doch nur 28 kg gewesen! :-)) läuft, musste verschiedene Aufkleber auf den Koffer kleben und mich dann zur Sicherheitskontrolle anstellen. Ich hatte schon damit gerechnet, dass man dort von Computern abgescannt wird, aber nein – es standen dort tatsächlich die letzten noch verbliebenen Mitarbeiter des Flughafens und schauten sich den Inhalt meines Handgepäcks an! Nachdem ich die Kontrolle passieren durfte, musste ich also nur noch in mein Flugzeug steigen (das hoffentlich von echten Menschen geflogen wird). Im Warteraum neben mir saß übrigens eine chinesische Familie, die wirklich eine solch riesige Auswahl an Essen dabei hatte, die für ein halbes Restaurant gereicht hätte. Morgens halb zehn in Sydney… Wenn der kleine Hunger kommt… 🙂

Der Flug ist ziemlich schnell rumgegangen – dauerte nur etwas über eine Stunde – und schon war ich in MELBOURNE! Am Gepäckband hatte mich Rachel mit ihrem 5-jährigen Sohn Tristan auch schon entdeckt, bei denen ich die nächsten Monate Au Pair sein werde. Es ist wirklich komisch, dass die Abholenden direkt zum Gepäckband dürfen, denn da könnte ja jeder einfach einen Koffer mitnehmen! So etwas hatte ich auch noch nie gesehen. Am Anfang war der Tristan noch etwas schüchtern, versteckte sich hinter seiner Mutter, aber das legte sIMG_3392ich dann schnell. Sofort nach meiner Ankunft sah ich auch, was Globalisierung bedeutet: denn wir fuhren zum ALDI einkaufen! Die Gebrüder Albrecht sind hier sehr erfolgreich und haben ihr Sortiment zwar etwas an den australischen Geschmack angepasst, aber es gibt auch einige Produkte, die wir aus Deutschland kennen, wie zum Beispiel Knoppers! 😉  IMG_3310Nachdem wir nach dem Einkaufen meinen Koffer mit vereinten Kräften in den ersten Stock getragen hatten (es gibt keinen Aufzug), fuhren wir zum Entenfüttern an einen See. Besser gesagt, der Tristan und ich fütterten die Enten und gingen auf den Spielplatz, während die Rachel um den See joggte (sie trainiert für einen Triathlon). Wenn man umringt ist von schnatternden und um Essen bettelnden Tieren, schweißt das natürlich zusammen und das Eis zwischen Tristan und mir war so gut wie gebrochen.

Rachel und Tristan leben in Southbank, direkt im Zentrum von Melbourne in einem schönen Apartmentkomplex mit Pool, Fitnessstudio und Tennisplatz. Mein Zimmer ist auch sehr gemütlich und hell. Am Nachmittag bekamen wir dann noch Besuch von Rachels Freundin Barbara, einer sehr netten und lustigen Neuseeländerin, mit der wir ein Barbecue machten und Sekt tranken. Noch hatte ich nicht viel von Melbourne gesehen und ahnte auch noch nicht, wie zentral wir eigentlich wohnten, aber das sollte ich in den nächsten Tagen alles entdecken. Jetzt hieß es erst einmal ankommen und auspacken.

Die ersten Eindrücke von Melbourne:

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