{"id":235,"date":"2014-01-20T09:02:56","date_gmt":"2014-01-20T07:02:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/?p=235"},"modified":"2014-02-05T13:11:42","modified_gmt":"2014-02-05T11:11:42","slug":"deutschunterricht-fuer-surfstunden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/?p=235","title":{"rendered":"Deutschunterricht f\u00fcr Surfstunden"},"content":{"rendered":"<p><a class=\"location-link\" href=\"#\" id=\"location235\" name=\"-33.8908435,151.27429059999997\" onclick=\"return false;\">Posted from Sydney, New South Wales, Australia.<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn man in Bondi Beach wohnt, hat man den Eindruck, es gibt nur drei Kategorien von Menschen: Erstens die Jogger, zweitens die Surfer und drittens die Touristen. Kategorie eins und zwei \u00fcberschneiden sich oft und Kategorie drei versucht sich teilweise so gut es geht, den ersten beiden anzupassen. So habe ich mich auch nach ein paar Tagen gefragt, wo ich mich denn gerne wiederfinden m\u00f6chte. Joggen war noch nie mein Fall und au\u00dferdem laufe ich jeden Tag beim Sightseeing mindestens genauso viel. Als Tourist ist man leider immer irgendwie zu erkennen und wenn es nur dadurch ist, dass man mit Kamera bewaffnet zum hundertsten Mal das Meer fotografiert, von Kopf bis Fu\u00df k\u00e4swei\u00df ist und beim Englischsprechen einen nicht zu verkennenden deutschen Akzent hat. Mein Ziel war es also, wenigstens f\u00fcr wenige Stunden von Kategorie drei in die viel coolere Kategorie zwei zu wechseln. Einmal so l\u00e4ssig mit dem Surfbrett zum Strand laufen, durch die Wellen paddeln und sich gekonnt durch das k\u00fchle Nass bewegen &#8211; das h\u00f6rte sich verlockend an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als eine Australierin dann jemanden suchte, der ihr etwas Deutsch beibringt und dem sie im Austausch daf\u00fcr das Surfen zeigt, war ich daher sofort begeistert! Da wollte mir das Schicksal doch etwas mitteilen! Die Anzeige war wie f\u00fcr mich gemacht und die Australierin meldete sich auch sofort. Wir verabredeten ein Treffen f\u00fcr Montag und ich war schon ziemlich aufgeregt. Allerdings dachte sich das Schicksal, dass ich es nicht zu einfach haben sollte und zauberte mir einen Wetterwechsel mit bev\u00f6lktem Himmel, viel Wind und dementsprechend hohen Wellen. Kein Problem f\u00fcr mich, denn schlie\u00dflich stand ich auch noch nie auf einem Snowboard und war in meiner Jugend sicherlich ganze dreimal Skateboard gefahren! So schwer sah das Surfen ja auch nicht aus. Aber zuerst die Arbeit &#8211; der Deutschunterricht. Lucy ist 20 Jahre alt, eine waschechte Australierin, in Bondi Beach aufgewachsen und steht seit sie sechs Jahre alt ist auf dem Surfbrett. Ihr Freund ist Deutscher und daher m\u00f6chte sie Deutsch lernen. Ein bisschen was kann sie schon und sie versteht einiges, aber sie wollte f\u00fcr den n\u00e4chsten Urlaub in Deutschland ger\u00fcstet sein. Tja, wo f\u00e4ngt man da am besten an? Wir gingen klassische Gespr\u00e4chssituationen durch, ich erkl\u00e4rte ihr den Unterschied zwischen &#8222;Du&#8220; und &#8222;Sie&#8220;, zeigte ihr, wie man Verben konjugiert und \u00fcbte die ersten zehn Zahlen mit ihr. Wir verstanden uns gut, unterhielten uns viel und nach einer Stunde rauchte ihr der Kopf. &#8222;Wollen wir jetzt surfen gehen?&#8220; &#8211; das war mein Stichwort. Nat\u00fcrlich! Nachdem sie sich zu Hause umgezogen und das Surfbrett geholt hatte, ging es an den Strand.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dort waren aufgrund des Wetters nur die Profis im Wasser und Lucy war gar nicht erfreut, mich Anf\u00e4ngerin in diese hohen Wellen zu lassen. &#8222;Willst Du da wirklich rein?&#8220;, fragte sie mehrfach. Etwas mulmig wurde mir schon, wenn ich die Wellen und das unruhige Meer so anschaute aber ich wollte ja auch nicht weit rein und wenigstens einen kleinen Eindruck vom Surfen bekommen. Also erkl\u00e4rte mir Lucy kurz ein paar grundlegende Sachen am Strand. <a href=\"http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_2833-e1390459185324.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-0\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-236\" alt=\"IMG_2833\" src=\"http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_2833-e1390459185324-168x300.jpg\" width=\"168\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_2833-e1390459185324-168x300.jpg 168w, http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_2833-e1390459185324-576x1024.jpg 576w, http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_2833-e1390459185324.jpg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 168px) 100vw, 168px\" \/><\/a>Dann ging sie erstmal ins Wasser, um mir zu zeigen, wie ein erfahrener Surfer das so macht. Aber auch sie hatte Schwierigkeiten, die richtige Welle zu erwischen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_2836.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-1\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-237\" alt=\"IMG_2836\" src=\"http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_2836-1024x576.jpg\" width=\"640\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_2836-1024x576.jpg 1024w, http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_2836-300x168.jpg 300w, http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_2836-97x55.jpg 97w, http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_2836.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_2843-Kopie.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-2\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-240\" alt=\"IMG_2843 - Kopie\" src=\"http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_2843-Kopie-1024x576.jpg\" width=\"640\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_2843-Kopie-1024x576.jpg 1024w, http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_2843-Kopie-300x168.jpg 300w, http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_2843-Kopie-97x55.jpg 97w, http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_2843-Kopie.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann war ich an der Reihe. Schon als wir ein paar Bilder von mir mit Surfbrett machten, merkte ich, dass die Dinger verdammt schwer und unhandlich sind. So locker unter den Arm klemmen, klappte bei mir irgendwie nicht. Es sah wohl eher so aus, als ob ich einen Sandsack schleppte. Mit besorgtem Blick lie\u00df mich Lucy ins Wasser ziehen, nachdem ich mir das Surfbrett mit der Fangleine (ich muss zugeben, ich musste nachschauen, wie dieses Seil mit dem Klettverschluss hei\u00dft :-)) an das rechte Bein gebunden hatte. Tja, dann stelle ich mir die Fragen, die wir irgendwie nicht richtig gekl\u00e4rt hatten: &#8222;Wie weit l\u00e4uft man eigentlich ins Wasser bis man das Board ins Wasser legt und mit dem Paddeln beginnt?&#8220; &#8222;Wie macht man es, dass einen die Wellen nicht umhauen?&#8220; &#8222;Wann versucht man sich mit dem Board richtig zum Strand zu drehen, um dann aufzustehen?&#8220; Oder noch wichtiger &#8222;Wie drehe ich diese schwere Brett denn um und versuche gleichzeitig, nicht von der Welle umgeworfen zu werden?&#8220; Also, ich Ihr Euch vorstellen k\u00f6nnt, war es ein gro\u00dfer Erfolg. Ich lief nicht weit genug ins Wasser; legte das Brett zwischen meine Beine und nicht neben mich (sehr gef\u00e4hrlich, aber das wusste ich auch erst hinterher); hatte bei jeder Welle, die auf mich zukam, Angst und wusste nicht, was ich nun als erstes machen sollte: weiter paddeln, das Brett umdrehen oder auf dem Brett festklammern. <a href=\"http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_2847.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-3\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-242\" alt=\"IMG_2847\" src=\"http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_2847-300x168.jpg\" width=\"300\" height=\"168\" srcset=\"http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_2847-300x168.jpg 300w, http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_2847-1024x576.jpg 1024w, http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_2847-97x55.jpg 97w, http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_2847.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Aber das war auch egal, denn die Wellen schmissen mich eh jedes Mal runter, das Surfbrett flog sonstwohin und ich konnte es gar nicht schnell genug wieder zu mir hinziehen bis die n\u00e4chste Welle kam. Es muss schlimm ausgesehen haben und die Profis haben sicherlich die H\u00e4nde \u00fcber den Kopf zusammengeschlagen. Lucy versuchte mir so gut es geht vom Strand aus Hilfestellungen zuzuschreien und mir Zeichen zu geben. Allerdings konnte ich die nicht erkennen, weil ich meine Kontaktlinsen nicht drinnen hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach gef\u00fchlten 5 Stunden, aber wohl eher nach 20 Minuten gab ich ersch\u00f6pft auf und robbte mit Brett an Land. Lucy entschuldigte sich mehrfach total lieb, dass die Wellen heute so hoch und die Bedingungen f\u00fcr eine Anf\u00e4ngerin so schlecht waren. So ein Quatsch, da konnte sie doch nichts daf\u00fcr! Jetzt hab ich mal einen kleinen Einblick bekommen und wei\u00df, dass Surfen viel schwerer ist als es aussieht. Aber zumindest lag und sa\u00df ich nun schon auf einem Surfbrett! Lucy hat gesagt, ich soll mich auf jeden Fall melden, wenn ich mal wieder in Sydney bin, dann gehen wir nochmal surfen, sie nimmt ein zweites Surfbrett mit, geht mit raus und kann mir dann immer sagen, was ich als n\u00e4chstes machen soll. Das h\u00f6rt sich gut an. Es sei an dem Tag auch schwer, gab sie zu, die Wellen einzusch\u00e4tzen &#8211; auch f\u00fcr sie, die die Wellen &#8222;lesen&#8220; kann. Ich war fix und fertig &#8211; die Wellen hatten f\u00fcr heute gewonnen &#8211; aber ich komme irgendwann wieder und dann geht\u00b4s weiter! \ud83d\ude42 Trotz allem war dies ein toller Vormittag mit einer sehr sympathischen Australierin &#8211; mein erstes Surferlebnis werde ich sicherlich so schnell nicht vergessen!<\/p>\n<div class='gallery'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_28611.jpg' title=\"\" data-rl_title=\"\" class=\"rl-gallery-link\" data-rl_caption=\"\" data-rel=\"lightbox-gallery-1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_28611-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_2856.jpg' title=\"\" data-rl_title=\"\" class=\"rl-gallery-link\" data-rl_caption=\"\" data-rel=\"lightbox-gallery-1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_2856-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_2854.jpg' title=\"\" data-rl_title=\"\" class=\"rl-gallery-link\" data-rl_caption=\"\" data-rel=\"lightbox-gallery-1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_2854-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_2841_Ausschnitt.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-7\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-246\" alt=\"IMG_2841_Ausschnitt\" src=\"http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_2841_Ausschnitt-899x1024.jpg\" width=\"640\" height=\"728\" srcset=\"http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_2841_Ausschnitt-899x1024.jpg 899w, http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_2841_Ausschnitt-263x300.jpg 263w, http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_2841_Ausschnitt-48x55.jpg 48w, http:\/\/www.cpierk.de\/australia\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_2841_Ausschnitt.jpg 1044w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcbrigens freue ich mich immer total \u00fcber Eure Nachrichten und Kommentare!! Also bitte weitermachen! \ud83d\ude42 Und haltet mich auf dem Laufenden, was bei Euch so passiert, damit ich nichts Wichtiges verpasse! \ud83d\ude09<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Posted from Sydney, New South Wales, Australia. Wenn man in Bondi Beach wohnt, hat man den Eindruck, es gibt nur drei Kategorien von Menschen: Erstens die Jogger, zweitens die Surfer und drittens die Touristen. 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