{"id":2408,"date":"2015-05-20T17:23:25","date_gmt":"2015-05-20T15:23:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/?p=2408"},"modified":"2015-05-26T22:31:59","modified_gmt":"2015-05-26T20:31:59","slug":"auf-der-suche-nach-einer-tuer-und-einem-fenster","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/?p=2408","title":{"rendered":"Auf der Suche nach einer T\u00fcr und einem Fenster"},"content":{"rendered":"<p><a class=\"location-link\" href=\"#\" id=\"location2408\" name=\"-37.814107,144.96327999999994\" onclick=\"return false;\">Posted from Melbourne, Victoria, Australia.<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach einem halben Jahr endete meine Zeit als Au Pair bei Rachel und Tristan und f\u00fcr mich begann ein neues Kapitel in Melbourne. Weil ich mich in der Stadt am Yarra River so wohl f\u00fchlte, beschloss ich auch in den kommenden Monaten dort zu bleiben und von da aus Trips in unterschiedliche Ecken Australiens zu machen anstatt (wie ich zuerst \u00fcberlegt hatte)\u00a0 woanders hinzuziehen. Doch wo sollte ich wohnen? Ein paar Wochen vor meinem Outbacktrip begann ich mit der Zimmersuche und stellte fest, dass die Australier auch beim Umziehen sehr spontan agieren. Kaum einer plant Wochen oder gar Monate im Vorraus. Dementsprechend kurzfristig werden Wohnungen und Zimmer vermietet. In den Anzeigen steht dann zum Beispiel drin, dass jemand gesucht wird, der morgen einziehen kann. Obwohl ich mich in den sechs Monaten in Down Under schon an die Lockerheit und das Nicht-so-sehr-Planen gew\u00f6hnt hatte, stellte dies meine Nerven doch etwas auf die Probe. Je mehr Tage vergingen, desto nerv\u00f6ser wurde ich. Mittlerweile kannte ich genug Leute in Melbourne, dass ich keine Angst haben musste, von heute auf morgen unter einer Br\u00fccke schlafen zu m\u00fcssen (in der N\u00e4he vom Sea Life unter einer Br\u00fccke beim Yarra Fluss schlafen \u00fcbrigens wirklich einige Obdachlose direkt neben einem Weg, an dem viele Touristen und Einheimische vorbeilaufen). Die liebe Familie des M\u00e4dchens, auf das ich einmal die Woche aufpasste, hatte mir sogar angeboten, \u00fcbergangsweise bei ihnen zu wohnen. Das war sehr nett, aber ich wollte schon gern gleich ein richtiges Zimmer finden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zu viert in einem Zimmer?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An Zimmerangeboten mangelt es in Melbourne nicht, allerdings hatte ich durch die zentrale Lage in Southbank und die tolle Ausstattung unseres Wohnkomplexes inzwischen doch gewisse Anspr\u00fcche. \ud83d\ude09 Zentral sollte es sein, m\u00f6glichst mit Fitnessraum\/ Pool, halbwegs bezahlbar, m\u00f6bliert und ein Zimmer f\u00fcr mich allein wollte ich auch haben. Nachdem ich damals in Washington mein Zimmer mit einer Kanadierin geteilt hatte, wollte ich f\u00fcr die n\u00e4chsten Monate meine Privatsph\u00e4re. Weil in Melbourne viele Studenten und Backpacker aus aller Welt eine Unterkunft suchen und die Mieten so hoch sind, werden doch tats\u00e4chlich alle m\u00f6glichen R\u00e4ume angeboten und m\u00f6glichst viele Menschen auf engem Raum zusammengequetscht. Wohnzimmer von WGs werden vermietet, mit Raumteilern als &#8222;Zimmer&#8220; deklariert und es ist nicht unwahrscheinlich, dass acht Leute in einer Drei-Zimmer-Wohnung leben. Die Mieten sind dann nicht &#8211; wie zu erwarten w\u00e4re &#8211; niedrig, sondern gerade mal normal. Mir wurde zum Beispiel ein Platz in einer Drei-Zimmer-Wohnung in St. Kilda (Strandn\u00e4he, sehr cool) angeboten, allerdings als vierte Person in einem Zimmer, in der schon zwei Kerls und ein M\u00e4del gelebt haben. So verzweifelt war ich dann doch noch nicht. Ich schrieb auf viele Anzeigen und schaute mir drei Zimmer an. Das erste lag zentral bei der Southern Cross Station (Bahnhof in den Docklands, zentral in der Innenstadt). Das Zimmer hatte nur eine Schiebet\u00fcr, kein Fenster und keinen Schrank (nur eine Stange f\u00fcr die Klamotten). Dort h\u00e4tte ich mit einer Asiatin und ihrer Schwester (die sich ein Zimmer teilten) zusammengewohnt. Alfie (als ich mit ihr per E-Mail Kontakt hatte, dachte ich aufgrund des Namens, sie w\u00e4re ein Kerl ;-)) war Studentin, zwar ganz nett und wollte keine Kaution, daf\u00fcr war die Miete (normal) teuer. Aber ein Zimmer ohne richtige T\u00fcr wollte ich dann doch nicht, da musste es doch etwas Besseres geben. Die zweite Wohnungsbesichtigung war nur ein paar Meter weiter in einem Hochhaus, das erst renoviert worden ist. Jay war auch Asiate, hatte die Wohnung gekauft und alles sah sehr steril aus. Das Zimmer, das er vermieten wollte, ging vom Wohnzimmer ab, hatte auch nur eine Schiebet\u00fcr (was war das nur mit all den Schiebet\u00fcren?!), kein Fenster und das Tollste war, dass man durch die Schiebet\u00fcr durchschauen konnte. H\u00e4tte Jay also im Wohnzimmer Besuch gehabt, h\u00e4tte ich mich nicht mal umziehen k\u00f6nnen, ohne beobachtet zu werden. Wunderbar und das f\u00fcr 250 Dollar die Woche! \ud83d\ude42<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zwei H\u00e4user weiter<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die dritte Wohnungsbesichtigung war ein totaler Gl\u00fccksgriff. Unser Wohnkomplex <a href=\"http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/IMG_7963-e1432135123128.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-0\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-2416\" alt=\"IMG_7963\" src=\"http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/IMG_7963-e1432135123128-225x300.jpg\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/IMG_7963-e1432135123128-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/IMG_7963-e1432135123128-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a>hat eine Facebookseite und dort hatte ich gepostet, ob jemand zuf\u00e4llig in n\u00e4chster Zeit aus seinem Zimmer auszieht. Kurze Zeit sp\u00e4ter bekam ich schon eine Nachricht von einem Kerl, dass er bald wegzieht und ich mich mit seiner Mitbewohnerin Sarah in Verbindung setzen kann. Eine Woche vor unserem Outbacktrip traf ich mich mit ihr. Die Wohnung war von der Aufteilung fast so wie Rachels, hatte nur ein Zimmer weniger und Sarah und ich verstanden uns sofort gut. Sarah ist Australierin, Mitte 30, hatte im Kommunikationsbereich bei der Regierung gearbeitet, gek\u00fcndigt und verdient ihren Lebensunterhalt jetzt als Fitnesstrainerin. Das Zimmer hatte eine richtige T\u00fcr (Juhu! Unglaublich, dass man das erw\u00e4hnen muss ;-)), ein Fenster (nat\u00fcrlich wie \u00fcberall nicht gut isoliert), ein Bett und einen eingebauten Kleiderschrank. Perfekt! Die Miete und Kaution waren f\u00fcr die Lage und den Wohnkomplex auch ok, ich konnte zum gew\u00fcnschten Zeitpunkt einziehen und auch alle M\u00f6bel, die Waschmaschine, B\u00fcgeleisen, K\u00fcchenutensilien, etc. von Sarah mitbenutzen. Sie hatte auch mal ein Jahr in Europa gelebt, so dass sie sich gut in meine Lage hineinversetzen konnte. Ich freute mich, dass ich im selben Appartmentkomplex bleiben konnte, weil ich gerne weiter so zentral wohnen, den Pool und den Fitnessraum nicht mehr missen wollte und ich so auch alles per Fu\u00df umziehen konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sarah, der Bachelor und ich<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Woche nach meiner Outbacktour zog ich um. Man glaubt es nicht, wieviel Zeug man in einem halben Jahr ansammelt. <a href=\"http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/IMG_2357.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-1\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2414\" alt=\"IMG_2357\" src=\"http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/IMG_2357-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/IMG_2357-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/IMG_2357-73x55.jpg 73w, http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/IMG_2357.jpg 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Einen Schreibtisch und einen Stuhl kaufte ich mir gebraucht \u00fcbers Internet, von Rachels Freundin Barabara bekam ich zwei kleine Regale, die sie nicht mehr brauchte, Sarah hatte auch noch ein Regal f\u00fcr mich und Julie (der Mutter des M\u00e4dchens, auf das ich einmal die Woche aufpasste) lieh mir Bettw\u00e4sche und ein Kissen. Es war zwar alles etwas improvisiert, aber f\u00fcr die paar Monate v\u00f6llig in Ordnung. Ich f\u00fchlte mich sofort wohl bei Sarah, wir schauten jeden Mittwoch zusammen den &#8222;Bachelor&#8220; und regten uns \u00fcber die Kandidatinnen auf (von einer, die dann keine Rose mehr bekam, wurde ich sp\u00e4ter mal in einer Drogerie in der Melbourner Innenstadt bedient ;-)) und gingen auch mal zusammen aus. Es war super, dass ich mit einer <a href=\"http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/IMG_9714-e1432134918644.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-2\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-2412\" alt=\"IMG_9714\" src=\"http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/IMG_9714-e1432134918644-225x300.jpg\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/IMG_9714-e1432134918644-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/IMG_9714-e1432134918644-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a>Australierin zusammenwohnte, denn wir unterhielten uns oft \u00fcber das Land, die Politik, das Reisen, die Sprache und ich erz\u00e4hlte ihr von Deutschland. Die sprachlichen Feinheiten besch\u00e4ftigten uns auch ab und an, so zum Beispiel der Unterschied zwischen der Verwendung von &#8222;cup&#8220; und &#8222;mug&#8220;. \ud83d\ude09 Lustigerweise lernte sie zu der Zeit, als ich bei ihr wohnte, einen Deutschen kennen, mit dem sie dann zusammen gekommen ist. Bl\u00f6d war nur, dass wir erst nach vier <a href=\"http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/IMG_9713.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-3\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-2413\" alt=\"IMG_9713\" src=\"http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/IMG_9713-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Wochen Internet hatten, weil der Vormieter irgendwie seinen Vertrag mitgenommen hatte und immer irgendetwas mit dem Anschluss nicht klappte. Also hielt ich mich in der Zeit oft in der State Library auf und nutzte dort das kostenlose W-Lan, um E-Mails zu schreiben, Jobs zu suchen, meinen Blog upzudaten, etc. Ich mochte die Atmosph\u00e4re dort &#8211; umgeben von flei\u00dfigen Studenten und B\u00fcchern! \ud83d\ude42 Leider wurde es im australischen Winter in meinem Zimmer auch richtig kalt. Die Zimmer sind ja wirklich schlecht isoliert, wir hatten nur eine Kombination aus Klimaanlage und Heizung in der Decke im Wohnzimmer (das reichte nicht bis in unsere Zimmer) und die elektrische Standheizung zog unheimlich viel Strom, so dass wir sie nicht anschalteten. Deshalb ging ich eine zeitlang mit W\u00e4rmflasche ins Bett und war dreimal ziemlich stark erk\u00e4ltet. Drei Monate wohnte ich bei Sarah &#8211; bis zu unserer Ostk\u00fcstentour.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Posted from Melbourne, Victoria, Australia. 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